Oldtimer … “Urkundenfälschung, Betrug…

Patinierung anno 1970 - Pardon-AutosalonWer hier bei mir das Thema “Fälschungen” tagt, liest eine ganze Reihe Beiträge aus den letzten 8 Jahren, die zumeist nur das Premium – Segment der Oldtimer, die Autochen der oberen Zehntausend, betrafen, bspw. so wie diesen, wie man aus einem geklauten Flügeltürer einen redlich gekauften Flügeltürer macht und wie ich mich zuweilen über die Eliten lustig machte, wenn am für viel, viel Geld erworbenen Oldtimer, dann nur die Kühlermaske echt war.

W198 Kfz-Brief

Am 20. Dezember 2010 schrieb ein offensichtlich völlig entspannter Kommentator hier: “Da bin ich richtig glücklich mit meinen Brot- und Butterautos. Niemand dreht den Kopf danach und keiner käme je auf die Idee, sie nachzubauen bzw. zu fälschen.”

Irren ist bekanntlich menschlich, lieber Klaus Rinner, hätte ich ihm am liebsten damals schon geantwortet. Heute kann ich eine gewisse Schadenfreude über die sich regelmäßig über Oldtimer – Diebstähle echauffierende und ansonsten sorglose Oldtimerszene und deren bestenfalls Rätselraten und spekulieren darüber, was wohl mit den geklauten und zumeist nie wieder aufgefundenen Autochen hinterher passiert, nicht verhehlen. Ich freue mich deshalb über diesen Gastbeitrag des VW – Bretzel – Experten und Buchautor Helmut Horn, den er kürzlich vor dem derzeit ob ihres von der Unesco abgelehnten Antrags, zur Adelung automobiler Kultur zum immateriellen Kulturerbe… na ja, zu der Lachnummer später einmal mehr… dem  PAK Parlamentskreis Automobile Kultur, hielt.

17.04.20 HelmutHorn1 17.04.20 Käfertuningbuch

“Urkundenfälschung, Diebstahl und andere „Kavaliersdelikte“

Automobiles Kulturgut erfreut sich in Deutschland aus verschiedenen Gründen einer mit legalen Mitteln kaum zu befriedigenden Nachfrage. Die Folge sind kriminelle Machenschaften wie Urkundenfälschung, Betrug, Diebstahl, Steuerhinterziehung,

Zollvergehen, Fahren ohne Versicherungsschutz und Verstöße gegen Umweltauflagen sowie auch gegen die Straßenverkehrs-zulassungsordnung. Die Dunkelziffer ist hoch.

Das gigantische Ausmaß gefährdet meines Erachtens längerfristig unter anderem den Fortbestand von Sonderregelungen wie H- und roten 07er-Kennzeichen. Auch die Genehmigung, mit „automobilem Kulturgut“ in Umweltzonen einzufahren steht möglicherweise auf dem Spiel.

Aufgrund mangelnden Bewusstseins und einer massiven Fehleinschätzung des Problems von Seiten der Behörden und der Justiz, werden diese schwerwiegenden Verstöße allenfalls als Kavaliersdelikte eingestuft. Darüber hinaus kommt es bei der gelegentlich doch stattfindenden Auseinandersetzung mit den Problemen, zu juristisch höchst fragwürdigen Entscheidungen.

Es werden beispielsweise für Fahrzeuge, deren Herkunft und Eigentumsverhältnisse ungeklärt sind, Fahrgestellnummern (TP-Nummern) zugeteilt und um Jahrzehnte rückdatierte Papiere ausgestellt, obwohl dies ausdrücklich gegen gültige Regeln verstößt.

17.04.00 eBay 391585956182 - Mercedes 350 SL [eBay 391585956182]

Meist kommt es aber gar nicht so weit, weil sowohl viele Privatpersonen als auch der Handel vollkommen unbemerkt – weil unbeachtet – den bequemsten Weg gehen. Man bedient sich des großen Angebots an Fahrzeugidentitäten, die unter anderem im Internet ganz offen gehandelt werden. Mit der „FIN“ eines längst verschrotteten Altwagens und mit dessen Fahrzeugpapieren werden Autos in den Handel und auch in den Verkehr gebracht, die gestohlen, als vermeintlich herrenlose Sache aufgefunden, oder aber auch unverzollt in die EU eingeführt wurden. Und so weiter…

17.04.19 Kfz-Brief Cadillac - eBay17.04.19 Kfz-Brief Cadillac - eBay 2

Sehr beliebt war dieses Vorgehen auch im Zusammenhang mit Fahrzeugen, für die es nach dem Kassieren der „Abwrackprämie“ keine Dokumente mehr gab, weil diese bekanntlich eingezogen wurden.

Die Liste der Gründe für die Verwendung von falschen Fahrzeug-Identitäten ließe sich natürlich noch sehr weit fortsetzen. In allen Fällen werden durch Papiere und Fahrgestellnummern, die gar nicht zum real existierenden Fahrzeug gehören, alle wesentlichen Dinge sowie die gesamte Historie eines Fahrzeugs komplett gefälscht.

Das betrifft unter anderem regionale Herkunft, „Matching Numbers“, Anzahl der Halter, prominente Halter (Franz Beckenbauer, Papst Benedikt…), tatsächliche Laufleistungen, Wartung, Pflege, Reparaturnachweise, abgenommene technische Änderungen (die folglich nie begutachtet wurden), das Erstzulassungsdatum (mit dem bestimmte Auflagen – Umwelt, Beleuchtungseinrichtung, Gurtpflicht etc. verbunden sind, natürlich aber auch Vergünstigungen wie das H-Kennzeichen) und vieles mehr!

17.04.21 Porsche 356 Kfz-Brief

Wenn wir Automobile ernsthaft als Kulturgut betrachten und dabei selbst auch ernst genommen werden wollen, können wir nicht weiter zusehen, wie besagte Fälschungen in riesigen Stückzahlen und mit deutlich steigender Tendenz unwidersprochen als „Kulturgut“ eingestuft und letztlich auch noch gefördert werden.

Nachdem vielen das Ausmaß des bereits jetzt vorhandenen Schadens nicht ansatzweise bekannt ist, habe ich exakt an dem Tag, an dem ich die Einladung erhielt, hier vorzusprechen, auf „Ebay-Kleinanzeigen“ und „Ebay“ nachgesehen, wie viele Fahrzeug-Identitäten an diesem einen Tag allein auf diesen beiden Plattformen angeboten werden.

17.04.18 eBay - Angebote

Am 8. Februar 2017… waren es knapp 500!

Mit ein Grund, weswegen die Oldtimerdiebstähle laut Statistik so massiv zugenommen haben ist die Tatsache, dass die Identitäten längst nicht mehr existierender Fahrzeuge dazu missbraucht werden, Versicherungen zu betrügen. Dazu werden real existierende baugleiche Fahrzeuge vorübergehend mit falschen Identitäten ausgestattet. So werden alte Papiere „wiederbelebt“. Es werden alle behördlichen Hürden – wie TÜV- und H-Abnahme – genommen und Wertgutachten erstellt. Dann werden die falschen Fahrgestellnummern wieder entfernt. Das noch real existierende alte Auto ist wieder mit seinen Originalpapieren unterwegs, als sei nichts gewesen. Und das Auto, dessen Papiere wiederbelebt und dessen Existenz mit „TÜV-Zetteln“ und Wertgutachten glaubhaft vorgetäuscht werden kann, wird gestohlen gemeldet. In der Statistik ist dies auch nichts weiter, als ein ganz normaler Oldtimer-Diebstahl.

17.04.20 Porsche 912 mit Rahmenteil

Der Nachweis des Betrugs ist nicht möglich, da eine professionelle vorübergehende Manipulation der Fahrgestellnummer keine Spuren hinterlässt. Letztlich kann auch ein seit mehreren Jahrzehnten verschrottetes Auto logischerweise nie wieder aufgefunden werden. Das ist keineswegs blühende Phantasie eines Krimi-Autors, sondern eine in gewissen Kreisen gängige Praxis.

Der volkswirtschaftliche Schaden, verursacht durch die hier teilweise ohne jedes Unrechtsbewusstsein in aller Öffentlichkeit betriebenen Machenschaften ist enorm. Er ließe sich jedoch erheblich reduzieren, wenn die vielen Zeichen, die alle Alarmglocken läuten lassen sollten, von Prüfinstitutionen, Sachverständigen und auch von der Polizei erkannt würden. Ausreden wie „dafür haben wir keine Zeit“ oder „der TÜV ist keine Strafverfolgungsbehörde“ (ein wörtliches Zitat übrigens), dürfen wir nicht weiter gelten lassen. Es gilt vielmehr, Justiz, Polizei, Prüfinstitutionen und Sachverständige für das Thema zu sensibilisieren und gegebenenfalls ergänzend auszubilden. Dazu habe ich einige Vorschläge, zu denen ich gleich kommen werde. Beispiele für Hinweise auf kriminelle Machenschaften liefere ich gerne zum Schluss – je nachdem, wie viel Zeit dafür bleibt.

Obwohl davon auszugehen ist, dass sich alle hier Anwesenden der Bedeutung historischer Fahrzeuge als Kapitalanlage bewusst sind, möchte ich auch darauf hinweisen, dass solche Automobile – obwohl viele Richter und Staatsanwälte das momentan leider vollkommen anders bewerten – wie Kunstwerke zu behandeln sind. Sie sind nur etwas wert, wenn es sich tatsächlich auch um die Originale handelt. Durch das Einsetzen einer falschen Fahrgestellnummer kann aus einem etwa 150.000 Euro teuren Porsche ein Sondermodell werden, das 800.000 Euro wert ist (so lange der Schwindel unbemerkt bleibt).

17.04.26 Google Suche Kfz - Brief Porsche

Betroffen sind nicht Hunderte sondern Tausende von Fahrzeugen, die auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Polizei und Justiz sehen ebenso tatenlos zu, wie sämtliche Prüfinstitutionen (TÜV, Dekra, GTÜ…) und auch Sachverständige bei der Erstellung von Wertgutachten.

 Gegenmaßnahmen: 

  1. Das Anbieten von Fahrzeugidentitäten sollte als „Anstiftung zu einer Straftat“ gewertet werden.
  1. Manipulierte Fahrzeuge müssen bis zur Klärung ihrer Identität aus dem Verkehr gezogen und von jeder erneuten Zulassung ausgenommen werden. Kann die Identität nicht geklärt werden, sind solche Fahrzeuge von jeder erneuten Zulassung auch weiterhin auszunehmen.
  1. Hierzu wäre es sinnvoll, eine Datenbank ins Leben zu rufen, die wie „EUCARIS“ bei jeder Zulassung automatisch abgefragt wird. Man könnte EUCARIS auch einfach um diese Funktion erweitern. Hier müssten Fahrgestellnummern gelistet werden, zu denen die Fahrzeuge belegbar nicht mehr existieren. Dabei sollten – wenn man den Verkauf dieser Dinge tatsächlich nicht verbieten kann – Fahrgestellnummern eingepflegt werden, die aus solchen Verkäufen bekannt sind. Zumindest sollte das Angebot einer herausgetrennten Fahrgestellnummer inklusive der Papiere Anlass genug sein, dass die Polizei beim Anbieter vorstellig wird, die Nummer dokumentiert und von jeglicher Wiederzulassung sperrt. Das klingt nach Arbeit – ist es auch. Aber es würde sich definitiv sowohl finanziell als auch in puncto Sicherheit sehr lohnen! Was mich in diesem Zusammenhang allerdings bedenklich stimmt ist die Tatsache, dass dies nicht einmal bei der Abwrack-Aktion passiert ist. Die abgewrackten Autos können heute allesamt wieder zugelassen werden, denn das Sperren ihrer Fahrgestellnummern war angeblich mit einem zu hohen Arbeitsaufwand verbunden und unterblieb daher.
  1. Es muss klar sein, dass die Vergabe von TP-Nummern kein Mittel sein kann, um Fahrzeuge unbekannter Herkunft zum Straßenverkehr zuzulassen.
  1. Erst recht kann eine TP-Nummer – wie es zunehmend leider passiert – hinsichtlich des Erstzulassungsdatums nicht rückdatiert werden.
  1. Bei der Hauptuntersuchung sowie auch beim Erstellen von Wertgutachten sind die Sachverständigen hinsichtlich der Überprüfung der Fahrzeugidentität zu mehr Sorgfalt anzuhalten.

Aktuelle Beispiele aus jüngster Zeit…

Fall 1:  Angeboten wird die herausgetrennte Fahrgestellnummer eines VW Polo mit „interessanten Eintragungen“ auf Ebay Kleinzanzeigen sowie auch in einer „VAG-Ersatzteilgruppe“ auf Facebook. Wird diese Fahrgestellnummer in ein anderes Fahrzeug geschweißt, werden auch gleichzeitig Umbaumaßnahmen übernommen und nachgebaut, die niemals tatsächlich von einem Prüfer in Augenschein genommen werden. Es handelt sich dabei auch um technische Änderungen, die aus gutem Grunde – wie es heißt – „heute gar nicht mehr möglich wären“.

Bedenken hinsichtlich der damit in Verbindung stehenden Urkundenfälschung versucht der Anbieter durch falsche Angaben von vornherein zu zerstreuen.

Fall 2:  Angeboten wird ein angeblich 1984 erstzugelassener VW Käfer. Lackierung, Heckabschluss, Stoßstangen, Lenkrad und Sitze weisen klar auf ein Mitte der 90er Jahre gebautes Auto hin.

Theoretisch und mit sehr hohem, hier kaum vertretbarem Aufwand könnte der Wagen auch entsprechend umgebaut sein. Naheliegender ist jedoch der Verdacht, dass hier mittels einer falschen Identität frühzeitig ein H-Kennzeichen erreicht wird (Steuerhinterziehung). Zudem ist das Auto mit einem alten, jedoch bis heute gebraucht in großen Stückzahlen billig zu erwerbenden Motor ausgestattet – vermutlich, weil der mindestens dreimal so teure, aber eher seltene G-Kat-Motor kaputt gegangen ist. Das bedeutet also auch, dass dieses 96er Auto – dank des mit der Urkundenfälschung erschlichenen H-Kennzeichens, problemlos in Umweltzonen bewegt werden kann.

Fall 3:  Es wurde der Fahrzeugbrief eines Porsche-Polizei-Cabrios angeboten. Hierfür hat ein szenebekannter, großer Liebhaber-Porsche-Händler (Gebrauchtfahrzeuge, Oldtimer, Sondermodelle, gebrauchte Ersatzteile) 7.800 Euro geboten. Er hat den Fahrzeugbrief nicht bekommen…

Fall 4:  Hier beklagt sich jemand in aller Öffentlichkeit darüber, dass seine Ebay-Auktion von Ebay entfernt wurde, weil das Versteigern von Fahrzeugbriefen gegen die Regeln verstößt. Dabei räumt er ein, dass das Versteigern von Fahrzeugbriefen tatsächlich auf Ebay verboten ist (obwohl dies dauernd wieder passiert und geradezu Gang und Gäbe ist). Er aber – führt er weiter aus – versteigere ja nicht nur einen Fahrzeugbrief, sondern auch den dazugehörigen herausgetrennten Fahrzeugabschnitt mit der Fahrgestellnummer. Ohne das – so meint der Betroffene – könne man ja mit dem Fahrzeugbrief nichts anfangen. Daraus lässt sich klar erkennen, dass er genau weiß, dass damit ein anderes Auto in den Verkehr gebracht werden kann. Unrechtsbewusstsein besteht jedoch eindeutig nicht.

Fall 5:  Hier wird der Fahrzeugbrief eines verunfallten Mazda-Cabrios angeboten, mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, dass der Unfall bei den Versicherungen nicht aktenkundig ist.

Das soll ganz klar heißen, dass sich die Fahrgestellnummer und die Papiere dazu eignen, einen Versicherungsbetrug zu begehen.

Fall 6:  VW-Busse, die der T1-Baureihe zum Verwechseln ähnlich sehen, kommen momentan in großen Stückzahlen aus Brasilien in Deutschland an. Der deutsche Markt wird damit förmlich geflutet. Ein beträchtlicher Teil dieser Busse wird „der Einfachheit halber“ mit Fahrgestellnummern längst nicht mehr existierender, echter, deutscher T1-Busse ausgestattet, zugelassen und verkauft. So könnte nicht nur der Zoll umgangen werden. Für die in Brasilien bis 1975 hergestellten Busse und deren Originalmotoren gibt es keinen Abgasnachweis. Das führt insbesondere dazu, dass nach dem 1.10.1971 zugelassene Wagen nur mit großem Aufwand auf die Straße zu bringen sind (Einbau eines hier zugelassenen Motors, für den in dieser Gewichtsklasse ein entsprechender Nachweis hinsichtlich des Abgasverhaltens geführt werden kann).

Brasilien-Busse sind anhand verschiedener Merkmale leicht zu erkennen – vom speziellen Hilfsrahmen über fehlende Heizrohre bis hin zu Art und Ausführung der Verglasung. Dieses Auto weist eindeutige Brasilien-Merkmale auf. Verkauft wird es mit einem Fahrzeugbrief von 1961. Es handelt sich sogar um den Fahrzeugbrief eines Typ 21. Das war jedoch ein maximal dreisitziger Kastenwagen ohne Fenster im Bereich des Laderaums. Hier stimmt also gar nichts. Liebhaber zerreißen sich das sprichwörtliche Maul über Angebote wie dieses – Polizei und Justiz dagegen zeigen sich nicht interessiert…

Fall 7:  Ganz offen wird hier ein 84er Käfer mit 67er Fahrgestellnummer angeboten – dank derer man keine AU braucht, worauf ausdrücklich hingewiesen wird. Die Fahrgestellnummer gilt als ein Ersatzteil, mit dem sich jede beliebige Fahrzeughistorie und jedes beliebige Fahrzeugalter einfach einschweißen lässt.

Fall 8:  Es wurde ein Käfer Cabrio Baujahr 1959 angeboten. Es handelte sich aber um einen Wagen aus dem Modelljahr 1969 (ggf. auch 70). Darauf habe ich den Oldtimer-Spezialhändler in seinem Glaspalast voller hochwertiger Autos aufmerksam gemacht. Er hat das Angebot sofort aus dem Netz genommen. Etwa 3 Monate später hat er es jedoch wieder eingestellt. Daraufhin habe ich mich an die zuständige Staatsanwaltschaft gewendet. Der mit dem Fall betraute Kripo-Beamte hat laufend Informationen zum Thema bei mir abgerufen und zugegeben, keine Ahnung von dieser Materie zu haben. Meine Behauptungen erwiesen sich als richtig. Der TÜV, der den Wagen abgenommen hatte, gab gegenüber der Kripo an, Fahrgestellnummern so genau auch wieder nicht zu prüfen. Die gleiche Auskunft erhielt der Kripo-Mann vom – definitiv äußerst namhaften Sachverständigen – der zu dem angeblichen 59er Käfer ein Wertgutachten erstellt hatte. Damit der arme Autohändler sein wunderschönes Fahrzeug aber nicht verschrotten muss, wurde ihm mit dem Segen von Kripo und Staatsanwaltschaft eine TP-Nummer, rückdatiert auf den 1.7.1969 zugewiesen. Interessant ist der Fall auch deshalb, weil sich die Bayerischen Motorenwerke auch schon um eine rückdatierte TP-Nummer bemüht haben – diese wurde BMW  jedoch mit dem Hinweis auf entsprechende Vorschriften verwehrt. Ich habe sämtliche Einzelheiten des Vorgangs dokumentiert.

Helmut Horn,

auto@tuning.de, Mobil: 0171 – 4115419

Anmerkung: Die im Beitrag gezeigten Fotos stammen nicht von Helmut Horn sondern von mir.

 

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Zettelkasten 02.05.2016; Gutenmorgenkaffeegrinser

16.05.02 Kfz-Brief eBay 322092132318-B1

Warum könnte einem Käufer das Stück ‘Pappe’ 490 Euro wert sein?

P.S. Um bspw. diesen Schrotthaufen – übrigens ein Angebot eines mir recht gut bekannten Feierabend – Autohändlers – für den bei Auktionsbeginn noch kein Fahrzeug-Brief vorhanden war H – zulassungsfähig zu machen, doch ganz bestimmt nicht, oder doch?

 

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Wort zum Sonntag: Nutzlosbranche Oldtimer – Sachverständiger

15.11.14 Adler - Unbenannt - 3

Ich hatte halt das Glück, jemanden seit Ende der 60er Jahre sehr gut zu kennen, als er noch Meister bei Mercedes Benz in Frankfurt war und dort verantwortlich für die Qualitätskontrolle, Toni Geppert, der danach, als manche heutigen nur klugscheissden Entrepeneure der Restaurierungsbranche noch gewindelt wurden, Anfang der 70er Jahre in seinem Betrieb in Frankfurt – Kalbach die ‘Geflügelten’ 300 SL für weltweite Kunden und Museen reparierte und der mir später vieles über gut gemachte Kopien von Mercedes ‘Flügeltürern’ und totrestaurierte Autos erzählen konnte, und der als jahrzehntelanger Typreferent des 300 SL – Club seine gnadenlosen Expertisen zu so manchem von namhaften Edelrestaurieren hingerichteten ‘Flügel’, von der falschen eingebauten Einspritzpumpe bis hin zum nicht eben seltenen ‘Geflügelten’ mit Fahrgestellnummer, die zweimal existierte, wirklich gut gemacht hat. So habe ich mir u.a. mein Bild von dieser Branche gemacht und für mich gilt als erste Regel: keine Patina, kein Kauf.

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Von mir scherzhaft Apothekerzahnwälte Genannte, mögen sich über sichtbare Spuren früherer, damals zeitwertgerechter Reparaturen, ohne die es heute keine Oldtimer gäbe, die aber ihren heutigen Ansprüchen an durchrestaurierte Oldtimer nicht genügen, echauffieren und von Pfuschern phrasenisieren, für mich sind das Hinweise bei der Suche nach dem Echten. Nichts ist schwerer zu fälschen, als der an sich wertmindernde Verfall.

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Im Kunstmarkt haben jüngst aufgedeckte Fälschungsskandale mit dreistelligen Millionen-Schadenssummen gezeigt, wie wichtig unabhängige Sachverständige und Gutachter sind. So werden unabhängige Kunstsachverständige in Deutschland deshalb von den Industrie- und Handelskammern geprüft und dann öffentlich bestellt und vereidigt. Aufgaben dieser Sachverständigen ist die gerichtsfeste  Echtheitsuntersuchung und Wertfeststellung von Kunstwerken sowie die gutachterliche Hilfe für Versicherungen und vor Gericht. Unabdingbare Voraussetzungen für eine Bestellung sind kunsthistorisches Vorwissen, eine mindestens 10-jährige Berufserfahrung im Kunsthandel sowie ein Mindestalter von 30 Jahren. Die Industrie- und Handelskammern publizieren Listen der bestellten Sachverständigen.

Wer dachte, bei Oldtimern, von denen sich die 50er und 60er Jahre Objekte inzwischen auch im sechsstelligen Preisbereich bewegen (das automobile Massen-Geschwerl aus den 60er und 80er Jahren, was Dank H-Kennzeichen-Regelung zwar zum Oldtimer geadelt wurde, in meinen Augen aber bloß alte und nach Ablauf ihres Automobillebens vor der Schrottpresse bewahrte Autochen sind, aussen vor gelassen), manche von ihnen heute im zweistelligen Millionenbereich, sei das ähnlich, ist auf dem Holzweg. Ein Umstand, der bestellte Kunstsachverständige über bar jedweder profunder Expertise erstellte Oldtimer-Gutachten, über ihre ‘Kollegen’ aus der Altautoabteilung, nur müde lächeln lässt. Vorkenntnisse oder Sachkundenachweis vor einer neutralen Prüfkomission erforderlich? Fehlanzeige.

“Zertifizierter Oldtimer-Sachverständiger kommt” … “Nun gibt es den öffentlich bestellten, vereidigten Sachverständigen für Oldtimer.” … “Aus Sicht von Friedrich Rückert, Düsseldorfer Oldtimerexperte, Kfz-Gutachter und Restaurator, ist dieses Teilbestellungsgebiet sehr wichtig, weil es eine sachliche und fachliche Tiefe umfasst, die von einem für das gesamte jeweilige Handwerk bestellten Sachverständigen nicht erwartet werden kann.”

In einem seichten 16 (Arbeits-) Stunden Crash – Kurs (inklusive Zigaretten-, Kaffee- und Mittagspausen) automobilhistorisches Grundwissen aus rund 130 Jahren technischer Entwicklung, obendrauf 10 Jahre praktische Berufserfahrung mit der Reparatur und Restaurierung von Oldtimern der verschiedensten Fabrikate und Typen, eigentlich erforderlichen profunden Kenntnissen von tausenden Fahrzeugtypen von hunderten von Automobilherstellern etc. p.p., alles zusammen eintrichtern, um hinterher eine seriöse Expertise abgeben zu können, die in einem Rechtsstreit, wo es oft um bis zu sechstellige Beträge geht, auch vor Gericht standhält. Wie das geht? Nach Ansicht des ZdK ganz einfach!…

“Zum Erwerb des Zertifikats ist das zweitägige Grundseminar mit Abschlussprüfung vor einem Fachausschuss notwendig. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Ergebnis als Grundlage für die Vereidigung an die zuständige Bestellkörperschaft weitergeleitet.”

Pingouin Anti - Gel

Alle, was ich dazu ab hier sagen möchte, wäre wahrscheinlich justiziabel. Nur soviel: Es ist eine Farce. In meinem Buch werde ich mit dem Rechtsschutz eines Verlags im Rücken, so einige Fälle dokumentieren, die man sich nicht ausdenken kann.

Mit meinen Erfahrungen würde ich bspw. den Bentley ‘Blue Train’ hier, der grade angeboten wird, eigentlich für eine Fälschung halten müssen, denn nach über 80 Jahren haben solche Automobile natürliche Abnutzungserscheinungen. Der hier ist besser als neu und womöglich kleben noch die Strichcodes auf einzelnen, verwendeten Teilen…

“1950er Bentley Blue Train” …  “Year: 1950″  … “Manufactors: Bentley” …   “Brand new condition. Finished in Green with a Brown hide interior. The seating arrangements are for three people with a side facing rear seat like the original. The car is German registered on a German H plate…”  angeboten..”

“Year 1950…” Das ist in etwa so, als wäre ein Galeriesstempel von 1950 auf einem makellosen Impressionisten von Monet. Bei diesem Bentley Blue Train, der um 1930 nur in iner sehr kleinen Stückzahl gebaut wurde, kann ich mir deshalb grade sehr gut vorstellen, dass sich der Verkäufer und Käufer dieses sicherlich perfekt gemachten und nicht billigen Komplett-Nachbaus auf Rolls Royce – Chassis, Letzterer hat vielleicht nur das mit dem “Year 1950″ übersehen, hatte das Wort “Recreation” vorher noch nie gehört, bevor er das Scheckbuch zückte, womöglich eines Tages vor Gericht wiedersehen, wo dann schlimmstenfalls ein im Crash – Kurs vom ZDK zum zertifizierten Oldtimer – Sachverständigen geadelter Mennecken, sein Gutachten abgibt. Aber das mit dem Zertifikat wird ja ohnehin nur für Leute mit Premiumanpruch gemacht, die für die gleiche Ware in aufgemopfter Verpackung den doppelten Preis zu zahlen bereit sind, oder wie Fritz B. Busch es mal ausdrückte, “Wir kaufen Marken, Logos, Labels, Legenden und Lügen, vom Turnschuh bis zum Auto. Denn wir sind erfolgreicher manipuliert worden als der Elefant, der im Zirkus Handstand macht”.

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Gute Idee: CarPass ® Classic

13.09.09Zertifikat

Mercedes-Benz Classic kam Ende 2010 selbst auf den Tichter, dass mit dem 100 Euro teueren Tinnef der Ausstellung von Zertifikaten für Mercedes-Benz Oldtimer, selbst bei dick betuchten Mercedes – Oldtimerbesitzern kein Blumenstrauss mehr zu gewinnen war. Keiner weiss das heute besser als Dieter Ritter.

Der Ex-Geschäftsführer des schlafen gelegten MBCCI Mercedes – Benz Car Club International stellt in seinem jüngsten Blog etwas mutlos die Frage: “CarPass Classic – vorprogrammierter Flop?”  und zitiert aus deren Webseite die neueste Nutzwertnullnummer für Oldtimerbesitzer:

„CarPass Classic: Bereits das beschriebene Basisprodukt bietet eine vollständige, nachvollziehbare sowie jederzeit und überall abrufbare Fahrzeughistorie. CarPass® Classic ist damit ein wesentlicher Schlüssel zum Werterhalt historischer Fahrzeuge und die ideale Ergänzung zu bereits existierenden Gutachten oder Fahrzeugpässen.

CarPass Classic Certified

Noch einen Schritt weiter geht der CCC. Um jeden Zweifel auszuschließen, werden sämtliche eingereichte Unterlagen wie Dokumente oder Rechnungen durch unsere Experten auf Plausibilität hin geprüft und freigegeben. Des Weiteren enthält der CarPass® Classic Certified einen Oldtimercheck bei einem unserer Partner.“ (Zitat Ende).”

Wenn ich mir die CarPass®Classic- Seite genauer ansehe, kommt es mir eher vor, dass hier einer, übrigens in Kooperation mit dem AVD, im Stil von FaceBook ungestört Geschäfte mit Daten von Oldtimerbesitzern machen will, ohne von einem lästigen Grundgesetzparagraphen Art. 5, von Verbraucherschutzbestimmungen oder Datenschutzregelungen daran gehindert zu werden, denn ganz besonders letztere ist auf seiner Webseite und insbesondere im Impressum, nirgendwo zu entdecken.

Der Macher det Janzen, Wolfram Stein, Absolvent der Uni Bochum, verbietet sich dafür in seinem Impressum jedwede “Kommentierung” seines Angebots ohne seine vorherige Genehmigung. Er schreibt in seiner eigenen Kurzvita über sich selbst “Ich biete: gesunden Menschenverstand, neue Sichtweisen, Marketing, innovative Ideen”.

Meine durch Artikel 5 GG gedeckte Meinung: Wenn Herr Stein  Marketing auf seiner hohen Schule so gelernt haben sollte, dann ist die Uni Bochum noch reformbedürftiger als die Berufsschulen für Mechatroniker.

Und das passende TÜV-Siegel “NSA-frei” fehlt auch.

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Die Dark Side Herren m.b.H.’s, die nur das Beste wollen

2013.08.26 Betrüger im Milliardenmarkt

(zum Vergößern anklicken)

Ich nehme hier kein Blatt vor den Mund und ein Gutes haben meine Beiträge über den AAA Capital Oldtimer Fond I deshalb gehabt: Die Macher Georg Fritz und Meister haben nicht einen Cent Beteiligungskapital generiert, den Zielobjekten ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Totalverlust von 23 Millionen erspart worden und nimmt man als Kriterium die weggeschaltete Webseite des Oldtimer – Fonds, scheinen die beiden inzwischen die Platte geputzt zu haben, ach ja, wie man munkelt, dass einige Rechtsanwalts Lieblinge mit Totalverlusten, dass gar nicht lustig fanden und dem mit seinen Game – Fonds ins Schleudern geratenen Georg Fritz, mit Schadensersatzklagen in Millionenhöhe bis ins Essgefach nachsteigen.

Tscha, und andere kommen dafür wohl zurück: Rössler und die Deutsche Börse AG wollen den Neuen Markt für schnelles Geld stinkt nicht, reanimieren. Wie früher, unter dem Slogan “Wir wollen nur Ihr Bestes” für die von Niedrigzinsen und Hochinflation gebeutelten deutschen Sparstrümpfe und… ähmmm… weil der Mensch ist bekanntlich das einzigste Säugetier auf Erden, dem man im Leben mehr als einmal das Fell abziehen kann.

Ich hadere beim Lesen solcher Nachrichten gelegentlich mit mir, weil über 10 Jahre nach dem New Economy – Blutbad, wo Pleitiers a la Porschefahrer – Anscheiner FDP – Lindner, oder sich heute im lasst-uns-alle-liebhaben-Oldtimer-Becken tummelnde Haifische wie Peter Kabel, der heute das Oldtimer – Portal Carsablanca betreibt und anderer Abschaum viele andere mehr, für deren Nichtaufführung hier, ich mich bei den Betreffenden entschuldigen möchte, trotz vieler Beteuerungen schwazzgelber Politiker, derartige Auswüchse verhindern zu wollen, das Casino jetzt wieder geöffnet werden soll.

Ja wirklich, ich überlege, ob ich nicht die Wahl der FDP empfehlen sollte, damit das Maximum an Korruption, ideologiefester Inkompetenz und Betrug an Geldanlegern, wie auch gelegentlich an Oldtimerkäufern, auch die nächsten vier Jahre den entsprechenden Ausdruck erfährt.

Das Handelsblatt hat einen lesenswerten Artikel über die Dark Side – Oldtimer Gesellschaft m.b.H. geschrieben, der was wohl?, klar, wieder von viel zu wenigen gelesen werden wird.

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Siata 300 BC 1952, mehr Autokultur braucht’s nicht

Unbenannt - 15

Ich weiss natürlich, dass nicht jeder meine Interpretationen darüber schätzt, was ich als wirkliche, automobile Kulturgüter und andererseits als automobilies Panoptikum bezeichnen würde. Ponsi hatte einen Vertreter Letzteren jüngst bei der Mille Miglia erwischt. Ein 300 SL W194 mit sogenannter “Luftbremse” – einer 0,7 Quadratmeter großen Fläche über der Hinterachse, die vom Fahrer beim Bremsen aufgeklappt werden kann, um die Bremswirkung zu verstärken und die von Mercedes-Benz nur zweimal eingesetzt wurde, 1954 In Schweden und bei den 24 Stunden von Le Mans – dessen Besitzer zwar genügend Geld zu haben scheint aber frei nach Johannes Hübner, seine Unkenntnis völlig schmerzfrei mit einem aufgepappten Dachspoiler zeigt, weil er beim Zusammenbasteln seine Brille nicht gefunden hat. Aber er fährt bei der Mille Miglia mit.

Unbenannt - 2Es sind dann die Abende wie gestern, wo ich einem Freund leider den gemeinsamen Besuch am Freitag der Klassikwelt in Friedrichshafen absagen musste, wo ich mich hinterher für jemanden freue, der sein Traumauto in England gefunden hat und auf meinen digitalen Merkzettelchen nach Geschichten über meine eigenen, unerfüllbaren Wunschträume suche, so wie die Geschichte über einen der schönsten jemals gebauten Renn – Sportwagen, einen mit lückenlos dokumentierter Historie von dem Tag an, als Henry Wessells III, sich diesen Siata 300 BC kaufte, bis heute, Geschichten, die mich eben faszinieren.

Update: Siata 300 BC Webseite und über Henry Wessells III

Johannes Hübner Auto-Consult, Alfred Fuhr Soziologe.