Den Bock zum Gxxxxxx zur Stromlinie gemacht

15.02.16 Historic Motor Award

“Der Stahlrahmen mit Motor und Getriebe sowie Hinterachse war zwar noch erhalten, alles andere musste allerdings neu konstruiert werden,..”

Jetzt wissen wir’s, ‘Oldtimer und Kulturgut’ ist bloß so’n ‘Nostalgie – Kitsch’. So verstehe ich jedenfalls Wolfgang Presinger vom ‘Wachtturm’ der Oldtimerszene, dem ‘ASC Allgemeiner Schnauferl Club’…

“…Das Haus Daimler mit einer Edelmarke Mercedes-Benz gewann gleich zwei Mal und so konnte Mercedes-Benz- Classic-Chef Michael Bock gleich zwei Trophäen mit nach Stuttgart nehmen. Den 1. Preis in der Kategorie “beste Restauration” mit der traumhaft schönen Wiederentstehung des 540 K Stromlinienwagens aus dem Jahr 1938 und in der Kategorie “Industrie als Partner der Oldtimerszene” für die Unterstützung mit praktischer wie auch finanzieller Hilfe…”

Mich wundert’s nicht, dass angesichts des Kampfes um die junge Kundschaft, der Daimler Classic-Center-Baragotzki Michael Bock, dem diese Preisverleihungen wohl eher peinlich ist und er sich ihrer offenbar schämt weder in seiner FaceBook-Seite, wo er ansonsten sein Social-Life gerne minuziös bis zum Germ-Knödel auf der Alm ausbreitet, noch in seinen von mir für diesen Beitrag gewissenhaft durchgelesenen Hofberichtgazetten, er auch nur eine Silbe über die Oscar-Verleihung “for the restauration of the year 2014″, den ‘Historic Motoring Award’, verliert (Anm.: dass der bei ihm auf der Pay-Roll stehende Aushilfsfahrer Jochen Maas mit in der Jury saß… Honi soit qui mal y pense)

Es würde den Daimler-spaare-spaare-Häusle-baueRendite-Geiern konditionell schon einiges abfordern, grade jetzt vor tausenden rumorenden Mitarbeitern von Daimler Benz – Niederlassungen den Spagat hinzukriegen, warum für ein  1 : 1 Modellkitschauto mal eben so geschätzte 2 – 3 Millionen Euro Gestehungskosten locker gemacht wurden, geschätzter siebenstelliger Betrag für Produktion eines Video – Filmchens plus Roadshows zu den weltweit edelsten Concours der Reichen und Schönen, plus so einigem an Nebengeräuschen, noch garnicht inbegriffen, genau so wenig wie und warum man Rennfahrern 55 Millionen Gehalt pro Jahr für Formel 1 – Rennen vor leeren Tribünen zahlt, während man just ihre Niederlassungen mitsamt menschlichen Kostenfaktoren, ihnen selbst, nach und nach an Investoren aus China vertickert.

O tempora, o mores… ach ja, und happy Motoring.

Verwandte Themen: ADAC – Auto des Jahres oweh.

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14 Gedanken zu “Den Bock zum Gxxxxxx zur Stromlinie gemacht

  1. Herr Lehrer, ich weiss was….
    Es heisst nicht Pay-Road = Zahlstrasse, sondern Pay-Roll = Lohnliste…

    Gruß
    Uli

  2. Was solls? Bei keinem anderen Autokonzern wie unterm schwäbischen Sternenhimmel durften in den letzten Jahren so viele Manager Beweise ihres Nichtkönnens abliefern. Koste was es wolle, neben einer Schwemme neuer Automodellen, auch History-Marketing nur perfektionierter Ausdruck von marken- und produktstrategischem Versagen. Mit dem Abschaffen werkseigener Niederlassungen endgültige Absenz vom Markenkern.

  3. Jetzt hast Du es den Doimlern aber wieder mal gegeben. Fühlst Du dich jetzt besser?

  4. Der Zetsche macht halt einen guten Job, dafür bekommt er halt gutes Geld.
    Als Sozialarbeiter wurde er nicht eingestellt………..

  5. Die grad vorgestellte neue C – Klasse T-Modell ab 36.000 € … in einer leistungs- und ausstattungsmäßig mittel bis gehobenen Konfiguration die meinem 2011er Modell in etwa entspricht, jetzt 48.500 € … Da ich als Privatmann keine Mwst. absetzen kann und ich inzwischen null Bock drauf habe, wie bei meinem alten C – Modell für rund 55 % Wertverlust in 4 Jahren (DAT-Taxe) im Hamsterrad zu laufen, können die Daimlers von mir aus die Mondfähre nachbauen und Herrn Zetsche 20 Millionen Euro Gehalt zahlen. Mein Geld kriegen sie nicht mehr.

  6. Hier in den relativ gut ausgelasteten Werkstätten der Niederlassungen die Arbeitsbienen, die ihre Arbeit machen und trotz Ebay-Service- und Reparaturageboten zum halben Preis und teilw. drunter, nach wie vor Gewinne für Daimler erarbeiten. Dafür im Verkauf bedauernswerte Verkäufer, für die der Privatkunde der einen Neuwagen kauft, an dem Daimler noch wie früher eine gesunde Marge verdient, heute den Seltensheitswert einer blauen Mauritius hat.

  7. Wenn man durch jahrelange Tätigkeit weiss, wie die Kandidaturen für solche von einem Magazin verliehenen Awards ablaufen, kann man an zwei Fingern abzählen, wie es zu den Prämierungen durch das Magazin ‘Octane’ kam und warum kaum ein anderes Oldtimer-Medium darüber berichtete. Das nach wie vor gängigste Schmiermittel in dieser Szene sind verbindliche und vorausbezahlte Anzeigenaufträge mit sozusagen bezahlten, redaktionellen Beiträgen.

    Dazu kann fast jeder heutzutage die Nomination pur “kaufen”. Sie wird natürlich unauffällig aber dafür völlig überteuert, zusammen mit einem Sponsoring-Paket angeboten. Preise für so einen Abend aus früheren Erfahrungen: 10.000 – 30.000 Euro.

    Also. Welcher Redakteur berichtet gerne über ein Ereignis, wo den Kollegen noch die Schmiere an den Händen klebt?

  8. Bei so viel Aufwand für den Erhalt des automobilhistorischen Erbes kommen mir die Tränen. Vielleicht sollte Daimler-Benz aus dem Classic-Center so a la ADAC auch einen gemeinnützigen “e.V” machen. Spart enorm Steuern und bei den spendenfreudigen Deutschen wird der eine oder andere Automobilist mit der Sternradkappe vor dem Kopf sogar noch ein paar Kröten in die Spendenbüchse werfen.

  9. Wenn die Aktionäre es sich widerstandslos gefallen lassen, wie dieser Typus von Managern heute gedeckt von willfähigen Aufsichtsräten die Unternehmen ausplündern, solls mir egal sein, wie viel ein ‘Zetsche’ sich in die Taschen steckt.

    Nicht egal ist mir aber der Widerspruch zwischen dem von Daimler Benz erhobenen Premiumanspruch für ihre Autos, den sie sich mehr als fürstlich bezahlen lassen und dem was sie zunehmend an Murks dafür liefern. Die einzigste Konstante die ich sehe ist, dass die die Managergehälter mitbestimmenden Gewinne im gleichen Maße steigen wie die Zahl der Rückrufaktionen.

    Ich erinnere mich noch an Zeiten, als Mercedes-Benz einmal als wertvollste Automarke Deutschlands galt. Auch vorbei. BMW und VW sind auch hier an Mercedes-Benz vorbeigezogen.
    http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_68140228/telekom-vor-bmw-co-das-sind-die-wertvollsten-marken-der-welt.html

  10. Der “Wachtturm” Wolfgang Presinger war übrigens bis September 2006 Geschäftsführer Mercedes-Benz Omnibusse der Evobus GmbH. Als Zetsche kam, ging er. Es wurde lange Zeit gemunkelt, er sei wie viele andere Altgediente auch, ein Opfer der Siegerjustiz von Zetsche geworden.

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