Offen und ehrlich, wie Halwart Schrader

Ich beobachte Blogs und ich lese in Blogs, beides seit längerem. Vor knapp 9 Monaten machte mir ein maghrebinisher Blogbetreiber den Vorschlag, mal einen Gastbeitrag in seinem Blog zu schreiben; das Thema könnte ich frei vorschlagen. Also schrieb ich in einer Stunde einen Beitrag über einen nassen Strauch  zusammen, danach wurden rekordverdächtige 65 Kommentare abgegeben, der Blogbetreiber, ob dieses bis dahin unbekannten Voice-of-Call völlig irritiert, sperrte daraufhin die Kommentarfunktion, was mit ein Grund dafür war, dass  ich beschloss, selbst einen Blog, das Motorblöckchen, zu starten, und 4 Monate und über 65.000 Besucher und fast 1.000 Kommentare später macht es den Anschein, als wäre dieses Projekt gar nicht so arg schlecht gelaufen:

Manchmal berichte ich nur, manchmal schreibe ich etwas, behaupte, die bessere Gesellschaft würde es auch so sehen, die Leserschaft stimmt zu und bezweifelt das, und eins, zwei, drei Tage später kommt der nächste Beitrag. Man plaudert, man ist von rechts bis links mehr oder weniger nett zueinander, man unterhält sich. Aber ist Euch das schon mal aufgefallen? Man fragt so gut wie nicht.

Blogs sind etwas extrem Modernes, wahre Höllenmaschinen in den Händen publizistischer Nihilisten, zu denen ich mich als Laienschreiber erst nur so ein ganz kleines bißchen hinzuzähle, aber ich persönlich bin auch Romantiker und ohne zu wissen, wie es Euch geht, ich bedaure das Aussterben von bestimmten Rubriken in den Printausgaben von Oldtimer-Magazinen ganz besonders: Bspw. echte Leserbriefe, Meinungen und auch mal kontroverse Diskussionen, auch mal bis es kracht, so wie hier in der Motor-Klassik; Januar 1989, zwischen einem Herbert Engel, einem bekannten Händler edler Exoten und Oldtimer und  Halwart Schrader,  dem namhaften Autor vieler Bücher über Automobilgeschichte und Berater von Schwacke-Eurotax.

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7 Gedanken zu “Offen und ehrlich, wie Halwart Schrader

  1. Ist ja lustig mit den Leserbriefen, ich kann mich noch genau an die Geschichte erinnern, der gute Herbert ist ja heute noch im Geschäft http://www.sportwagen-engel.de/
    Freddy (Friedrich) leider allzufrüh verstorben. Recht hatten beide, Daytonas z.B. kosteten zwei Jahre später das Doppelte und mehr.
    Ich war ja in dieser Zeit viel mit beiden unterwegs, von den USA bis Afrika haben wir Oldtimer und Exoten gekauft – eine schöne Zeit!

    Gerd

  2. Es sind ja wohl über 66.000 Besucher, mich erstaunt das nicht! Was mich vor allem sehr erfreut ist, sind Themen wie dieses. Tatsächlich finden darüber heute in Magazinen oder einschlägigen Foren keine echten Diskussionen mehr statt. Und leider sind nur sehr wenige Blogger in der Lage, die eigene Causa dauerhaft zu verkaufen, ohne sich jeweils etwas komplett neues auszudenken zu müssen.
    Bei Ihrem Freund Histomat reinzulesen und zu verstehen, was er denn tatsächlich sagen will, wird zunehmend schwieriger. Insofern: stimmige (Kunst-) Figur Detlef Kupfer, gutes Konzept von Anfang an, passt. Alles andere wäre auch verdammt schade, denn in erster Linie ist Ihre Schreibe größtenteils einfach gut, fast schon professionell recherchiert, gut unterlegt – Themen und Thesen sind dafür erstmal egal. es macht Freude hier reinzuschauen.
    Winfried H.

  3. Ich finde auch, ein, nein zwei erstklssige Beiträge. Der “Siebnschläfer” hats aber in sich (ward Ihr dann im Tessin?).

    Mich würden mal die Antworten der beiden Schreiber in der MK 1989-2 interessieren, die ja in ihren Marktbeurteilungen gegensätzlicher nicht sein können.

    Kannst Du die auch mal einstellen?

    Michael B.

  4. Mir geht es ebenso wie Winfried230s.
    Ich lese normalerweise keine Blogs und schon gar keine Foren mehr. Mir scheint es inzwischen, dass mittlerweile die halbe Welt sich in Foren langweilt und deshalb dem Rest der Welt mitteilen muss – und sich das darin stunden- und Tagelang erschöpft – dass man mitteilt, etwas mitzuteilen zu haben. Kommunikation ist was anderes.
    So kann man sich irren, aber ich gebe zu, ich bin auch einer der wenigen, die Detlef Kupfer persönlich kennen.
    Der “nasse Strauch” ist tatsächlich köstlich zu lesen und ein echter Eulenspiegel.
    @ Detlef, füll doch mal Deinen “Rückspiegel” auch mit solchen Seiten wie dem 1989er Leserbriefen und alten Marktbewertungen auf. Das ist ja hochinteressant.

  5. Detlef,
    ich habe jetzt grade mal bei Histomat reingelesen. Der schreibt da etwas von “Detlef Lobo…”.

    Auweh, einer aus Deutsch-Sudan witzelt über uns Jungs aus harter Frankfurter Schule. Nächste Woche bei Histomat: Helmut Lobos heißeste Frühlingsfrisurentipps, mit Selbstportraits.

  6. Ist ja interessant, mal einen 20 Jahre alten Leserbrief zu lesen.
    Laut Herrn Schrader waren Auktionen 1989 Lug und Trug und folglich die in Oldtimer-Marktbewertungen eingeflossenen Daten genau so. Inzwischen hat sich aber ein viel breiterer Mainstream und eine um ein mehrfaches größere Oldtimerbranche gebildet. Diese “bewährten Methoden” von damals und genannten Manipulationen dürften heute grade in mittleren Preissegmenten, da wo nämlich quantitaiv die größeren Umsätze mit einer Vielzahl von wesentlich unerfahreneren Käufern gemacht werden, immer noch gang und gäbe sein, was natürlich ein trübes Licht auf die heutigen, angeblichen Marktwertdaten wirft.
    Mir gefällt es auch, dass man hier mal offen über solche Themen diskutieren kann. In Jochen Strauchs Oldtimer-Info-Forum wäre jetzt schon Frank-Zensurix eingeschritten.
    Max R.

  7. Gratulation zu den > 200.000

    Und mein Angebot von gestern steht: Mitfahrgelegenheit jederzeit.

    Gernot H.

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