Let’s destroy Germoney

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Der Kabeljau: Das Meer ist weit, das Meer ist blau, im Wasser schwimmt ein Kabeljau. Da kömmt ein Hai von ungefähr, ich glaub´von links, ich weiss nicht mehr, verschluckt den Fisch mit Haut und Haar, das ist zwar traurig, aber wahr. Das Meer ist weit, das Meer ist blau, im Wasser schwimmt kein Kabeljau.

         (Heinz Erhardt)

Was ich Dienstag Abend sah, raubt mir inzwischen nicht mehr den Atem. Ich frage mich nur bis heute, wie solche Verbrechen geplant werden, die freilich unter systemrelevanter Bankenschutzpolitik und per se strafrechtlicher Immunität firmieren. Sitzen da ein paar gierige Bankster mit korrupten Politikern beim Spargelessen im Kanzleramt zusammen und einer sagt: “Lasst uns auf Beutezug gehen und ein paar Milliarden obendrauf in die eigenen Taschen raisen, wie viele Leute dabei so oder so draufgehen, ist doch scheissegal”.

Wenn so ein Banksterboss wie Anshu Jain zynisch genug ist, dreist in die Kamera blickend zu sagen “Das Verhalten dieser Leute war verwerflich… und ich war ihr Anführer. Da kann man sich nicht herausreden” und brutal zeigt, dass ihm seine Reputation und das wirklich schlimme Schicksal von tausenden von entlassenen Mitarbeitern am Arsch vorbei gehen, fragt ich mich, wo da überhaupt noch ein Sicherheitskonzept gegen diese Auswüchse einer Parallelgesellschaft vorhanden ist? Wie war das noch anno 1536 in Bankfurt?

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Foto: Plakatkontor

“Wenn Schweine quieken, ist der Schlachter nicht weit”

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Was huscht des Nachts durch diese Welt?… es ist der Nachbar mit seinem Geld.

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“Tollhaus Deutsche Bank…” “Langjährige Klienten mit grossen Vermögen werden von der DBS als unerwünscht behandelt…” “Die Steuerhinterzieher aus Europa werden zur Selbstanzeige gedrängt. Die Mittel dafür sind wenig zimperlich. Maximal 10’000 Euro in Cash zahlt die DBS ihren Offshore-Kunden mit Steuerproblemen seit Anfang Jahr noch aus…”

Der erhöhte Klopapierbedarf bei nicht wenigen Eliten und bei Züricher Deutsch – Bankern, rührt zweifellos von der Angst vor saftigen Milliardenstrafen, wie sie sich grade die Credit Suisse eingefangen hat und einer BNP drohen, aber tendenziell entspricht diese Denkweise durchaus dem, was ich zunehmend auch Gesprächen im Umfeld meines geschäftlichen Umfeldes und Bekanntenkreises höre. Die Indifferenz gegenüber den Bank-Raffkes und Stinkrei Superreichen ist gewichen.

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Dies, nur aus dem Gedächtnis zusammengefasst, die Gesprächsinhalte eines Mittwochabend an der Theke eines Szenelokals, wo sich die Geldproblemen enthobenen Eliten Bad Homburgs – einem traditionellen CDU – Wahlkreis – gelegentlich mit sehr schnell zu sehr viel Geld gekommenen fröhlichen Landwirten (umgangssprachlich Leute, die bspw. bei der Umwandlung von 3,50 Euro – Ackerland in 450,00 Euro – Bauland, die “Richtigen” schmierten glückliche Händchen hatten) den Frust von der Seele reden, was auf die Frage zurückführt, warum inzwischen selbst einer FAZ eine Landjunkerin Angela nur noch abgehoben erscheint:: “Was habb isch devon, wenn die Quandts sibbehunnerd (700) Milliönscher BMW – Dividende kassiern unn kaum Steuern druff bezahle misse, soll isch deshalb vielleischt an de Straß mimm schwarzrotgoldene Fänsche winke?” … “Wenn a fedde Sau verschwinne dud, gibbds Platz und guud Lufd im Schdall”.

Na dann, alles schön und gut, beim Schöppchen sind sich alle einig…   nur hapert’s dann – noch – beim Kreuzchenmachen.

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Selbstreferentielle Vermehrung blauer Nieten II

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“Wenn Breuer tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden würde, droht ihm der finanzielle Ruin…” .”…Breuer werde „im schlimmsten Fall bis zur Pfändungsfreigrenze“ zur Rechenschaft gezogen. Diese liege „im ungünstigsten Fall bei rund 1050 Euro“…”

Also nein, was schreiben denn die Handelsblättler da, ausgerechnet die, die den Breuer und die ganzen anderen neuen Helden der Gesellschaft, die Tetzelkastenackermänner, früher kimmenschleckendauf Händen durchs neokonservative Leserpublikum getragen haben?

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Wenn ehrbarer Bürger Geld im Tetzelkasten klingt

Natürlich braucht jedes gesellschaftliche System neben den fleißigen Gewinnern auch faule Blöde, die meinen, um jeden Preis gewinnen zu können. Es braucht hierzu einen Rahmen, um nicht nur so zu handeln, sondern um es auch auf eine Art und Weise zu tun, von der nicht jeder Fleißige etwas mitbekommt. Es braucht geschmierte schwarzgelbe Politiker, 100.000-Euro-Briefumschlägen, Juristen, Wirtschaftsprüfer, Lobbyisten und anderen  ehrbaren Gesocks, und abgesprochener Kampagnen, um Aktien, Währungen,  Schuldverschreibungen von Ländern, in bestimmte gewünschte Richtungen zu treiben, und es braucht, falls doch mal was auffliegt, nur eines Tetzelkastens.

“Die Deutsche Bank zahlt 553,6 Millionen Dollar (421 Millionen Euro). Im Gegenzug würde der Fall nicht weiter verfolgt, teilte die US-Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan am Dienstag mit. Die Deutsche Bank habe kriminelles Fehlverhalten eingestanden, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft und der Steuerbehörde IRS. Die illegalen Steuersparmodelle für Kunden, in die das Kreditinstitut verwickelt gewesen sei, hätten zu milliardenschweren Ausfällen für den Staat beigetragen…”

und es kommt noch dicker…

“…Laut den Ermittlern war die Bank an einer “Verschwörung” mehrerer Steuerberater und Rechtsanwälte beteiligt, durch die dem Staat von 1996 bis 2005 rund 5,9 Milliarden Dollar Steuerzahlungen reicher Amerikaner entgingen. Dabei wurden gefälschte Verlustvorträge eingesetzt, um Steuergutschriften von 29,3 Milliarden Dollar zu erhalten. KPMG, die größte Buchprüfungs- und Beratungsfirma der Welt, hat in dem Fall bereits einen eigenen Vergleich mit den Behörden geschlossen”.

Die Deutsche Bank bildete wohl rechtzeitig in der Vergangenheit ausreichende Rückstellungen,

“…so dass der zu zahlende Betrag keine Auswirkungen auf das laufende Ergebnis nach Steuern haben wird”.

Da bin aber beruhigt. Und weil ehrbare Bürger wie Ackermann heute keinen Funken Ehre mehr im Leib haben, haben sie auch nicht wie vor 100 Jahren üblich, für solche Fälle einen geladenen Revolver in ihrer Schreibtisch-schublade liegen, sondern Telefone mit Standleitungen mit Direktverbindung ins Kanzleramt.

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt  […Luther 1514]

Und weil auch sonstige ehrbare Bürger meiner Stadt durch ihr Wissen um die Verbrechen anderer ehrbarer Bürger heute keinerlei Hemmungen mehr haben auf die Ehrlichen da unten verächtlich zu spucken, in solchen Fällen  sagt mir als relativ gut mit der Geschichte ab Mitte des 19. Jahrhunderts Vertrauter, dass die nächsten Jahre so wie vielleicht 1848/49, noch ein paar Überraschungen zeitigen werden, die unser aller Vorstellungsvermögen heute überschreitet.

Mir bleiben, egal wie es ausgeht, Freunde, die mich so wie heute spontan  einladen, mit ihnen schöne, alte Autos anzuschauen, dazu die beste Copilotin der Welt und eine wunderbare Tochter, die in mir innerlich Berge versetzen kann.

Und überhaupt, der Mensch ist so klein. Und dumm, wenn er diesem Abschaum wie den Ackermännern und Wolskis nicht ihrem verdienten Schicksal überlässt.

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