Zettelkasten 02.07.2015; Unautonomes Autofahren 1979

1979-08 Tempolimit

Damals ging es um’s satirische Aufarbeiten des Tempolimit. Deshalb lassen mich heute solche ernst gemeinten Präpositionalphrasen von angeblichen Verkehrsexperten, immer noch jedes Mal zusammenzucken:

“…Das automatisierte Fahren hätte meinen Morgen anders aussehen lassen. Nun muss ich im Büro noch Dokumente lesen, was ich im Auto der Zukunft längst erledigt hätte”  …  “Autonom fahrende Autos sind eine große Chance für die Stadt. Durch das automatisierte Fahren werden sich die Abstände zwischen den Fahrzeugen verkürzen, sodass die gleiche Anzahl von Autos…”

Klar, dass die Motorjohurnaille, wie jetzt auch noch der von mir bis heute gerne gelesene Don Dahlmann, für dessen Beiträge ich früher gezahlt hätte, mehr und mehr das industrieorchestrierte PRoll-Lied der humanoiden Verdigitalisierung mitsingen, deshalb so ein bißchen “Deap Learning” und digital – neuronales Herumschnüffeln eines Mark Zuckerberg garnicht so schlimm finden und echter, kritischer Journalismus, wie hier über den Firlefanz mit den  Head-Up-Displays, auf der Strecke bleibt.

 

Grafik: Satire-Magazin Pardon August 1979

.

4 Gedanken zu “Zettelkasten 02.07.2015; Unautonomes Autofahren 1979

  1. Autonomes Fahren in der Stadt gibt’s schon. Heißt U-Bahn. Kann man prima Zeitung lesen. Hat aber mit Autofahren nix zu tun.

  2. Den Autoherstellern scheint auch langsam ein Licht aufzugehen. Heute im Radio die Werbung von Mitsubishi mit der Frauenstimme von der Spracherkennung “NICHT ERKANNT… BITTE WIEDERHOLEN SIE” und der Werbung für ihre Autos die auf all diesen ganzen Kram verzichten.

  3. Die Erwartungen der Konstrukteure selbst fahrender Autos erinnern mich an die Einführung des ABS-Bremssystems in den frühen achtziger Jahren. Dessen Väter versprachen, dass der Bremsweg kürzer würde und damit die Sicherheit steige. Stimmte auch. Allerdings haben wir die Sicherheitsreserve ganz schnell kompensiert, indem wir dem Vordermann noch dichter auf die Pelle rückten, weil ja der Bremsweg kürzer geworden war.

    Diejenigen, die in so einem selbst fahrenden Ding reisen, werden nicht entspannter ans Ziel kommen. Sie steigern lediglich ihre tägliche Arbeitszeit, denn dass Unternehmen ihren selbst fahrenden Dienstwagenfahrern dann ein höheres Arbeitspensum aufs Auge drücken liegt auf der Hand.

    Der Bremsweg wird kürzer.

  4. Ich schmeiß mich weg. Hängt bereits als A3 Ausdruck in der Garage. Danke.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>