Autonomes Fahren, nein, nein und nochmals nein

15.06.14 Audi Q7 Raumschiffwunder - 2

Durchsage von Bernd Eßer, “Head of Cyber Defense” bei der  Telekom:

“In Deutschland ist jetzt nach meiner Schätzung jeder Dritte Privatcomputer infiziert. Ende des Jahres könnte es, wenn ich nicht falsche liege, jeder Zweite sein.”

Bis gestern wurde der Verteidigungsminister der Telekom noch mit folgenden 4 Sätzen zitiet, die vom öffentlich rechtlichen Deutschlandfunk – ARD – “aus redaktionellen Gründen bis auf Weiteres gelöscht”  wurden:

“Jede Firma, die im Internet agiert, erlebt diese Erpressungsversuche. Bei uns, der Deutschen Telekom, ist der Letzte, glaube ich, vier Wochen her. Wir haben übrigens bezahlt. Wir hatten keine andere Möglichkeit.”

Mmm… jetzt, wo selbst unsere Bundesregierung offen wie ein Garagentor ist, will ich gar nicht weiter auf die Motive der Redaktion wie auf das Problem eingehen, wenn es diesen Cyber – Schutzgeld – Mafiosis demnächst einfällt, so als kleine Warnung für andere Automobilhersteller, durch Hacken der Elektronik die Straßen in Audi Q 7 – Schrotthalden zu verzaubern. Ist es bloß geballte Ahnungslosigkeit oder eine ob früherer Tugenden wie Innovationsfähigkeit verlustig gegangen und deshalb jetzt mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Menthalität der Automobilindustrie?

Das sei mal alles geschenkt. Ich frage mich nur ernsthaft, wie man darauf kommt, den einzigen Aspekt zu erwürgen, der Autofahren über 125 Jahre so attraktiv und schön machte?

Nein, nein, nein, ich lasse so lange ich noch Autofahre, die Hand einfach an Ort und Stelle, am Lenkrad (und zwischendurch die rechte Hand auf dem Knie meiner hübschen Copilotin) und so lange ich nicht zu tütelig bin, brauche ich auch zum Einparken im Parkhaus niemals ein Handy., wohl wissend, dass jetzt aus gewaschenen Schädelschwämmen bei einigen der Befehl ans Plapperwerk ergeht, etwas von “opportunistisch”, “wenn’s demnach ginge, säßen wir alle noch auf den Bäumen” oder bei einigen Halbintelligenten gar, “der kann sich einen 100.000 Euro Q7 sowieso nicht leisten”, zu faseln.

 

P.S. Den ganzen Artikel des von mir ansonsten hoch geschätzten Pro – Blogger Don Dahlmann über das “Raumschiff” könnt Ihr hier lesen.

Verwandte Themen: “Presso, Presso Unbürgerlichkeit”,    “Drahtlose Phantasien um 1900″,  “Wann baute Mercedes das letzte Auto, was sein Geld wert war?”

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28 Gedanken zu “Autonomes Fahren, nein, nein und nochmals nein

  1. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 14.06.2015 › "Auto .. geil"

  2. Danke für den Link auf den DF – Beitrag. Eine besser verständlichere und dabei schonungslosere Beschreibung der Situation geht nicht. Eine Schande für ein Land, was sich rühmt, die besten Autos, Kühlschränke, Motorsägen und wer weiß was sonst noch, der Welt zu bauen und in der IT-Technologie jedem Hacker hinterm Ural ausgeliefert zu sein scheint. Was die Autochen betrifft, sind meine letzten Zweifel daran, daß diese ganze offenbar unkontrollierbare neue Technik unterm Strich uns mehr schadet als nutzt, beseitigt.

  3. Das Risiko, das ich zu einem Terroristen werde beträgt wie bei 99,99% der Gesamtbevölkerung 0,0 %. Trotzdem will man die Totalüberwachung ausnahmslos aller Bürger. Der Staat weiß das längst und schiebt Terrorismusschutz nur vor. In Wahrheit hat er Angst vor mündigen Bürgern, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen und in Folge von Niedriglöhnen, sozialem Abstieg und Altersarmut auf die Strasse gehen, sind eine Gefahr für die Regierenden und sollen so früh wie möglich identifizierbar sein, um sie schon im Keim zu ersticken. 23000 Polizisten gegen 4 – 5000 Demontranten beim G7 sprechen für sich.

  4. Autonomes Fahren, im Volksmund auch betreutes Fahren genannt hätte auch so seine Vorteile, wenn die Konstrukteure konsequent wären und bei der Verkehrszeichenerkennung nicht nur die Geschwindigkeitsdrosselung vornehmen, sondern auch gleichzeitig die nicht abschaltbare Geschwindigkeitsanpassung!

    Dann würde endlich bei erlaubten 50 Km/h auch tatsächlich 50 Km/h gefahren und nicht wie jetzt aus lauter Angst vor einem Blitzer irgendwo zwischen 35 und 40 Km/h.

    Der Verkehr würde endlich wieder richtig flüssig werden.

    BMB

  5. Mir fällt nur auf, dass die Autohersteller ihre Experimentier-Cars für autonomes Fahren ausnahmslos aus der Palette ihrer biederen Limousinen und Familienautos auswählen. Warum habe ich bis heute noch nie etwas über einen selbstfahrenden Porsche 911, Mercedes AMG-GT oder Audi R8 oder Ferrari etc. p.p., gehört? Oder sind die Käufer, die sich diese schnellen Flitzer leisten können, so gute Autofahrer, dass sie keiner Assistenten bedürfen? :-)

  6. Das ganze Elektronic-Chi-Chi hat einen viel banaleren Hintergrund.
    Echte technische Innovationen sind kaum mehr möglich und wenn, dann nur unter extrem hohen Kosten- siehe Brennstoff-Zelle.
    Aber in jeden Auto hängen eine Menge Chips, von denen jeder ein vielfaches dessen leistet, was die Amis damals zur Mondlandung zur Verfügung hatten. Was liegt also näher, als diese sowieso vorhandene Hardware besser auszulasten. Man braucht nur ein paar Programmierer – gerne auch in Indien sitzend, die ein paar Komfort-Features reinprogrammieren.
    Wie sagte mal ein Automobil-Manager zu mir?
    “Wenn wir es haben ist es eine Innovation, wenn es die anderen vormachen ist es Schnickschnack.”

  7. Uli aus S,

    die am Ende von “Berylls-Experte” skizzierten Optionen sind mehr als selbstredend. Allein die “Sitzheizungs-Äpp” zeigt, dass man diesen Ausdenkern solcher Gehirnkrätze mit dem einzigen Ziel, lückenlose, maximierte Kaufkraftabschöpfung entlang der Wertschöpfungskette, dringend mal den Elektriker schicken muss. Bei einigen scheinen nämlich die Sicherungen rausgeflogen zu sein.

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  8. Mein Bruder hat in einem mittelständischen Unternehmen etws mit Personal zu tun. Dort haben von den unter 25-jährigen rund 30 % gar keinen Führerschein.

  9. Die Hilflosigkeit unserer Regierung und Konsterniertheit der Politiker nach dem Hack verstehe ich zumindest deren Haltung Pro-Vorratsdatengesetz. So kommen sie wenigstens wieder an ihre abgesaugten Daten dran.

    @ Detlef, 2.0 Mio. geknackt. Gratulation

  10. Auf die Weise brauchen Autodiebe keine Decoder mehr und das Risiko geschnappt zu werden ist gleich null. Ist die Software gehackt, setzt man den Assisten für autonomes fahren in Betrieb und gibt den Zielort des Ankäufers ein. Und entdeckt die Polizei bestenfalls so einen fahrerlosen geklauten wagen ohne Dieb hinterm Steuer ………………. :-)

  11. Ich verstehe die Intentionen der Autoindustrie schon lang nicht mehr. Habe mir grade die Berichte über den neuen Mini Roadster Superleggera durchgelesen. Bis zu 230 PS, 6-Gang Getriebe, 0 – 100 kmh in … boaaaa. Andererseits will man aber den zukünfigen Verkehrskollaps mit jeden Fahrspass an solchen Autochen tötenden Selbstfahrassistenten in den Griff bekommen, Autos wie Waggons hintereinander gereiht und mit Einheitstempo über die Strassen rangieren ???

  12. Fritz Brumme sagte:
    “Ich verstehe die Intentionen der Autoindustrie schon lang nicht mehr. ”

    Eigentlich sind die Intentionen doch ganz leicht zu verstehen.

    Wenn man weiß, dass annähernd 100% der LKW von “Berufskraftfahrern” gelenkt werden – die sich während ihrer Arbeitszeit lieber die Fußnägel schneiden – mehr als 70% der Kleintransporter von Primaten gelenkt werden, die nicht einmal den Führerschein für richtige LKW geschafft haben und rund 40 % der PKW Leasingfahrzeuge sind, in denen überwiegend zwangsverpflichtete Arbeitnehmer sitzen, deren fahrerische Fähigkeiten in völligem Gegensatz zur Größe ihrer Brille steht.

    Dann wird klar, welche Zielgruppe hier bedient werden soll und auch werden wird.

    Da spielen die Wünsche derjenigen, die aus Freude am Autofahren unterwegs sind, für die Industrie und die Politik absolut keine Rolle, weil diese nun eben eine aussterbende Generation ist.

    BMB

  13. Kein Traum, eher Albtraum. Erstaunlich, wie schnell die Autoindustrie Ausnahmegenehmigungen zum Test auf öffentlichen Straßen erhält, obwohl nach meiner Kenntnis bis heute die essentiellen rechtlichen Haftungsfragen autonomen Fahrens nicht einmal ansatzweise geklärt sind. Was passiert und wer haftet, wenn die autonome Steuerung versagt und so ein 30 Tonner einen Unfall mit Personenschäden verursacht?

  14. Ich habe mich bisher nur ironisch bis zynisch zu der Thematik des autonomen Fahrens geäußert.
    Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass ich mich durchaus ernsthaft mit der Entwicklung beschäftige.
    Denn, damit werden wir uns abfinden müssen.

    Das autonome Fahren wird das selbstbestimmt fahren genauso ablösen, wie der Computer die Schreibmaschine abgelöst hat.

    Das ist für mich sicher.

    Fragen der Haftung sind dabei überhaupt kein Hindernis, solange sich Versicherungen finden, die die finanzielle Seite abdecken und Gesetzesmacher, die die strafrechtliche Verantwortlichkeit in kluge Worte fassen, wie z.B. den § 1 der StVO.
    Ausbaden muss das sowieso der, der sich entscheidet trotzdem noch ein Fahrzeug zu bewegen.

    Es ist das erklärte Ziel der Politik, der Computer- und der Autoindustrie und all derjenigen, die daran verdienen werden, das autonome Fahren voranzutreiben und voll zu unterstützen.

    Zu schön sind die Erinnerungen der Akteure an den Profit bei der Erneuerungswelle der Fahrzeuge nach der gesetzlichen Festschreibung des Kat oder nach der Einführung der roten und gelben Umweltplakette.

    Konsequent zu Ende gedacht heißt das aber auch, dass es neben den autonomen Fahrzeugen keine anderen Fahrzeuge mehr auf den Strassen geben darf.

    Denn diese sind dann ja eine große Gefahr und viel schlimmer, diese könnten den autonomen Fahrzeugen links und rechts um die Ohren fahren, da sie ja von selbstbestimmenden Menschen gefahren werden.
    Und das erzeugt naturgemäß Neid und Frust bei den Fahrerdummies in ihren autonomen Kisten.

    Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann selbstbestimmt gefahrene Fahrzeuge von den Straßen verschwinden.

    Erst beginnt es mit Ausnahmegenehmigung für einzelne (hunderte) Fahrzeuge, dann mit Teststrecken nur für autonome Fahrzeuge, dann sind die Autobahnen an der Reihe, es folgen die Innenstädte und dann ist es nur noch ein kleiner Schritt bis die Menschheit umerzogen ist.

    Und dieser Aspekt ist es, der mich traurig und gleichzeitig auch so ironisch macht.

    BMB

  15. BMB,
    Unsere Öchsperten von der Automobilindustrie sind schon lange am Endpunkt der Möglichkeiten überhaupt, angekommen, wo früher bahnbrechende neue Entwicklungen in der Automobiltechnologie herstammten. Siehe bspw. Speichertechnologie und kostengünstigere Produktionsverfahren für Autobatterien.
    Die ganze Digitalisierungs- und Datentechnik ist in meinen Augen nur Augenwischerei und nur ein Vehikel, um die mehr und mehr rückläufige Konsumbereitschaft, mit alten Hausmittelchen wie „nur was wirklich neu ist, verkauft sich auch, irgend wie krampfhaft auf gegenüber früher nierigerem Nievau wenigstens zu halten. Steigerung ist hierzulande gar nicht mehr möglich.

  16. @Meierhans
    Du hast es nicht voll erkannt.
    Es geht nicht um Steigerungen und/oder Verbesserungen, sondern um gesetzlich vorgeschriebenen, zwangsverordneten Autoneukauf zur Ankurbelung der Wirtschaft.

    BMB

  17. “Es ist vorstellbar, dass ich mir demnächst eine Schraube oder einen Türgriff aus dem Drucker ziehe und selbst an mein Auto schrauben kann?”

    Da braucht der gute Herbert Mankowsky ja nicht mehr so oft zum Psychotherapeuten zu rennen.

    “Mankowsky ist seit 25 Jahren Zukunftsforscher bei Mercedes-Benz. Er entwickelt und erforscht Visionen für eine mobile Zukunft.”

    Ach so, er kriegt Geld dafür. Ich nehm alles zurück

  18. Wenn das ganze nur ein Pilotversuch von Autoherstellern wäre, bei dem ein paar tausend Autos zu Testzwecken mit diesem ganzen Firlefanz ausgerüstet werden, könnte man über solche Artikel schmunzeln, wo “Hacker” es sich offenbar zum Ziel gesetzt haben, den Autofritzen immer einen Schritt voraus zu sein.

    “Hacker knackt Autos von General Motors

    Bin mal gespannt, wann hierzulande der erste Hacker mit Gehirnriss, einen noch größeren Gehirnriss – Mercedes-Benz 40 Tonner – Selbstfahr – LKW in eine andere als die gewollte Richtung lenkt.

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