Oldtimer – Fonds Rückblick: Von “AAA” zur Ramschbeteiligung

15.01.15 OLD-Fonds-PLeite

Nicht nur die FAZ schwelgte 2010 noch begeistert…

“…Auch die Fonds-Branche hat das inzwischen entdeckt. Georg Fritz und Jürgen Meister haben eigenen Angaben zufolge den ersten geschlossenen Oldtimer Fonds Deutschlands unter dem Namen “Classic Cars” als Private Placement aufgelegt, der in 30 alte Fahrzeuge investieren will. Der Anleger müsse mindestens 250 000 Euro zeichnen. Insgesamt sollen so über 20 Millionen Euro eingesammelt werden. Fritz, der selbst zehn alte Wagen in der Garage stehen hat, und Meister sind nach eigenen Angaben seit Jahren im Fondsgeschäft tätig…”

selbst die BILD-Zeitung für Kapitanleger CAPITAL in Person von Martin Trockner promotete genau so wie viele andere Journaillen ohne Hirn und Verstand, bis sprichwörtlich der Arzt kommt, in einer Sonderausgabe seinen Oldtimer – Fonds…

11.00.00 Capital 1

11.00.00 Capital 2

während ich gleichzeitig hier und das für lau, als einzigster in Deutschland davor warnte, Geld in diesen unausgegohrenen Oldtimer – Fonds zu investieren.

Zwar attestierte ich danach den Machern 2012 noch eine Blasenschwäche,  was ich dann aber nicht mehr mitbekam, war, dass als ich 2013 noch einmal nachhakte, was macht denn der Fritz so?… der Gute grade ein paar Wochen vorher in alter Haifisch – Manier bereits Insolvenz angemelet hatte.

13.03.21 Liquidation

Ich hoffe, dass hier wenn, nur ganz, ganz wenige und vor allem keine Omas und Opas, für die “Fritz” in seiner Not, zuletzt die Mindestbeteiligung auf 10.000 Euro gesenkt hatte, ihrer Never-come-back-Kohle nachtrauern müssen.

P.S. Ach ja, sehr verwandtes Thema schon 2010 hier…

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7 Gedanken zu “Oldtimer – Fonds Rückblick: Von “AAA” zur Ramschbeteiligung

  1. “während ich gleichzeitig hier und das für lau, als einzigster in Deutschland davor warnte, Geld in diesen unausgegohrenen Oldtimer – Fonds zu investieren.”

    jetzt hau mal nicht so auf den Putz Deddi :-) Jeder, aber auch jeder von den Leuten die ich kenne und sich mit Oldtimern auskennen (auch die Händler), hielt das für Blödsinn oder zumindest sehr risikoreich. Ich habe auch noch in keinem Forum was positives gelesen

    Man wollte damit doch nur die locken die Geld haben und sich eben nicht auskennen.

    Ich hab da meinen eigenen “Oldtimerfond” ( incl Spaßverzinsung durch Fahren und Schrauben ) ganz für mich allein, funtkionierte immer prächtig (was die Zukunft bringt, weiss keiner)

  2. Auch wenn angesichts der pausenlos kommunizierten Auktionsrekorde, Wertsteigerungen und der bedauerlichen Tatsache, dass Erspartes heute unterm Kopfkissen genau so viel Zinsen bringt wie bei der Bank, gilt bei der Geldanlage in dieses Segment mit Spassfaktor, kühlen Kopf bewahren und wie beim Zahnarzt: Vorbeugen ist besser als zahlen. Deshalb großen Dank für ihren selbstlosen Einsatz, Herr Kupfer.

  3. ….dachte bei der Überschrift zuerst an den amerikanischen Automobilclub….dann vielleicht an die Abkürzung für “Alles am A…h”…. Zweites trifft dann wohl zu :-)

    Es wird mit Sicherheit immer wieder passieren, daß solche Angebote auf einen Markt kommen, der sich von den Sammlern und Besitzern, den Schraubern und Rallye-Fahrern weiter entwickelt (weil er größer wird und das Thema auch beliebt ist – die wunderschönste Hobbysache) und die Gruppe der Auto-und Oldtimer-Interessierten größer wird, gleichzeitig die Gruppe der Einsteiger und damit ehrer “Unwissenden” (mit einem Geldbeutel verschiedener Größe)….

    Leider ist es ja nicht nur besagter Fond oder der Artikel aus Capital, der neue Gruppen auf die Fährte nach vermeindlichem Garagengold bringt. Und die Sache klingt ja auch immer so kinderleicht! Das ist doch das Beste daran… wie damals beim Neuen Markt – falsch machen kann man nichts…

    Gut, daß wir hier die aufgedeckten Umstände lesen können (wenn auch einige Zeit nach dem Ende) – wie wäre es denn einmal, wenn in der aktuell leicht aufgeheizten Situation in einer Capital mal nicht die vermeindlichen (neuen) Erfolgsstories beschrieben, sondern einmal die ganze Summer der Mißerfolgsstories verschiedener “Fachleute” ausführlich beleuchtet werden…???…dann würde manchen mehr Capital behalten….kann man der Vermehrung manchmal auch ganz zufrieden vorziehen…

    Gerade eben entdecke ich ein ähnliches Geschäftsmodell – hier kann man aber noch viel mehr Rendite (wohl nicht Bafin-geprüft) erwarten, denn das Investment ist ja nur “siebenstellig”…. da wird das Garagengold ja gleich zum Cargold…

    Upssss….. habe ich das gesagt ? Mancher muß dann ein “Beuerchen” manchen..:-)

  4. Wie schon gelegentlich an anderer Stelle mahne ich einen etwas vorsichtigeren Umgang mit gewissen Vokabeln an: auch wenn ich diese Oldtimer – Fonds für die Anleger für ziemlichen Unfug halte, so gibt es keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, daß der hier in Rede stehende Fond tatsächlich Insolvenz angemeldet hat. Liquidation einer Gesellschaft und Insolvenz fallen nicht immer zusammen. Wenn man sich die einzige im Bundesanzeiger veröffentlichte Bilanz der Unternehmung anschaut, so dürfte die vergleichsweise geräuschlose Liquidation einzig und alleine damit zusammenhängen, daß eben trotz der Jubelpresse gerade keine Zeichnungen erfolgten.

  5. …geht es zwingend genau um den Fall ? – oder um den Trend der Fonds, die sich vermehrt am Markt tummeln wollen. Sieht man dies als Indiz für einen Markt oder eine Art des Freibeutertum mit Absicht relativ rücksichtsloser und schneller Kommerzialisierung sowie Vorgaucklung des einfachen schnellen Geldes, welches schick ist und sich heute der Klassiker-Szene bemächtigt und morgen wieder der Bio-Technologie oder anderer Faible…vor dem Hintergrund dieser Gedanken finde ich die Wachsamkeit gut und hilfreich….

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