Primark als braunes Frankfurter Armutsrisiko [2]

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“Muss ich Primark jetzt boykottieren?”… fragt die FAZ heute als Reaktion auf Hilferufe versklavter Arbeiter etwas scheissheilig und schmückt ihren Artikel mit einem Foto von Reuters. Von mir hätten sie ein Jahr alte Fotos von dem Müll in braunen Tüten gratis bekommen können.

P.S. Auf meiner Boykottliste stehen stehen noch ein paar andere mit drauf.

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8 Gedanken zu “Primark als braunes Frankfurter Armutsrisiko [2]

  1. Aus der Wiwo: “Um das zu verstehen, muss man sich anschauen, wer die Primark-Kunden sind”, sagt der Psychologe und Konsumforscher Hans-Georg Häusel. Die meisten Kunden der Billigmarke seien Menschen mit relativ geringem Einkommen, Jugendliche und Menschen mit niedrigem Bildungsstand. “Die sind sozial nicht so sensibel und kaufen weniger ethisch”, sagt er. Den ganzen Artikel findet man hier: http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/primark-warum-kunden-mode-zum-wegwerf-preis-kaufen/10116968.html

  2. Hier machen wir es uns zu einfach. Der Shitstorm zu Primark beruhigt unser Gewissen, denn wir boykottieren das Unternehmen genauso wie Kik und kleiden uns mit Produkten anderer Hersteller.

    Nur werden diese in denselben Fabriken und unter denselben Bedingungen hergestellt, wie die der Billiglabel.

    http://www.wuv.de/marketing/die_wahrheit_ueber_abercrombie_fitch_br_report_erhebt_neue_vorwuerfe

    und

    http://www.wuv.de/marketing/die_wahrheit_ueber_abercrombie_fitch_br_report_erhebt_neue_vorwuerfe

    Ich sehe überhaupt keine Veranlassung, mich besser zu fühlen, als Käufer vorn Primark – im Gegenteil.

    Was ist unmoralischer?
    Eine Jeans für 3 Dollar herzustellen und für 10 Euro zu verkaufen, oder unter denselben menschenunwürdigen Bedingungen eine Jeans für 5 Dollar zu produzieren (Mehrpreis geht zu 100% zulasten der höheren Materialqualität) und hier für 130 Euro anzubieten?

    Oder glaubt jemand, dass der Chef morgens zur die Hallen geht und ruft: ” Leute freut euch! Heute gibt’s zehnfachen Lohn, denn wir arbeiten für ein Markenlabel”.

    Und die Selbstverpflichtung der Auftraggeber, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen ist für den Popo. Die Aufträge werden von Sub zu Sub weitergereicht, bis sie in den finstersten Hütten ausgeführt werden, von deren Existenz die Kontrolleure keine Ahnung haben (wollen?).

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/textilfabriken-in-bangladesch-eigentlich-muessten-wir-alle-fabriken-schliessen/9771918.html

    Der verlinkte WiWo-Bericht von Volker ist jedenfalls verlogen.
    “Um das zu verstehen, muss man sich anschauen, wer die Primark-Kunden sind”, sagt der Psychologe und Konsumforscher Hans-Georg Häusel. Die meisten Kunden der Billigmarke seien Menschen mit relativ geringem Einkommen, Jugendliche und Menschen mit niedrigem Bildungsstand. “Die sind sozial nicht so sensibel und kaufen weniger ethisch”, sagt er.”

    Da macht es sich der Psychologe aber sehr einfach. Die Käufer sind eben dumm und unsensibel und deshalb werden Arbeiter(innen) in Bangladesh oder China ausgebeutet. Und was ist mit uns, den höher gebildeten? Wenn wir uns dafür interessieren würden, wüssten wir, dass an unseren Klamotten auch Schweiß und Tränen kleben, egal, welches Etikett eingenäht ist. Wir müssen uns aber keine Gedanken machen, denn durch die regelmäßigen Aufreger über Primark und Kik ist das Thema ja abgearbeitet.

    Herr Häusel sollte meiner Meinung nach sein Diplom zurückgeben.

  3. Billiges Zeug hat immer einen Preis, das gilt bei Lebensmitteln, wo Tiere gequält und mit Medikamenten vollgestopft werden, ebenso wie bei Kleidern. Alternativen gibt es ja zuhauf, ich kann bei Hess Natur kaufen, fair gehandelten Kaffee erstehen und Bio-Ware bzw. möglichst lokal einkaufen. Aber ich gebe Uli recht: Auch Wohlhabende sind in ihrem Konsumverhalten meist sozial wenig sensibel.

  4. Tscha, Uli,

    ganz egal, wer heute für seinen deutschen Spargel im Supermarkt…

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/discounter-netto-zahlt-millionen-fuer-illegale-werkvertraege/9926364.html

    oder halt für seine Unterhosen nix bezahlen will und es billigend in Kauf nimmt, dass diese Nummern auf Kosten von Zigmillionen von Billglöhnern abläuft, zahlt hinterher doppelt und dreifach drauf.

    „Das braune Armutsrisiko“ einer Gesellschaft eben, von der der größte Teil aus reiner DummheitUnwissenheit meint, dass ginge sie immer noch nichts an und dann aber… bei jeder Diskussion darüber, sofort Zeichen des Angriffs auf die “freie Marktwirtschaft”, auf seine Chancen es doch noch vom Regaleinräumer bei Lidl zum Millionär zu schaffen und last but not least, natürlich sofort Sozialismus, 5 Jahre auf einen Trabbi Wartende und (angeblich) halbleere Supermarktregale, aufblitzen sieht.

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