Windows-Dateiordner: Privatkunst

In München wären an der hinteren Wand ein, zwei Kids oder Alt-68er zu sehen, die unter Aufsicht einer Hundertschaft Bereitschaftspolizei das Geschmiere mit eher unzureichenden Mitteln entfernen müssten, in Kassel würde ein Beamter prüfen, ob eine behördliche Erlaubnis vorlag und der Sprayer seine amtliche Genehmigung für 1 Tag Strassenkunst auch ja eingeholt und bezahlt hatte, in Frankfurt würde ein Beamter der Schutzstaffel des Privatkunsterverwaltungsamtes ein Kunstschutzabstandsgitter zum Schutz vor Übersprayung anbringen und in meiner kleinen Stadt des Englischen Fräuleins würde einer drunter sprayen, “Ähm… mir fällt grad nix zum Sprayen ein”… und in Preussisch Arkadien ist das ein In-jeder-Strasse-Freilichkunstmuseum…

keine Namensschilder… die Gelben müssen hier aber richtig fit sein…

 

gab’s nicht mal bei einem schäbigen Mercedes-Forum einen Foristen der sich Lucy nannte…?

 

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und dort, wo Manfred von Brauchitsch, Rudolf Caracciola, Bernd Rosemeyer und Hermann Lang in den 30ern auf der AVUS – Siegertribüne ihre Lorbeerkränze umgehängt bekamen, haben die Unangepassten ihre Nachrichten hinterlassen…

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Hier hab ich noch mal eine Galerie zusammengestellt, was mir sonst noch so alles bei meinen Runfgängen durch den so liebsnwerten Reichshauoptstadtslum seit 2009 vor die Knipse kam

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32 Gedanken zu “Windows-Dateiordner: Privatkunst

  1. Die Avus ist zweifellos ein automobilies Kulturgut. Hier könnten die Populisten, Dauererreger und selbsternannten Kulturgutbewahrer der IKM und Deuvet mal an hand pragmatischer Arbeit unter Beweis stellen, wie ernst es ihnen ist. Vielleicht mal ein Aufruf, ein Wochenende mit Putzmitteln diese Schande an der Haustüre von Berlin saubermachen, statt Wichtigtuerei.

    Gute Fotos.

    Thomas T.

  2. Ich lese beim DEUVET immer etwas über FDP-Abgeordnete, die den DEUVET bei ihren hehren Bemühungen politisch unterstützen, den Garaus der Oldtimerei zu verhindern. Und dann gäbe es da ja noch diesen Parlamentarischen Arbeitskreis…

    http://www.oldtimer-weiss.de/wordpress/?p=144

    als wenn ich mir vorstelle, Martin Halder statt mit Lachshäppchen in der Linken und Champagnerglas in der rechten Hand, mit Putzlappen… und Mario de la Rosa steht neben Jochen Strauch, Peter Schneider auf der Leiter und scheuert…

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  3. Pressemeldung des DEUVET:

    “Der DEUVET setzt sich seit längerer Zeit für die Abschaffung der Kraftfahrzeugsteuer ein, um die ungerechte Besteuerung von Oldtimern und kleinvolumigen Fahrzeugen zu beseitigen. Bei der Einführung einer Pkw-Maut wird sich der DEUVET für die Befreiung von Oldtimern von der Pkw-Maut einsetzen. DEUVET-Vizepräsident Peter Schneider führt bereits Mitte November die ersten Gespräche mit Bundestagsabgeordneten zu diesem Thema…”

    Richtig hinterfotziger Blogbeitrag.

    Während sich Daimer offenbar aus der Oldtimerszene zurückzieht, nehmen sich andere zunehmend wichtig. Die Befreiung von OLdtimern von der Kfzsteuer ist angesichts leerer Kassen bestimmt ein Anliegen, was zu einer Sondersitzung des Bundestags führen wird. Man müsste die Schönwetter-Lobbyisten, die mit solchem Unsinn und ungelegten Eiern wie die Ente mit der PKW-Maut sich wichtig machen, die Avustribüne mit bloßen HÄnden schrubben lassen.

    Komplient für die Klassefotos, auch die vom Meilenwerk.

    Wolfgang K.

  4. Nicht das man mir Einseitigkeit vorwirft, Freilichtkunst gibt’s auch in Frankfurt, 200 Meter von den Highrisern und leeren Türmen weg.

    http://img264.imageshack.us/img264/9409/091107frankfurt001.jpg

    In dem Haus war bis vor ein paar Jahren ein italienisches Lokal. Schräg gegenüber war das ehemalige Polizeipräsidium. Irgend wann flog auf, dass dies ein Anlaufpunkt kalabresischer Mafiafamilien war und einige in Italien gesuchte Jungs hier ein und ausgingen.

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  5. also ich weiss nicht – Grafittis wie oben gezeigt hinterlassen bei mir nur den Eindruck Slum, Ghetto, Zerstörung, Dreck und Gammel, Not und Elend, deprimiert mich eher……….

    Gerd

  6. Das erste Graffiti ist ja fast echte Kunst. Da kommt man schon ins Schmunzeln. Allerdings nicht wegen der, ja nunmal Spuren des sogenannten “Pöbels” an Wänden. Wer denkt, dass Schmierfinken erst in der Neuzeit damit angefangen haben, die von der Obrigkeit doktrinierte Optik von Gebäuden zu versauen, der sollte mal die hellenistischen Graffities an altägyptischen Tempelsäulen studieren.

    Friedrich S.

  7. Detlef, ich habe mir mal Deine ganzen Fotos in der Fotocommunity angeschaut. Du hast irgend wie einen Blick für interessante Eindrücke. Da sind wirklich Spitzenfotos dabei. Das neue Foto von dem Mercedes SK ist erste Sahne.
    Mir gefällt an Deinen Geschichten vor allem, dass Du wohl nicht alles so ernst nimmst, wie man es beim ersten Lesen zunächst empfindet.
    Rolf

  8. Scheiternde Väter (siehe hierzu die “Süddeutsche”) haben eine orientierungslose Jugend zur Folge, die stumpfsinnigen globalen Moden nachrennt. Individualismus gilt nun als Spießertum und Weltfremdheit. Fassen wir uns mal an die eigene Nase, auch unsere Lebensgewohnheiten machen uns zu austauschbaren Massenmenschen und – um am Thema Automobil zu bleiben -: Haben wir nicht aus dem schönen Hobby von Individualisten eine Oldtimermassenbewegung gemacht? Behaupten wir Berufs-Westdeutschen nicht, aus versponnenen ostdeutschen Individualisten allmählich Menschen geformt zu haben? Der westdeutsche Sprayerkrieg hat sich nun auf ostdeutsche Plattenviertel ausgedehnt. Man dankt.

    Zum 9. November 1989 mein Blog: Vom Osten lernen

    http://www.oldtimer-weiss.de/wordpress/

    Histomat

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    Edit: Link von mir eingefügt

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  9. Helmut, mein Bester,

    ich hoffe, Du weisst es zu würdigen, dass ich gestern Abend extra noch mal Deinen Blog besucht und Deinen Beitrag intensiv gelesen habe, um Dir für diesen pseudo-nihilistischen, intellektuell aufgehübschten Beitrag heute Morgen ein paar hinter die Löffel zu geben. Ich kann mit Deiner Replik wohl verschiedener, meiner Blogbeiträge, die Dir offenbar nicht ganz schmecken, nichts anfangen, tut mir leid.

    Dein Blogbeitrag zeigt, es gibt in Deutschland eine weitgehend ausgeblendete Realität. Oder warum erzählst Du andauernd was vom aufblühenden Osten, “vom Osten lernen”, von “1,3 Billionen Euro” Transferleistungen, die zurückgeflossen sind (im übrigen war Hessen im Rahmen des Länderfinanzausgleichs eines der größten Zahlländer in den Osten)? Bei einer Gesamtwirtschaftsleistung, welche fast 20 Jahre lang nur etwa 50% gegenüber der des „Westens“ betrug, die heute erst bei 70% liegt, und Ostländern, die wohl noch bis 2019 von Transferleistungen abhängig sein werden, was auch in der Studie drinstand, auf die Du dich berufst und was Du geflissentlich unterschlägst, kann das alleine rechnerisch wohl kaum hinhauen, das mit dem Rückfluss. Stattdessen ist Dein Beitrag aber wohl ohnehin mehr eine Generalabrechnung mit dem metatheoretischen Zeitgeist. Vielleicht erlebe ich auch nur die falschen Medien, aber ich sehe manchmal in der Realität ungeschminkte Dinge, die mir niemand zeigt, und ich verstehe nicht, warum das kein Thema ist.

    Und damit Du das auch verstehst: Meine Fotos, das ist Berlin, wie es ist. Berlin allerdings, wie es nicht sein müsste. Hier leben an sich Menschen, die nicht gezwungen wären, ihren Dreck a la Neapolitana auf der Strasse zu entsorgen. Die könnten den Sperrmüll rufen. Die haben in aller Regel ein Auto. Das ist nicht Hellersdorf oder Marzahn oder der Wedding, oder Coswig, Wittenberg, Torgau oder Beelitz, denn da sieht es ordentlicher aus. Das hier ist der Bezirk Friedrichshain, quasi „Mitte“. So wie er ist, neben und unter den restaurierten Fassaden.

    Ein besonders schönes Gefühl für die Situation im Osten stellt sich dann ein, wenn vor so einem Gelände wie dem, wo ich diese Graffiti-Bilder geschossen habe, dann noch so ein 15 x 10 Meter großes Schild steht: “Hier entsteht das Büro- und Geschäftszentrum … blahblah … Durch diese Maßnahme werden ca. 500 neue Arbeitsplätze geschaffen”. Dummerweise steht das Schild schon ca. 15 Jahre. Im Umkreis von 10 Minuten Fußweg, gibt es übrigens noch drei solcher Ruinen.

    Wer das nicht erträgt oder eine andere Wahrheit sucht, kann gerne wegschauen. Tut dort auch sonst jeder. Nur sage bitte nicht, das zeigte einer, der nicht weiss, wovon er spricht.

    Wenn ich alles zusammenrechne, habe ich wohl mindestens ein Jahr in Berlin und ebenso lang in Leipzig und Dresden gearbeitet und gelebt. Ich kenne Berlin. Und ich schreibe gelegentlich darüber, wenn ich wieder dort war. Wenn ich in Deinen Augen Unkundiger und Unwürdiger in meinen Beiträgen zum Fortgang der Wirtschaft, von der ich erklärtermaßen nichts verstehe und sie aus beruflichen Gründen dennoch zu beobachten verpflichtet bin, etwas falsch dargestellt habe, werde ich mich gerne noch mal damit auseinandersetzen. Ich darf an dieser Stelle aber dezent darauf hinweisen, dass ich unabhängig vom fehlenden Volkswirtschaftsstudium durchaus eine gewisse empirische und vor allem praktische Erfahrung mit Wirtschaft und im speziellen mit der in der ehemaligen DDR habe. Als inzwischen Veteran auf Gesellschafterversammlungen von von Berliner Haifischen in den 90ern initiierter Immobilienfonds, von Ärztetreuhand über IVG, Prinz Hohenlohe Bangert, Jagdfeld, Euwo und anderer Konsorten der Haifischbranche, kann ich sehr wohl beurteilen, was nicht nur dort und anderswo schief lief und weiter läuft.

    Aber ist schon Ok. Generell natürlich urteilt jeder nach SEINEN Erfahrungen, das ist subjektiv und legitim. Ich halte es dennoch für nicht angemessen, Dir selbst auch nur einen Moment lang Erkenntnisse zuzuschreiben, die es mir untersagen, meine Meinung zu äußern, aka, sie meinen Lesern zu ersparen. Genau das tust Du, nicht hier, aber in Deinem Blogbeitrag. So nicht, Helmut, mit Verlaub. ich darf hier vielleicht an Kolumbus erinnern, der mit einer ähnlichen Attitüde nicht wirklich gut gefahren ist.

    Alles klar? Prima.

  10. Ich habe bei Histomat dessen Beitrag gelesen.

    Wenn ich mal berücksichtige, dass aus den strukturschwachen Regionen der mitteldeutschen Bundesländer die Arbeitsfähigen jünger 40 Jahren, die dort keinen festen Arbeitsplatz bekommen würden, ihre Heimat verlassen haben, um in Westdeutschland zu arbeiten und damit die Arbeitslosenstatistiken ihrer Heimat-Bundesländer “schönen”, dann kann ich behaupten, der Osten holt auf.

    Ich arbeite u.a. für ein großes Industrieunternehmen im Ruhrgebiet. Dort gibt es Schichten, wo nur sächsisch gesprochen wird.

    Zu seiner Frage hier: “Haben wir nicht aus dem schönen Hobby von Individualisten eine Oldtimermassenbewegung gemacht?”

    Na und, was ist daran so schlimm? Ein Stau auf der A1 inmitten von Oldtimern wäre mir lieber, wie die Staus inmitten stinkender LKW’s.

  11. Im Ruhrgebiet “gibt es Schichten, wo nur sächsisch gesprochen wird”? Na jetzt wissen wir, wer im Westen die Wirtschaftsleistung erbringt: Türken und Ossis. Und was machen die “Consultants”?

  12. Helmut,

    ich sehe, Dir geht es besser. Deine Kommentare zeichnen sich wieder – einmal mehr – weniger durch neue Erkenntnisse aus, die Du, der Meister der Boshaftigkeiten, nicht schon in vielen vielen Jahren und hunderten von Forumsbeiträgen und jetzt in Deinen eigenen Blogbeiträgen gestreut hättest, sondern mehr durch eine geschickte Verknüpfung meines Theams hier mit Deiner Herzensangelegnheit, verbunden mit zunehmend bissigen Spott gegenüber objektiv begründeter Zweifel an diesem sogenannten steilen Aufschwung Ost.

    Helmut, schon mal in der Uckermark, Märkisch-Oderland oder in den Weichzonen von Dresden, Leipzig, Wittenberg oder im sächsischen Grenzgebiet zu Tschechien gewesen? Diese Gegenden und die Menschen dort kenne ich, weil ich dort war und zu tun hatte. So habe ich bspw. in Neustadt / Orla (Thüringen) mal ziemlich intensiv mit den Leuten dort gesprochen, dort sind die alten verfallenen Fabriken wie eine Perlenkette an der Orla aufgereiht, und da existiert absolut nichts mehr. Dort ist es noch schlimmer, weil es auch keinen Tourismus gibt. Nur Neonazis, die 13-jährigen Schülerinnen am Tag auf dem Marktplatz den Arm brechen.

    Die Firmen sind genauso verwüstet, eine davon ist wohl die “Ordensburg” der Neonazis. Die Menschen dort stehen alle dem vollkommen lethargisch gegenüber. Ein paar Schüler haben sich mal gewehrt, jetzt haben sie das Abitur und sind weg, fahren jetzt wahrscheinlich Taxi in Berlin und besprayen Wände. Und jetzt rottet der Ort weiter. Fertigmenues für Senioren, sollen im Supermarkt der Renner sein. Dein Blogbeitrag wäre dort ein Totlacher.

    „Das Kölner Institut “Rheingold” hat im Auftrage der “Super Illu” die psychische Struktur des Ostdeutschen erforscht und ist zum Ergebnis gekommen,…“

    Ach ja? Was für ein Glück, dass es immer rechtzeitig wenn es gebraucht wird, solche Studien gibt (noch schnell rechtzeitig vor dem großen Wiedervereinigungsfeiertag), nur, die allerwenigsten die über dieses Thema beim Latte im Einstein öffentlich fabulieren, waren schon mal dort, worüber sie faseln, „drüben“ in den alten Bundesländern. Ich frage mich, wer gibt eigentlich solche Studien in Auftrag? Ob die goldenen Rheinländer mal in Neustadt / Orla waren?

    Dabei ist das volkswirtschaft doch ganz einfach, da brauchts keine Studien. Wenn bei einem 10.000 Meter Rennen ein schneller Läufer bereits eine volle Runde führt und plötzlich stehenbleibt, können die Langsameren aufschließen. Und haben die Langsamen aufgeholt und der Schnelle bleibt immer noch stehen, ziehen die Langsamen an ihm vorbei. Der Sieg zählt, warum der Schnellere stehenblieb, fragt keiner. So einfach ist das auch mit dem „Aufholen der Neuen Bundesländer“ erklärt. Noch einfacher ist das hier:

    http://www.armutsatlas.de/

    Aber klar, heute investierten die “Größen” aus Politik, gemästet wie Säue vom Fressen der Baulobbyisten und um als “Große” in die Geschichte einzugehen, lieber in ruinöse Projekte. Je größer und teuer, desto besser. In jeder Großstadt schließt man lieber ein Freibad oder eine Bücherei wegen fehlender 100.000.- EUR, um gleich drauf die 25 Mios Kostenüberschreitung irgendeiner klotzigen Stadtverschandelung oder dreimal überdimensionierten Kläranlage achselzuckend durchzuwinken. Im Regierungsviertel ein Kindergarten für 12 Mio’s für 25 Kinder von Bundestagsabgeordneten, kein Problem. In Leipzig baut man gerade einen 2 (in Worten: zwei!) Kilometer kurzen Tunnel unter der Stadt hindurch, damit dort eine S-Bahn vom Hauptbahnhof zu einem Regionalbahnhof zuckeln kann. Veranschlagte Kosten: 570 Mios. Derzeitige Kosten bereits ca. 700 Mios, geschätzte Kosten bei Fertigstellung 2012 knapp 1 Milliarde. Für das Geld könnte man nicht nur jeden Fahrgast mit S-Klasse-Taxis zum Regionalbahnhof chauffieren.

    Alles sehr sehr rational, oder?

    Aber warte mal ab, wenn im Osten, 10 – 15.000 Kilometer von hier, die Sonne erst mal aufgeht. Dann sind die bei Leiharbeitsfirmen verdingten Lohnsklaven aus Mitteldeutschland ganz schnell wieder zurück in ihrer Heimat, auch die Abiturienten aus Neustadt / Orla, und dann schauen wir uns mal die Zahlen an, nicht irgendwelche gekauften Gefälligkeitsstudien von Kauf-mich-Strichern.

    Ach ja, noch was Helmut: „Wenn jemand seit Jahren sich bis aufs Blut in ruinöser Weise mit einem Handwerker streitet, einen großen Teil seines Lebens opfert, um Recht zu behalten, dann fragt man sich, was hat uns so verbogen, dass wir so irrational handeln…“

    Es geht nicht darum Recht zu haben, ich kenne ohnehin niemand, der so oft Recht hat wie ich, sondern Recht zu bekommen

    Detlef

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  13. Hallo Detlef,

    mit haßerfüllten Menschen ist schwer zu diskutieren. Im Westen gibt es natürlich auch viele Landkreise, die die 70% Wirtschaftsleistung nicht erreichen, die Du dem Osten im Durchschnitt ja immerhin zugestehst. Großstädte gibt es nämlich in Brandenburg nicht.

    Deine Motorinstandsetzungsgeschichte ist ein typisches West-Luxusproblem: Alle drücken Dir die Daumen und keiner hilft. Das war doch das Thema meines Wiedervereinigungsblogs, nämlich der ostdeutsche Pragmatismus, zu dem der Lauf der Geschichte die Einwohner getrieben hat.

    Daß ich den Osten nicht nur durch gelegentliches Hindurchfahren kenne, dürfte wohl wegen meines Alters und meiner Biographie jedermann einleuchten. Ich glaube, wir unterscheiden uns dadurch, daß ich das ostdeutsche Glas halbvoll sehe und weitere Hilfe für sinnvoll erachte und Du und Deine westdeutschen Mitstreiter das Glas immer noch halbleer
    sehen oder schlimmer noch, glauben, daß im Osten Hopfen und Malz verloren und jede Hilfe sofort einzustellen sei. Um diesem Ziel näher zu kommen, läßt man keine Chance aus, gescheiterte Projekte im Osten schadenfroh vorzuführen, allerdings ohne dabei zu bedenken, daß die Schuldigen für diese Mißerfolge meistens aus dem Westen gekommen sind und sich sehr häufig durch Dummheit und Großmäuligkeit auszeichneten.

    Meine Heimatgemeinde Götz, jetzt Ortsteil von Groß Kreutz, war bisher die einzige Gemeinde Deutschlands, die einige Zeit wegen Überschuldung unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt worden war. Westdeutsche Macher hatten dem Bürgermeister eine Kläranlage aufgedrängt, die durchaus nicht überdimensioniert, aber finanziert durch die WestLB ziemlich teuer war. Mittlerweile ist Götz entschuldet, die WestLB kämpft um ihre Existenz und die Forderung gegen die Gemeinde dürfte in irgendeinem Paket um die Erde vagabundieren. Der Bürgermeister hat sich nach Thailand abgesetzt und alle sind jetzt glücklich…

    Histomat

  14. @ Histomat,

    „Im Ruhrgebiet “gibt es Schichten, wo nur sächsisch gesprochen wird”? Na jetzt wissen wir, wer im Westen die Wirtschaftsleistung erbringt: Türken und Ossis. Und was machen die “Consultants”?”

    Wollen Sie es wirklich wissen? Ungefähr 60 – 70 Stunden wöchentlich malochen und nicht mit nem Laptop vom Schick-Restaurant aus, sondern „anwesend“, vom Kunden wie bei den Schichtarbeitern auf die Minute genau kontrolliert, hinter einem Schreibtisch aus den frühen 80ern, Kaffeemaschine aus eigenen Lagerbeständen und selbst gekauftem Aldi-Kaffee-Sonderangebot und zwischendurch geige ich noch so runde 40000 km pro Jahr für den Kunden über deutsche Strassen.

    Ach ja, ein bisschen Luxus gönne ich mir schon. Ich teile mir wochentags mit einem Consultant-Kollegen ein 35qm Appartement in Gelsenkirchen. Die vom Vermieter in sein ehemaliges Wohnzimmer nachträglich eingebaute Duschkabine steht zwischen meinem und dem Bett meines Zimmernachbarn. Noch Fragen?

    Sagen Sie mal Histomat, Ihre ganze Ostromantik ist doch nicht ganz ernst zu nehmen, oder?

    Wir haben hier gewerbliche Arbeiter aus dem Hinterhof der Neuen Länder, dort wo bis zu 40% der Kinder unterhalb der Armutsgrenze leben, Greifswald, Schwedt, Görlitz usw., erzählen Sie denen mal Ihre Geschichte vom blühenden Osten. Das sollten Sie aber nicht grade dann machen, wenn es bei Aldi Tomaten oder faule Einer im Sonderangebot gibt.

  15. Sie lesen meinen Blog und meine Kommentare nur flüchtig oder gar nicht. Ihr gutes Recht. Sie gehören zu den Mitarbeitern, deren Funktion hinter flotten Anglizismen versteckt ist. Was Sie nun arbeiten, wissen wir immer noch nicht.

    Den Osten herunterzumachen, hat Methode und genau dagegen kämpfe ich. Man sammelt nämlich neuerdings Argumente im Westen, die belegen sollen, daß im Osten Hopfen und Malz verloren und die Unterstützung wegen erwiesener Erfolglosigkeit einzustellen ist und die Ostdeutschen froh sein sollen, wenn sie sich im Westen als Gastarbeiter zu halbem Lohn mit doppelter Arbeitszeit verdingen können. Unwidersprochen erklärte hier jemand, genug Soli bezahlt zu haben, obwohl er wissen müßte, daß auch im Osten der Soli eingezogen wird. Sie gehören vermutlich auch zu jenen, die nun ein Aufbauprogramm West verlangen.

    Und schließlich: Der Aufbau Ost ist überwiegend von Westdeutschen “Helfern”, “Investoren” und Glücksrittern versaubeutelt worden. So gesehen sollten Sie mir dankbar sein.

    Histomat

  16. “Unwidersprochen erklärte hier jemand, genug Soli bezahlt zu haben, obwohl er wissen müßte, daß auch im Osten der Soli eingezogen wird. Sie gehören vermutlich auch zu jenen, die nun ein Aufbauprogramm West verlangen.”

    @ Histomat

    wo bitte schön hat jemand “hier” so etwas auch nur andeutungsweise gesagt?

    Bitte noch mehr Histotainment.

  17. Ohne Histomat zu nahe treten zu wollen: Ich lese ihn immer mit dem Klang seiner medialen Herkunft, dem Oldtimer-Info-Forum, im Ohr.

    Man muss Histomat in seiner Hochzeit dort, gelesen haben. Aber mögen? Ist nicht leicht.

    Histotainment, den Begriff läßt Frank Wilke sich bestimmt heute Abend noch schützen.

    Werner aus S.

  18. Hallo Werner aus S,

    meine Beiträge sind doch inzwischen recht trocken. Da ist die Mercedesszene unterhaltsamer: Die strahlen sich an und treten unter dem Tisch gegen das Schienbein. Außerdem: Oldtimerinfo war eine Entwicklungsphase, die ich schon lange hinter mir habe, bedeutungslos, auch wenn ich in meinem letzten Blogbeitrag Wilke zitiere.

    Über die Controller und Consultants, die überall in Ost und West die Wirtschaft zugrunde richten, die außerbetrieblichen Drohnen, die mit blödsinnigen Anglizismen getarnt, für ratloses Management, Berufserben und Witwen der deutschen Wirtschaft letzter Strohhalm sind, mögen andere berichten. Mein Themenspektrum reduziert sich altershalber nur noch auf Oldtimer, aber nicht Mercedes. Ey, Detlef, das war schon fast Deine Diktion.

    Gruß Histomat
    – aus dem goldenen Osten

  19. Helmut Helmut,

    meine Diktion? Kannst Du ein Geheimnis für Dich behalten? Ich bin der Ghostwriter von Dr. Zetsche… Hihihi.

    Es scheint, Du hast in den letzten Monaten zweifelsfrei zu viele Geschichtchen von Fantômas und des Schreibens unfähigen gestreiften Katern und anderen strukturellen Analphabeten gelesen und Dir da ein etwas schiefes Weltbild der Oldtimerszene, im speziellen die der Mercedes-Benz-Enthusiasten, zusammengezimmert.

    Ich hatte da heute Morgen zwei Kommentare im Motorblöckchen drin, Sorte altbekannte Forums-Nazis aus uns beiden gut bekannten Foren. Es ging natürlich um Dich. Die hatten sich tatsächlich eingebildet, ich würde ihre strunzblöden Kommentare veröffentlichen. Den beiden PR-gefütterten Fanboys von JS dürfte das Maul heute Morgen von mir mit einer Mischung aus Rizinus, Altöl und Sekundenkleber ausgewaschen worden sein.

    Nur bitte ein Gefallen: Das ist hier kein Forum und soll keins werden. “Consultant” hatte Dir zuletzt bezüglich einer Behauptung von Dir eine Frage gestellt, die Du in Deiner Antwort an Werner aus S. mit einem weiteren Tiefschlag beantwortet hast. Das muss, sollte und darf nicht sein.

    Warum ich Dir das sage? Weil mich ein Mercedes-Freund anrief und meinte, so lange er Gefahr liefe, sich hier von Heckenschützen zum “Ober-Deppen” machen lassen zu müssen, wolle er hier nichts schreiben.

    Wir müssen beide Rücksichten nehmen, also…

    sanfte Grüsse,
    Detlef

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  20. Hallo Detlef,

    versprochen! Du weißt, daß ich die rheinischen Westdeutschen für Volksverräter halte und deshalb von mir nichts Konstruktives zu erwarten ist. Ob Napoleon oder Adenauer, immer haben diese Krämerseelen den Osten verachtet und verraten, wenn man mal davon absieht, daß die Reichsgründung im 19. Jh. nur durch Bestechung der süddeutschen Fürsten möglich war. Die Abneigung beruht also auf Gegenseitigkeit und auch heute würden Deine Kumpane den Osten gerne an Polen verschenken, wo ich übrigens geboren bin und was ich durchaus für einen reizvollen Gedanken halte. Ihr könnt also aufatmen, ich verabschiede mich. Und wenn Ihr Euch in Eurer kapitalistischen Wärmestube mal richtig ärgern wollt, schaut in meinen Blog oder fahrt einen modernen Mercedes.

    Histomat

  21. 15.22 Uhr: Aber, aber, Histomat will doch nicht ab heute zu dieser Tageszeit zukünftig schon wieder schlafen gehn?

    Werner aus S.

  22. Ich könnte da, nach dem ich jahrelang in den Neuen Ländern für Kommunen Feasibility-Studien erstellen musste, was sanierungsfähig ist und was abgerissen werden muss, fotografisch mit schlimmeren daherkommen. Die Fotos sind aber leider nicht freigegeben.

    Aber eins haben die Bilder dieser Gegenden wo solche bemalten Häuser stehen immer gemeinsam. Keine Kinder auf der Straße. Am Sterben.

    Weil das Thema hier diskutiert wurde: Der erste Treuhandchef Carsten Rohwedder hatte nach der Wende noch den Auftrag zu sanieren und danach zu privatisieren. Seine Nachfolgerin Birgit Breul hatte in der zweiten Phase von Oben nur noch den Auftrag, plattzumachen und weg mit der Treuhand.

    Ich kann aus jahrelanger Erfahrung an der Front sagen, es gab nach der Wende im Osten nichts, was die alte intellektuell gebildete und mit der westlichen Marktwirtschaft bestens vertraute DDR Nomenklatura so schnell lernte und umsetzte, wie das Beutemachen. Bei der subventionierten Privatisierung und wenn das Geld alle war, dem Plattmachen von Firmen und Arbeitsplätzen, konnten diese Ostherrschaft es mit jedem West-Consultant aufnehmen.

    Ein hervorragender Bericht, mich würde nur mal interessieren, wo die Fotos gemacht wurden, der genau das aussagt, was ich nicht zu beschreiben weiß.

    Gruselig schön. Wie das Faszinosum von Endzeitfilmen.

    Georg

    P.S. Herr Kupfer, ich habe mir 1993 in der Nähe von Schwedt einen unrestaurierten Wanderer gekauft (echter Scheunenfund). Wenn Sie mal Fotos von der fast 10-jährigen Restaurierung haben wollen, melden Sie sich.

  23. Also Helmut,

    da hast Du mir ja mal wieder schöne E-Mails geschickt, aber mir mangelnde Souveränität und ausgeprägte Feigheit.vorzuwerfen, ist ja wohl total daneben, genau so wie das hier in Deinen Kommentaren gemachte Verquirlen ökonomischer Fakten mit Philosophien über die Oldtimerei und im speziellen der Dekadenz westlicher Oltimerszene, im speziellen derjenigen, mit Sternen auf den Radkappen.

    Bummms, gestern haben die Wirtschaftsweisen ihr Jahresgutachten vorgelegt. Es ist bereits ausgiebig von den Medien in dem Tenor kommentiert, “Sachverständigenrat rügt Regierung”, “Wirtschaftsweise mahnen harte Einschnitte an” usw. – jaja, das kennen wir alles.
    Aber in besagtem Gutachten gibt’s auch ein paar hintere Kapitel…

    http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/download/gutachten/ga09_ana.pdf

    …da geht’s u.a. um Einkommens- und Vermögensverteilung, und daraus jetzt mal ein paar interessante Passagen:

    “Ein Vergleich sowohl der Marktäquivalenzeinkommen der Haushalte als auch der äquivalenzgewichteten Haushaltsnettoeinkommen im Jahr 2007 zeigt, dass sich die Einkommen in Ostdeutschland 20 Jahre nach dem Mauerfall noch nicht an die in Westdeutschland angeglichen haben. Vielmehr sind die Niveauunterschiede seit 1991 beinahe konstant geblieben, wenngleich zwischenzeitlich eine konvergierende Entwicklung zu beobachten war.”

    Hättest Du das gewusst? Ich nicht. Dass sich die Wiedervereinigung und die Segnungen des Kapitalismus für unsere Friends in der ehemaligen DDR nur dermaßen zögerlich einstellen würden – Wer hätte das gedacht? Klingt also nicht gerade nach Success Story der SUPERillu.

    “Der Median der Marktäquivalenzeinkommen lag in Westdeutschland im Jahr 2007 bei 20 114 Euro und in Ostdeutschland bei 12 359 Euro. Das durchschnittliche Marktäquivalenzeinkommen der Haushalte beträgt in Westdeutschland im selben Jahr 24 671 Euro und in Ostdeutschland 15 794 Euro. Damit hat sich der Mittelwert der Marktäquivalenzeinkommen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland seit dem Jahr 1991 mit einem Anstieg um 5,2 vH beziehungsweise 4,4 vH kaum verändert.”

    Bedarf das noch eines weiteren Kommentars? Und hier noch eine Passage für unsere westfälischen an Sozialhilfe-Phobie leidenden Neocons aus von Dir bevorzugt zitierten Mercedes-Klassiker-Foren, die sich darüber beschweren, dass HartzIV und Grundsicherung nur mit der Einkommenssteuer von den obersten 50% der Einkommensbezieher, von ihnen also, bezahlt werden:

    “Zudem zeigt die Entwicklung der Einkommensanteile der einzelnen Dezile der Marktäquivalenzeinkommen sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland seit 1991 ein Auseinanderdriften des oberen und unteren Einkommensbereichs, wobei Ostdeutschland aufgrund der komprimierten Lohnstruktur vor der Vereinigung von dieser Entwicklung wesentlich stärker betroffen ist (Tabelle 40, Seite 316). So verfügten im Jahr 1991 in Westdeutschland die unteren 50 vH der Haushalte noch über 22,5 vH der Markteinkommen, während es im Jahr 2007 nur noch 18,4 vH waren. In Ostdeutschland hatten dagegen im Jahr 1991 die unteren 50 vH der Haushalte noch über 24,1 vH der Einkommen, während im Jahr 2007 der Einkommensanteil, der auf diese Gruppe entfällt, nur noch bei 12,4 vH lag.”

    Und Helmut, bitte besonders diesen Satz bitte besonders auf der Zunge zergehen lassen und gut merken, bevor Du wieder mal derart gewagte Thesen an meine Tür nagelst:

    “Im Vergleich zur Zusammensetzung der Gesamteinkommen in Westdeutschland im Jahr 1991 lässt sich feststellen, dass die relative Bedeutung der Einkommen aus abhängiger Erwerbstätigkeit deutlich abgenommen, die der staatlichen Transfers und der Kapitaleinkünfte jedoch zugenommen hat.”

    Im Osten übrigens ditto. Quizfrage an Dich und die Fans von SUPERillu, INSM und dem ifo-Institut: Immer noch überzeugt, dass der Osten aufgeholt hat und das Lohnzurückhaltung die Erwerbsarbeit sichert?

    Aber den Rentier, so wie Dich, freut’s, weil zu allem Überfluss gewährt ihm die Regierung auf seine Einkünfte, ja jetzt auch noch eine steuerliche Vorzugsbehandlung. Da darf man den ganzen Quark, den Angela über ihren Freund Burda verbreitet, schon mal glauben.

    Ich glaube, es war Kant oder Fichte – oder nein: womöglich sogar Nietzsche -, der den fröhlichen Spruch münzte: “Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen!” (naja, vielleicht war es auch keiner von den dreien).

    Was Deine philosophisch-sozilogische Betrachtung über die Dekadenz der Wessi-Szene betrifft, zumindest erklärt sich damit aus ökonomischer Sicht, warum im „Osten“ halt mehr zumeist nicht mehr fahrbereite, dafür aber auch schöne, vor allem aber billige Vorkriegsoldtimer gekauft werden (ich vermeide bewusst das Wort Kenschrott).

    „Östlich pragmatischer Realismus“… Helmut, genau das isser. Und in ein paar Jahren, wenn die fleissigen Ossis die ganzen schönen Oldies restauriert haben, kommen die Wessis so wie damals, nach der Wende, als sie kilometerweise alte schmiedeiserne Zäune aufkauften und die Trödelmärkte im Westen überschwemmten und…

    Helmut, noch Fragen? Wenn nicht, mach die Türe von außen zu, aber bitte leise. Aber genau so kannst Du jederzeit wieder mal anklopfen, wenn Dir danach ist.

    Weiterhin gute Genesung, sanfte Grüße,
    Detlef

    P.S. Ich habe grade noch einen alten Artikel gefunden… boaaaa

    http://img97.imageshack.us/img97/9840/19831123kohldiewirtscha.jpg

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  24. Ich könnte da aus der Hüfte heraus sofort 400 Jungs und Mädels aus der ehemaligen DDR benennen, die zusammen mit weiteren hunderten von LPG-, Kombinats- und Fabrikdirektoren, noch ganz schnell und bevor die westdeutschen Abzocker und Plattmacher rüberkamen, sich ganz “pragmatisch” und mit auf die Schnelle gegründeten GmbH’s und Verögensschiebereien, viel Tafelsilber unter den Nagel gerissen haben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_der_Volkskammer_der_DDR_(10._Wahlperiode)

    Der Schaden, den Abzocker und Wirtschaftskriminelle wie Günter Kraus und Manfred Distel anrichteten, war bestimmt nicht kleiner, wie der unfähiger und den Sanierungsbedarf unterschätzender Politiker und teilweise krimineller Manager und Jungs aus meiner Zunft, Consultants.

    Das Histomat meine Frage nicht beantwortet hat und sein erneutes, man möge es mir nachsehen, dummes Nachkarren gestern, ist für mich ein Zeichen der gleichen intellektuellen Arroganz, mit der Regierungspolitiker den Osten schönreden wollen.

    Großen Teilen der Bevölkerung im Osten geht es verdammt dreckig und das weiß ich nicht aus der Superillu, sondern aus erster Hand. Punkt.

  25. Dieses Großstadt-Gebashe und aufgeschreckte Suchen nach den Rülpsern der Stadtzivilisation wird so langsam echt peinlich. Die Hochstilisierung banaler Dinge erreicht Schon BILD-Niveau.

    Was erfahren wir nächste Woche ? Ein langer Artikel über einen abgeknickten Ast eines totkranken Baumes auf dem Ku’damm ? Ein abgesteller Kühlschrank in Hohenschönhausen, mit der HO-Teewurst Verfallsdatum 14.´11.1989 drin? Wow, wie urbanesk !
    Statistische Auswertung von plattgetretenen Kaugummis auf dem Hardenbergplatz ? Igitt, diese Stadt ist soooo dreckig, aber hipp – immerhin.

    Unterhaltsam soll das sein?

  26. @ Rülpser,

    das ist Kunst, Destroying Art. Nichts für schwache Nerven.

    http://www.youtube.com/watch?v=lHAjVLHrVAo

    …so was produziert Ihr in Berlin doch jede Nacht. Lässt sich halt nur schwer verkaufen. Das wäre was anderes, wenn man es irgendwie flach an die Wand bekommen könnte. Der Zahnarzt bevorzugt immer noch das steuerabsetzbare Gemälde vor dem Objekt. Vielleicht solltet Ihr die ausgebrannten Kisten danach vor die U-Bahn werfen.

    .

  27. Egal was man von sich gibt oder macht, wenn derjenige sagt :”Das ist Kunst” dann ist es welche, immer findet sich jemand der das dann auch noch volltönend, mit immer dem gleichen intellektuellklingenden und am besten noch sozialkritischen (kommt immer gut in der Szene) möglichst kryptisch verbaselt beschreibt.
    Hat der Künster es dann in die “elitären” Kreise geschafft, kann er tun oder lassen was er will, es ist Kunst! kotzt er vors Kanzleramt, rülpst er im 5 Sterne Restaurant, haut er sich ein Ei vor die Birne, schmiert er die Wände, sich selbst oder andere voll – es ist Kunst! Der Mann hats geschafft.

    Berlin ist für mich die Stadt, in der ich am allerletzten wohnen wollte, nicht wegem diesen Sachbeschädigungen, sondern auch wegen fast allem anderen was sich dort abspielt, auch wegen der beschissenen Lage.

    Gerd

  28. Heute am Telefon gesagt bekommen:

    Das beste an Berlin ist der ’schlecht angezogen in den Zug einsteigen, in Berlin overdressed aussteigen’ Effekt.

    .

  29. Etwas ungewönlich, solche wirklich guten Fotos in einem Automobilblog zu finden, aber sie zeugen von einem echten bürgerlichen Bewusstsein.

    Hans W.

  30. Werter Detlef,
    zu diesen Fotos kann ich Ihnen als Hóbbyfotograf nur neidlos gratulieren. Es ist keine Lobhudelei, wenn man das fast schon als Fotojournalismus bezeichnet.
    Kleiner Tip von mir wo Sie bei Ihrem nächsten Besuch bei den Unterschichten unbedingt mal vorbeiknipsen sollten, es slohnt sich:

    http://www.spiegel.de/video/video-58529.html

  31. @ Danuba,

    mit einem Frankfurter Freund, der 1991 um die Ecke den Aufbau-Verlag und die Hackschen Höfe gekauft hatte, sind wir damals oft grade um diese Ecken gestrichen und haben die Kiez-Atmosphäre noch so richtig japantouristenfrei erlebt. Leider gab es damals noch keine Digital-Kameras.

    Das Spiegel-Video kenne ich, trotzdem danke.

    .

  32. Pingback: 06.03.2011: Dubai, Dirty Picture Contest

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