Die Mille Miglia Fiscale und schweizer Enklaven auf der Louisenstraße v.d.H.

“Wenn die letzten Automobile in Brescia über die Rampe für die kommenden 1600 Kilometer durch Italien rollen, ist es bereits Nacht über der Stadt. Frühe Startnummern erreichen den Gardasee vielleicht noch in der Dämmerung, aber die meisten Teilnehmer sehen von der herrlichen Landschaft sehr wenig; nur die Strasse und hektisch winkende Polizisten. In den Dörfern und Städtchen ist noch Hochbetrieb, Zigtausende säumen den Streckenrand, und machen die Fahrt durch die vielen Kreisel zu einem riskanten und höllisch lauten Spektakel. Wegelagerei mit Digitalkamera,  familiär organisierte Strassensperren, damit Oma auch etwas zu sehen hat…” 

Das von DonAlphonso in der FAZ so schön beschriebene “frühere Geschrei italienischer Sippen” an den Straßenrändern der Mille Miglia, wenn die alten Boliden durch Städte und Dörfer entlang der Strecke röhrten, wird nichts sein, verglichen mit jenem dann eher lautlosen Spektakel, dass bei der diesjährigen Mille Miglia  geboten werden dürfte.

Ein Freund nannte es in Vorahnung am Telefon bereits Mille Miglia Fiscale

Die ob drohender Unicredit – Bankpleite und Staatsverschuldung in Bella Italia von der neuen Regierung Monti, von ihrer Gardi Financia geforderte hohe Blattschussquote von dem Staat geschätzte 250 Milliarden Euro schuldenden Steuertätern, dürfte derzeit nicht wenige der von DonAlphonso bis letztes Jahr  fotographierten, alten Boliden bei der Mille Miglia, fluchtartig, über verschneite Alpenpässe, Richtung dunkler Tiefgaragen nördlich des San Gottardo, verschwinden lassen.

Auch hüben in meiner kleinen Stadt, dürften einige der Gescheiten Sorgen plagen, die, die bis vor etwa 2 Jahren in der historischen Villa Hammelmann auf der Louisenstraße, mit den reservierten Kundenparkplätzen, dort beim Steuerbetrug die diskreten Dienste der UBS – GeldschieberVermögens-verwalter in Anspruch nahmen, wo man genau wusste, wo man solche Dienstleistungen am besten unterbringt, wo potentielle Kunden wohnen und man gute Chancen hatte, mit ihnen über ihr Bestes zu reden, über ihr Geld, wo nicht wirklich von Steuerhinterziehung die Rede war, sehr wohl aber von den Vorteilen des Geldstandorts jenseits der deutschen Grenzen.

Und schlimmer noch. Wie derzeit in Italien, werden vielleicht auch bald  diejenigen, die die Dienste bekannter, mit Diskretion werbender Automobil- und Oldtimerhändler in Anspruch nahmen, die den  Tausch des Koffer Geldes in ein Auto oder des Autos in gewaschenes Geld, gegen einen gar nicht so kleinen Aufschlag auf den Kaufpreis oder Abschlag auf den Rücknahmepreis, bewerkstelligten, von Alpträumen geplagt werden, aus Angst vor einem Staat, der an der Klippe stehend, uns vom  Präsidentenspektakel Abgelenkten, allen Ernstes alle Bürger, ohne Ausnahme, auszuplündern, ja ferrari- und porschefrei zu machen gedenkt, um uns mit spielschuldenbefreiten Bankstern zwangszubeglücken.  

 

British Couple sitting on high Stools…

British Couple sitting at high Stools

…in 1932, at Ice Bar outdoors at Grand Hotel St. Moritz as waiter pours them drinks (cocktails).

Eine Volksweisheit sagt, dass dort, wo am lautesten geschrien wird, auch am meisten gelogen wird. Nachdem gerade tout London vom Heulen ob einer Steuer auf Millionenboni erschallt, darf man getrost davon ausgehen, dass es so schlimm nicht ist, und das im Gegensatz zu den Behauptungen auch niemand von seiner Bank in die Schweiz gerettet wird. Das Problem haben nur ein paar Bankster.

Betrachten wir uns die Bankerflucht in die Schweiz mal an hand eines verständlichen Beispiels: Stellen wir uns einen mittleren Handwerkerbetrieb in Stuttgart vor, der viele Überstunden macht. Nun führt unser ehrenwerter Finanzminister Schäuble zur Senkung der Lohnnebenkosten eine Steuer auf Überstundenzuschläge ein (insofern sie nicht bei der informellen Überbringung von Briefumschlägen anfallen). Für die Mitarbeiter des Handwerkerbetriebs ist das höchst unerfreulich – und nun stelle man sich vor, sie würden alle bei den Medien anrufen und sagen, ihr Betrieb solle in die Schweiz wechseln, damit sie diesen Zuschlag auch weiterhin steuerfrei bekommen. Jeder Chef würde diese aufsässige Bande bei den Gedanken an die Kosten solcher Ansprüche eiskalt feuern. Wie zum Teufel kommen Mitarbeiter dazu, aufgrund ihres eigenen kleinen Vorteils, ihrer läppischen Kröten die Übersiedlung einer Firma zu verlangen, wo er doch weniger Lohnnebenkosten zahlen müsste?

Gibts nicht? Dachte ich auch, denn wenn ein normaler Unternehmer beim Steuervermeiden  so eine Nummer abziehen würde wie die Spitze von JP Morgan,  dann hätte er in Nullkommenichts sowas wie Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und zuguterletzt noch einen medizinischen Gutachter zwecks Befundung der Zurechnungsfähigkeit daheim, dass er danach quieken würde.

Angesichts der angesprochenen Personen würde es mich dann auch nicht überraschen, wenn sie es vor Gericht tun müssten. Und die Konstruktionen, mit denen Firmen Geld rausschmeissen, um ihren ihren fetten Bankstern an der Spitze, möglichst ohne Steuern noch mehr hinten reinzuschieben  – gegen die sollte man Beizeiten endlich mal Gesetze erlassen. Denn scheinbar sind diese Verbrecher Bankster wirklich so blöd, erst dann zu verstehen, wenn der Mob eines Tages ihre Bankeingänge verrammelt und anzündet.

Nee Leute, ich habe nichts gegen Banker und gegen Reiche, wie einer gestern scherzhaft meinte. Aber laut werde ich dann lachen, wenn die organisierten Kriminellen und Berufsverbrecher aus Banken und Politik bei der nächsten kommenden Krise einen Währungsschnitt machen, laut werde ich lachen, wenn es auch diemal wieder in den Graben geht, weil man es versäumt hat, die Räuber in Frankfurt, London und New York, die uns mit hunderten von Milliarden Euro unsere Volkswirtschaft ruiniert haben, diese Dreckhaufen, in jenes Guantanamo zu verfrachten, wo die anderen Terroristen sind. Laut aber lache ich schon heute, wenn ich an sich durchaus loyale Medien lese, die ich hier nicht empfehlen möchte.

Angesichts des scheusslichen Wetters hatte ich mir überlegt, mal wieder einen Kriminalroman zu lesen, aber die besten Erpresser- und Räubergeschichten  und über Steuerhinterzieherkriminellen finde ich gerade im Internet und in den Weltzentren des Finanzmarktterrorismus  London, New York, Frankfurt und München.

Tapfer bleiben.

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