Kurzschluss

1912 A lady sitting on an electric car at the charging station, 1912

“A Lady sitting on a Electric Car at the Charging Station, 1912″ und die Zwischenzeit

Nach “BMW Bayrisch Mega – Watt verpufft” zum gleichen Thema in 2010, ein weiterer Gastbeitrag von Johannes Hübner – Autoconsult

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Das politische Feigenblatt Elektromobilität lässt sich BMW Milliarden kosten, weil die Forschung mit ansehnlichen Beiträgen subventioniert wird. Kein Wunder, dass Minister Schäuble da nicht noch 5 Milliarden für elektrische Kaufanreize ausgeben will – vielleicht auch, weil er kapiert hat, was das für eine Augenwischerei ist.

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Am Genfer Salon 2016 muss man genau hinschauen, wenn man den schwarz getarnten i3 am BMW-Stand finden will, aber der reichweitengebremste rote i8 an der Stromtankstelle weist schließlich den Weg. Denn groß und breit stehen davor die hybriden silbernen „BMW iPerformance mit den 360-Grad Ladelösungen“. Nichts, wo man umfassend einladen kann, sondern übermotorisierte Autos, bei denen man schon nach 41 Kilometern elektrischer Fahrt wieder aufladen muss!
Merkt eigentlich keiner der in Genf massenhaft herumlaufenden Ingenieure, dass diese überteuerten Hybrid-BMW (330e = ab 52.000€) mit so eingängigen Namen wie „2er iPerformance Active Tourer, 3er iPerformance, BMW X5 iPerformance und 7er iPerformance“ eine Verhöhnung der Physik sind?

Das Bild in der Mitte des aufwändigen Prospekts zeigt „das Zusammenspiel von BMW TwinPower Turbo Benzinmotor und Elektromotor und Lithium-Ionen Hochvolt-Batterie…mit intelligentem Energiemanagement, das AUTO eDRIVE, MAX eDRIVE und SAVE BATTERY“ so verwaltet, dass die leer 1660 kg (330e Hybrid) Freude am Fahren nicht an jeder Ecke stehen bleiben.

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Man sieht grob gesagt vorn 500 kg Motor für 800 km Reichweite und auf der Hinterachse 300 kg Elektrotechnik für 41 Kilometer Distanz! So sieht die Zukunft aus!

Endlich ein Auto für die einkaufsgeile Gattin: wenn man den Kofferraum aufmacht, ist der schon voll! „Ich hab’ Dir schon mal 41 Kilometer lautloses Fahren reingepackt“, hört man den listigen Gatten sagen. „Und das dicke Kabel mit den breiten Steckern ist kein Achselhaar-Rasierer mit kombiniertem Fön, sondern Deine BMW 360-Grad ELECTRIC-Ladelösung für zu Hause und unterwegs.“ Hier saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur fahren kann…

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Begeistert wird Sie im zentralen Display verfolgen, wie der Reigen an angebotenen Tankstellen und Ladestationen im Wechsel mit „connected drive-Diensten und CHARGE NOW“-Informationen über den Bildschirm perlt und sich dabei wehmütig an ihr Käfer-Cabrio erinnern, wo nach 700 km einfach ein Lichtchen anging, um ans Tanken zu erinnern. Haben die BMW-Entwickler vor lauter Arbeit keine Freundinnen und Frauen mehr, die ihnen sagen, dass sie sich verarscht fühlen, wenn sie sich auf ihrem überlasteten Turtel-smartphone von der hippen „BMW iPerformance aus der Ferne“ auch noch dauernd mitteilen lassen müssen, dass der Saft bald alle, die Türen verriegelt und das Licht aus sind?!

Wie wird das schön, wenn uns im knappen Parkraum der Städte überall schicke BMW X5 iPerformance mit ihren blauen Ladekabeln an die Klimarettung erinnern! Die könnte man doch mit Limonadenspendern verbinden, an denen man seine Getränkebatterien intelligent wieder auffüllen kann, um seine Range ohne Durst zu extenden. Blöde Idee? Nichts anderes tun doch diese überschweren und leistungsüberladenen Physik-Verhöhnungsmobile – sie füllen an ungeeigneten Stellen ihr Speichermedium wieder auf, anstatt es einfach gegen eine geladene Batterie zu tauschen!

Lassen Sie uns beruhigt sein: BMW muss es doch so gut gehen, dass sie sich nach ihrem milliardenschweren Wasserstoff-Debakel nun den hochspannenden Kurzschluss BMW iPerformance leisten – dabei aber sicherheitshalber in Genf 2016 verschweigen, dass das Unternehmen gerade 100 Jahre feiern müsste… – für so einen uncoolen Blick zurück ist wahrscheinlich kein Geld da.

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Update 10.03.2016 zu diesem Beitrag: Einen sehr lesenswerten Beitrag zu diesem Thema wie ich finde, hat kürzlich Norbert Häring geschrieben “Planlose Förderung von E-Autos ist nur ein Subventionsprogramm”

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Verwandte Themen: “Stubenfliegen und selbstgefälliges Made in Germany”  und “Das erklärt vieles” und “Mercedes Benz Negotiating” und “Dr. Zetsche Gegendarstellung…” und einige andere mehr

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Zettelkasten 14.01.2016; Herr Peter Steinfurth, gehts noch plumper?

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… “Immerhin 53 Prozent der Bevölkerung bzw. 62 Prozent der männlichen Pkw-Fahrer freuen sich, wenn sie auf der Straße einen Oldtimer sehen. Damit tragen Oldtimerbesitzer zum Erhalt des technischen Kulturguts bei, begründen 44 Prozent der Befragten (57 Prozent der männlichen Pkw-Fahrer) ihre positive Einstellung zu historischen Fahrzeugen” …

Boaaa… was da die oldtimerinteressierten ADAC – Mitglieder gleich zu Beginn des Jahre lesen dürfen, da wäre ohne den x-ten Neu-Aufguss der Allensbach – Studie nie jemand drauf gekommen, wobei die “44 Prozent der Befragten”, die angeblich sogar wissen, was ein technisches Kulturgut ist und in Wirklichkeit keinen blassen Dunst haben, wer bspw. der Erfinder des Verbrennungsmotors war und die Henry Ford für einen amerikanischen Schauspieler halten, der im Krieg der Sterne mitgespielt hatte, so einiges über die Qualität dieser Studie und die Intentionen ihrer Auftraggeber VDA Verband der Automobil Industrie und der Oldtimer-Zeitung Oldtimer-Markt aussagt.

Die Sache ist nämlich so. Das ich hier mit einzelnen Beiträgen in den letzten Jahren die Gesamtzugriffs-Zahlen p.a. von einigen Oldtimer Magazinen gelegentlich getoppt hatte, ist ja kein Geheimnis. Im Oktober hatte ich völlig unerwartet ein E-Mail vom Chefredakteur der Oldtimer Markt, Peter Steinfurth, in der Box. wo er mir u.a. eine “Zusammenarbeit” anbot. To cut the Story short: Auf seine Antwort auf meine zweimaligen E-Mail-Nachfragen im vergangenen Jahr, wie er sich diese konkret vorstellen würde und vor allem wegen meiner Frage, “where is the beef”?… warte ich noch heute.

Genau so wie der Sammler ganz, ganz seltener, alter Karussellautos, über die sich bestimmt mehr als jene 54 % der befragten Autofahrer_innen erfreuen würden, wenn sie die Kindheitserinnerungen mal wieder zu Gesicht bekämen. Nicht im Strassenverkehr, aber zum Beispiel in einem Oldtimer – Magazin. Was Winfried Beer, der hier mal einen sehr schönen Gastbeitrag über seine Karussellautos schrub, erlebte, als er Peter Steinfurth anbot, über seine inzwischen in Deutschland ziemlich einmalige Karusselauto – Sammlung etwas in OM zu bringen, von Peter Steinfurth zur Antwort bekam, ist zum Davonlaufen.

Die Folge ist dann: Während sich zwischen 2004 und 2014 die Zahl mit H – Kennzeichen zugelassener Fahrzeuge – Oldtimer – auf über 300.000 mehr als verdoppelt hat, ist die verkaufte Auflage der Zeitung Oldtimer-Markt, von der ich früher hunderte Hefte gekauft hatte, laut ‘Meedia’ – Analyse, im gleichen Zeitraum von noch rund 160.000 in 2004, auf schlappe grade noch knapp über 110.000 in 2015, abgeschmiert. Ich bin mal gespannt, wann der Verleger die Reissleine zieht?

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Die Erstschlagswaffe, mit der der Schuss nach hinten losgeht.

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Grass, erst vor ein paar Tagen hatte ich mich noch genau darüber mit einem Urgestein der Mercedes Benz Oldtimerei unterhalten und scherzhaft gemeint, er solle dann schon mal schauen, wo er in 30 Jahren die Löcher in die Mittelkonsole seines 60 er Jahre Roadsters bohrt, um den Google – Datenmast zu befestigen und falls dies nicht ginge, könne ja die ansonsten die Fahrtrouten per Landkarten navigierende Copilotin, das Alu-Rohr mit dem Sendeteil während der Fahrt hochhalten.

“Es wird eines der Hauptprobleme auf den Straßen in den nächsten zehn Jahren sein: Smarte Fahrzeuge treffen mit jeder Menge Sensoren ausgestattet auf „dumme“ Gebrauchtwagen, die über keinerlei Fahr- und Kommunikationshilfen verfügen…”

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Ich bin speziell dann, wenn Freunde der Phrasenmusik was von Kultur faseln, ein Freund des sehr genauen Hinschauens. Das Klappern mit dem Sargdeckel für freies Fahren für freie Oldtimerbesitzer, Horrorszenarien über den Einbau elektronischer Hilfsmittel etc. p. p., sind nun mal seit Maik Hischfeld’s Adventaufruf, die von diesem geklaute langsam das Verfallsdatum überschreitende, ultimative Erstschlagswaffe im Kampf um die Kompetenzführerschaft in der Oldtimerszene und die Erhöhung zur jährlichen Spendenbereitschaft der um ihre nur beim ungehemmten Fahren durch Umweltzonen echte Lebensfreude auf Rädern genießenen, bibbernden Protagonisten.

Meine Prognose: Um “Oldtimer” der 60er und teilweise 70er Jahre mache ich mir keine Sorgen, die sollten sich mehr die heutigen Fahrer einer auf Grund einer Unsinnsregelung des H – Kennzeichens und durch den 30-Jahre-Automatismus – derzeit noch – zum Oldtimerbesitzer geadelten Leute, machen.

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Die 180° – Wende der Merkelkratur in Sachen Atomausstieg, trotz einflussreichster Lobbyisten und gegen den Willen der Atomindustrie, ist noch bekannt. Dieses Mal wird es umgekehrt sein. Klimaschutz, Gesundheit und Sicherheit werden nur Augenwischereien sein, um einer von zunehmender Neuwagenkaufunwilligkeit befallenen, von Abgas- und Verbrauchswerten-Betrug im großen Stil verunsicherten und im Kriegszustand und in zunehmender Zukunftsangst lebenden, potentiellen Käuferschicht, mittels gesetzgeberischen Maßnahmen auf EU-Ebene, die Lust am Fahren ihrer alten Kisten auszutreiben.

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Wolfsburghausener – Jouhurnalismus

15.10.28 VW - Verlust im 3. Quartal...

Wochenlanges Schönredenlassen “die VW – Geschäfte laufen wie geschmiert” durch die Wolfsburghausener Journaille

“Trotz Abgas-Affäre spürt der VW-Konzern in Europa auch beim Bestelleingang noch keine Auswirkungen des Skandals. In Deutschland wachse seit dem Bekanntwerden der Manipulationen vor rund einem Monat sogar die Zahl der Bestellungen…”

Als einfacher Maschinenschlosser hätte mich brennend interessiert, wie das zusammengeht, gestern hui, heute pfui? Interessehalber habe ich mir grade den Liveticker der VW-Pressekonferrenz durchgelesen. “… Größe sei zwar wichtig in der Branche. Es komme aber nicht nur darauf an, 100.000 Autos mehr oder weniger zu verkaufen…” blablabla… Was für ein bullshitbelangloses Gefasel…

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Über Stubenfliegen und selbstgefälliges “Made in Germany”

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Dass eine Stubenfliege einen Wirbelsturm auslösen kann, ist neu für mich. Da kommt in der mit Zigmillionenwerbeaufwand zelebrierten Autowelt von hinten so ein kleines, beschissenes Software – Hilfsprogramm von BOSCH angeschlichen und ruiniert nach Meinung der Journaille vielleicht unsere gesamte Wirtschaft. Kaum zu glauben, da kann eine einzige, kleine Zeile eines Programmcodes den größten Automobilkonzern in seinen Grundpfeilern erschüttern, “Vorsprung durch Technik” und “Made in Germany” als jahrzehntelange Phrase von falschmünzenden Vorständen und Entwicklungs – Managern entlarven, um damit Millionengehälter und -Boni abzukassieren, einen ganzen Konzern um 10 bis 20 Jahre zurückwerfen, ja mitsamt seinen 600.000 Mitarbeitern sogar ruinieren und zu einem Paradigmenwechsel in der gesamten Automobilindustrie führen?

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Wir schauen gebannt auf die Flüchtlingsströme, befürchten den Untergang Deutschlands und ein Stuttgarter Oberbügermeister wundert sich währenddessen, dass auch 8 Jahre nach Einrichtung von Umweltzonen, heute noch genau so viel Feinstaub in der Luft hängt wie davor, eine Bundesregierung wusste seit Jahren von den Betrügereien bei VW, ach ja, seit heute wissen wir, auch die neuen Dienstwagen – Marke des FC Bayern, AUDI, ist rund 2 Millionen Mal ebit-software-getunt, insgesamt sollen so etwa 11 Millionen Autos aus dem VW – Konzern mit der Betrugs-Softare ausgestattet sein, Daimler Benz ruft just 11.000 Sprinter zurück, “weil ein Software – Fehler TÜV und DEKRA vom korrekten Messen der Abgaswerte abhält”… ABER ANDERS, VÖLLIG ANDERS ALS BEI VW, HÖRT IHR?…und so was kann man sich gar nicht ausdenken, ein Verkehrsminister Doofrind will von all dem erst vor 2 Wochen aus der Zeitung erfahren haben.

Audi - Vorsprung durch Technik 03Unbenannt - 2

Ich habe da seit dem staatsstreichartigen Verweigern des BND, dem Parlament die Sektorenlisten der NSA auf den Tisch zu legen und seit dem bekannt ist, dass Firmen wie Siemens und andere abgeschnorchelt wurden, so meine eigenen Gedanken. Nur ein Beispiel:

Die Amerikaner lieben Pickup-Trucks, den lukrativen Markt teilen sich aber drei US-Hersteller auf. Mit dem brachialen Amarok hätte VW einen potenziellen Angreifer im Programm. Doch die Wolfsburger wagen sich damit nicht auf den US-Markt – wegen einer jahrzehntealten Steuer”  “…im Segment für leichte Nutzfahrzeuge, zu denen die Pickup-Trucks offiziell zählen, dominieren US-Hersteller weiterhin klar: Ford, General Motors und Chrysler kommen zusammen auf über 80 Prozent Marktanteil”   “…Das hat weniger mit dem Patriotismus der Pickup-Käufer zu tun, sondern mit einem Handelskrieg zwischen Europa und den USA in den 1960er-Jahren. Damals ging es um den Import von billigem US-Geflügel, dem Deutschland und Frankreich im Jahr 1962 mit hohen Zöllen einen Riegel vorschoben. Die USA revanchierten sich mit einer 25-prozentigen Einfuhrsteuer auf landwirtschaftliche Produkte aus Europa. Zu denen zählten nach damaliger US-Auffassung neben Kartoffelstärke und Brandy auch leichte Nutzfahrzeuge. Die sogenannte “chicken tax”, also “Hühnersteuer”, wurde seither zu großen Teilen aufgehoben – für die Leicht-Lkws gilt sie auch nach über 50 Jahren.”

Ich bin beileibe kein Verschwörungstheoretiker, aber es gibt kaum einen Zweifel daran, dass dieser Fake mit den Abgaswerten ausnahmslos allen damit Befassten von Anfang an bekannt war, hüben wie drüben, auch den Behörden in den USA. Wenn um diesen Umstand erst jetzt öffentlich ein riesiger Bohei gemacht wird, so bedeutet das, dass er von irgend jemanden instrumentalisiert wird. Irgendwer im niedergehenden Land der vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karrieren und in der Dieseltechnologie 20 Jahre hinterherhängenden CO2 – schleudernden Benzinfresser, des für allzeits volle Tanks ganze Landstriche verwüstenden Frackings in Naturschutzgebieten, regt sich auf und zeigt Deutschland “bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt”, schon mal die TTIP – Folterinstrumente der Zukunft.

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Winterkorn removed by… or not?

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Bis letzten Sonntag etwa 16.00 Uhr konnte ich mir das jüngste Werbefilmchen von VW über den saubersten Diesel der Welt, mit den alten Muttchen in ihren putzigen 50er – Jahre Blümchenkleidern hinterm Lenkrad, den Golden Sisters, auf den US – Seiten wie Jalopnik und Car & Driver noch ansehen. Danach hieß es bei YouTube: “This video has been removed by the user”.

15.09.23 VW Diesel-Myths

Auf der IAA Internationalen Automobilausstellung auf dem Ausstellungsstand von VW möchte ich heute einmal Mäuschen sein. So wie ich, dürften viele sich das echt gut gemachte Werbe-Video rechtzeitig gesichert haben und es dürfte auf den Messeständen bei den Mitbewerbern für viel Erheiterung sorgen.

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VW hat 482.000 Autokäufer in den USA – inzwischen spricht man von bis zu 11.000.000 Autokäufern – wie man umgangsprachlich sagt, nach Strich und Faden beschissen. Ferdinand Pietch, der Porsche – Enkel, der rund 14 % Anteile an der Porsche SE hält, die wiederum gut die Hälfte der Volkswagen – Stimmrechte kontrolliert – rechnerisch können ihm damit 6,7 % der Volkswagen – Stammaktien zugerechnet werden – der Winterkorn schon vor Monaten abservieren wollte, weil er ihn für die Aufgabe “Wir sind dabei, Volkswagen ein Stück weit neu zu erfinden” für ungeeignet hielt und sich einen erbitterten Machtkampf mit Winterkorn lieferte, an dessen Ende er selbst den Hut nahm, hat Sonntagabend bestimmt eine Flasche Champagner aufgemacht.

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Eigentlich ist diese Beschiss-Affäre um den Einbau eines bei Abgastests manipulierenden Chips in Diesel-Autos, der die tatsächlichen Abgaswerte um das bis zu 40-fache heruntermanipuliert und die in Wirklichkeit Innovationsunfähigkeit exemplarisch beweist, selbst unter dem Aspekt, dass hier eiskalt ein knallharter Betrug begangen wurde, für mich kein Thema mehr, für das es sich lohnt, darüber zu schreiben. Es ist nämlich ein alter Hut. Folkher Braun, einer der mit beiden Händen hinterm Lenkrad sitzt, hat es treffend erklärt:

“Bitte den Winterkorn etwas tiefer hängen. VW-Autos haben eine Prüfstand-Erkennung wie alle anderen auch. Der Übeltäter ist das Antiblockiersystem. Auf dem Prüfstand drehen die Räder einer Achse, die der zweiten nicht. Also sagt die ABS-Logik: das Auto fährt gar nicht. Es ist also eine Prüfsituation. Das ist an sich nicht schlimm. Die Frage ist, was man mit dieser Information macht. Man kann ein Signal an die Motorelektronik senden: im Falle nur einer drehenden Achse bitte den Einspritzdruck zurücknehmen bis der Sensor für Abgasgegendruck bestätigt, dass weniger Dreck geflogen kommt. Es gibt da mehrere Möglichkeiten. Die nächste Variante ist über die Software-Erkennung. Wenn ich eine Verbindung mit einer Auto-Elektronik aufnehme, muss ich zwei Benutzercodes hinterlegen und die Elektronik erkennt das lesende Gerät. Findet es keine Werkstattsoftware, kann es genau so auf Sparmodus schalten. Die Techniken sind seit Jahren bekann. Ein schwedischer Lkw-Hersteller wurde schon vor 15 Jahren bei der Umstellung von Euro1 auf Euro2 mit der Technik erwischt. Heute ist das Unternehmen Teil des VW-Konzerns.”

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Aber weil man auch aus dieser Affäre ein weiteres mal lernen kann – wie der Neoliberalismus nicht nur bei libor-zins-manipulierenden Deutsch-Bankstern, sondern inzwischen auch im deutschen Aushängeschild, dem Automobilbau, nach der bei der 68er Apo geklauten Devise “legal, illegal, scheissegal” funktioniert, haben ich mich mit dem Thema beschäftigt und mir einfach die Frage gestellt, was ist schlimmer: Hütchenspielerei, Steuerhinterziehung oder vorsätzliche Täuschung von Autokäufern?

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In Deutschlands Automobil – Talkshow “Die blaue Stunde – Männerrunde” zeigen Promis wie Prof. Dr. Winterkorn grade mal wieder , dass niedrigstes Niveau bei heutigen Betrugsformen, längst kein Vorrecht der verachteten albanischen Hütchenspielern und Deutsch – Bankstern mehr ist. Immerhin ist der an der Spitze hauptverantwortliche Mänätscher dafür der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, der seit Jahren mit zweistelligen Millionenbeträgen zum Ausgleich für seine erfolgreiche Arbeit entlohnt wird, als Dienstleistler für die Familien Piech und Porsche das Familienvermögen jährlich um ein paar hundert Millionen zu vermehren und dessen Vertrag eigentlich justamente bis 2018 verlängert werden sollte, nicht irgend wer.

Winterkorn war trotz zuletzt erheblicher Wiederstände von Ferdinand Pietch, in dieser Rolle bis gestern sicherlich auch in der richtigen Art für die Zukunft eingeplant und hat darüberhinaus auch für Audi, Skoda, Bugatti, Bentley, Lamborghini, Ducati und MAN eine erhebliche Bedeutung, weshalb die Kanzlerin ihm erst vor ein paar Tagen auf der IAA ihre persönliche Aufwartung machte.

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Wenn angesichts drohender Milliarden – Bußgeldern in den USA und zusätzlichen Schadensersatzklagen von US – Käufern, die durch das “betrügerische” Verhalten von VW einen beträchtlichen “Wertverlust” erlitten, dann der Aktienwert um runde 40 Prozentpunkte in den Keller rauscht und sich in zwei Tagen mal eben so fast 30 Milliarden Börsenwert verpulverisieren…? na und? Die Fabrikgebäude stehen doch noch, die 600.000 Beschäftigten können weiterhin Autos produzieren und allenfalls die Aktionäre, für die sich mein Bedauern in Grenzen hält, fressen eine Zeitlang Kreide.

Meine Meinung? Ich erinnere mich da einen Artikel der gleichen Journaille, die heute Winterkorn in kleine Schnipsel zerreißt, wo es vor ein paar Monaten noch hieß:

“Warum es irrsinnig ist, Winterkorn zu entmachten” … “Alle fragen sich, warum ein Konzernchef vom Hof gejagt werden soll, der eine lange Liste von Erfolgen vorweisen kann?”   …. “Winterkorn ist seit Anfang 2007 im Amt, seither hat sich der Kurs der VW-Aktie um 350 Prozent verbessert.”   …   “In der Ära Winterkorn wurde der VW-Konzern zur Gewinnmaschine. Und auch wenn man sich daran gewöhnt hat: Das war nicht immer so. Anfang der 90er- und dann erneut Anfang der 2000er-Jahre galt Europas größter Autobauer als Sanierungsfall.”   …   “2011 erwirtschaftete VW mit einem operativen Ergebnis von 11,3 Milliarden Euro schließlich fast so viel Gewinn, wie der langjährige Konzernchef Carl Hahn Anfang der 90er-Jahre an Umsatz erzielte.”   …   “Selbst als Vorstandschef legte Winterkorn so oft wie möglich selbst Hand an. Alle zwei Wochen landen in Wolfsburg auf dem sogenannten Schadenstisch der Entwicklung Komponenten, die nicht funktionieren, wie sie sollen. Der Metallphysiker Winterkorn greift dann zum Werkzeug, dem sogenannten “Winterkorn-Besteck”. Das umfasst Feuerzeug, Nagel, verschiedene Schraubenzieher und -schlüssel. Mit solchen Utensilien traktiert der pingelige Physiker die Bauteile.”

Einen sachlichen Grund, VW-Chef Winterkorn als Bauernopfer abzusetzen, gibt es tatsächlich nicht. Winterkorn hat als “Dienstleistler” zur Vermehrung des Gewinns seinen Auftrag mehr als erfüllt. VW hat beschissen, aber die verlogene Brut, die sich heute empört zum Richter aufspielt, allen voran unser Verkehrsminister Dobrindt, haben alle davon gewusst.

Update 24.09.2015: Warum selbst eine von Rechtsexperten für möglich gehaltene 100 – Milliarden – Dollar Strafe und mehr, nicht unrealistisch ist: Idealismus pur, Gina Mc Carthy

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P.S.“Ich verlasse München, aber nicht Euch” schrub Dr. Wolfgang Porsche 2010 auf seinen Einladungskarten an seine Bussi-Bussi-Freunde von Münchens Schickeria, kurz nachdem er sich mit der Übernahme von VW verspekuliert hatte und 10 Milliarden schulden hinterließ, und bevor er München nach zwei Jahrzehnten unbeschwerten Lebens dort verließ und die Schlüssel der herrschaftlichen und schönsten Villa mit dem größten Park in Münchener Bestlage am Herzogpark an den neuen Besitzer, Prof. Dr. Martin Winterkorn, übergab.

Was Winterkorn, das höchstwahrscheinliche Bauernopfer am Ende, wohl demnächst auf seine Einladungskarten schreibt?

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