Klartext über die “Altauto – Pest”*

15.05.23 MMSterngugger

Ich mag Leute, die nicht nur an der Oberfläche schnorcheln, sondern den Sachen auf den Grund gehen. So wie ich am liebsten. Und wem dann mein zuweilen konfrontativer Argumentationstil hier missfällt, kann mir dies offen sagen. Auf Feiglinge, die sich unbeobachtet fühlend an Oldtimer – Stammtischen und in Forums – Chats über mich auskübeln und mir hinterher hinterfotzig ein E-Mail schicken, um mich “zu einem Glas Bier einzuladen”, schpfeife ich.

Auf Andere, von denen man es absolut nicht erwartet, ist eben mehr Verlass. So wie letztes Jahr schon die Fotochen von der Bad Homburger Initiative gegen automatisiertes Fahren, hat Don Alphonso auch dieses Jahr ein Fotochen für mich gemacht. Ach ja, Sterngugger, dass bin ich, bei Twitter. Und Don Alphonso? … der schrub gelegentlich bereits nicht nur FAZ – Kollegen mehr als deutlich in ihr Stammbuch.

So wie dieses Jahr in seinem Bericht zur Mille Miglia auch.  “Nicht an der Strecke”…

“…Sie sind gar nicht so schlecht geworden. Früher war es ein unsagbares Gedränge, durch das man sich boxen musste, um einen Blick zu erhaschen. Überall waren Menschen. Heute ist es fast ein wenig leer, Jurassic Park halt, und es ist offensichtlich, dass die Mille Miglia überhaupt nicht mehr das Grossereignis ist, das sie einmal war. Nicht mal mehr die Absperrungen am Start sind wirklich nötig. Diese Menschenfreiheit kommt den Bildern zu gute.” … “Aber an welcher Stelle ist die Begeisterung verschwunden? Ich kann das genau datieren, der Knacks kam, als einer von der FAZ dort ein Werbeblog für einen Sponsor schrieb, und das war wirklich mies.” … “Bin ich vielleicht etwas kleinlich? Andere sind einfach so verschwunden. Ich weiss noch, was für Karawanen an alten Autos früher über den Brenner fuhren: Das ist vorbei. Haben sich die Leute satt gesehen, liegt es an Italien und daran, dass es zu viele Alternativen gibt? Ich weiss es nicht. Es betrifft aber auch Holländer, Franzosen, Engländer – sie alle fehlen. Die Krise vielleicht? Passt das Spektakel nicht mehr in dieses schwierige Europa? Auch die Russen sind weitgehend fern geblieben. Dafür sind die Preise jetzt sehr hoch…”

Nebenbei bemerkt – überall dort, wo die Classic-Abteilungen der Autohersteller sich zwecks Markeneinbildung klassische Oldtimer-veranstaltungen ‘kaufen’, zu Neuwagenverkaufsveranstaltungen umfunktionieren und die Fäden ziehen, in diesem Falle Daimler Benz als Lead – Sponsor, die im vergangenen Jahr sogar per gerichtlicher Verfügung vergeblich versucht haben sollen, Fiat untersagen zu lassen, ihre roten (Neuwagen-) Boliden aus Maranello in Brescia dem Publikum zeigen zu dürfen und die in diesem Jahr, aus PR-Gründen den Start vom Abend auf die frühen Mittagsstunden vorverlegten, um ihre Neuwagen besser präsentieren zu können, und dafür halt die startenden Oldtimer in die Mittagshitze und Verkehrsstaus Richtung Rimini rauschen ließen – beginnt nach einiger Zeit die PR – Gülle strenger zu duften als Benzin und Öl.

Punkt.

* Der von mir verwendete Begriff “Altauto – Pest” wurde in diesem Zusammenhang im dazu sehr lesenswerten Kommentar von “Schrotsäge” gebraucht.

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2 Gedanken zu “Klartext über die “Altauto – Pest”*

  1. Wenn die Daimler-Leute nicht so plumpe (Michael) Böcke bauen würden, wir wüßten überhaupt nicht mehr, über was wir noch lachen könnten.

  2. Detlef, Sie sollten Ihre Kamera schnappen und sich solche letztendlich doch wunderbaren, immer wieder beeindruckenden Veranstaltungen selbst vor Ort anschauen. Danach dringend erst Selbst- und Fremdwahrnehmungen einmal kalibrieren und erst dann ! Ihr Urteil fällen. Nein, ich mag diese Verkommerzialisierung grade von klassischen Oldtimerveranstaltungen auch nicht. Aber diese scheiß Herumnörgelei hier, die mag ich noch weniger.

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