Brüder im Geiste der Steuerhinterzieher

In Groß…

Unabhängig davon, ob Herr Schäuble damals von Herrn Schreiber wissen wollte, ob jenes ominöse Geld im Umschlag nicht aus noch dubioseren Quellen stammt, und unabhängig davon ob die CD mit den  Daten deutscher, mutmaßlicher Steuerhinterzieher, wegen deren Ankauf sich die Koalition gerade so in den Haaren liegt, und auch davon ob nicht doch auch der eine oder andere Hartz-IV-Empfänger, aus Angst vor der Verarmung sein Vermögen den Genfer Bankern gab, um es den deutschen Sozialbehörden zu entziehen und jetzt auch namentlich auch auf der CD aufgeführt sein könnte, mal eine Frage:

Darf der Staat, der vor allem uns Vermögenden und Wohlsituierten gehört, unseren edelsten Sport kaputt machen? Steuerhinterziehung ist schließlich nicht nur ein Delikt der Kavaliere, sondern jenseits des schnöden Mammons und der paar Kröten für den Staat, die man auch anders vermeiden könnte, vor allem ja wohl eines: Nervenkitzel.

Wer jemals Vertreter der Autonomen Ende der 68er kennenlernte, so wie ich, jenen Brüdern im Geiste der Steuerhinterzieher, weiss auch um deren perverse Lust am Rennen, am Steinewerfen, am Tränengas und den Wasserwerfern, von denen sie sogar alle technischen Details wissen. Eine Krawalle ist nur wirklich toll, wenn die Staatsmacht mit Hundertschaften und Blaulicht anrückt und dagegen hält. Der Autonome fühlt sich nicht durch den Steinwurf mutig, sondern durch das Wissen, den Staat zu provozieren und seine Freiheit aufs Spiel zu setzen. Würde man die Autonomen einladen, ihre Krawallen auf einem Schrottplatz bei Vockerode   abzuhalten, mit kostenlosem Transfer, Freibier und Zerstöre was Du kannst, es kommen keine Bullen – es würden keine drei Mann dort mit hinfahren.

Das erbärmliche Gewinsel rechtsliberaler Politiker um etwaige Rechtsprobleme beim Ankauf der CD zeigt nur, dass sie nicht verstanden haben, wie das Spiel funktioniert: Steuerhinterziehung macht den größten Spaß, wenn man damit trotz aller Risiken als Einzelner gegen das System durchkommt, und es statt dessen den Nachbarn, “blöd wie der schon immer war”, “der hat seine Millionen niemals ehrlich verdient”, in seiner protzigen Marmorvilla zerbröselt. Steuerhinterzieher lieben die Fahnder, wenn sie ein Haus weiter fahren. Das ist der ultimative Kick.

Echte Steuerhinterzieher brauchen das. Daheim sind sie Mittelständler, Handwerker, Bank- und Firmenvorstände, Apotheker und Zahnärzte, sie müssen brave Reden halten und auf den Perserteppichen die Moral hochhalten. Immer und jederzeit. Aber dann, ob daheim beim Ausfüllen des Kassenbuches, Eingabe der Umsatzdaten oder an der Grenzkontrolle können sie noch einmal ein Mann sein, Mut beweisen, etwas wagen, eine Ahnung bekommen, wie es war, als sie noch jung, dumm und risikofreudig waren.

Ist man nämlich erst mal vermögend und gut situiert, fallen viele andere Aufregungen weg: Wie der Autonome in Kreuzberg bei Berlin fährt man unsichere Oldtimer, um dem elenden Gefühl in der neueren S-Klasse zu entgehen, dass man alles überleben würde; man kommt immer irgendwie durch, das Netzwerk hilft schon und irgendein Freund kennt sogar im schlimmsten aller Fälle jemanden, der weiß, wie man dem Finanzamt jahrelang die 15 Millionen – Beute  nicht “erklären” muss. Die ganze Welt ist dazu da, einen der zur Elite gehört, abzufedern und abzufangen, der Staat ist, von oben betrachtet, eine einzige Knautschzone mit Airbags von allen Seiten: Prima, wenn man dahinter sitzt. Davor sitzen sicher auch welche, ohne Knautschzonen, aber die wurden einem nicht vorgestellt.

Wenn Essen der Sex des Alters ist, dann ist Steuerhinterziehung in der Schweiz die wüste Krawalle des Schwarzen Blocks der reichen Alten. Typen wie Zumwinkel können nicht “Feuer und Flamme für diesen Staat” rufen,  Autos in Brand stecken oder Fenster von Banken und Behörden einwerfen; der Schwarze Block der reichen Alten kann aber um so lauter über die Transferleistungen des Staates, seine Verschwendung und vor allem über dummdreiste Massen von ALG- und Hartz4 – Empfängern  schimpfen und gleichzeitig und beruhigt wissen, dass sein Geld ja in der Schweiz sicher vor solcher Verschwendung ist.

Auch so wirft man Pflastersteine auf eine verhasste Gemeinschaft, wenn man sich physisch und intellektuell nicht mehr bücken kann.

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99 Gedanken zu “Brüder im Geiste der Steuerhinterzieher

  1. Kupfer,

    nix für Ungut und lass mal gut sein.
    Wenn du meinst, die Frau muss ihre 392,80 Rente versteuern, ist es wohl so.

  2. Lieber Detlef, passend zum Thema möchte ich an dieser Stelle endlich die Gelegenheit nutzen, Dir für Deine vielen schönen bisherigen Artikel zu danken, insbesondere für diesen, dessen Inhalt mir gestern Abend reichlich Anregungen für ein Gespräch mit Freunden im Club zu diesem Thma gab. Einen Freund, der Steueranwalt ist, als Bruder im Geiste mit einem Anwalt Linksautonomer auf eine Ebene zu stellen, getraute ich mich aber ehrlich gesagt, nicht.
    Markus

    Edit: Schreibfehler beseitigt: statt Ihr “Deine”

  3. WaM

    nachdem ich Deine Antwort nochmal durchgelesen habe, erschleicht mich der Eindruck, dass ich trotz aller Aufstiegsbemühungen, die schon mein leider verstorbener, maschinenausstattungenverkaufender Papa angestellt hatte, einfach auch nur Unterschicht bin. Bildung bspw. in Steuerrecht ist dann nur Tünche und/oder Attitüde.

    Aber dafür

    .

  4. Das wird doch bestimmt morgen auf dem Römerberg noch mal auf Großleinwand gezeigt – oder?
    :)

  5. Na ja, gegen Dortmund ist für mich was besonderes. Nach dem letzten 6 : 0 – Sieg gegen die Eintracht vor ein paar Jahren frozelt mich seither so eine befreundete Dortmunder Frohnatur. Der bekommt gleich morgen früh ne E-Mail mit nem Link hierher.

    Komisch, grade jetzt erinnere ich mich an die Folge von Peppone und Don Camillo, die mit dem Fussballspiel. Ich muss mal im Sommer, wenn unsere Old-Boy-Mannschaft wieder mal zu einem Äppelwoi-Spiel antritt, was über Peppone und Don Camillo schreiben… vielleicht kriege ich Gerd mit dazu, als rechten Flügelstürmer…
    :)

    .

  6. Ich bin begeistert. Der Bund der Steuerzahler hat seine Schuldenuhr aktualisiert. Dort ist jetzt nachzulesen, dass wir sekündlich 4.481 Euro neue Schulden machen. 400 Millionen Einnahmen aus den CDs verschaffen uns also eine Atempause von 25 Stunden.”

    Wie viel CD’s brauchen wir denn dann? Das entlastet ja den Bürger, um sage und schreibe 5 Euro/Jahr. Nur gut, dass die Energiekosten immer weiter steigen. Ganz zu schweigen von der legalen Steuergeldverschwendung so ca. 30 Milliarden pro Jahr. Aber egal, Hauptsache man hat ein paar Idioten, die man an den Pranger stellen kann. Wegen der Gerechtigkeit und so. Es sind ja demnächst Wahlen in NRW.
    Wenn diese CD nicht mal genau so eine Wirkung zeigt wie die Schweinegrippe. Erinnert mich inzwischen auch so wie Detlef schon, an die Tagebücher von Addi, die der Stern seinerzeit gekauft hat. Ist Kujau vermutlich wieder aktiv?
    Es ist aber auch eine Zeit.

  7. Hat jemand Anne Will gesehen? Ja ja, deutsche Steuerhinterzieher haben es nicht leicht.

    http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill1686.html

    Seit vorgestern ist ihr Los erst recht unerträglich geworden sein, dank der Herren Sprenger und von Bechtholsheim. Eine dummdreistere Argumentation zum Thema habe ich selten gesehen. Selbst Hans-Olaf Henkel musste nach Luft schnappen.

    „Die Steuerhinterzieher wehren sich ja nur gegen das System.“ Aha.

    „Kapitalflucht ist Pflicht.“ Soso.

    “Vermögende brachten ihr Geld aus Angst vor den Russen in die Schweiz.” Tatsächlich?

    Das war dann ganz leichte Beute für Sahra Wagenknecht, die wie eine russische Kalaschnikow redete, und Statistiken runterkurbelte, als wollte sie sich bei GfK für einen Praktikumsplatz bewerben.

    Ich sags noch mal ganz offen: Wer glaubt, dass es irgendwelche Steuer-CDs gibt, der glaubt auch an den Osterhasen und den Weihnachtsmann.

    a) Seit wann agieren Ermittlungsbeamte öffentlich ?
    b) Seit wann gehen aus Bankdaten Steuerdaten hervor ?
    c) Seit wann weiß man schon vor dem “Kauf” was rauskommt ?

    Ich glaube, es findet (mal wieder) ein gigantisches Kasperletheater statt, bei dem der gleiche Spieler hinter dem Vorhang sowohl den “Kasper”, den “Räuber” als auch den “Polizisten” macht, teilweise wohl auch die doofen Zuschauer gleich mit (siehe Anne Will).

    Und der Zweck?

    a) Mit dem Bluff möglichst viele Schafe anzuregen von alleine zum Schlachthof (Finanzamt) zu kommen.

    b) Davon abzulenken, dass unsere Regierung hunderte Milliarden Euros bei der Rettung der Bankster versiebt hat, die sich in Luft aufgelöst haben und weitere viele Milliarden dort noch reinstecken (“umverteilen von unten nach oben”) werden, die uns an allen Ecken und Enden viele viele Jahre fehlen werden.

    .

  8. @ TractionAvant

    Klar ist Dr. Elmar B. Sch………. bekannt. Soll eigentlich kein Unsympatischer sein. Er soll jedoch seit dem er verurteilt worden war und seine Klage eingereicht hatte, von den Anderen oben auf unserem Berg, ganz schön geschnitten werden. Ich sagte doch neulich, ich kenne mehrere Nachbarn von ihm, von Schadenfreude bis hin zur Forderung von Höchststrafen ist da alles drin, bei den ganz ganz reichen Leuten oben vom Berg (ich weiß, das nimmt mir ehe keiner ab).

    Interessant finde ich mal wieder die Stimmungsmache. In der Schweizer Presse liest sich das ganze völlig anders. Ist doch klar, dass die LGT in Berufung geht und wie ein endgültiges Urteil mal in vielen Jahren aussieht, warten wir es mal ab.

    .

  9. Ja, die kleine Runde bei Frau Will war höchst lustig. Am befremdlichsten empfand ich eigentlich unseren BDI-Präsidenten i.R., Herrn Henkel.
    Sein säuerliches Grinsen in Richtung Frau Wagenknecht konnte ich aus menschlicher Sicht noch nachvollziehen.
    Weniger allerdings seine Theorie, dass die Steuerhinterzieher ja insbesondere die Reichen (also die , die viel Steuern zahlen) schädigen. Die, die ohnehin keine Steuern zahlen, seien demnach auch gar nicht geschädigt. Die Nummer kam gleich 2x.

  10. Ich frage mich nur, wie lange unser System noch funktioniert?

    In Frankreich hat sich die soziale Situation vor rd. 200 Jahren – als reiche, abgeobene Adlige keine Steuern zahlen wollten – irgendwann entladen.

    Wenn ich heute die Berichte vergleiche – Hartz IV müssen 20 € zurück bezahlen – ein Bundesverfassungsgericht muss prüfen, ob Kinder zu wenig Hartz IV für eine menschenwürdige Existenz bekommen (was für eine Schande) – Bankster von Pleitebanken kassieren 3 Mio Boni durch den Steuerzahler indirekt/direkt finanziert, so wird mir nur an mir selbst bewusst, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet ist. Und ich stand die letzten 20 Jahre recht weit rechts von der Mitte.

  11. Ich möchte zu dem Thema mal die folgende Seite empfehlen, wobei ich annehme, das diese hier bereits bekannt sein dürfte:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4507

    Zitate zu “Was muss jemand bezahlen, wenn er sich selbst anzeigt?”

    ” Zum einen die geschuldete Steuer auf den Erträgen der letzten zehn Jahren, dazu kommt ein Zins von 6 Prozent pro Jahr – ohne Zinseszins. Es gibt in Deutschland eine feste Verjährung – alles was länger als 10 Jahre zurückliegt, ist steuerlich vergeben und vergessen und der deutsche Staat darf nicht mehr darauf zurück greifen. ”

    “Bleibt überhaupt noch etwas übrig, wenn die Steuer und der Hinterziehungszins bezahlt sind?

    Die Selbstanzeige lohnt sich in jedem Fall. Ich mache Ihnen ein typisches Beispiel: Ein deutscher Angestellter erhielt seit Anfang der 70er Jahre in Deutschland einen Bonus von 10′000 Euro, dieser wurde auch rechtmässig versteuert. Dann brachte er das Geld aber in die Schweiz und es kamen jedes Jahr 10′000 Euro dazu. Das Geld wurde nie angefasst und hat sich in den letzten dreissig Jahren mit einem anständigen Zins auf eine halbe Million Euro vermehrt.

    Wie viel muss er jetzt zahlen, wenn er daraus weisses Geld machen muss?

    Gehen wir beispielhaft von einem Ertrag von 20 Prozent über den gesamten Zeitraum aus, über zehn Jahre – wie gesagt, alles was vorher war, kann Deutschland nicht einfordern – haben sich so 100′000 Euro steuerpflichtige Erträge ergeben. Rechnen wir zudem mit dem Spitzensteuersatz von 50 Prozent fürs Nachzahlen, dann fallen daraus 50′000 Euro an. Dazu kommen die 6 Prozent Zinsen, das macht über 10 Jahre ca. 25′000 Euro Zins, zusammen liefert er dem deutschen Fiskus also 75′000 Euro ab und damit ist alles erledigt. Es bleiben ihm also 425′000 Euro.

    Das ist gar nicht so viel, was er bezahlen muss.

    Ganz genau. Wir haben noch nie einen Kunden erlebt, der auch nur annähernd richtig lag mit seiner Schätzung, wie viel Steuern er nachzahlen muss. Alle lagen viel zu hoch. Im normalen klassischen Fall liegt die Quote zwischen 20 und 40 Prozent. ”
    .

    Herrlich – jetzt versteh ich auch die Gründe, wieso die Daten gekauft werden sollen und so ein Theater daraus gemacht wird:

    Der Staat möchte gar nicht die Leute enttarnen, sondern er will sie über die Selbstanzeige zurück nach D holen…. Denn bei dieser lächerlichen Gesetzgebung profitiere ich doch von jedem Jahr, dass ich in der Schweiz unversteuert mein Vermögen lagere – besonders herrlich : es werden keine Zinseszinsen berechnet. Köstlich.

    D.h. warten bis die Gefahr besteht, dass ich entdeckt werde, um dann schnell mich selbst anzuzeigen, und schwupp habe ich gespart und! wieder legales Geld.

    Köstlich…. der Ehrliche kann nicht rechnen und ist der Dumme.

  12. Kleine Alltagsgeschichte:

    Zwei Leute gehen privat essen. Der eine bezahlt, gibt dem anderen die Rechnung und sagt: Nimm du sie, du kannst das absetzen.

    Was haben wir? Einmal Steuerhinterziehung, einmal Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

    Und da liegt das Problem. Nur Menschen mit kategorischer Imperativmoral würden jetzt Skrupel bekommen. Dabei unterscheidet sich diese Aktion nur in der Höhe des Betrags von dem, was vermögende Menschen mit Schweizer Banken tun.

    Friedrich H.

  13. Zitat:
    Kleine Alltagsgeschichte:

    Zwei Leute gehen privat essen. Der eine bezahlt, gibt dem anderen die Rechnung und sagt: Nimm du sie, du kannst das absetzen.
    Zitatende

    Ursache und Wirkung

    Ganz so einfach möchte ich es Dir nicht machen, Friedrich.

    Anderes Beispiel: zu Anfang meiner geschäftlichen reisen hab ich mir von Taxifahrern einen Beleg über den genauen Fahrpreis ausstellen lassen und dann das Trinkgeld aus eigener Tasche obendrauf gelegt. Das hat bei mitreisenden Kollegen immer für Heiterkeit gesorgt. Irgendwann kommt man sich dann einfach saudumm vor, wenn man der einzige ist, der so vorgeht.

    Der Fisch stinkt vom Kopf. Mit welchem Argument soll denn Steuerehrlichkeit im Kleinen eingefordert werden, wenn die Eliten der Gesellschaft (aus Politik, Wirtschaft und Kultur) dies nicht vorleben?

  14. @ Westendler,

    das Gros der in der Schweiz liegenden Vermögen ist eben kein Bonus oder dergleichen, bei dem nur “vergessen” wurde, die Zinserträge anzugeben, zumal die Zinserträge seit Jahren (wenn auch ohne Namensnennung) per Quellensteuer an das Heimatland des Kontoinhabers abgeführt werden.
    Die meisten der bei den Eidgenossen versteckten “Notmillionen” waren aber schon schwarz, bevor sie überhaupt die deutsch-schweizerische Grenze überschritten haben; die Steuerhinterziehung fand bereits zuvor in Deutschland statt und hat mit der Schweiz gar nichts zu tun. Und da reden wir dann von anderen Dimensionen als 20 Prozent. Zumal damit zu rechnen ist, dass die deutschen Behörden in solchen Fällen viel genauer hinschauen werden als bei ein paar “vergessenen” Steuern auf Zinsen.
    Es ist ja nicht verboten, dem Euro zu misstrauen, den Schweizer Franken für die stabilere Währung zu halten und sein Geld deshalb bei einer Schweizer Bank anzulegen. Das Problem ist nur, dass man von jeder Million vorab 300 bis 400 TEUR als Einkommensteuer an den deutschen Fiskus hätte abliefern müssen, BEVOR man den Rest zu den Eidgenossen transferiert. Und wenn man das vergessen hat, summieren sich Nachzahlungen, Zinsen und ggf. Strafen am Ende zu ganz erklecklichen Beträgen.

  15. Na wenigstens ist das Thema in den Medien jetzt so durch, dass jetzt keiner mehr behaupten kann, von den Ermittlungen und deren Datenbasis nichts zu wissen. Vielleicht deshalb der ganze Medienrummel im Vorfeld?

  16. WaM, danke.

    War auch in der Frankfurter Rundschau

    http://www.fr-online.de/top_news/2308524_Deutsche-Politiker-im-Visier-Die-Schweiz-droht-mit-Steuer-Outing.html

    Viel interessanter fand ich einen Artikel in der FR am 08.02.2009, die Übersetzung einer Rede, die Roberto Scarpinato, Italiens oberster Mafia-Jäger am 05.02. auf einer Konferenz in Karlsruhe gehalten hat. Zitat: „Die Auswüchse der Wirtschaftskriminalität in den Chefetagen der internationalen Konzerne, die die Weltwirtschaft bestimmen, verursachen weit größere und schwerer zu behebende Schäden als andere Verbrechen“.

    http://www.fr-online.de/_em_cms/_globals/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&em_cnt=2283116&em_loc=89&em_ref=/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/&em_ivw=fr_feuilleto

    Die ganze Westewave-Nummer etwa ein Ablenkungsmanöver? Einem der bei der LGT auf der Payroad steht und derartiges rausschleimt, ist alles zuzutrauen.
    .

  17. Interessant ist auch dieser Beitrag:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,677033,00.html

    Zitat:
    Darf der Staat heimlich beschaffte Bankdaten von Steuersündern kaufen? Ja, sagt der Regensburger Strafrechtler Tonio Walter. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt er, warum die Behörden “Ermittlungen jeder Art” durchführen dürfen – und selbst der Informant nichts Strafwürdiges tut.

  18. Ich mag keine Links. Aber den muss ich mal, denn der Anbieter der Steuer-CD, die Wuppertaler Fahnder für 2,5 Millionen Euro kaufen sollen, ist ein ehemaliger Mitarbeiter einer Firmengruppe mit Hauptsitz in Liechtenstein. Es handelt sich um ein Unternehmen, zu dessen Geschäftsfeldern die Beratung in Steuerfragen und die Vermögensverwaltung gehören.

    Der Informant scheint im Detail zu wissen, wie das Schwarzgeld-System funktioniert. Gegenüber den Steuerfahndern offenbarte er, wie die Vermögen deutscher Steuersünder in die Schweiz geschleust werden und welche Personen als Mittelsmänner und Kuriere eingesetzt werden.

    http://www.focus.de/finanzen/steuern/steuerfahndung/steuer-cd-schwarzgeld-bande-mit-serioesem-anschein_aid_479609.html

    .

  19. Hartmut,

    in den 70er Jahren (ich weiß nicht mehr, wann es aufgehoben wurde) war es Schweizer Banken verboten, deutsche Rentenpapiere an der Börse zu kaufen. Also kauften “Private” auch “systematisch” die Papiere von Banken und schafften die effektiven Stücke im Trolli in die Schweiz. Null Kontrollen an den Grenzen, das gefährlichste Stück Weg war der Fußweg vom Parkplatz zur Bank, wie mir mal ein alter Parketthase erzählte. Ich nehme auch an, dass ein Großteil der immer wieder genannten Gigamilliarden-Summen, was Deutsche da angeblich in der Schweiz gebunkert haben, noch aus der Zeit herrührt und teilweise institutionellen Hintergrund hat.

  20. Ja.
    Aber darauf wetten dass der Spuck vorbei ist würde ich nicht.

    Mittlerweile haben die Schweizer Trick17 ausgepackt:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,678877,00.html

    Und natürlich keine Amtshilfe auf Basis gestohlener Daten angekündigt. Das macht die Sache mit der Beweisführung für die Behörde natürlich deutlich zäher, da im Zweifel ja alle Unterlagen in der CH sind.

  21. Die Drohung der Schweizer deutsche Politiker mit schweizer Nummernkonten hochgehen zu lassen hat offenbar Wirkung gezeigt. Selbst die nationale Neue Züricher Zeitung verhält sich auffallend ruhig. Da werden wohl einige rote Telefone benutzt worden sein, um keine zweite Flick-Affäre draus entstehen zu lassen.
    Hartmut W.

  22. Mit solchen Deppen, die da tatsächlich noch geglaubt haben, sie könnten das Ding aussitzen, habe ich keine Minute Mitleid.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,684540,00.html

    Andererseits wird mancher der den Weg nachKanossa gegangen ist und Selbstzweifel hatte, ob es sich am Ende nicht nur eine Luftnummer handelte, jetzt beruhigt zurücksinken wenn er sich vorstellt, bei ihm hätte es geklingelt.

    Schönes Wochenende,
    Friedrich H.

  23. Das sind keine Deppen, für die Jungs ist das Nervenkitzel, so wie ich im Beitrag geschrieben hatte, statt Tarzan jagt Jane, so wie früher als man noch jung war und die Lampe überm Bett die Liane im Urwald ersetzte, huaaaaaaaaaa…

    .

  24. Mit welcher Geschäftsidee aus Hessen lässt sich so unbemerkt und nebenbei jeweils eine rund Milliarde Mark machen?

    Stephan

  25. In einem Bundesland, wo eine Richterin Wolski unbehelligt bis zu dem Tag an ihrem Stuhl klebt, wo ihr Mann als Straftäter verurteilt wurde, ist nicht unmööööööglich.

    Peter K.

  26. Erst die hessische Steuerfahnderäffäre und jetzt halt noch eine kleine Petitesse. In Hessen wird halt gründlicher “geputzt” als anderswo.

  27. Pingback: 20°, Resi und Jörg’l hab ihn selig

  28. Pingback: Game over am Ballermann

  29. Ist nicht zu glauben, dass das jetzt ein Jahr her ist. Noch weniger wie der Umstand, dass es offenbar immer noch rund 1000 Vollidioten gibt, die sich nicht selbst angezeigt haben, sich wohl händereibend sicher sind nicht erwischt zu werden, weil dank höherer Anlagesummen auf ganz gewagte Konstrukte zum Verstecken ihrer Schwarzkohle setzen konnten und gegen die ermittelt wird.

    http://www.fr-online.de/wirtschaft/razzia-bei-credit-suisse/-/1472780/7400796/-/index.html

    Banken wie Credit Suisse gehört mal ein Geschäftsverbot auferlegt , eine 9-stellige Geldbuße verbraten und eine Gesetzesänderung gehört her, damit jeder der jetzt noch auffliegt, inklusive Helfer, von vornerein mal mind. 5 Jahre auf Staatskosten frühstückt.

  30. Pingback: 10.05.2011: Kein Mitleid mit Schweizern

  31. Danke für den Link im aktuellen Beitrag. ich habe selten so gelacht, wie gestern Abend beim Lesen dieses Beitrags. Mehr davon, bitte.

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