Zettelkasten 03.04.2014: Das italienische Ende

2013.07.17 FFM 009

Italien…

“Mitte März kündigte der neue Ministerpräsident Matteo Renzi an, im Staatsapparat sieben Milliarden Euro einsparen zu wollen. Nun hat sich eine weitere Geldquelle aufgetan: der überdimensionierte Fuhrpark von Staat und Kommunen soll schnellstmöglich verkleinert werden…” “Von den rund 6.200 Fahrzeugen sollen 160 bei Ebay versteigert werden, wobei für fast jeden Geschmack, fast jeden Anlass etwas dabei sein könnte: Neben einfache Schlitten reihen sich elegante Limousinen und schnittige Sportwagen…” “Auf der Warteliste stehen unter anderem noch neun Maserati (Verteidigungsministerium), zwei Jaguar und drei Volkswagen Phaeton (Justizministerium) sowie einige Dutzend BMW (Innenministerium)…”

Der hier ist leider nicht dabei, der hier auch nicht.

Dafür sieht man bei den Fähnchenhändlern in Frankfurt plötzlich wieder Auto-Touris aus Italien, die ihre edlen 4-rädrigen Maranellopferdchen, Lambos und Maseratis, einige ihre hierzulande begehrten Autos aus Zuffenhausen und auch so manchen edlen Oldtimer, zu Schleuderpreisen feilbieten.

2013.07.17 FFM 013

Es ist nicht gerade die erste Qualität, was sie zumeist von Oberitalien aus, über den Brenner gefahren haben, viele Autos sind lange nicht gewartet und repariert, sind ungepflegt, nur auf die Schnelle mal hochpoliert worden und beschädigt, wie es nun einmal so ist, im Niedergang und der Guardia di Financia im Nacken.

Die ganz reichen Familien müssen noch nichts anderes als bspw. manche zu auffällige Riva Super-Aquarama auf der Techno Classica verkaufen, aber etwas weiter unten, in der Mitte, löst man, soweit möglich, den rollenden Besitz auf, und weil der Markt im Süden fehlt, kommt das jetzt zu uns, den 422 % Wertsteigerung – Naiven.

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Die Dark Side Herren m.b.H.’s, die nur das Beste wollen

2013.08.26 Betrüger im Milliardenmarkt

(zum Vergößern anklicken)

Ich nehme hier kein Blatt vor den Mund und ein Gutes haben meine Beiträge über den AAA Capital Oldtimer Fond I deshalb gehabt: Die Macher Georg Fritz und Meister haben nicht einen Cent Beteiligungskapital generiert, den Zielobjekten ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Totalverlust von 23 Millionen erspart worden und nimmt man als Kriterium die weggeschaltete Webseite des Oldtimer – Fonds, scheinen die beiden inzwischen die Platte geputzt zu haben, ach ja, wie man munkelt, dass einige Rechtsanwalts Lieblinge mit Totalverlusten, dass gar nicht lustig fanden und dem mit seinen Game – Fonds ins Schleudern geratenen Georg Fritz, mit Schadensersatzklagen in Millionenhöhe bis ins Essgefach nachsteigen.

Tscha, und andere kommen dafür wohl zurück: Rössler und die Deutsche Börse AG wollen den Neuen Markt für schnelles Geld stinkt nicht, reanimieren. Wie früher, unter dem Slogan “Wir wollen nur Ihr Bestes” für die von Niedrigzinsen und Hochinflation gebeutelten deutschen Sparstrümpfe und… ähmmm… weil der Mensch ist bekanntlich das einzigste Säugetier auf Erden, dem man im Leben mehr als einmal das Fell abziehen kann.

Ich hadere beim Lesen solcher Nachrichten gelegentlich mit mir, weil über 10 Jahre nach dem New Economy – Blutbad, wo Pleitiers a la Porschefahrer – Anscheiner FDP – Lindner, oder sich heute im lasst-uns-alle-liebhaben-Oldtimer-Becken tummelnde Haifische wie Peter Kabel, der heute das Oldtimer – Portal Carsablanca betreibt und anderer Abschaum viele andere mehr, für deren Nichtaufführung hier, ich mich bei den Betreffenden entschuldigen möchte, trotz vieler Beteuerungen schwazzgelber Politiker, derartige Auswüchse verhindern zu wollen, das Casino jetzt wieder geöffnet werden soll.

Ja wirklich, ich überlege, ob ich nicht die Wahl der FDP empfehlen sollte, damit das Maximum an Korruption, ideologiefester Inkompetenz und Betrug an Geldanlegern, wie auch gelegentlich an Oldtimerkäufern, auch die nächsten vier Jahre den entsprechenden Ausdruck erfährt.

Das Handelsblatt hat einen lesenswerten Artikel über die Dark Side – Oldtimer Gesellschaft m.b.H. geschrieben, der was wohl?, klar, wieder von viel zu wenigen gelesen werden wird.

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Bullen kaufen Ferrari’s und die Neunziger 2.0

Die guten alten Party-Zeiten von Anfang der 90er sind offenbar zurück, glaubt man Marcel Massini, der als Top-Experte im Bereich Ferrari mit Sammelwert gilt.

So sind alleine im vergangenen Dezember und Januar sieben Ferrari 250 GT SWB Berlinettas in privaten Geschäften oder ausserhalb von Auktionen im Gesamtwert von über 50 Millionen Dollar verkauft worden. Macht einen Durchschnittspreis von über 7 Millionen Dollar.

“Seit 2010 sind die Preise für Ferrari Oldtimer um mehr als 70 Prozent gestiegen…”

Er habe noch nie eine derartige Hype in diesem Markt erlebt, so Marcel Massini in dem Artikel. Ein Angebot eines Kaufinteressenten aus den USA, 50 Millionen Dollar für einen Vintage Ferrari hinzublättern, habe er ausgeschlagen. Mit anderen Worten: Massini ist felsenfest davon überzeugt, dass der Preis für diese Rarität im Ferrari – Zocker – Business in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

Mein kurzes Gedächtnis spuckt mal wieder dagegen. Habe ich diese lockenden Metaphern über GTO’s für die Welt androgyner Zockerwürmchen und über das, was am Ende dabei rauskommt, die Subprime-Krise für Ferraris, nicht alles schon mal vor über 20 Jahren gelesen?

 

Ähnliche Themen: “Ferrari macht die Schwalbe“,  “Jaques Swater’s gestohlener Ferrari”,  “Muckefuk gefälschte Ferraris”,  “Thiesen – Ferrari”

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Ferrari 512BB von Thiesen, “Sold on 11.11.2011″

“Sold on the 11.11.2011″, am Faschingsbeginn und um den Aschermittwoch herum, war alles vorbei und der Käufer, ein Münchener  hatte einen dicken Kater und die vor dem Kauf im Auftrag des Käufers offenbar durchgeführte Begutachtung des Ferraris durch einen ebenso namhaften Oldtimerhändler S, der eine klare Kaufempfehlung abgegeben haben soll, war sprichwörtlich für die Katz.

So ein DEKRA Gutachten über genau diesen Ferrari 512BB, wie ich es auf dem Tisch liegen habe, liest sich wie gut erfunden, wenn da nicht DEKRA drüberstehen würde.

Aber wie sagte Dirk Michael Conradt schon 1989 in seiner Kolumne in der Motor-Klassik? “Niemand wird gezwungen, Schrott zu kaufen”

Das Spiel mit dem Beweisverfahren hat grade erst angefangen und ist längst noch nicht vorbei und ich bin irgend wie sicher, dass das sich anschliessende Klageverfahren und das Ergebnis mich überraschen wird.

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P.S. Mehr zum Thema hier

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01.06.2011: Abgeschmiert in Oberwil

zu Frank Gürtler, Inhaber der Auto – Boutique am Zugersee.

“…Frank A. Gürtler, behauptete, das rote Fiat-Cabrio in seinem Geschäft sei erstklassig restauriert. Das Fahrzeug sei für die Restauration komplett zerlegt worden – in der Fachsprache «frame off»… Rene und Eli Gamper aus Buchs ZH glaubten ihm und kauften den schicken Wagen für stolze 44‘800 Franken… Doch nach dem Kauf der Schock: Gampers Versicherungsexperte schätzte den Wert des Wagens auf höchstens 20‘000 Franken… An einigen Stellen wurden Reparaturarbeiten unfachmännisch ausgeführt, und der gesamte Unterboden ist triefend voll Öl.”

Ich kann mich nicht erinnern, in Deutschland mal so eine TV – Reportage gesehen zu haben, ab Minute 4.17 bleibt einem ein Moment lang die Spucke weg. Man müsste wirklich mal ein Buch über die Geschäftsmethoden und den real existierenden Beschiss von bestimmten Oldtimer-Händlern und Motoreninstandsetzern schreiben

Hier ist die Reportage mit Filmchen

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