Zettelkasten 17.12.2015; An.ek.do.de aus dem Reichshauptstadtslum

15.12.16 Kettcar

“… Wielandstraße (Charlottenburg): Hier hat ein kleiner Rennfahrer sein Kettcar (gelb-schwarz, Racing-Nr. 7) neben einem Baum an den Bügel angeschlossen. Seit vergangenem Donnerstag hängt ein Zettel vom Ordnungsamt dran mit der Aufforderung, „das Kinder-Tretauto zu entfernen“. Das graue Blech daneben (Erwachsenen-Auto) kann dagegen unbeanstandet überwintern. Ist eben nicht Neverland hier” …

Lorenz Maroldt schrub mir heute Morgen dazu: … “Neues im Fall der Charlottenburger Kettcar-Affäre (CP vom 16.12.) – Stadtrat Schulte gibt eine Erklärung ab: Das in der Wielandstraße geparkte Kindertretauto soll weg, weil sich 1) „eine Bürgerin beschwert“ hat und es 2) „auf einer Baumscheibe steht“ – wahrscheinlich hat das Umweltamt Angst, dass es aus der Ölwanne tropft” …

Nur gut, dass der kleine Rennfahrer nicht in der Halteverbotszone geparkt hat. Da wäre er längst abgeschleppt worden und die Eltern könnten das Weihnachtsgeschenkebudget gen Null sinken lassende, saftige 300 Euro berappen.

Schönes Wochenende, ach ja, und tapfer bleiben.

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Besser als über Berlin Tempelhof abzuschreiben

Mitunter mache ich innerlich Freudentänze, wenn ich Fotos geschickt bekomme wie diese, und wieder einmal von Martin Graf.  

Dann muss man auch mal sitzenbleiben können, nur anschauen und staunen. Jedenfalls habe ich Martin gebeten, heute hier zu übernehmen, und bitte nun um freundliche Anteilnahme am wie ich finde, gelungenen Versuch, mit tollen Fotos, Neoklassizismus pur, und wie sie nur ein Profifotograph in Verbindung mit einmaliger Kulisse so stimmungsvoll hinbekommt, uns eine kleine Foto – Geschichte vom alten Flughafen Berlin Tempelhof zu erzählen.

 

P.S. Ach ja, oben die Fotos könnt Ihr durch Klick vergrößern.

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Fotografierter Verfall des Bürgertums

Es ist wohl Zufall, grade heute, am 2. Jahrestag des Sieges der Banken über das Bürgertum einen Beitrag über den Schweden Jan Jörnmark und seine Fotoserien im Spiegel zu finden. Der von ihm verwendete Begriff “Creative Destruction”  stammt aus der ökonomischen Theorie. Joseph Schumpeter, der alles andere als ein Sozialist war; er war herausragender Ökonom,  Herrenreiter und Weiberheld und hatte den Begriff Anfang der vierziger Jahre geprägt.  Wen es interessiert, hier ist ein brillanter Beitrag von Weissgarnix zum Thema Schumpeter und Ende des Bürgertums.

Ich glaube, ich habe auch mal irgend wann auf das Werk “Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie” von Schumpeter verwiesen, bislang aber niemals bewusst,  meine Fotos von verfallenen Industriebauten, Häusern und Vergnügungsparks, so wie Jan Jörnmark, je unter dem Aspekt des Verfalls des Bürgertums und der bürgerlichen Werte betrachtet.

Gerade dieser Punkt spielt aber bei den ökonomischen und gesellschafts-politischen Betrachtungen von Jan Jörnmark in seinen Fotos die entscheidende Rolle. Ich halte das für recht interessante Gedanken; weniger vor dem Hintergrund der katastrophalen ökonomischen Gemengelage, des derzeitigen braunreaktionären Gesülzes und hinsichtlich der grade in den letzten Wochen offen zu Tage tretenden Sinnkrisen des bürgerlichen Lagers.

Deshalb wäre meine Empfehlung: Jan Jörnmark unbedingt “anschauen” * und vielleicht doch mal “Schumpeter” lesen.

* Die meisten Fotogalerien kann man leider nur anschauen, wenn man sich anmeldet, aber es lohnt sich.

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Eene Molle – Pagode gönn ick mir

Das ist Berlin ohne nette Story, ohne Privatkunst, ohne Lügen, ohne perfekte Ausleuchtung, ohne abgedresste Photomodells, ohne Strahlemänner der Oldtimer-Society, die so tun, als wären sie die typischen, besseren Bewohner des Reichshauptstadt-Slums.

Wieder wie vor kurzem, eine Geschichte über ein Wiedersehen, in Luckenwalde, die da gestern in den Berliner Zeitungen und hier zu lesen war.

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Windows-Dateiordner: Privatkunst

In München wären an der hinteren Wand ein, zwei Kids oder Alt-68er zu sehen, die unter Aufsicht einer Hundertschaft Bereitschaftspolizei das Geschmiere mit eher unzureichenden Mitteln entfernen müssten, in Kassel würde ein Beamter prüfen, ob eine behördliche Erlaubnis vorlag und der Sprayer seine amtliche Genehmigung für 1 Tag Strassenkunst auch ja eingeholt und bezahlt hatte, in Frankfurt würde ein Beamter der Schutzstaffel des Privatkunsterverwaltungsamtes ein Kunstschutzabstandsgitter zum Schutz vor Übersprayung anbringen und in meiner kleinen Stadt des Englischen Fräuleins würde einer drunter sprayen, “Ähm… mir fällt grad nix zum Sprayen ein”… und in Preussisch Arkadien ist das ein In-jeder-Strasse-Freilichkunstmuseum…

keine Namensschilder… die Gelben müssen hier aber richtig fit sein…

 

gab’s nicht mal bei einem schäbigen Mercedes-Forum einen Foristen der sich Lucy nannte…?

 

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und dort, wo Manfred von Brauchitsch, Rudolf Caracciola, Bernd Rosemeyer und Hermann Lang in den 30ern auf der AVUS – Siegertribüne ihre Lorbeerkränze umgehängt bekamen, haben die Unangepassten ihre Nachrichten hinterlassen…

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Hier hab ich noch mal eine Galerie zusammengestellt, was mir sonst noch so alles bei meinen Runfgängen durch den so liebsnwerten Reichshauoptstadtslum seit 2009 vor die Knipse kam

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Meilenwerk Visite I

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In einer von uns verwalteten Wohnung in Berlin wohnte mal ein Heiratsschwindler.  Autohändler sei er gewesen und um die 55, er soll sich an junge, alleinerziehende Mütter rangemacht haben, heißt es, die dann ihm zuliebe einen Kredit auf ihren Namen aufnahmen, weil irgend welche reimportieretn Autos in Bremerhaven standen, ihm anderseits ein böser Kunde seine längst fällige Rechnung noch nicht gezahlt hatte und ihm grade jetzt, nur ein paar Tage, ein paar Euro fehlten, andererseits aber der Käufer der Autos schon mit dem Geldkoffer bereit stand, mit dem Gewinn aus dem Big-Deal, der eine gemeinsame Leben auf Malle finanzieren sollte, wofür nur schlappe 25.000 Euro fehlen.

Eines Tages rief uns seine hoffungsvoll mit Kind und Kegel bei ihm eingezogene und gelacktmeierte Muse an, er war spurlos verschwunden, ließ all seinen Besitz in der Wohnung, die schmutzige Wäsche lag noch in der Waschmaschine und auch sein Pass war noch da. Wir “erbten” einen Keller voller Hausrat, unter anderem 2 Arbeitsoveralls in schokoladenbraun einer Paketexpressfirma U.., mit seinem Namensschild drauf, dazu  eine Schaumstoffmatraze  und einen Putzeimer. Der Overall hat gepasst, ihn benutze ich bis heute gelegentlich, wenn ich an unserer Pagode schraube, was wegen eines unfähigen Motoreninstandsetzers, seit jetzt allerdings seit 2 Jahren nicht mehr vorkommt.

Deshalb habe ich heute die Restarbeitszeit des Tages dazu verwendet, Entzugserscheinungen zu eskomptieren, und auch weil es auf dem Weg liegt und nur eines kleinen Schlenkers vom Kaiserdamm runter bedarf, mal wieder beim Meilenwerk reinzuschauen.

Zum Vergrößern draufklicken…

 

 

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ein kleiner Lackiervorschlag für Gerd…

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Ich finde vielleicht noch ein paar schöne mehr, die ich mal übers Wochenende einstelle…

 

…hier noch eins von heute Abend von der Heimfahrt, in Höhe Bitterfeld – Wolfen…

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