Zettelkasten 22.08.2015; Das Gegenteil von ‘Dummdeutsch’

15.08.22 Flüchtlinge überrollen unser Land - Tagesspiegel

Toll, toll, toll… das ist echter Journalismus wie früher von Leopold Schwarzschild, Eckhard Henscheid, Carl von Ossietzky, Karl Kraus, Alfred Polgar u.v.a.m., und es ist kein Wunder, dass der Artikel nicht in der ‘Süddeutschen’ ‘Welt’ – Prawda geschrieben wurde…

“Innenminister Thomas de Maizière hat recht, wenn er erklärt, dass Deutschland nicht überfordert sei, wenn in diesem Jahr etwa 800.000 Flüchtlinge zu uns kommen, so viele, wie noch nie” … “Hat die Bundesregierung endlich verstanden, dass Deutschland zum europäischen Zentrum der Flüchtlingsaufnahme und Flüchtlingsversorgung geworden ist, wenn das Land am Jahresende wahrscheinlich fast fünfzig Prozent aller Antragsteller in der Europäischen Union (Gesamtzahl liegt noch nicht vor) beherbergt?” … “Flüchtling zu sein ist eine kaum erträgliche Bürde. Ich weiß noch aus meiner Kindheit, wie meine Mutter darunter gelitten hat. Aber über viele Jahre wie ein Flüchtling leben zu müssen, selbst in einem sicheren Aufnahmeland, ist eine menschliche Katastrophe. Es entwurzelt und tötet das Selbstwertgefühl. Nicht mehr dazuzugehören, immer abhängig zu sein, nichts mehr eigenverantwortlich auf die Beine zu stellen. In dieser Situation leben Flüchtlinge auch bei uns oft jahrelang…”

So, das war jetzt das, was mir beim Lesen dieses Artikels und besonders des letzten Satzes zu dem ganzen unerträglichen Gequake zu dem Flüchtlingsthema aus dem Stand einfiel. Von all denen oben genannten lebt heute nur noch der Henscheid. Gut, so ist das eben, wie mit dem italienischen Pecorino. Der wird auch erst nach längerer Zeit reif und wird heute Mittag die auf einer Rahmsoße schwimmenden Pfifferlinge auf Penne bedecken.

Und vielleicht bekommen der Kai Diekmann, der Stern-Jörges und manch anderer Vertreter des ‘Dummdeutschen’, die im Gegensatz zu mir, wie erst vor ein paar Tagen in meiner Stadt, noch nie ein Flüchtlings-Aufnahmelager von innen gesehen haben, posthum ja auch noch mal ’ne Werkausgabe von Eckehard Henscheidt geschenkt.

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