Über Stubenfliegen und selbstgefälliges “Made in Germany”

Audi - Vorsprung durch Technik 01

Dass eine Stubenfliege einen Wirbelsturm auslösen kann, ist neu für mich. Da kommt in der mit Zigmillionenwerbeaufwand zelebrierten Autowelt von hinten so ein kleines, beschissenes Software – Hilfsprogramm von BOSCH angeschlichen und ruiniert nach Meinung der Journaille vielleicht unsere gesamte Wirtschaft. Kaum zu glauben, da kann eine einzige, kleine Zeile eines Programmcodes den größten Automobilkonzern in seinen Grundpfeilern erschüttern, “Vorsprung durch Technik” und “Made in Germany” als jahrzehntelange Phrase von falschmünzenden Vorständen und Entwicklungs – Managern entlarven, um damit Millionengehälter und -Boni abzukassieren, einen ganzen Konzern um 10 bis 20 Jahre zurückwerfen, ja mitsamt seinen 600.000 Mitarbeitern sogar ruinieren und zu einem Paradigmenwechsel in der gesamten Automobilindustrie führen?

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Wir schauen gebannt auf die Flüchtlingsströme, befürchten den Untergang Deutschlands und ein Stuttgarter Oberbügermeister wundert sich währenddessen, dass auch 8 Jahre nach Einrichtung von Umweltzonen, heute noch genau so viel Feinstaub in der Luft hängt wie davor, eine Bundesregierung wusste seit Jahren von den Betrügereien bei VW, ach ja, seit heute wissen wir, auch die neuen Dienstwagen – Marke des FC Bayern, AUDI, ist rund 2 Millionen Mal ebit-software-getunt, insgesamt sollen so etwa 11 Millionen Autos aus dem VW – Konzern mit der Betrugs-Softare ausgestattet sein, Daimler Benz ruft just 11.000 Sprinter zurück, “weil ein Software – Fehler TÜV und DEKRA vom korrekten Messen der Abgaswerte abhält”… ABER ANDERS, VÖLLIG ANDERS ALS BEI VW, HÖRT IHR?…und so was kann man sich gar nicht ausdenken, ein Verkehrsminister Doofrind will von all dem erst vor 2 Wochen aus der Zeitung erfahren haben.

Audi - Vorsprung durch Technik 03Unbenannt - 2

Ich habe da seit dem staatsstreichartigen Verweigern des BND, dem Parlament die Sektorenlisten der NSA auf den Tisch zu legen und seit dem bekannt ist, dass Firmen wie Siemens und andere abgeschnorchelt wurden, so meine eigenen Gedanken. Nur ein Beispiel:

Die Amerikaner lieben Pickup-Trucks, den lukrativen Markt teilen sich aber drei US-Hersteller auf. Mit dem brachialen Amarok hätte VW einen potenziellen Angreifer im Programm. Doch die Wolfsburger wagen sich damit nicht auf den US-Markt – wegen einer jahrzehntealten Steuer”  “…im Segment für leichte Nutzfahrzeuge, zu denen die Pickup-Trucks offiziell zählen, dominieren US-Hersteller weiterhin klar: Ford, General Motors und Chrysler kommen zusammen auf über 80 Prozent Marktanteil”   “…Das hat weniger mit dem Patriotismus der Pickup-Käufer zu tun, sondern mit einem Handelskrieg zwischen Europa und den USA in den 1960er-Jahren. Damals ging es um den Import von billigem US-Geflügel, dem Deutschland und Frankreich im Jahr 1962 mit hohen Zöllen einen Riegel vorschoben. Die USA revanchierten sich mit einer 25-prozentigen Einfuhrsteuer auf landwirtschaftliche Produkte aus Europa. Zu denen zählten nach damaliger US-Auffassung neben Kartoffelstärke und Brandy auch leichte Nutzfahrzeuge. Die sogenannte “chicken tax”, also “Hühnersteuer”, wurde seither zu großen Teilen aufgehoben – für die Leicht-Lkws gilt sie auch nach über 50 Jahren.”

Ich bin beileibe kein Verschwörungstheoretiker, aber es gibt kaum einen Zweifel daran, dass dieser Fake mit den Abgaswerten ausnahmslos allen damit Befassten von Anfang an bekannt war, hüben wie drüben, auch den Behörden in den USA. Wenn um diesen Umstand erst jetzt öffentlich ein riesiger Bohei gemacht wird, so bedeutet das, dass er von irgend jemanden instrumentalisiert wird. Irgendwer im niedergehenden Land der vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karrieren und in der Dieseltechnologie 20 Jahre hinterherhängenden CO2 – schleudernden Benzinfresser, des für allzeits volle Tanks ganze Landstriche verwüstenden Frackings in Naturschutzgebieten, regt sich auf und zeigt Deutschland “bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt”, schon mal die TTIP – Folterinstrumente der Zukunft.

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[Fotos]

38 Gedanken zu “Über Stubenfliegen und selbstgefälliges “Made in Germany”

  1. Grade noch und trotzdem zu spät,

    “Nach dem VW-Skandal weist Daimler-Chef Zetsche den Verdacht von weit verbreiteten Manipulationen in der Autoindustrie zurück”
    und “wehrt sich gegen den Verdacht, der Autohersteller betrüge bei den Verbrauchsangabe seiner Fahrzeuge”. “Vom Gesetzgeber vorgeschriebene Tests unter Laborbedingungen sehen immer ein wenig anders aus und können nur einen Ausschnitt aus dem Realbetrieb abbilden.“ Die sei der Grund, warum ein Auto im Alltag mehr Sprit verbrauche als vom Hersteller angegeben.”

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vw-abgasskandal/daimler-chef-zetsche-bei-uns-wird-nicht-manipuliert-13824889.html

    Mercedes – Autos verbrauchten tatsächlich inzwischen um die 50 Prozent mehr Sprit als offiziell angegeben. Im Schnitt liegen die auf der Straße erzielten Verbrauchswerte in Europa laut T&E inzwischen um 40 Prozent über dem Laborwert.

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/mercedes-autos-schlucken-50-prozent-mehr-sprit-als-angegeben-a-1055060.html

    Autos, die auf der Strasse 50 % mehr Benzin verbrauchen als unter ‘Laborbedingungen’, werfen nach meinem Verständnis analog dazu auch mehr CO2 und Feinstaub aus!? Alles seit Jahren bekannt und von Experten wie dem ADAC und UMweltverbänden angeprangert, aber von der von Lobbyisten beeinflussten und geschmierten Politik eiskalt und der Profite wegen ignoriert. #VWgate wird noch mächtig Kreise ziehen, wenn die ersten Manager von Staatsanwälten verhört werden und auspacken und mehr als ein paar Kratzer im Lack der deutschen Automobilhersteller hinterlassen.

  2. Die Zahlen aus den USA sind mehr als erchreckend. Andererseits kriege ich dann aber die Berichte über die wieder auf vollen Touren laufenden Autoverkäufe und den privaten Konsum in den USA, garnicht auf die Reihe.

  3. Die ganze Abgasaffäre und das Interview mit Zetsche im besonderen zeigt brutal eins: Gier gepaart mit Dummheit, die jahrelang die Käufer mit dem Segen des in passiver Wachsamkeit verharrenden Gesetzgebers vollverarscht und betrügt, ist kein Privileg von Kilometerzähler zurückschraubenden Gebrauchtwagenhändlern, Inhaltsangaben und Verfallsdaten fälschenden Lebensmittelproduzenten und Händlern, Auszählungsergebnisse fälschenden Autoclubs und Schrottkapitalanlagen vertickernden Bankern etc. p.p.

  4. @ Saxomat,

    ganz einfach. Was bis 2008 in den USA die Immobilienkredite waren, sind bald schon die Verbraucherkredite. Die durch das 0%-Geld in den USA und den rein auf Pump laufenden Konsum aufgeblasene Subprime-Kredit-Blase platzt so sicher wie der nächste Winter kommt.

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  5. Das Siemens u.v.a.m. vom BND/NSA abgeschnorchelt wurde, scheint ja festzustehen. Warum nicht auch VW? Um nicht noch blöder dazustehen, wie man ohnehin schon steht, gibt man seine illegal erlangten Kenntnisse über Verstöße an eine US Umweltbehörde weiter und die kann damit Gotte Werk auf Erden verrichten und den ganz großen Knüppel rausholen.

    So abwegig ist Deine Vermutung garnicht, Deddi.

  6. Als Liebhaber schräger Verschwörungstheorien, habe ich da eine eigene Theorie entwickelt:

    Die Software war eine geheime Entwicklung unter Ferdinand Piëch, die er bereits seit längerem heimlich in die Serienproduktion einfließen lies. Dann schoss er Winterkorn an, indem er öffentlich auf Distanz zu ihm ging und lancierte etwas später die “Entdeckung” der Software, Parallel kurbelte er über verschiedene Medien den beispiellosen Shitstorm gegen VW kräftig an.

    Die Folgen: Der bereits angeschossene Winterkorn musste als Buhmann gehen, der VW-Aktienkurs ist im Keller.

    Das Motiv: Winterkorn ist ihm völlig Wurscht, der ist überhaupt nicht wichtig. Es ging ihm nur darum, den Aktienkurs von VW vorübergehend zu halbieren, damit er seinen Aktienbesitz und damit verbundenen Einfluss preiswert massiv ausbauen kann.

    Könnte passen, oder?

  7. Wenn der jetzige VW Aufsichtsrat Eier in der Hose hätte, könnte er ja schon mal beginnen bei Winterkorn und Konsorten die Boni Millionen und die Pensionsmillionen für 2015 einzufrieren bzw. für die Jahre davor zurückzufordern.
    Quasi als kleine Beteiligung am Schaden, den die Aktionäre nun erleiden.

    Im Übrigen vermute ich, das der Grund für den Vertrauensverlust zwischen dem ehemaligen Aufsichtsratschef Piech und Winterkorn, wohl auch darin begründet ist, dass Piech schon vor Monaten über die Machenschaften seiner Führungskräfte informiert worden ist und sich damals schon ausgerechnet hat, welchen Vermögensverlust er erleiden wird, wenn die Betrügereien auffliegen.

    BMB

  8. In diesem Betrugsfall wurde von den Verantwortlichen zugunsten von Profiten, man spricht von 70 Euro pro Auto, mit dem die Emissionen vermeidbar gewesen wären, eine massive Schädigung der Kunden und Aktionäre in Kauf genommen. Nicht zu vergessen auch derjenigen, die diese Autoabgase einatmen.

  9. “Mock: Ich bin nicht wirklich überrascht. Wir haben unsere Studie vor gut einem Jahr vorgelegt und die Auffälligkeiten bei den Fahrzeugen klar benannt.

    mm.de: Warum platzt die Bombe erst jetzt?

    Mock: In der Studie sind die Fahrzeugmodelle nicht genannt. Dann hat die US-Umweltbehörde den Faden aufgenommen, und die Sache nahm ihren Lauf. Erst am Freitag war für die Öffentlichkeit klar, um welche Fahrzeuge es geht.

    mm.de: Sie und ihre Kollegen haben angeregt, deutsche Dieselfahrzeuge genauer zu untersuchen. War Ihnen am Anfang der Tests klar, dass Sie damit einen Weltkonzern ins Wanken bringen?

    Mock: Nein. Ursprünglich wollten wir Fahrzeuge von drei deutschen Herstellern prüfen. Ziel war es zu zeigen, dass die deutschen Autos in den USA sauberer sind als in Europa, weil die Normen in den Vereinigten Staaten strenger sind.

    mm.de: Welche Wagen haben Sie getestet?

    Mock: Einen VW Jetta, einen VW Passat und einen BMW X5. Wir wollten auch einen Mercedes untersuchen, doch wir haben keinen bekommen”. …

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/peter-mock-vom-icct-ueber-den-vw-abgasskandal-a-1054157.html

    “keinen bekommen” oder haben die Stuttgarter nur den Braten etwas schneller gerochen?

  10. 2011:

    „Volkswagen ist heute mehr in Amerika zuhause als je zuvor“, sagte Winterkorn zu Eröffnung vor der Belegschaft. Gleichzeitig gab er eine Garantie für das VW-Werk im niedersächsischen Emden ab, wo bisher Autos für den Export in die USA gebaut wurden. „Emden muss sich keine Sorgen machen“, sagte Winterkorn.

    Das Werk mit 2.000 Mitarbeitern im Endausbau soll die jahrelange Krise des größten Autobauers Europas auf dem amerikanischen Markt beenden, wo in den letzten Jahren vor allem wegen des starken Eurokurses Milliardenverluste entstanden waren. BMW und Mercedes betreiben seit Jahren US-Werke, die ebenfalls im Süden des Landes angesiedelt sind.

    Winterkorn kündigte an, der VW-Konzern wolle seinen US-Absatz verdreifachen. „Der Konzern will bis 2018 jährlich eine Million Fahrzeuge in den USA verkaufen.“ 2010 waren das rund 360.000 in einem Markt von über 11 Millionen Neufahrzeugen. Winterkorn rechnet mit einem Wachstum des US-Marktes auf über 15 Millionen Stück. ………………………..”

    http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/volkswagen-vw-werk-in-den-usa-eroeffnet_aid_630729.html

    Ein ganzer Markt von einer “Stubenfliege” kaputtgeschossen. :-)

  11. Wenn im Alltagsbetrieb ein System mit höherer Leistung, aber auch fast 50 % höherem Spritverbrauch und entsprechend höheren Emissionen läuft, ist das glatter Betrug. Der Kunde ist mit den flotten Sprüchen von green und blue Efficienc dazu verleitet worden, viel mehr Geld für etwas auszugeben und die Menschen werden jetzt sogar von ihm gesundheitlich geschädigt.

    Die Verantwortlichen bei VW sind nicht nur Betrüger, es sind organisierte Verbrecher.

    Aber in unserem Kapitalismus, einem „System des legalen Betrugs“ (F. Engels), dass das Stadium der Verbrecherherrschaft längst erreicht hat, haben die Verbrecher nicht viel an Strafe zu befürchten. Ein Herr Winterkorn und seine Konsorten werden keinen einzigen Tag eine Gefängniszelle von innen sehen müssen.

    Das durch diese Milde gegenüber solchen Verbrechern andere gradezu ermuntert werden, ihre großen Coups in ihren Wirtschaftszweigen zu landen, ist die Folge.

  12. Schätze mal, die Herrschaften von VW haben den radikalen Wechsel bei den Amis im Verhältnis zum Klimaschutz, in den letzten 10 Jahren nicht so richtig mitbekommen. Bei ihrem neokonservativem Bruder im Geiste damals, Georgie-boy, wären diese Manipulationen garnicht erst an die große Glocke gehängt worden

    http://www.20min.ch/ausland/news/story/30453488

  13. Die Autoindustrie hat um den Dreh um 2005 herum erkannt, dass der Diesel an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit gelangt ist. Paradoxerweise ist der vom Gesetzgeber damals verlangte Kampf gegen den Feinstaub schuld daran gewesen, dass aus dem Auspuff mehr giftige Abgase kommen und wie es aussieht, sorgen ausgerechnet die Rußpartikelfilter dafür, dass die Menge an Stickoxid steigt. Da kam diese kleine “beschissene” Hilfssoftwre von Bosch doch wie gerufen. Mit der Denke, wir sind jahrzehntelang mit unseren Dirty Tricks nicht erwischt worden und werden es auch diesmal nicht, konnte man damit doch den Trend zu Premium – Autos mit Dieselmotoren, mit Leistungswerten, die vor 30 Jahren reinrassigen Sportwagen vorbehalten waren und an denen sich aber klotzig verdienen ließ, forcieren, um jetzt das Maximum an Profit für die Aktionäre und damit sich selbst an Millionengehältern und -Boni herauszuholen. Ein sehr anschauliches wieder einmal Beispiel dafür, dass sich die Denke eines Großteils unserer Wirtschaftseliten von der eines stinknormalen Wohnungseinbrechers in nichts unterscheidet. Nur das sie im Gegensatz zu einem räuberischen Einbrecher strafrechtlich sehr glimpflich davonkommen.

  14. Als Konsequenz aus dieser Affäre brauchen wir eine völlig andere Managementkultur, bei der skrupelloses bis kriminelles Handeln mit null Toleranz sanktioniert und ggflls. strafrechtlich knallhart geahndet wird. Solange geschasste Manager wie Winterkorn und Konsorten bei persönlichem Fehlverhalten rechtlich abgedeckt, sogar noch Ansprüche auf Gehälter plus Boni bis Vertragsende plus “30 Millionen Pensionsansprüche” (Winterkorn) haben und dazu noch vom nächsten Automobilhersteller gleich den nächsten womöglich noch höher dotierten Vertrag hinterhergeschmissen bekommen, wird sich daran nichts ändern.

  15. @ Traveller,

    ich erinnere mich dunkel daran, genau diese Auswüchse abzustellen, hatte eine Kanzlerin schon 2008 während der angeblichen “alternativlosen”, “systemrelevanten” Bankenrettungen, den die Bankzechen bezahlenden steuerzahlenden Bürgern, mehr als einmal hoch und heilig verprochen.

    .

  16. Detlef,
    genau da liegt der Hund begraben. Mehr will ich dazu nicht mehr sagen. Es würde nur kurzfristig mein Wütchen kühlen und wäre mit Sicherheit justiziabel.

  17. Mach wir uns doch nichts vor. Der Betrug in der Automobilbranche hat doch Tradition. Nur die Dimensionen, um die es momentan bei VW geht, sprengen alles bisher Dagewesene.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/automobilzulieferer-manipulationsvorwurf-gegen-continental-1213348.html

    Auch die Autofahrer, die im Vertrauen auf die Seriösität dieser Reifentests sich um gegenüber Mitwettbewerbern 20 – 30 % teuerere Continental Pneus gekauft hatten, waren wie die VW-Käufer die Betrogenen.

  18. “Nur die Dimensionen, um die es momentan bei VW geht, sprengen alles bisher Dagewesene”

    Weil diese Hohlköpfe an der Spitze dieser Firmen aus Fehlern in der Vergangenheit nichts gelernt haben und es entgegen den momentanen Beteuerungen auch in Zukunft nicht tun werden. Es gilt das alte Zitat: “Gier frisst Hirn”

  19. “Gesetzeslücke in USA könnte VW nützen. Im Skandal um manipulierte Abgas-Messwerte könnte eine bereits lange bestehende Lücke in den US-Umweltgesetzen den VW-Konzern – trotz des Eingeständnisses – womöglich ganz vor Umweltstrafen bewahren, sagen einige US-Rechtsexperten. Der Clean Car Act aus dem Jahr 1970 sieht eine weitgehende Straffreiheit für Autokonzerne vor, schreibt das “Wallstreet Journal”. Die Staatsanwälte verfolgen deshalb nun alternative Wege, um das deutsche Unternehmen wegen der Abgasmanipulationen zu belangen.”

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4832169/Dieselskandal_Gesetzeslucke-in-USA-konnte-VW-nutzen

    Wo Schatten ist, kommt auch wieder Licht hin.

  20. Erst vor ein paar Tagen hat sich die Kanzlerin noch beklagt, in der Softwaretechnologie seien wir die verlängerte Werkbank der Amis. Deshalb müssten wir eigentlich stolz sein auf Winterkorn & Co. Immerhin hat der urdeutsche Think-Tank eine intelligente Motorsteuerungssoftware entickelt, die sich den technischen Erfordernissen des Prüfstandes und der Straße anpasst. Eine solche Glanzleistung deutscher Entwickler soll uns erstmal einer nachmachen. Damit, dass sie sofort in der Serie übernommen wird, hat BOSCH bestimmt nicht gerechnet. Und Winterkorn & Co auch nicht damit, dass da ein paar zu neugierige Amis stutzig werden könnten. Ist halt echt dumm gelaufen.

  21. Danke für den herrlichen Link “Hühnersteuer”. Ich wusste garnicht was wir neben so einigen skurrilen Gesetzen noch so alles haben. Die leicht durchschimmernde Vermutung, das es sich vielleicht doch um einen Racheakt US-Autobauer handeln könnte, halte ich für bedenkenswert. Die Aufarbeitung einiger politischer Entscheidungen und die dabei zu tage gefördrten Hintergründe haben bei uns schon ganz andere und folgenschwerere Skandale ans Licht gebracht.

    So, Schluß jetzt, der Hund will raus.

    Momentan kochen natürlich bei meinen amerikanischen Freunden un der Presse, die in den letzten Jahren auf den “Green Car” – ZUg aufgesprungen sind, die Emotionen hoch und man fühlt sich vollverarscht.

    http://www.greencarreports.com/news/1039566_green-car-of-the-year-2010-audi-a3-tdi

    Ich fahre jedenfalls schon seit 15 Jahren, solange ich in den USA arbeite und nicht nur aus Heimatverbundenheit, VW. Und der nächste wird wieder ein VW sein.

  22. “Ich bin beileibe kein Verschwörungstheoretiker, aber es gibt kaum einen Zweifel daran, dass dieser Fake mit den Abgaswerten ausnahmslos allen damit Befassten von Anfang an bekannt war, hüben wie drüben, auch den Behörden in den USA. Wenn um diesen Umstand erst jetzt öffentlich ein riesiger Bohei gemacht wird, so bedeutet das, dass er von irgend jemanden instrumentalisiert wird.”

    Detlef, wie Du wieder mal recht hattest. Des lieben Exportüberschusses zuliebe Betrug unter wohlwollender staatlicher Tolerierung.

    http://www.presseportal.de/pm/75892/3140540

  23. Merkel hat bereits die Flüchtlingskrise zur Chefsache erklärt. Als nächstes kommt VW dran. VW bekommt wie die Deutsche Bank eine Doppelspitze. “Doofrind” neben Müller.

  24. “Dass da bisher gar nichts ans Licht gekommen ist, lässt mich vermuten, dass dieses Verhalten branchenüblich ist.”

    http://indal.de/2015/09/24/ein-blick-auf-dieselgate-aus-sicht-eines-softwareentwicklers/

    Sie wussten es alle, aber da sie dem Wahn verfallen waren, unbedingt 0,1 % grösser zu werden als Toyota, koste was es wolle, haben sie den Betrug mitgemacht. Dass das KBA und Verkehrsministerium es wusste und stillschweigend tolerierte, ist der eigentliche Skandal. Wobei die Mitwisserschaft des Staates sich am Ende wahrscheinlich im Ausland strafmildernd für VW auswirken sollte.

  25. Höchst amüsant “Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich in der Abgasaffäre vor die Auto-Branche: “Wer versucht, angesichts dieses Fehlverhaltens in einem Bereich gleich die ganze Automobilindustrie an den Pranger zu stellen, der wird es mit der CDU zu tun bekommen”
    http://www.manager-magazin.de/video/vw-merkel-warnt-vor-auto-generalverdacht-video-1615551.html

    Amüsant deshalb, weil jetzt ein VW-Manager, Skoda-Chef Winfried Vahland, der immerhin zum neuen Amerika-Boss berufen worden war, von hier auf jetzt selbst die Platte putzt. Ist schon nicht angenehm, als “Mitwisser” in Amerika plötzlich in Handschellen abgeführt zu werden.

  26. Das kommt halt davon, wenn man immer kleinvolumigere turbogetriebene Kisten baut, mit Fahrleisungen eines Porsche aus den 70ern, der aber nicht mehr verbrauchen darf, als ein Golf I von 1976. Das wären die Fragen: Warum haben es die anderen Hersteller offenbar gelöst? Warum dann nicht VW? Nur wegen der 70 Euro Mehrkosten pro Auto?

  27. “Wir ordnen den Rückruf an”, sagte ein Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag. Eine von Volkswagen vorgeschlagene freiwillige Reparatur reiche der Behörde nicht” ………

    Ich bin sprachlos. Der neue VW – Boss sollte wegen seines galoppierenden Realitätsverlustes einen Psychiater aufsuchen. Anders ausgedrückt: Matthias Müller macht es vom hohen Ross herunter allemal selbst, dass ihm die Autokäufer stiften gehen.

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/volkswagen-bundesamt-zwingt-vw-zum-rueckruf-von-2-4-millionen-autos-a-1057887.html

  28. VW, dann Merkel und ihr “Wir schaffen das” und wie Du bei FB grad richtig bemerkt hast, jetzt stellt sich auch noch heraus, dass die Westen von Beckenbauer und dem DFB auch nicht weisser sind, als die von Sepp Blatter. Die Deutschmichel waren die letzten Jahre im Tiefschlaf und jetzt werden sie plötzlich wach. Unsere tollen “Made in Germany” Autos, unsere garantieverzinsten Lebensversicherungen, unsere sichere Demokratie (siehe VDG), unsere erfolgreiche soziale (Markt-)Wirtschaft und unser Fussball-Sommermärchen. So gut wie nichts davon war echt. Alles nur Beschiss. Schönen Tag noch.

  29. Ich verstehe nicht, warum alle vom Schaden für “Made in Germany” sprechen, wo doch z.B.

    -der VW Polo in Spanien-
    – der BMW X3 in USA & Österreich-
    -der BMW X5 in USA-
    -der BMW X6 in USA-
    -der Audi TT in Ungarn-
    der Audi A1 in Belgien-
    das Audi A3 Cabrio in Ungarn-
    der VW Touareg in der Slowakei-
    der VW Up in der Slowakei-
    der VW Golf VI Variant in Mexico-
    die Mercedes M-Klasse in USA-
    die Mercedes R-Klasse in USA-
    der Porsche Boxster in Finnland-
    der Porsche Cayenne in der Slowakei-
    -usw.-
    gebaut werden.

    Globalisieren wir doch einfach auch den Imageschaden.

  30. Pingback: Kurzschluss | MotorBlöckchen

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