Die Adresse merke ich mir

14.07.06 Werbung

“Die Überschrift ist der wichtigste Teil einer Anzeige” [Werbepapst David Ogilvy]. Für mich ist sie wie ein Telegramm, was mich in der Masse von Werbemüll noch dazu bringt, den Text überhaupt zu lesen.

Und man weiß ja nie, ob man so einen Rechtsverdreher nicht selbst mal braucht, denn wie schnell man die Geschwindigkeit um 6 kmh… richtig gelesen, da laufe ich ja bald schneller…  überschreitet und dafür 15 Euro blechen soll, hab ich grade schwarz auf weiß auf dem Tisch liegen.

Jedenfalls ein großes Lob vom Spießer aus Bad Homburg, für diese Werbeanzeige im “Mercedes – Benz Magazin Frankfurt”.

.

Mille Miglia: Die Selbstverteidigung gegen automatisiertes Fahren

14.05.15 MM14 Dieter und Moritz Dressel - Foto DonAlphonso

“Ein Mercedes 720 SSK von 1929, eben jenem Jahr, als die Börsen die Generalprobe zu unseren heutigen Problemen aufführten. 225 Pferdestärken hat das Monstrum, und wer wollte, konnte die Zuverlässigkeit der Konstruktion bei 190 km/h während der Mille Miglia auf unbefestigten italienischen Strassen testen – auch ein Mittel, um der Tristesse der Wirtschaftskrise zu entgehen, sei es nun durch Ablenkung oder Einlenkung in den Strassengraben, wie es dem Futuristen und Rennwagenverehrer Gabriele D’Annunzio sicher gefallen hätte, der im Bett mit den Worten “Ich langweile mich” scheiden musste…”  [Don Alphonso]

Wahrlich grausam, auf diese Weise die Wahrheit über die eigene Bequemlichkeit bestätigt zu bekommen, wie all die Jahre davor, wieder nicht Mitte Mai die Reisetasche zu packen, die 900 Kilometer gen Brescia runterzuspulen und die MM wenigstens einmal als Zuschauer zu begleiten.

Die Mille Miglia einmal live erlebt zu haben, gehört seit Jahren zum festen Bestandteil meiner Restlebensplanung, und obwohl ich durchaus auf Bekannte und Leser höre: Für die Einen ist es nur eine alljährliche Gebrauchtwagenausfahrt spleeniger, Champagner aus Plastikbechern trinkender  Menschen mit zuviel Geld, die mal eben die Hand heben, um bei der MM reglementgemäß auffahren zu können, für die anderen mir wesentlich angenehmeren Zeitgenossen, einfach der erfüllte Jugendtraum, wie meinen Nachbarn Dieter Dressel, der dieses Jahr als ‚Beifahrer’, mit zwei Kompressor Mercedes – Benz, Baujahre 1928 und 1929, mit den Startnummern 47 und 51, mit beiden Söhnen hinterm Steuer, mit dabei ist.

P.S. Großen Dank an den FAZ – Blogger Don Alphonso, der mir gestern Abend, noch extra das Foto mit Moritz Dressel hinterm Steuer nebst Papa, raussuchte.

 

Update 19.05.2014

14.05.17 FAZ

“…Dort, wo ansonsten die Contraden von Siena ihre brutalen und mit aller Härte geführten Pferderennen veranstalten, ist jetzt eine Zeitkontrollfahrt. Theoretisch geht es darum, eine bestimmte Strecke in einer vorgegebenen Zeit exakt zu durchfahren, praktisch freut es die Besucher der voll besetzten Cafés die Gelegenheit, die Gefährte in Augenschein zu nehmen. Und natürlich ihre Pizza mit dem Aroma aus den 7 Litern Hubraum eines alten Mercedes zu verfeinern. Sollte die alte Weisheit stimmen, dass der Mensch ein Pfund Dreck im Jahr braucht, so hilft so ein Platz bei mehreren hundert blaudampfenden Teilnehmern sicher, etwaige Defizite an Schwermetallen und Benzol zu beheben…”

Wie ich Philipp Dressel kenne, hat er auf der Piazza in Sienna ordentlich Zwischengas gegeben und die Fensterscheiben zittern lassen und ein paar bläulich schimmernde Fettaugen auf den Latte’s der zuschauenden Kaffeehausbesucher hinterlassen…

.