Schwyzerdütsch: “Elende deutsche Hure”

by Detlef on 30. January 2010

Die Schweizer schwärmen nicht für deutschen Fussball, sie beneiden ihn, als etwas vom Wenigsten, was neben Autos aus Deutschland kommt. Anschluss und Unterwerfung von Helvetien ob gewaltsamen, durchorganisierten Einmarsches deutscher Truppen, wäre für Schweizer nicht zuletzt nur deshalb eine Katastrophe, weil dann alle schweizerschen Fussballclubs in der «erweiterten»  deutschen Bundesliga in die neugeschaffene 7. Kreisklasse fliegen würden.

Verständigungsprobleme  auf Fussballplätzen wären vorprogrammiert. Für die Ohren von Nordlichtern klingt Schwyzerdütsch wie eine Mischung aus Norwegisch und Türkisch – oder aus Gesang und Geröchel, wie besonders boshafte deutsche Spötter schon mal behaupten.

Irgend was ist den Schweizern über die Leber gelaufen. Der angesehene Zürcher “Tagesanzeiger” schrieb, dass die Hemmschwelle der Schweizer ihren Unmut Deutschen gegenüber zu äußern, stark gesunken sei. Im Schweizer TV empfiehlt man gar, mit Deutschen in der Schweiz nicht mehr hochdeutsch zu sprechen. Bei der Polizei Zürich soll die Zahl der Drohbriefanzeigen gegen Deutsche zunehmen. “Die Kugel für Dich steht schon bereit, Du elende Deutsche Hure”, soll es in einem dieser Briefe an eine Deutsche geheißen haben.
 
Mögen die uns nicht mehr, die Schweizer?  Kaum ist die Minarett-Debatte  dort vorbei, wenden sich die Alpenländler wieder uns germanischen Vettern zu. Solange wir brav Geld  und Gold zumwinkelten und solange Politiker aus der Wiesbadener Staatskanzlei mit Koffern voller kleiner Scheine aus jüdischen Erbschaften  in die Schweiz fuhren, waren wir gern gesehene Gäste. Nach dem Freizügigkeitsabkommen ist das anders geworden. Die Anzahl der Germanen in der Schweiz hat sich seit 2002 nahezu verdoppelt. 250.000 Deutsche zog es in „Heidis Heimat“, davon sollen 28.000 in Zürich leben.
 
Viele von ihnen sind Akademiker, mit Bafög an deutschen Unis zu gebildeten, hochqualifizierten Menschen gemacht. Es heißt: Die meisten Krankenhäuser im deutschsprachigen Teil der Schweiz könnten ihren Betrieb ohne hochqualifizierte deutsche Mitarbeiter einstellen. In Thurgau oder St. Gallen kommt bereits jeder dritte Arzt und die Hälfte der Pflegekräfte aus Deutschland, und in Zürichs Universitäten geben sich  Deutsche Professoren  die Klinke in die Hand.

Einwanderer, die die Wertschöpfungskette anreichern sind gern gesehen – außer in der Schweiz. Wenn das so weiter geht, wird die Schweiz wohl in einigen Jahren die erste faschistische Diktatur Europas nach dem Ende des 2. Weltkrieges sein.

Nur ein Glück, dass die jetzige feindliche Einstellung gegenüber den Germanen nicht schon 1954 bestand, niemals hätten die sonst Sepp Herbergers Gurkentruppe auf ihren heiligen Rasen im Wankdorf gelassen, und Boss Rahn und seine zehn Freunde hätten bis zum Jüngsten Tag auf das «Wunder von Bern» warten können. 

Nun denn… bleibt stark!

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Bastian 30. January 2010 at 13:04

Es stimmt leider. Meine Frau ist Schweizerin und froh, dass wir hier leben und nicht umgekehrt. Es ist zwar nicht so schlimm, wie von der Presse aufgebauscht, aber diese nationalistischen Stimmen werden immer höhrbarer und sie stehen den Braunen in Deutschland in nichts nach.
Das mit dem Schwyzerdeutsch hier, lass ich meine Frau besser nicht lesen, weil da ist sie auch ein wenig national eingestellt.
Bastian

gerd 30. January 2010 at 14:22

Ich mag die Schweiz und die Schweizer, habe viele Freunde und Bekannte dort, reise auch oft dort hin. Das dumme Geschreibsel der schweizerischen Boulevardpresse ist genau so wenig ernst zu nehmen wie das immer noch von Deutschenhass geprägte Geschreibsel vieler britischer Boulevardmedien, hiergegen ist die schweizerische ja mehr als zurückhaltend. Für mich ist die Schweiz eine Oase in der unsäglichen von Versagern und Selbstversorgern geführten EU, ich hoffe, die Schweizer haben die Kraft aus diesem Elendsverein, in dem sich mittlerweile kapitalsaugende korrupte und unterentwickelte Drittweltländer befinden, -die uns auch noch hineinregieren dürfen- draussen zu bleiben. Eine EU aus den nordwesteuropäischen Kernstaaten auf einem kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Niveau wäre mein Favorit.

Ich wünsche mir für Deutschland ebenfalls eine mehr auf nationale denn internationale Interessen eingestellte Politik, was dann dabei an Faschismus grenzen soll, ist mir schleierhaft. Das eine nationalere Einstellung gleich eine braune oder faschistische sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, das ist wohl eher der gleiche Stammtisch Jargon gegenüber dem hier so gewettert wird.

So, her mit den empört-betroffenen Gutmenschenkommentaren :-)

Gerd

PS: für Fussball interessiere ich mich nicht :-)

Roberto 30. January 2010 at 14:40

Was wird passieren, wenn die Araber mal aufwachen und den Oelpreis am Schweizer Franken festmachen? Schnappt das Käser-Völkchen dann über?

Consultant 30. January 2010 at 14:47

Die Schweizer lassen angeblich nur noch 6000 Euro rein und stellen dann auch noch dumme Fragen.

Also, zumindest gibt es da jetzt so eine Verordnung.

Friedrich H.

klausrinner 30. January 2010 at 15:07

Die Schweizer sind keine Deutschenhasser im klassischen Sinne. Doch leider bedient sich der “Drack”, der sich dort immermehr versucht breitzumachen, größtenteils der Deutschen Sprache.

Dies und die für ordentliche Schweizer Bürger unverständliche Toleranz gegenüber Misfits seitens der deutschen Behörden bzw. das unterlassene rigorose Vorgehen gegen ausländische Kriminelle impliziert der Schweizern (zu Recht), daß ein großer Teil des Ausländerübels den Deutschen zu verdanken ist.

Ich hatte vor einigen Monaten das Glück, eine außergewöhnliche Reise als einziger Deutscher (vielleicht war ich der Quotendeutsche) inmitten von 20 wohlhabenden Schweizern mitmachen zu dürfen.
Da auch ich sehr nationalistisch eingestellt bin, hatte ich eine sehr gute Zeit mit diesen Leuten und wir verstanden uns blendend.
Grüße

Klaus

Henry 30. January 2010 at 15:12
Detlef Kupfer 30. January 2010 at 15:19

Ich mag sie und ich habe mich in Korrespondenzen auch schon an den fehlenden Kleinbuchstaben Eszett gewöhnt. Nur das mein langjähriger Arbeitgeber mir an Weihnachten nicht mehr wie früher die 1-A-Champagner-Trüffel von Tauscher auf der Bahnhofstrasse, schickt, sondern No-Name-Ware vom Geschenkartikelgroßhandel, fuchst mich schon. Vielleicht steckt da mehr dahinter?

Sapphire 30. January 2010 at 15:26

Was regen die Schweizer sich auf? Auch in Deutschland gibt es schweizer Gastarbeiter, oftmals auf lukrativen Positionen. Soll man beklagen, dass ausgerechnet an der Spitze einer Bank, die sich “deutsch” nennt, ein Alpenländler sitzt?

Zu der von Gerd erwähnten “nationaleren Erziehung” – ich wohne im Grenzgebiet zu Frankreich und Luxembourg. Wieso sollte der 800km entfernt lebende Görlitzer mir näher stehen als der 80km entfernte Einwohner von Metz? An der Sprache kann es nicht liegen…

Thomas

Hausmann 30. January 2010 at 15:30

Die Schweiz ist heute der einzige Paßstaat, der es ins Zeitalter des Nationalismus und später ins Zeitalter der Globalisierung geschafft hat. Der zweite Kandidat, Tirol, scheiterte an Napoleon und sank ab zur Peripherie zweier konkurrierender Staaten.

Die Schweiz verkörpert den Sieg der 1848er Revolution und ist bis heute die entwickeltste Demokratie des Kontinents. Auf den Punkt gebracht: Die Schweizer sind die einzigen Europäer, die in ihrem Land etwas zu sagen haben, trotz eines höheren Ausländer- und Migrantenateils als in Deutschland. Wer ein funktionierendes Modell eines Vielvölkerstaats sucht, findet es hier.

Das Bankgeheimnis leitet sich aus der Paßstaatseigenschaft ab. Niemand will und muß jenseits der Alpen wissen, was jemand diesseits derselben deponiert.

Als Nationalstaat ist die Schweiz eine Exklave innerhalb der EU. Es gelingt ihr in seltenen Fällen, bestes Beispiel die Alpeninitiative, Einfluß auf die EU auszuüben. Meistens jedoch bleibt ihr nichts anderes übrig, als, ohne an den Beratungen beteiligt zu sein, EU-Recht zu übernehmen, was wiederum stark von Deutschland beeinflusst ist. Und das dürfte es sein, was den Schweizern zunehmend stinkt. In solchen Zeiten haben Nationalisten wie Blocher leichtes Spiel, aber das kennen wir ja aus den 30er Jahren.

Heinrich W.

Alphonsausderpfalz 30. January 2010 at 15:36

Ähhh, ich bin nicht nachtragend. Wer solch mickrige Burgen als Stammsitz gehabt hat, den kann man nicht so richtig ernst nehmen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Habsburg_(Burg)

Wir sollten sogar ein bisschen dankbar sein, weil man in den meisten Hinterlassenschaften wenigstens bei angenehmem Panorama anständig essen kann.

http://www.schlosshabsburg.ch/

Detlef Kupfer 30. January 2010 at 15:43

“Blocher”, durch diese hohle Hose muss er kommen :-)

Und der Rest ist genz einfach: Die Schweiz hat die Wahl, uns aufzunehmen. Oder wir zeigen ihr mal, wie sich das Abschneiden vom Schwarzgeld und Verzicht auf Rewe-Käse-Fondue so auswirkt. Ich wette, nach zwei Wochen würde die Zürischer Bahnhofstrasse jede Kampagne für die deutschen Neukantone bezahlen.

P.S. In den letzten 60 Minuten ca. 6 cm Neuschnee hinter mir im Garten.

gerd 30. January 2010 at 15:56

@Thomas – mir geht es nicht um eine “nationalere Erziehung” sondern um nationale Interessen, die nahezu von allen EU Mitgliedsstaaten vehement vertreten werden. Möglichst (und oft genug) auf unsere Kosten. Ich habe bei uns nicht einen Funken Vertrauen in die im Bundestag vertretenen Parteien/Personen und deren duckmäuserisches Verhalten gegenüber noch so abstruser Forderungen anderer Staaten oder hier vertretener Minderheiten. Deutsche Aussenpolitik besteht seit langer Zeit nur noch im Geldverteilen, da ist man natürlich (wie weiland der unsägliche Herr Fischer) hochbeliebt. Das liebe ich halt an den Schweizern, dass sie dies nicht tun. Hier sollten wir uns mal eine dicke Scheibe abschneiden. Das populistische Gebabbel der SVP und mancher schweizer Boulevardmedien mal aussen vor, das ist oft in der Bild nicht anders. Die Boulevardmedien wie Bild, RTL 2 usw. haben schon richtig erkannt, das Erfolge und Auflagen steigen wenn man sich auf das gleiche unterirdische Niveau ihrer Zielgruppen begibt, Sex sells ist heute (nicht nur hier) durch “Blöd Sells” abgelöst

Warum habe ich immer das Gefühl dass die deutsche Politik mal wieder was falsches oder teures Gemacht haben, wenn wir im Ausland Beifall bekommen??

Gerd

(frankophil, im Dreiländereck ebenfalls aufgewachsen, mit sind die Luxemburger und Lothringer heute auch noch näher als die Görlitzer oder Berliner :-) )

Consultant 30. January 2010 at 16:08

Detlef,

Du bist heute irgend wie gut drauf oder täusche ich mich?

Friedrich H.

Detlef Kupfer 30. January 2010 at 16:20

In gewisser Weise schon. Wenn ich so was wie heute morgen lese und mir grade vorstelle, dass nicht nur 1.500 unserer Elitesse, sondern ein Vielfaches davon übers Wochenende mit ihren Steuerberatern und Rechtsanwälten jetzt wie Zitteraale an den Telefonen und in Kanzleien hocken…

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,674942,00.html

Ich frage mich, wann die in der Schweiz die Todesstrafe einführen, für das Brennen bestimmter CD’s?

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bmb 30. January 2010 at 16:28

Wenn der Bundesminister weiß, daß die Daten gestohlen sind und er kauft sie trotzdem – ist er dann ein Hehler??
Fragt sich
BMB

gerd 30. January 2010 at 16:36

Detlef ist als Gutmensch immer gut drauf, wenns den bösen bösen Reichen und Konzernen an den Kragen geht :-)

Sapphire 30. January 2010 at 16:59

@ Gerd, ich wollte auch eigentlich Deine Formulierung “Einstellung” anstatt “Erziehung” schreiben, aber letzteres trifft es im Falle der Schweiz doch auch irgendwie, denn der Nationalstolz wird dort ja bereits mit der Muttermilch eingeflößt (und ich frage mich nach wie vor, wie man auf etwas stolz sein kann, zu dessen Entstehung und Gedeih man selbst nichts beigetragen hat?).

Die schweizer Einstellung zur nationalen Besitzstandswahrung vernachlässigt gerne den Anteil, den die “bösen Nachbarn” am eigenen Erfolg haben. In gewisser Weise vergleichbar mit Luxembourg – die Firma, in der ich arbeite (nein, keine Bank) hat nur zu einem Bruchteil einheimische Kunden, das Gros der europäischen Kundschaft kommt aus Deutschland, Frankreich und Italien. Ohne diese wäre es kein weltweit agierendes Unternehmen mit > 1000 Mitarbeitern, sondern eine kleine Klitsche mit vielleicht ein paar Dutzend Eingeborenen für den Luxembourger Markt. Es ist ein Geben und Nehmen, Rosinenpickerei finde ich daher unanständig. Genauso, wie ich das Besinnen auf eine nationalere Einstellung für keine gute Idee halte, wenn man sich selbst (zumindest bis 2008) stolz als Exportweltmeister positionieren will.
Thomas

Detlef Kupfer 30. January 2010 at 20:36

@ Gerd,

bitte nicht pauschalisieren. So einige asoziale Scheissgestalten und Drecksäcke machen es einem aber auch verdammt leicht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,675013,00.html

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Consultant 30. January 2010 at 21:46

BMB schrieb: “Wenn der Bundesminister weiß, daß die Daten gestohlen sind und er kauft sie trotzdem – ist er dann ein Hehler??”

@ BMB,

wenn die Staatsanwaltschaft zur Ergreifung eines Mörders eine Belohnung aussetzt und jemand gibt tatsächlich den entscheidenden Tip – ist er dann ein Verräter oder ein Held?

Willy 31. January 2010 at 11:04

Moin,

je weiter man noch Norden kommt, desto uninteressanter wird die Schweiz, Berge, etwas zierlicher zwar, haben wir selbst.
Als ich das letzte Mal, (vor ca. 25 Jahren) dort war, wurde ich abgezockt, genauso wie beim Urlaub zwei Jahre zuvor, damit sind Land und Leute bei mir durch.

Lasst sie doch quasseln.

Willy

Poppelsdörfer 31. January 2010 at 11:55

Die Hehler in Deutschland gestohlenen Geldes regen sich auf.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675076,00.html

Unverfrohrenheit ohne Grenzen, meine ich, als ehemaliger Mitarbeiter eines Finanzamtes und heute Steuerberater (der bei Gott, noch nie einem Mandanten die Geldkofferfahrt in die Alpen empfohlen hat). Die besten und meisten Tips kommen übrigens nicht auf CD, sondern meist von geschassten Ehefrauen, Freundinnen, Geschäftspartnern etc.

Ist übrigens ein richtig gut geschriebener Blogbeitrag.

Herr W. aus M. 31. January 2010 at 12:30

Hehlerei

ist nur mit Sachen, nicht aber mit Daten oder Forderungen, möglich.

Die CD, auf der die Daten gespeichert sind, sollte also nicht bei der Bank geklaut sein.

Gino 21. May 2010 at 10:44

Was kümmert es deutsche Eichen, wenn sich ein Schweizer an ihnen reibt. Ich vermute mal, angesichts der Euroschwäche werden deutsche Urlauber ihre Italienroute statt durch Österreich wieder mehr durch die Schweiz legen. Ein paar harte Fränkli in den Alpen haben noch nie geschadet

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