Opernplatzanormalie und Normalität am Orange Beach

 

Heute Vormittag wehte 250 Meter über NN ein leichtes und sehr angenehmes 27-Grad-Lüftchen durch die Fenster meines Büros.  Ich verstehe garnicht, was die da unten in Frankfurt (35 Meter über NN) so jammern, von stickiger stehender Luft und 37° zwischen den vollklimatisierten Hochhaustürmen  berichten, dort, wo ich heute Mittag hin musste.

Meine Stadt ist trotzdem spektakulär, trotz und sie wird es vermutlich immer bleiben.   Zumindest der Teil von Frankfurt, der allgemein als Westviertel gilt, also der Bereich zwischen Güterplatz, Gallusviertel, und südlich davon das direkt am Main liegende Gutleutviertel, am wildufernden Main entlang bis Griesheim.

Genau dort unten am Main bin ich heute Mittag zu einer Objektbesichtigung hin. Heiß, und staubig. Aber das macht mir erstaunlicherweise weniger aus als früher. Vielleicht werde ich auf meine alten Tage hitzeresistent, vielleicht bereitet sich mein Körper auf die Rente vor, die er gedenkt in mildem Klima zu verleben, wie sich das für Ruheständler so gehört. Tja, Pech gehabt mein Junge.

Aber trotzdem begeistert bin ich von dem Umstand, dass es in meinem früheren, schönen, aber leider auch sehr langweiligen Westviertel nun auch eine Strandbar gibt.  Meine Schwiegermutter hatte mich darauf aufmerksam gemacht, sie hat ein paar Meter weiter einen Schrebergarten. Das ist umso spektakulärer, weil es im Westviertel sonst kaum was gibt. Und nun gleich eine Strandbar, drei Fahrradminuten von dort entfernt, wo ich 30 Jahre wohnte. Da täten sich völlig neue Möglichkeiten auf, man hätte Abends ein Ziel, wo man hinradeln kann und sich hinsetzen und für wenig Geld was trinken und lesen und dem Dummgebabbel der Menschen um einen herum zuhören könnte, und es gibt genug schattige Bänke, nicht nur die drei banksterumkämpften Parkbänke wie am Opernplatz, wo man im Sommer nie einen Platz findet  und zu trinken gibt es dort drumherum ja nur dünnbrühige überteuerte Gesöffe.

Aber klar, dafür wohne ich heute in Bad Homburg, man kann ja nicht alles haben, und wenn ich so wie heute wieder nach Hause fahre, die Orange Beach Strandbar gibt es jetzt auch, wo ich mal anhalten kann, ein bißchen Westviertel auftanken, vielleicht, wenn dort Abends mal wieder eine Jazz-Kapelle für lau auftritt oder FAZ – Schreiber Grill-Würstchen essen.

 

 

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