Wertparadoxon DOX Classsic – Data (I.)

 

Classic-Data Porsche02

Das sogenannte Wertparadoxon ist ein Rätsel, dass man gerne Ökonomie-studenten in der ersten Vorlesungsstunde stellt: Warum sind Diamanten teuerer als Wasser? Während Wasser überlebensnotwendig ist, kann man Diamanten weder trinken noch essen – warum sind die edlen Steine dann um ein Vielfaches teuerer als das kühle Nass? Die Antwort liegt, vereinfacht gesagt, in der vergleichsweise hohen Verfügbarkeit von Wasser im Vergleich zu Diamanten: Wer über viel Wasser verfügt und dementsprechend auch viel Wasser konsumiert, misst den vergleichsweise knappen Diamanten eben einen höheren Grenznutzen zu – und ist bereit, dafür dann auch mehr zu zahlen.

Kennt Ihr schon den D O X Deutscher Oldtimer Index..?  VWL – Professoren müssen demnächst ihren Lehrstoff umschreiben, Diamanten sind als Vergleich für VWL-Erstsemestler out, das Magerzins-Sparbuch oder Aktienanlagen sind nur noch was für presenile Volldeppen. Das neueste Wertparadoxon kommt von der papiernen  Lobbyvereinigung der Automobil-industrie, die kaufverweigernde Altautobesitzer schon mal als Umweltsäuedeppen angesehen haben, die  mittels Kennzeichenverodnung  und sinnloser Abwrackprämien von den Strassen verschwinden zu lassen, oberstes Anliegen der Politik sein sollte, die daraus ein Geschäft machen und davon glänzend leben wollen.

Das Thema Classic-Data DOX ist vor ein paar Tagen schon mal im Forum ‘Pagodentreff’ von einem hochgeholt worden. Freund  Histomat  hat mich gestern auch darauf hingewiesen. Das Thema ist tatsächlich zu interessant und wichtig – grade für Neueinsteiger – um an der Heckstoßstange einer Diskussion um die Seriösität der von Classic-Data ermittelten Marktwerte, irgend wann nach ein paar Tagen wieder zu verschwinden.

Man kann beim VDA natürlich nicht kommentieren oder verlinken, und auch Lobbyisten haben in Deutschland das Recht, pauschalisierende und abstruse Meinungen zu vertreten, genau so wie Banker, die zusammen mit Kauf-Mich-Journalisten und Messeveranstaltern, das Interesse für das Angebot eines bestimmten Edelrestaurieres puschen.

Ich habe bekanntlich seit jeher Zweifel an den von Classic-Data ermittelten Marktwerte und der Systematik die deren Ermittlung zugrunde liegt, aber es ist wieder mal spannend zu sehen, mit welchen irrwitzigen Verlockungen dem lahmenden Oldtimermarkt im mittleren und oberen Preissegment, von PRolls auf die Sprünge geholfen  werden soll. Fasse ich die aktuelle Meldung über den DOX aus meiner Sicht zusammen, komme ich auf einen Nenner:

Mindestens ein Großausdruck des DOX wird ab Montag in jedem Oldtimer-Verkaufssalon auf der Rückseite der Verkaufsschilder unter den Scheibenwischern der angepriesenen Oldies hängen, ob dieser Verkaufshilfe werden tatsächlich einige völlig überteuert angebotene Autos, die sich zum Kummer der Händler und teilweise finanzierender Banken Reifenplatten stehen, verkauft werden…

09.11.28 Berlin Familie 193 - verkleinert

…so wie vielleicht auch diese Pagode, ein 57.000 Euro – Sonderangebot, die im Meilenwerk, dort nach über zwei Jahren und wahrscheinlich endloser Reise von Oldtimer-Salon zu Oldtimer-Salon, eneut wiederzuentdecken, mir eine Freude war, leicht wiederzuerkennen an den geschmacklos und sachunkundig in Wagenfarbe lackierten Schwellern. Ich muss das Foto von 2007, oder war’s sogar 2006, mal raussuchen.

Und vielleicht gibt Wolfgang Kuhn, Vorstandsmitglied der Südwestbank, PRoll der Retro-Classic Stuttgart, schon bald seinen Kundenberatern die Regieanweisung raus,  DOX-Index-Zertifikate verkaufen!!!, die Händler und Gläubiger, namentlich Banken, haben, wie mir ein Brancheninsider flüsterte, viel Geld in den Oldtimerbeständen der Händler verbuddelt (bspw. Oldtimer-Leasing), dass sie dann ja vielleicht durch zu Papier gewordenen, verbrieften Forderungen und mittels DOX, die Journaille schmieren werden, damit die den Markt mit imer neuen DOX-Charts hochjubelt (DOX schlägt DAX, jetzt investieren, Preise niedrig wie nie, Vorabgewinne sichern, blablabla)… und wie in der Ferrari-Hype Anfang der 90er Jahre, werden die von 7,5% Rendite mit gleichzeitigem Spasseffekt gelockten Trottel, genau so wie damals, in naher Zukunft einen Haircut gemacht bekommen, dann bekommen die, aber viel auf den Hof.

Ach, was könnte ich nicht alles zu Classic-Data und seinen Machern Jochen Strauch und Frank Wilke schreiben, nach dem ich mich vor zwei Jahren mal mit einem der namhaftesten Autoren von Oldtimer-Litheratur der letzten 40 Jahre, ausgetauscht habe. Sich mit einem tagtäglich auf Basis von Millionen von realen und vor allem nachvollziehbaren  Handelsgeschäften mit Aktien und von neutralen Kursmaklern errechneten DAX auf eine Ebene zu stellen, da muss man schon ein Rad abhaben oder das Wasser steht einem schon an der Unterlippe..

Also “ein herzliches Hosen runter Jochen Strauch” erschallt es hier vom Motorblöckchen, ich will mal wissen, ob hinter den Marktwerten und DOX mehr steckt, als wie vor 20 Jahren das Anbieten von   zusammengefriemelten Inhaltsverzeichnissen   aus Oldtimer-Magazinen für Euro 10,50 oder nur ein neuer Sponsor?

Oder heißt es wieder mal frei nach Fritz B. Busch: Wir kaufen Marken, Logos, Labels, Legenden und Lügen, vom Turnschuh bis zum Auto. Denn wir sind erfolgreicher manipuliert worden als der Elefant, der im Zirkus Handstand macht.

Ach ja, hier gibts das Totlach-Video dazu vom 12.12.2007

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45 Gedanken zu “Wertparadoxon DOX Classsic – Data (I.)

  1. Erst dachte ich es wäre ein Schreibfehler, …paradoxun und nicht wie ich dachte paradoxum. Den Gag Ihres Beitrags erkennt man tatsächlich erst, wenn man mal nachschaut.

    http://de.wikipedia.org/wiki/John_Law

    Echt gut geschrieben und nicht nur das: Es stimmt was Sie bezüglich der Einflüsse auf den Oldtimermarkt schreiben. Vielleicht sehen wir demnächst Frank Wilke täglich in n-TV, im Anschluß an die Berichte von der Frankfurter Börse, mit seinem Livebericht von der Oldtimerbörse Castrop Rauxel und den tagesaktuellen Kursnotierungen für Altautos.

    Als langjähriger Eigentümer zweier Ferraris der unteren Preisklasse kann ich mich noch gut erinnern und weiß wovon Sie reden.

    Bernd K.

  2. Lieber Herr Kupfer,

    ein gut gemachter Beitrag mit einem sehr treffenden Vergleich.

    Der Markt der Liebhaberobjekte (zu denen Sammler-Autos ja gehören) reguliert sich letzten Endes immer durch die Nachfrage. Wenn Mercedes-Enthusiasten bereit sind, viel Geld für ihre Autos auszugeben, dann tun sie das auch ohne Konsultation irgendwelcher Listen und unbeeindruckt von einem DOX. Und jedes Fahrzeug hat seinen eigenen, individuellen Preis, der durch eine Vielzahl von Kriterien zustande kommt, welche die Guides wie Classic-Data und auch InterClassic gar nicht erfassen und dies auch nicht können. Hierfür wäre nämlich erforderlich, nicht den auf einem Preisschild oder Verkaufsangebot geforderten, sondern den zwischen den Kontrahenten, Anbieter und Käufer, am Ende zustande gekommenen und gezahlten Preis zu kennen.

    Gestiegen sein dürften die Preise für bspw. seltene und gute alte Mercedes-Benz in den letzten Jahren schon, aber die Vielzahl der Classic-Data Bewertungen betrifft Fahrzeuge, die weder selten, noch in dem großen UMfang nachgefragt werden, als das sie hier zu ruckartigen Preissprüngen nach oben führen würden. Hier liegt Classic-Data, wohl auch aus den von Ihnen genannten Interessenlagen, in der Tat über der Realität.

    Aus meiner fast 25-jährigen Erfahrung in dieser Branche weiß ich sehr genau, daß mancher Gullwing ein Jahr und länger zum Verkauf steht, ehe er endlich und sehr oft nur deutlich unter aufgerufenem VK-Preis und unter “Marktwert”, verkauft wird.

    Das Dilemma vieler Einsteiger in das Massensegment, d.h., der Autos die heute noch mit relativ hohen Beständen vorhanden sind, sind die Restaurierungskosten, die ständig steigen und die den Preis für einen guten Wagen größtenteils bestimmen und die heute das Butter-und-Brot-Geschäft der meisten Restaurierer und Werkstätten ausmachen. Durch suggerierte, höhere Marktpreise werden diesen Restaurierungswilliigen Autobesitzern möglicherweise Spielräume zwischen seinem Autokaufpreis und angegebenem Marktpreis vorgegaukelt, um ihn zum Kauf überteuerter und teuerer werdender Ersatzteile und teueren Restaurierungen zu verleiten.

    Der DOX ist auch aus meiner Sicht aus den von IHnen treffend genannten Gründen eine Farce.

    In Ihrem Blog sprechen mich zwar nicht alle Themen unbedingt an, ansonsten aber finde ich diese neue Form Oldtimer-Themen zu behandeln und besonders Ihren Schreibstil, schon beachtenswert. Ich schaue jetzt gelgentlich öfters mal bei Ihnen rein.

    Mit besten Grüssen (auch eines Freundes guter Bachwaren) aus Frankreich,
    Hans F.

  3. Mich erstaunt echt, wie viel Nachrichten zu DOX man innerhalb von 2 nur Tagen nach dem die Meldung von VDA rausging, inzwischen in Googel findet.

    http://finanz.mittelstandswiki.de/2009/12/deutscher-oldtimer-index-dox-oldtimer-konnen-sehr-lukrative-kapitalanlagen-sein/

    Ich teile die Meinung von Bernd F. Die Käuferschicht, die seltene und gefragte und somit auch meist hochpreisige Oldtimer erwirbt, lacht sich ein über den DOX. Wenn der DOX nicht dazu dienen soll, den Mainstream-Verkauf zu fördern, für was dann? Mich würde nicht wundern, wenn jetzt tatsächlich ein Fonds auftauchen würde, der bei bei derartig fast wissenschaftlich ermittelten Renditevorteilen nicht auf Beutezug bei Kleinsparern geht. Vielleicht ja wieder mit dem Dreigestirn Lauda, Schuhmacher und Becker als Namensgeber.

    Jochen

  4. Wenn mir irgend was zu teuer vorkommt, kaufe ich es nicht. So einfach. Problem erledigt.

    Ich brauche keine Marktwertanalysen, keinen DOX und vor allem keinen VDA, der mit dem DOX eigentlich seine eigene Glaubwürdigkeit untergräbt. Jeder, der jetzt noch mit einem abgeluddelten Youngtimer herumgurkt, sagt sich doch, wozu einen Neuen kaufen, veliert man nur Geld, Sparbuch und Aktien sind auch nur was für Dumme, den Alten weiterfahren ist intelligent, durchhalten, auch mal ein paar große Scheine in Reparaturen stecken, die Kiste wird doch bald richtig was wert.

    Günther

  5. Super Artikel, schön recherchiert Detlef!
    Als Insider schüttle ich seit Jahren über den Kopf über diese – teilweise masslose – papierene Preistreiberei. CC als Speerspitze die Oldtimermedien (nicht alle) sowie viele andere die hier ihr finanzielles Auskommen finden, als Schaft dieses Luftnummernspeers. DOX jetzt als buntes Bändchen noch darangebunden.

    Wie anderswo geschehen kann man hier das Brechtzitat wieder wunderbar abwandeln.

    “Glaubhaft macht sich der grösste Stuss wenn er hundertausendmal wiederholt wird!”

    Gerd

  6. Der an Schleichwerbung nur so strotzende Ard-Film ist doch der Hit. In den USA kriege ich ein gutes SLC-Coupé für 7 – 8000 Dollar, hier wollen mir Schauspieler weißmachen, der dreifache Preis in deutschland, sei ein Schnäppchen, mit dem ich sogar noch Geld verdienen kann.

    Ich vermute auch, dass die Krise längst bei den Oldtimerhändlern angekommen ist und dieser ganze DOX-Hokuspokus etwas Verkaufsunterstützung bieten soll. Stefan Röhrig, der das Oldtimerrefert beim VDA leitet, kennt als ehemaliger Chef des Classic-Center seine Pappenheimer-Händler doch sehr gut, bei denen sich die Sternkarossen durch Kaufabstinenz stapeln dürften.

    Für mich gilt das gleiche, wie das, was Günther sehr treffend sagte.

    Ich finde auch, ein super Beitrag von Detlef, der wie früher bei heiklen Themen auch hier kein Blatt vor den Mund nimmt. Das Filmchen mit dem SLC-D….. guck ich mir jetzt gleich nochmal an.

    Thomas K.

  7. Es ist kaum zu glauben aber wahr wie oben geschrieben. Inzwischen kauen hunderte die wohl vorformulierte Pressemitteilung über den DOX punkt- und kommagenau nach.

    Die Glaubhaftigkeit der Classic-Data Kurzbewertungen und deren Marktpreise werden ja seit Jahren im OI diskutiert und angezweifelt. Dein Freund Histomat hat sich da ja mühsam einen Namen gemacht. Für mich wäre deshalb nur mal interessant zu erfahren, welche neue Geschätsstrategie mit der Schaffung eines auf nur !!! 88 Fahrzeugtypen beschränkten DOX verfolgt wird und welche Rolle der VDA da spielt?

    Horst G.

  8. das Procedere ist dasselbe wie bei den US-Immobilienpreisen: Man geht (ohne sachlichen Grund) davon aus, dass selbige pro Jahr um mindestens 10 Prozent steigen. Beweis durch Behauptung: Man muss nur genügend willfährige Journalisten finden, die das immer wieder schreiben; dann wird das auch klappen. Zumindest so lange, wie niemand das Delta zwischen gefühltem und tatsächlichem Wert wirklich belastet. Als in den USA die ersten hausbesitzer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, platzte die Blase, weil plötzlich haufenweise billige Immobilien auf den Markt kamen – und viele versuchten, die eigene Hütte ebenfalls zu versilbern, bevor sie “billig” würde.

    Das mag bei bestimmten Oldtimern (noch) anders sein. Ein W198 oder ein Ferrari GTO waren schon in der Vergangenheit keine lebensnotwendigen Güter wie ein Dach über’m Kopf, sondern reiner Luxus. Zum Teil für echte Liebhaber; zum mindestens ebenso grossen Teil aber für Angeber. Solche Exoten ständig als Beweis für die “fulminanten Wertsteigerungen” von Oldtimern oder ihre Tauglichkeit als Kapitalanlage heranzuziehen ist jedoch einfach unserös. Normale, erschwingliche Oldies wie ein Ponton-Mercedes oder ein MG B, die die eigentliche “Szene” ausmachen und dominieren, haben in den letzten Jahren keine messbare Wertsteigerung erfahren; am Jahresende macht man sogar “Minus”, wenn man die Kosten für Reparaturen, Wartung, Pflege, Garage, Steuer, Versicherung, Sprit etc. ehrlich zusammenrechnet. Dieses “Minus” macht man bei anderen Hobbys allerdings auch, wie jeder bestätigen wird, der schon einmal ein Modellflugzeug in den Boden gerammt hat. Die Behauptung der “Kapitalanlage” ist bei solchen Autos eher eine Rechtfertigung der Ausgaben gegenüber dem weiblichen Haushaltungsvorstand; auf dem Markt bildet sie sich nicht ab.

    Ich bin jedes Jahr für einen Kongress im Berliner Meilenwerk. Natürlich gibt’s da auch immer einen Rundgang durch’s aktuelle Angebot der ansässigen Dealer. Manche der dort herumstehenden “Kapitalanlagen” habe ich dort vor 4 Wochen im dritten Jahr gesehen. Vermutlich sind sie so wertvoll, dass sie niemand kaufen möchte. Zumal sie jedes Jahr teurer werden müssen, weil auch die Händler Zinsen für unverkauftes Blech zahlen…

  9. Den Vergleich mit dem Dax hat der VDA gewählt. Er spricht von 88 versch. Autos versch. Marken, die die Basis für die angebliche Preisermitlung und den DOX bilden. Während beim DAX genau festgeschrieben ist, welche Aktienunternehmen diesen Index bilden, hat der VDA zumindest bis jetzt nicht mal offengelegt, welche Autos hier im DOX enthalten sind. Nur eine Pressemitteilung, die offenbar halb Deutschland jetzt nachquatscht.

    Aktienwertentwicklungen mit denen von Oldtimerpreisen zu vergeleichen, halte ich für ausgesprochen bedenklich. Rechne ich zu den Aktienkursen nur mal Divideneenausschüttungen über 10 Jahre hinzu, sieht die Rechnung im Vergleich zu einem Oldtimen, die Betriebs- und Unterhaltungskosten aufwirft, nämlich schon ganz anders aus. Mich erinnert das ganze an diese Werbespüche zu Zeiten der New Economy.

    Und wenn ich sehe, dass Classic-Data nun alles andere ist wie ein neutrales Unternehmen und deren Interessenkonflikte, sage ich zu der ganzen DOX-Nummer nur noch: gelesen, gelacht, gelocht.

    Bernd S.

  10. Danke für den Kurzfilm. Sehr unterhaltsam.

    Hatte allerdings das Gefühl, der läuft “rückwärts”. Diese arme-Leute-SL kosteten doch vor ein paar Jahren 15 t€ und jetzt nach der US/Japan/CH/… Schwemme noch t€ 10.

  11. Im Video werden fast durchweg deutlich höhere Wertzuwächse für die einzelnen Fahrzeugtypen im 10-Jahreszeitraum genannt, wie die besagten 75% des DOX. Entweder sind im DOX einige arg wertbremdende Grotten enthalten oder Classic-Data hat mit seinen Folien – siehe oben Beispiel Porsche 100% – 2007 etwas zu heftig auf die Kacke gehauen.

    Auch für mich alles nur Hokuspokus.

    Wilhelm

  12. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und spasseshalber gegoogelt.

    http://img32.imageshack.us/img32/2098/20061010bis20projahrbol.jpg

    Dieser feine Herr Boll, Horror-Film-Produzent, der einen 50-Millionen Oldtimerfonds auflegen wollte und den ja wohl nur der Ärger mit seinen Filmfonds-Anlegern davon abhielt, scheint seine Anlager ja richtig gehäutet zu haben.

    DOX? Genau das richtige für eine Illuisions-Branche, in der sich solche Typen tummeln.

    Georg

  13. Abseits der vielen PR-Artikel über den DOX eine wirklich nachdenkenswerte und dazu humorvoll geschriebene Meinung.

    Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast (Churchill).

    Mehr brauchts zu dem Thema DOX und 75% glaube ich nicht, oder?

    Ulli M.

  14. Der Präsident des MVC Mercedes-Benz Veteranen Club Bernd Wallmeier ist gleichzeitig Vorstand des BVOF Bundesverband Oldtimer Fachbetriebe, der auch vom MVC gelegentlich lobend promotet wird.

    http://ticker.mercedes-benz-passion.com/allgemein/1821_bvof-die-neue-lobby-fur-den-wirtschaftsfaktor-oldtimer/

    Im BVOF sind die namhaften Edelrestaurierer und-Händler natürlich größtenteils Mitglied, also genau diejenigen, die von der Volksverblödung DOX und hochgepuschten Pseudo-Marktwerten am meisten profitieren.

    Der BVOF residiert in den Geschäftsräumen der Classic-Data in Castrop-Rauxel und zufällig ist der Classic-Data-Macher Jochen Strauch ebenfalls Vorstand vom BVOF. Sozusagen der Kaukasisch-Castroper-Kreidekreis.

    Lachnummer sage ich.

  15. Wie die Amis sagen, eine Closed-Market-Group, die wahrscheinlich ihre eigenen, überzogenen Preisauszeichnungen für Oldtimer im eigenen Haus zu Marktwerten umformuliert und als wertneutrale streng wissenschaftlich ermittelte Marktwert-Daten, den Oldtimerbesitzern auf die Backen malt.

    Und Ober-Lachnummer Wissmann, VDA Geschäftsführer, glaubts.

    Aus dem Verzeichnis des Deutschen Bundestag über registrierte Interessenverbände – sprich Lobbyisten:

    http://img19.imageshack.us/img19/5713/bvofbundestagverzeichni.jpg

    Ich wollte jetzt noch was über Märchenerzähler aus 1000 und 1 Nacht hinschreiben, aber ich lass es.

  16. Bei dem Thema “Oldtimer als Wertanlage” würgt es mich persönlich in der Magengegend.

    Schöne Grüße

  17. Pingback: 13.12.2009: Ungeschriebene Geschichten

  18. Jetzt mischen die Jungs aus der Haifischbranche auch mit. Vielleicht gibts ab nächstem Jahr dann CDO’s auf Ferraris oder 300SL Flügeltürer…? Dietrich Hatlapa… Rock Funds Hamburg, er spricht tatsächlich von Zertifikaten auf Posche und Ferraris…?

    Aber der Mensch ist ja bekanntlich das einzigste Säugetier auf Erden, dem man das Fell mehr als einmal über…

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,667257,00.html

    .

  19. Die letztjährige traditionelle Bonham Ferrai Auktion Gstaad war ein Flopp. Die ich glaube seit 1997 stattgefundene Auktion wurde dieses Jahr wohl deshalb heimlich still und leise abgeblasen.

    http://www.bild.de/BILD/auto/2008/12/ferrari-auktion-floppt/wirtschaftskrise-trifft-oldtimer-sammler.html

    Mich wunderts deshalb nicht, wenn hier Investment Banker wie Herr Hatlapa versuchen, mit schöngerechneten Indizies günstige Kaufphasen zu suggerieren. Wundern tut mich schon, dass sich der Spiegel vor so ein durchsichtiges PR-Vehikel davorspannen lässt.

    Frank M.

  20. Hier wird mal Druck auf die Initiatoren solchen Unsinns aufgebaut und ich ziehe den Hut vor Herrn Kupfer, das Thema mal so offen diskutieren zu lassen.
    Peter F.

  21. Danke. Der Link führt nur auf die Hauptseite. Den Beitrag findet Ihr unter “Allgemeine Oldtimerthemen”.

    .

  22. Älterer, aber sehr guter Post.

    Man kann Oldtimer systematisch sammeln, gute Analyse, Marktkenntnis, Portfoliomanagement-Kenntnis und Größenvorteile vorausgesetzt.

    Preise wie die von Classic Data sind dabei zwar hilfreich, als Datenquelle für einen Index aber eher peinlich.

    Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema und betreibe selbst eine kleine Aktienmarkt-Indexfamilie, an der sich mehr als eine Milliarde USD orientiert.

    Mit der gleichen Systematik habe ich den Oldie-Markt auseinandergenommen. Ein (besserer) Index ist grundsätzlich möglich, aber viel Arbeit. Daran ist es bislang gescheitert. Wenn man das zusammen mit einem Portal für Kleinanzeigen macht, geht es.

    Interessierte können hier mal nachlesen, was ein Volkswirt über den Oldtimermarkt sagt:
    http://www.carsablanca.de/new_search/model_results/BlogArticle?q=altmann

    Ansonsten Gratulation an Motorblöckchen für Niveau und Themen.

    Jan A.

  23. Einen Defaetisten hätte man Dich früher genannt, heute Hellseher. Nicht so direkt wie Du, Detlef, aber die Journaille scheint die Szene langsam drauf einzustimmen, dass der Zeitpunkt dafür, jetzt womöglich das teuer gewordene Stück zu “Marktwerten” zu verkaufen, nicht unbedingt günstig ist.
    Gerhard B.

  24. Der Artikel im ADAC ist weder Fisch noch Fleisch. Kann ich auch verstehen, weil als anzeigenabhängige Postille sitzt man zu dicht am Trog der in der Oldtimerbranche kräftig mitabsahnenden Autohersteller. Gut ist, dass endlich mal unabhängige so wie jetzt auch das Oldtimer-Revier solche Berichte wie hier aufgreifen und auf solche Fehlentwicklungen hinweisen.
    Harald G.

  25. Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu schreiben.

    In der aktuellen OM – Seite 190 – im Bericht über die TC und die Steufa-Aktion gegen Mirbach heißt es:

    “Insidern gilt das szeneübergreifende Problem als hausgemacht. Schließlich wurden Investmentberater in den vergangenen Monaten nicht müde, die hervorragende Rendite von hochkarätigen Klassikern zu betonen. Das Stichwort ‘Garagengold machte die Runde. Da liegt der Verdacht nahe, dass flüchtiges Schwarzgeld von Schweizer Konten mittlerweile auf 4 Rädern steht…”

    Sind die Redakteuere von OM Vollspastiker oder frech? Hausgemacht, bei wem, oder von wem? Grade die Mainsteamautos sind doch von denen preismäßig so hoch gezogen worden – siehe auch das Video.

    Der Gipfel der Unverschämtheit: Auf Seite 49 des gleichen Hefts macht Oldtimer Markt Werbung für das 2010er Heft Marktpreise – für schlappe “unschlagbar günstige 6,90 €!”, die auf den Classic Data Marktpreisangaben basieren.

    Das kann sich OM ganzlangsamindenpopohintenhineinschieben.

  26. Die dort angegebenen Preise haben doch garnichts mehr mit der Realität zu tun. “Mehr als 25000 Notierungen”. Das setzt mal voraus, dass mindestens von jeder Notierung in den letzten 12 Monaten vor Herausgabe mindestens ein einziger realer Verkaufsvorgang evaluiert wurde.
    So ein Mumpitz gehört genau so verboten, wie die Ratingagenturen für die Anleihen.

  27. @Radstern,
    Ich gebs zu, ich hatte mir das Heft auch gekauft. Die Werbeanzeige hatte ich total übersehen und deshalb den Widerspruch so garnicht erkannt.
    Michael B.

  28. Im MVC-Newsletter schrieb Jörg Enger einen Beitrag, dessen letzte Sätze hätten von mir stammen können. Genau das schrieb ich schon vor Jahren

    “So sehr es auch die Besitzer historischer Fahrzeuge freut dass die Werte steigen, so kritisch muss man auch den Wandel vom Schraubertum und der Leidenschaft zum Investment und reinen Kapitalanlage betrachten. Dabei darf man nicht diejenigen verteufeln, die selber kein Schraubergeschick oder schlicht nicht die Zeit haben selber ihre Fahrzeuge zu restauriren, zu pflegen oder zu warten. Vielmehr besteht die Befürchtung, dass durch solche Berichte der Neidfaktor steigt und möglicherweise den Sympathiebonus für historische Fahrzeuge übersteigt. Sicher ist die steigende Zahl der Oldtimer mit H-Kennzeichen als Wirtschaftsfaktor interressant.

    Die Kehrseite dieser Medaille ist aber, dass damit die kleine Minderheit stetig wächst. Durch diesen Umstand wird eine Ausnahmeregelung die das H-Kennzeichen darstellt aber leider so häufig, dass vielleicht bald schon irgendwelche Aktivisten daran rütteln könnten.”

    Mal wieder ein Artikel, dieses Mal in der Finanzpostille “Cash”…

    http://www.cash.ch/news/topnews/aston_martin_faehrt_das_portfoliorisiko_runter-913168-771

    .

  29. Pingback: Oldtimer-Fond oder Hunde wollt ihr ewig leben

  30. Ich habe das April-Heft von OM noch vor mir liegen und die ganze Verkaufsarie für einen MB 280SE/1970 grade hinter mir und ich kann nur eins sagen: Die jährlichen Auflistungen von Oldtimer- und Youngtimer-Preisen von Classic Data in den verschiedenen Fachzeitschriften oder Sonderheften sind eigentlich nur aufschlußreich, um dem Laien ein Gefühl zu geben, was er für sein Auto auf dem Markt nicht verlangen sollte, wenn er denn wirklich feste Verkaufsabsichten hat.

    Die reale Preisbildung für Oldtimer findet nur an einer einzigen Stelle statt. Auf dem Markt und durch ernsthafte Käufer aus Fleisch und Blut und nicht durch Schreiberlinge, die die Lücken zwischen Händlerverkaufsanzeigen füllen müssen.

    Meine Erfahrungen der letzten 7 Monate waren, dass die Portale autoscout.de und mobile.de wesentlich realistischere Orientierungshilfen bieten, als die Verkaufsanzeigen und Marktwertangaben in den Oldtimerzeitschriften

    In den Portalen finde ich natürlich auch „nur“ Preisforderungen von “Verkäufern”. Dafür lassen aber die Angebote speziell von Privat-Verkäufern, bei realistischer Einordnung des eigenen Autos in dort je nach Zustand und Ausstattung, ziemlich genau den Preisrahmen erkennen, der für das eigene Auto auf dem Markt gefordert wird. Die dort angebotenen Autos haben hernach nach einigem Handeln die besten Chancen, in ordentlichem Zustand einen Käufer zu finden.

    Ich musste ernüchtert feststellen, dass in meinem Fall, einem MB 280SE / 1970, einem doch schon sehr häufig angebotenen Oldtimer, die in den Portalen durchschnittlich geforderten Verkaufspreise für die einzelnen Zustandsnoten, doch erheblich unter den von Classic Data angegebenen Marktpreisen liegen.

    Beobachtet man so wie ich mal über mehrere Monate dazu auch die Preisangaben von Händlern in den Portalen, fällt auf, dass Anfangs recht überzogene Angebotspreise schon nach kurzer Zeit wieder deutlich gesenkt werden, bis der angebotene Oldtimer sich dem oberen “preisgünsigeren” Privatangeboten langsam nähert und wenn er denn mit Gewährleistung angeboten wird, gute Chancen hat, einen Käufer zu finden.

    Ganz gute Orientierungshilfen bietet auch eBay, wo inzwischen sehr oft nicht erkennbare Mindestpreise von den Anbietern “gesetzt” werden, die dann meistens von den Bietern nicht erreicht werden, weil sie völlig unrealistisch viel zu hoch angesetzt sind.

  31. Pingback: Rien ne va plus bei 20.000 +

  32. Da fragt man sich beim groben Lesen von motorbloeckchen.de ja schon, ob man selbst doof ist. Dankeschön für eure Erläuterungen

  33. Alpine 12. June 2010 at 09:54
    Detlef,

    hast Du eigentlich schon gemerkt, dass der obige Link “DOX” nicht mehr funzt? Beim VDA gibts die Pressemeldung über den Oldtimer-Index garnicht mehr.

    http://www.google.de/#hl=de&q=vda+dox&aq=f&aqi=g1&aql=&oq=&gs_rfai=&fp=38b1a35bb90e0379

    Sehr seltsam oder bezeichnend?

    Michael B.

    Hallo, dieser DOX war auch eine Luftblase, an einem Nachmittag entstanden. Danach eine Meldung an den Presseverteiler und schon war die Kacke überall zu finden.

    Grüße

  34. @ Michael B.

    danke für den Hinweis. Der VDA hat schon viele Pressemitteilungen “weggeputzt”, oftmals dann, wenn alle Medien von Oldtimer-Magazinen bis hin zu Web-Portalen seinen teilweisen Stuss wiedergekäut hatten. Die ursprüngliche Pressemitteilung finde ich nicht auf die schnelle. Hier sind die nachfolgenden VDA – Presseinformationen nochmal.

    http://img152.imageshack.us/img152/4935/100530mvcvdaundomermitt.jpg

    http://img824.imageshack.us/img824/7636/100824vdadox.jpg

    :-)

  35. Pingback: DOX – Todeswette

  36. @ Dochs,

    das macht der immer so… kurz vor der ersten großen Fang-die-Dummen-Messe Retro Classic in Stuttgart.

    :-)

  37. Unter “Wer sind wir” ist zwar noch kein Inhalt, aber das macht nix. Im Impressum: Retro&Web GmbH – GF: Jochen Strauch …ist wieder in der Bütt und retromäßig werden die ollen Kamellen von vorgestern wieder unters Völkchen geworfen. Hellau.

    https://www.classic-car-tax.de/impressum

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