“Wenn bei Capricorn die rote Sonne im Meer versinkt…”

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„Der Nürburgring schlingert in die nächste heftige Krise: Der Käufer der Rennstrecke, der Düsseldorfer Unternehmer Robertino Wild, ist offenbar in finanziellen Schwierigkeiten…“ „Seine Gesellschafteranteile am Ring sind an einen Treuhänder übertragen worden, seine Villa und eine Gemäldesammlung hat er mehrfach beliehen. und er sucht nach neuen Geldgebern…“

Ob Robertino Wild, der Käufer des insolventen Nürburgring, heute Morgen den Caprifischer  auflegte?… wohl kaum. Ihn, den Möchtegernganzgroß, nur einen größenwahnsinnigen, geschäftsunfähigen Hochstapler zu nennen, wäre nicht angemessen. Ich sehe da bei ihm schon etwas mehr einen Eingehungstatbestand.

Wie ein Martin Halder oder Gerhard Gribkowsky – unzählige, an dieser Stelle nicht aufgeführte Zeitgenossen mögen es mir nachsehen – gibt uns Robertino Wild nur einen dankenswerten Einblick in jene irreale WahnGedankenwelt, in der nicht wenige unserer  distinktionssüchtigen Funktionseliten leben.

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Kopfkratz. Vermögen und Unvermögen bleiben eben uralte Feinde. Hauptsache, am Nürburgring geht es weiter, so oder so.

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P.S. Falls mir persönlich bekannte Leserinnen oder Leser dieses Blogs sich zu jenen ‘Eliten’ zählen, die sich heutzutage doch vornehmlich durch Blindheit gegenüber und konsequentem Versagen in gesellschaftsrelevanten Fragen auszeichnen, dann möge sie (oder er) diesen Blogbeitrag schlicht ignorieren.

 

Jan Baedecker, darüber spricht man doch nicht

14.10.10 savignac-designer-2

Die bessere Gesellschaft unter den Oldtimerbesitzern schätzt es nicht, wenn man neben ihren Autos steht und durch ihre Seitenscheiben lunst, oder gar ein VIP – Armbändchen für die Partyzelte auf Concour – Veranstaltungen erheischt, sich dort neben sie setzt, vielleicht sogar indiskrete Fragen stellt oder auch nur einfach aufmerksam ihrem meistens sich kaum von dem eines Karnickelzüchtervereins unterscheidenden Klatsch und Tratsch zuhört.

Insofern ist mein Bemühen in sich schon so unschicklich, dass ich in meinem im Frühjahr/Sommer 2015 erscheinenden Buch “Nach allen Regeln der Kunst” frei weg von der Leber erzähle, was einen in den Verkaufssalons einiger namhafter Oldtimer-Händler, bei Oldtimer-Messen und auf -Auktionen und u. a. in Werkstätten von bspw. im Nebenerwerb Mercedes ‘Pagoden’ reparierender und restaurirender Autovermieter erwartet und passieren kann, und wie gerade ich dazu komme, der bekanntlich momentan gar keinen Oldtimer besitzt, als Wegbegleiter durch alle sieben Höllen- und Fegefeuerkreise dieser Szene, und als wäre dies alles noch nicht genug, vielleicht schon bald auch im Auto-Blog einer großen deutschen Tageszeitung, gelegentlich über “alte Autos in besserer Gesellschaft”, zu schreiben.

“Warum Geld waschen, wenn es doch schmutzig so viel mehr Rendite bringt? Tatsächlich ist der neueste Trend aus dem Boom-Markt für Automobilklassiker nichts für Saubermänner…”

Aber, aber, Jan Baedeker. Sie jetzt auch?

 

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Null Bock auf ‘Pagoden’?

12.08.26 Klassikstadt 011

“Sorry, it’s not enough”… rief Auktionsprofi Malcolm Barber, Bonhams-Vizepräsident und Auktionator, kürzlich bei der Oldtimer – Auktion im Mercedes-Benz Museum ins Mikrofon, als “im reichlich angereisten Publikum, unter den ansonsten stilbewussten Moneybags Manschettenknopfträgern bei Lot 09, Lot 34, Lot 43 – partout keiner den Arm hochstreckte. Und die Estimates Estimates sein lassen und die Startpreise einfach um die Hälfte senken, wie beim deutschen Auktionsflop des Jahres 2012 in der Klassikstadt, ging natürlich auch nicht, dass hätte bei einigen Einlieferern womöglich zu akuten Herzproblemen geführt.

An zu schweren Manschettenknöpfen hat die Armhaltung nach unten, wohl kaum gelegen. Die Überzahl der vor ESM –  Rettungs-Fonds um ihre Spargroschen bibbernden und im Garagengold Rettung suchender Schnäppchenjäger, dürfte sich, vielleicht auch die aktuelle Affäre um Helge Achenbach im Hinterkopf, im dicht gefüllten Auktionssall eher die gleichen zwei Fragen gestellt haben, wie ich und andere seit vielen Jahren.

12.08.26 Klassikstadt 010

Marktpreise, auf denen sich die Estimates bei Auktionen berechnen, sollten bekanntlich kybernetische und auf Angebot und Nachfrage basierende Preise sein. Wie kann es dann sein, dass bei Pagoden, die u. a. schiffsladungsweise aus Amiland importiert und hierzulande restauriert werden, von denen bei Oldtimer-Messen, bei einschlägigen Händlern und in Gebrauchtwagenportaln, mehr höchstpreisige Exemplare angeboten werden, als es Strassen in Kleinbloggersdorf gibt, wo sich andererseits aber der deutsche Zulassungsbestand seit 2007 nicht mehr nur seitwärts, sondern sich inzwischen sogar deutlich verringert hat?… runde 500 ‘Pagödchen weniger als damals… wie kann es also sein, dass sich die von den einschlägigen Marktbeobachtern ermittelten Marktpreise für ‘Pagoden’, dann in den letzten 8 Jahren, grob gesagt, beinahe verdoppelt haben?…

2014.07.00 W113 - Deutschland - Zulassungsbestand

(zum Vergrößern auf Bild klicken)

und meine Lieblingsfrage, geht bei dem vom VDA ermittelten DOX Oldtimer – Index, der uns eine komplexe Berechnungssystematik vorgaukelt und jeden seriös errechneten Wertpapier-Index um Lichtjahre schlägt, geht dort alles mit rechten Dingen zu oder wird hier vielleicht wie beim ADAC und ZDF auch, …? und wird hier vielleicht auch wie im Kunstmarkt und wie Wolfgang Schäubele grade anmerkte, eine perverse Nummer gieriger Leute abgezogen … ich wage garnicht daran zu denken.

Ob es nur die Dummheit eines Unternehmers Albrecht war, dessen Clan ihre Milliarden mit dem Slogan „Gutes muss nicht teuer sein“ verdient oder raffinierte Hütchenspieler und scheinbare, neutrale Beraterfreunde die Gier nach Easy – Money in ihm geweckt hatten, bleibt mal dahingestellt. Die „Kafkaeske Achenbach“ & Co geht, wie über die Albrecht – Sammlung gut informierte Oldtimerlkreise wissen, jetzt erst richtig los, und welche Rolle der Edelrestaurierer Klaus KIenle und Klaus Zimmermann vom Mercedes – Benz Classic – Center darin gespielt haben, werden wir spätestens während der Verhandlung gegen Achenbach erfahren.

Anmerkung: Bei meiner Grafik sind vom KBA nicht erfasste Fahrzeuge mit rotem 07er Geizkragen – Kennzeichen und 06er Händler – Kennzeichen, nicht enthalten.

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Selbstreferentielle Vermehrung blauer Nieten II

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“Wenn Breuer tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden würde, droht ihm der finanzielle Ruin…” .”…Breuer werde „im schlimmsten Fall bis zur Pfändungsfreigrenze“ zur Rechenschaft gezogen. Diese liege „im ungünstigsten Fall bei rund 1050 Euro“…”

Also nein, was schreiben denn die Handelsblättler da, ausgerechnet die, die den Breuer und die ganzen anderen neuen Helden der Gesellschaft, die Tetzelkastenackermänner, früher kimmenschleckendauf Händen durchs neokonservative Leserpublikum getragen haben?

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Schweizermesserscharfes Meilenwerk Geschäftsmodell

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“Der Bau des Oldtimer-Zentrums «Meilenwerk Zürichsee» auf dem ehemaligen Gelände der Webmaschinenfabrik Grob AG in Horgen ist nicht mehr so sicher…”   “Die Mobimo AG wolle nun noch das laufende Jahr abwarten. «Danach müssen wir uns fragen, ob das vorgesehene Projekt wirklich das Richtige ist…”

So, nach dem Volksentscheid ist jetzt der Martin Halder dran. Wisst Ihr noch was ich 2010 schrub?

Ich sag mal so: Da hört man echt unerfreuliche Dinge, wie letztes Jahr von der namhaften Berliner Rechtsanwaltskanzlei Zirngibl Langwieser, dass die Meilenwerk – Markenrechte verpfändet sein sollen, von solventen Interessentenkreisen, die über mich in Erfahrung bringen wollten, wer die Pfandgläubiger sind, um diesen die Forderung gegen Abtretung der Marke abzukaufen?

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Ich bin sicher, man wird noch mehr in dieser Richtung hören, auch über das geplante, neue Meilenwerk “Eiswerder” in Berlin. Der Illusionist Martin Halder bleibt uns als Thema erhalten und Rüdiger Lange, der Eigentümer der Classic Remisen, dem in Berlin laut Immobilien-Zeitung auch ein paar Mieter weggelaufen sind, wird nach dem Rechtsstreit mit Martin Halder, deswegen keine Trübsal blasen, wenn bei ihm um die Ecke in Berlin, die Meilenwerk – Eröffnung so wie in Zürich, bis zum Sankt Nimmerleinstag dauert. Und deshalb werde ich meinen Beitrag auch ganz bestimmt nicht löschen.

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Fotos: der herrlichen mich so an den Stil von Marc Chagall erinnernden Bilder von Ilka Meschke

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