Jan Baedecker, darüber spricht man doch nicht

14.10.10 savignac-designer-2

Die bessere Gesellschaft unter den Oldtimerbesitzern schätzt es nicht, wenn man neben ihren Autos steht und durch ihre Seitenscheiben lunst, oder gar ein VIP – Armbändchen für die Partyzelte auf Concour – Veranstaltungen erheischt, sich dort neben sie setzt, vielleicht sogar indiskrete Fragen stellt oder auch nur einfach aufmerksam ihrem meistens sich kaum von dem eines Karnickelzüchtervereins unterscheidenden Klatsch und Tratsch zuhört.

Insofern ist mein Bemühen in sich schon so unschicklich, dass ich in meinem im Frühjahr/Sommer 2015 erscheinenden Buch “Nach allen Regeln der Kunst” frei weg von der Leber erzähle, was einen in den Verkaufssalons einiger namhafter Oldtimer-Händler, bei Oldtimer-Messen und auf -Auktionen und u. a. in Werkstätten von bspw. im Nebenerwerb Mercedes ‘Pagoden’ reparierender und restaurirender Autovermieter erwartet und passieren kann, und wie gerade ich dazu komme, der bekanntlich momentan gar keinen Oldtimer besitzt, als Wegbegleiter durch alle sieben Höllen- und Fegefeuerkreise dieser Szene, und als wäre dies alles noch nicht genug, vielleicht schon bald auch im Auto-Blog einer großen deutschen Tageszeitung, gelegentlich über “alte Autos in besserer Gesellschaft”, zu schreiben.

“Warum Geld waschen, wenn es doch schmutzig so viel mehr Rendite bringt? Tatsächlich ist der neueste Trend aus dem Boom-Markt für Automobilklassiker nichts für Saubermänner…”

Aber, aber, Jan Baedeker. Sie jetzt auch?

 

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4 Gedanken zu “Jan Baedecker, darüber spricht man doch nicht

  1. Sehr geehrter Herr Kupfer. Wo kann man das Buch vorbestellen? Nach einiger Erfahrungen mit einem 230SL habe ich diese auch durch Bemühungen einen italienischen Unterlegkeil mit V8 Motor zu erstehen. Jüngst war ich bei einem einschlägigen niederländischen Händler der ein laut Anzeige hochkarätige Ware anzubieten hatte. Ich mache mich auf den Weg. Und nach 5 Stunden Fahrt finde ich ein nicht fahrbereites Fahrzeug auf 20 Jahre alten Reifen dessen Motor nicht gestattet war zu starten weil der Verkäufer Angst um den 12 Jahre alten Zahnriemen hatte. Meinen Unmut nahm die verkaufende Grinsekatze mit einem beeindruckenden Kommentar hin: “Das ist dann wohl nicht das richtige Fahrzeug für Sie.” Wie recht er hat, denn eine Standskulptur suchte ich wahrhaftig nicht. Das Schöne ist wie bei den Pagoden auch: man muss nur lange genug warten und es steht ein Dummer auf…

    Gutes Gelingen.

  2. Maxplay,

    wobei die gehirnamputierten Volldeppen, die Zalando – Aktien gezeichnet haben, immerhin gegenüber Käufern überteuerter Oldtimer den Vorteil haben, dass deren sich kybernetisch bildenden Kurswerte, an den Börsen in einem transparenten Verfahren von amtlich bestellten Kursmaklern, quasi minütlich ermittelt werden.

    Beiden gemeinsam ist nur eins: “Bauch schlägt Hirn”

    http://motorbloeckchen.com/?p=29556&cpage=1#comment-36459

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  3. Hoffentlich sind in dem Buch nicht auch so viele Bandwurmsätze drin. Ein Satz über 10 Zeilen- das ist rekordverdächtig ;-)

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