1937 – 1943 Motorpresse: Motor Schau

1933 Jakob Werlin und Adolf Hitler

Die Geschichte des Motor Schau Magazin fing schon 1922 an.  Adolf Hitler’s späterer, enger Freund Jakob Werlin, leitete eine Niederlassung der Benz & Cie. in München und Hitlers Parteizeitung „Völkischer Beobachter“ zog in dasselbe Haus.

1933 Völkischer Beobachter im Hause Benz - München

Ihre Wege kreuzten sich schon früh. Im Mercedes – Verkaufssalon lernten Werlin und Adolf  Hitler sich damals kennen, als Hitler öfters die Druckerei des Völkischen Beobachters besuchte und gelegentlich einen Blick in den Autosalon im Erdgeschoss warf. Hitler hatte bekanntlich nie einen Führerschein, aber er zeigte sich von den Benz-Modellen so begeistert, dass er unbedingt auch einen Benz haben wollte. Als Direktor der Münchner Mercedes-Niederlassung versorgte er fortan die autobegeisterten, aufstrebenden Nazis mit Autos.

Bevor er jedoch zu Hitlers – Chef – Autoverkäufer avancierte, musste er Hitler erst einmal wegen seines missglückten Putsch in München, in Festungshaft in Landsberg besuchen. Am 12. September 1924 besucht er Hitler, wo der umgeben von treuen Kameraden, an “Mein Kampf” arbeitet. Hitler, der sich in Haft mit dem Gedanken an einen Neuwagen trägt, schreibt Werlin am nächsten Tag einen Brief, in dem er sich kenntnisreich über die Unterschiede zwischen einem Benz 16-50, also einem Wagen mit 50 PS, und einem 11-40, zehn PS weniger, und die Frage, was die höhere Drehzahl für die Lebensdauer bedeutet, auslässt. Er will wissen, ob ein 11-40 “in grau vorhanden und lieferbar ist, und zwar ebenfalls mit Drahtspeichenrädern”. Dann bittet er Werlin, in Mannheim, der Zentrale der Benz & Cie., “vielleicht auch in der Richtung anzufragen, welche Ermäßigung ich sowohl bei einem 16-50 als aber auch bei einem 11-40 bekommen könnte”. Werlin gewährte Hitler deswegen damals einen großzügigen Rabatt und die junge  NSDAP stotterte den Wagen dann für ihren Parteivorsitzenden ab. Hitler stattete sein Auto nachträglich mit allen möglichen Extras aus. In den folgenden Jahren stellte Werlin der NSDAP auch kostenlos Limousinen zur Verfügung.

Mitte der Zwanzigerjahre sind Autos rar und auch andere Nazi – Größen entdeckten lange vor der Machtergreifung ihre Passion für Mercedes – Benz Automobile.  Am 7. April 1926 kommt ein 28-jähriger armer Schlucker, Doktor der Germanistik, in München an. Name: Dr. Josef Göbbels, bis dahin Geschäftsführer des Gaues Rheinland-Nord der NSDAP mit Sitz in Elberfeld und Schriftleiter der “Nationalsozialistischen Briefe”. Er schreibt später in sein Tagebucht: Der “Chef” ist nicht da, aber “Hitlers Auto”. Das mit dem Auto ist, findet er, “ein nobler Empfang!” Göbbels scheint zutiefst beeindruckt. Am Nachmittag geht es ohne Hitler nach Starnberg. “Im sausenden 100 klm. Tempo”, jubelt Goebbels. So ein schönes Auto!

Es ist ein Mercedes. Später gönnt sich auch Goebbels flotte Wagen mit dem Stern auf der Haube.

Selbst gefahren ist er seine Autos nie. Hitlers – passive – Autoleidenschaft ließ ihn früh den Entschluss fassen, allen Deutschen das Autofahren mit einem “Volksauto” zu ermöglichen. Dabei half ihm sein enger Freund Jakob Werlin.

Aufgrund der guten Kontakte zu Hitler wurde Werlin 1933 nach der Machtergreifung in den Vorstand der Daimler-Benz AG berufen. Als einer von fünf Direktoren der 1926 der durch Zusammenschluss der Benz & Cie mit der Daimler Motorengesellschaft entstandenen Automarke Daimler Benz, gab Jakob Werlin Adolf Hitler viele Ratschläge zum Thema Automobile und traf ihn regelmäßig auf der Automobilausstellung Berlin und zahlreichen anderen Motorsportveranstaltungen. Er galt als einer der engsten Berater von Adolf Hitler in der Frage der Motorisierung von Deutschland. Heute würde man sagen: Jakob Werlin war der Chef – Lobbyist der Daimler Benz AG und hatte erheblichen Anteil an dem von Adolf Hitler direkt nach seiner Machtübernahme 1933 verabschiedeten Programm zur Volks – Motorisierung.

Hitler Deutsche Bank Wechsel

Werlin engagierte sich u. a. auch stark bei der Entwicklung des Volkswagens durch Ferdinand Porsche und war ab 1938 ehrenamtlich Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Aufsichtsrats der neu gegründeten „Volkswagenwerk GmbH“.

Werlin war ab 1933 Mitglied der NSDAP (Mitglieds-Nr. 3.208.977) und der Waffen – SS (Mitglieds-Nr. 266.883). Am 16. Januar 1942 ernannte ihn Hitler zum Generalinspektor des Führers für das Kraftfahrwesen, im gleichen Jahr folgte das goldene Parteiabzeichen und die Beförderung zum SS-Oberführer beim Reichsführer SS. Diese Nähe zu dem menschenverachtenden Mordregime der Nazis, brachte ihm nach Kriegsende bis 1949 US-amerikanische Internierungshaft ein. Wie vielen Nazi – Größen gelang ihm nach dem Krieg der Einstieg in das Wirtschaftsleben der jungen Bundsrepublik bei seinem früheren Arbeitgeber Mercedes – Benz, allerdings nicht als kleiner Angestellter. Ihm gehörten die Verkaufs- und Servicestellen von Mercedes – Benz in Rosenheim und Traunstein, die heute zur Mercedes – Benz Pappas & Werlin Gruppe gehören.

Das MotorSchau Magazin wurde vom Motorschau Verlag Dr. Georg Elsner & Co. in Berlin herausgegeben. Es erschien vom Beginn von 1937 an monatlich, ab 1943 bis zur Einstellung 1944, nur noch vierteljährlich.

Heute zählen MotorSchau Magazine zu den heiß begehrten Stücken auf Automobilia – Auktionen. Seltene und gut erhaltene Magazine erzielen inzwischen Spitzenpreise von auch mal 1.100 Euro pro Heft. Über meine zumeist vergeblichen Versuchen, ein paar Hefte zu bekommen schrub ich hier “Niederlagen in Ladenburg”

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4 Gedanken zu “1937 – 1943 Motorpresse: Motor Schau

  1. Hallo!
    Habe eine Ausgabe der Motor Schau 1. Jahrgang Heft 2 März – April 1937
    Würde das Magazin gegen ein ordentliches Gebot verkaufen.

    MfG
    Engl

  2. Hallo Herr Engl,

    ist ja nett von Ihnen, aber machen Sie sich keine verkehrten Hoffnungen. Ich empfehle Ihnen, sich mal die Webseite Automoblia Auktion Ladenburg aufzurufen und das Heft dort in die Mai – Auktion einzuliefern. Dort ist die Anzahl Interessierter und auch preislich Kauffähiger entsprechend hoch.

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  3. Danke für den frühen Erinnerer. Ich wollte ja schon immer mal hin. Sind nur 18 km von hier. Hättest Du auch mal Lust…?

  4. I am looking for issue nr. 2/1941 in complete condition.

    There must be an extra copy out there!

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