Tagesberichte Rallye Monte Carlo Historique: Johannes Hübner

 

30. Januar 2010

Lieber Detlef,

hier ist ein erster Zwischenbericht:

Tanken oder Pinkeln – Rallye Monte-Carlo Historique 2010 – Zufahrtsetappe

Die Anfahrt zum Start der Rallye Monte-Carlo Historique gestaltete sich für die Starter aus Kopenhagen und Bad Homburg als erste Nervenprobe. Der Traum aller Winter-Rallyefahrer, Schnee, wurde ab Darmstadt zum Alptraum: Schneefall, ungeräumte Straßen und die Vorgabe, am nächsten Tag ab 14 Uhr in Monaco einzutreffen, machen die Tor zu einem Husarenritt. Ab der französischen Grenze schneit es so dicht, dass unsere Rallyescheinwerfer nur einen blendend weiß wirbelnden Schneetrichter zeigten. Also, nur Nebellicht, breite Ausleuchtung, Mist bei zugeschneiten Schildern.

Hellwach bohren sich die Augen der C-Piloten in den weißen Kanal, immer wieder Abgleich mit den Wegstreckenzählern. Wuuppss, war da nicht eben der grüne MG B GT mit der 272, der in Bad Homburg mit provisorischen Seilzug-Scheibenwischern gestartet ist? Die spinnen, die Britannier… Der Fahrer hat Mühe, Speed zu machen, eine Vorausschau auf den Verlauf der Straße unmöglich.

Wir saufen ab, die Straßen sind nicht geräumt. Die gute alte Karte und das mobile Navi helfen, die schlimmsten Ecken vorab zu ahnen. Wir blicken bald nur noch durch die beiden kegelförmigen Wischfelder, dicke Schneewülste rollen sich seitlich der Frontscheibe ab. Wenigstens heizt das Auto gut, aber die Zeit sitzt uns im Nacken: bei einem Tankstopp haben wir endlich 4 Minuten Vorzeit, voll machen und dann noch schnell auf die Toilette.

Kurzer Talk mit zwei anderen Autos aus dem deutschen Loos-Team, alles ok. Mist, das war’s, mit 4 Minuten Verspätung nehmen wir die nächsten 600 km in Angriff. Tanken oder Pinkeln heißt also die Devise, oder Du musst beim nächsten Stopp in den Wascheimer neben der Säule pieseln.  Kann das nicht aufhören so irre zu schneien? Stundenlang blicken wir in den tosenden Wirbel ohne Kontrast, jedes auftauchende Rücklicht ist entweder Hoffnung, einem anderen Teilnehmer nachfahren zu können oder Bangen, wieder irgendeinen verängstigten Alltagsfahrer überholen zu müssen ohne zu wissen, wo’s genau lang geht. Bis Chambery geht’s durch die weiße Hölle, endlich, um vier Uhr nachts hört es auf und wir düsen südlich Chambery über einsame französische Landstraßen.

Minus 2 Grad, unser Mercedes 220 SE mit der 314 sieht aus wie ein rollendes Zapfengebilde, auf der schönen Doppel-Chromstoßstange hinten soviel graues Schnee-Eis, dass die Rücklichter wie aus Höhlen glosen. Egal, weiter, wir fahren ja voraus. Wir fliegen vorbei an Karl Piehl, dessen 57er Mercedes 190 SL am Vorderkotflügel ein paar Tage intensive Blechkosmetik erwarten lässt, an einem anderen Loos-Teamster halten Spanngurte den Kofferraum geschlossen. Wir fangen an, uns die Wunden zu lecken.

Kurz vor Monaco kriegen auch wir unseren ersten Tiefschlag: bei schönem Tageslicht auf schnurgerader Napoleon pfeilen wir so elegant an einem regionalen Megane vorbei, dass die Gendarmerie davon ein Rotlicht-Foto möchte: Rumms, 10.000 Strafpunkte auf dem Konto! Na dann können wir die Sache ja jetzt insgesamt ruhiger angehen, obwohl… der ein oder adere WP-Platz sollte schon noch drin sein, oder? In Monaco am Hafen sind alle erst mal glücklich: die leise schaukelnden Masten der Yachten geben einem das Gefühl, die 20 Stunden Winterjagd sei eine Fata Morgana gewesen. Der Blick auf die verkrusteten Autos am Quai Albert 1er zeigt, dass alles Realität ist, aber unser Team ist insgesamt erstmal angekommen, das ist doch schon ganz gut. Rolf Kienen, für das Loos-Team in Turin gestartet, hat das Alpen-Schneechaos auch nicht unbeschadet überstanden,  sein BMW 1800 läßt die ganze Frontpartie hängen und das, bevor es überhaupt erst richtig los geht.

Die Historique 2010 hat das Zeug für lange Kaminabend-Geschichten…
Wir halten Euch informiert.

Joh. Hübner

 

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31. Januar 2010

Lieber Detlef,

hier die nächste Ration – Du bist damit aktueller, als jede andere Internet-Seite… verrate bitte niemandem, wie spät es gerade ist. Danke.

38 Teilnehmer am ersten Wertungstag ausgefallen

Die 13. Rallye Monte-Carlo Historique ist wahrhaft eine teuflische 13 – vielleicht hätte man sie lieber 12 a nennen sollen… 38 Teams haben den ersten Wertungstag mit dem Ausflug auf den verschneiten Col de l’Echarasson nicht überstanden, darunter richtig prominente Starter.

Die Prüfungen 2 und 3 hatte man wegen unfahrbarer Straßen gestrichen, es galt also, auf der trickreichen Piste von Ventavon nach Pont de Chabestan voll zu punkten. Trotzdem erwischte es vor der vierten Prüfung den unentwegten Norwegen-Team-Manager Monty KARLAN im Porsche 911 T, dessen Fahrer Rolf LIE den in Bad Homburg gestarteten Hecktriebler mit der Nr. 44 nicht mehr einfangen konnte. Beide sind wohlauf und Monty sitzt nun im Begleitfahrzeug und schaufelt seinen Nordlichtern den Weg frei. 

Pech auch für den blitzblank-dunkelgrünen Triumph GT 6 von Karlheimz SCHOTT und Peter RIEGEL mit der #121, bei denen wohl der “Ritter der Dunkelheit” namens Lucas das Licht ausknipste … so british, isn’t it? 

Dem in Bad Homburg so beliebten gritzegrünen Kugelsaab mit der #270 von Helge ROALD und Pekka STENHAGEN hat der Erde-Mond-V 4 von Ford (siehe Oldtimer-Markt 2/2010) diesmal nichts genützt – sie sind ebenso raus, wie die engagierten Treter des klosteinfarbenen Porsche 356 SC mit der Nr. 321, Bernd LANGEWIESCHE und Michael KRONENBERG, deren Porsche Urgestein mit den beiden einfach nicht richtig warm wurde: mangels Heizung vereiste der Porsche auch innen, sie gaben am Sonntag auf.

Apropos SAAB: der zündunwillige rote Zweitakter, mit dem Ivar MOE und Bjorn LIE den Kurhaus-Vorplatz vernebelten, ist in bester Karlsson-Manier gut mit dabei, – #311 funktioniert zunächst besser als mancher 911 (:-)), bis sie in der 5. WP doch die Segel streichen müssen: während es für SAAB mit Spyker weitergeht, müssen die beiden tapferen Norweger aufgeben.

Auch für die Norwegian Rally Drivers, mit 26 Autos in Bad Homburg am Start, ist diesmal zuviel Schnee im Spiel: der 911 S 2.7 von Bjorn AASERUD und Harald HUYSMAN mit der 203 ist ebenso schon auf der Hinfahrt ausgefallen, wie der rote dänische Langnasen-Mini von JEPSEN/JEPSEN, Nr. 340, denen ich als Mini-Buch-Autor besonders die Daumen gehalten hatte. Was haben die Minis 1964, 65, 66 und ‘67 bei der Monte gerissen, das ist ja auch ne ganz schöne Bürde. Hi, hi: auch der Zwangs-Sieger von 1966, Citroen DS 21, hat sich schon auf dem Hinweg vor dem erneuten Duell mit den Minis gedrückt.

Auch der 68er Monte-Sieger Alpine A 110 der Dänen KARLSEN und MUNKHOLM-JENSEN hat vor der 4. Prüfung mit Getriebeproblemen aufgeben müssen, jetzt müssen die charmante Tine HALLRE  und ihr Pilot Henning JORSTADT aus Norwegen die Flagge der Bad Homburger Alpine hochhalten. Immerhin sind die Ausgefallenen in guter Gesellschaft: unter den prominenten Zwangs-Zuschauern sind die monegassische Rallye-Legende “TCHINE” (#14), der britische Winter-Rallye-Schwarzbrenner Philip YOUNG (#280) und der ex-Alpine-Werksfahrer Jean VINATIER (#01).

Die 4. WP wurde vom Porsche 911 von Victor SAGI (#59 aus Barcelona) gewonnen, aber haltet Euch fest: der rote Healey 3000 (#313), dessen Tür wir in Bad Homburg noch notdürftig repariert hatten, ist da mit 12 Plus-Sekunden Fünfter geworden!!

So ein biederer Sekretärinnen-R 5 LS (!!) wurde mit Thierry GILLET Zweiter, dann wieder Porsche, manche können’s eben…

Bester Bad Homburg-Starter auf der WP 4: der weiß-bunte Opel Kadett GTE der Belgier Jose LAREPPE und Joseph LAMBERT (#46) nach der 4 auf Rang 6 und nach der 5 sogar auf dem 2. Gesamtrang !! – Der “lange Walter” und sein netter “Jo” Berger werden sich vor Freude auf die Schenkel schlagen – ein echtes Rallye Insignium.

Und hier kommt’s: der auf der Hinfahrt geblitzte Gert PFUNDT (Mercedes 220 SE #314, Team LOOS) scheint mit seinem Co-Piloten Friedrich NORDMEIER bestens klar zu kommen – die haben sich auf der WP 4 als beste LOOS-Teamster den Zwanzigsten geholt und im zweiten Durchgang nur 0,1 Sek Fehlzeit gehabt!!! In der WP 5 kommts noch besser: Sie prügeln den Heckflosser des LOOS-Teams auf den 11 Platz, Irre! Gratuliere!

Da staunte sogar Rallye-Crack Björn WALDEGAARD auf Porsche 911 auf Platz 14 und Wulf BIEBINGER, der sich mit seinem Fahrer Emil VOGT (Porsche Turbo #135) auf dem 38. Rang eingerichtet hat. Leider hat’s für die 5 WP nicht gehalten: der schwere Benz mit der 314 ist jetzt auf Rang 184 und VOGT / BIEBINGER auf 145 – mal seh’n, was noch kommt. Wir applaudieren auch für die LOOS-Team-Fahrer Karl PIEHL und Gunter MEIERER, die den lädierten 190 SL (#312) nach der fünften Etappe auf dem 52. Rang plazieren und Lothar DREWS und Hanns WIRTH auf dem Fulvia 1600 HF mit der 261 – sie fuhren dort auf dem 48. Platz. Doch heute, Montag sind sie nicht mehr dabei: Lothar DREWS ist so krank, dass er sicherheitshalber ins Hospital ging – Gute Besserung!!

Unsere Bad Homburger Hartmut SCHÖFFLER und Harald LANGLOTZ sind mit ihrem Opel Rallye-Kadett auf einem guten 148. Platz.

Bestes Damenteam sind nach der WP 5 auf Rang 98 die beiden Norwegerinnen Ingrid MOE und Anna SYLVAN mit dem petrolgrünen VW 1500S (#295), während unsere LOOS-Ladies Steffi EDELHOFF und Birgit BINDER mit ihrem Escort RS 2000 (#188) noch ein wenig darüber staunen, wie brutal schnell die Monte-Historique ist – nach der WP 5 immerhin aber weiterhin bewundernswertes zweitbestes Damenteam auf Rang 105. 

Thomas PLÜSCHKE hat das auch weniger stressig erwartet: der Wiesbadener fährt seinen BMW 2002 mit Mike GIESCHE auf Rang 154 und ist am Ende des Tages auf dem 210. Platz.

Zum Schluss schnell noch was aus dem Cockpit: wisst Ihr, wie irre es ist, hinter dem Ford Fairlane 500 von Michael BAUMANN und Franz SCHÜLER (#161) herzufahren? Was der Michael da mit dem Riesen-Eimer anstellt, ist filmreif. Er hat IMMER zu viel Leistung, ist darum IMMER quer, aber so sauber, dass er in die Schneewälle auf den Kurven-Außenseiten die kantige Kontur des Fairlane-Coupes einfräst! Das Volk kreischt vor Vergnügen, wenn man zuerst das metallisch dumpfe Bollern der Achtzylinders hört und dann das Dickschiff mit fast voll eingeschlagenen Rädern angebrüllt kommt, alle Lichter auf, hinter sich eine Schneestaubfahne, die als Schneekanone für einen mittleren Abfahrtslauf reicht.  Das allein ist die Tour schon wert, und BAUMANN ist immerhin auf Rang 197.

So weit für heute – alle Ergebnisse findet man unter www.acm.mc, Rallye Monte-Carl Historique. Haltet die Daumen, Montag früh geht’s schon bei Dunkelheit wieder weiter…

PS: Der MG-B der Ladies Danna CORKE und Marie-Louise JENSEN mit den “Seilzug-Scheibenwischern” mit der #272 ist munter mit dabei – ich wollte, ich könnte mich heute nacht auch beruhigt auf einem 240. Rangplatz von 291 betten.

Joh. Hübner

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03. Februar 2010

Liebe Empfänger,
ganz in Eile, noch im Rallyeton, mein kurzer Finalbericht:

Hurra, wir sind gesund und munter da!

Der in Bad Homburg gestartet Kadett aus Belgien hat gewonnen!

Bester Deutscher ist Ernst Jüntgen auf Mercedes 300 SE.

Es ist vollbracht – während sich die 16. AvD-Histo-Monte in Hanau zum Start rüstet, sind die Teilnehmer der 13. Rallye Monte-Carlo Historique nun wohlbehalten im Ziel. Es gab vor lauter Zeitstress leider keine Möglichkeit für weitere Zwischenberichte, den der Automobilclub von Monaco hat diesmal die Daumenschrauben auf den Zwischenetappen so angedreht, dass es keine Sekunde touristisches Fahren gab. Keine Frage, die Monte-Historique ist was für Hardcore-Heizer, die auch um’s historische Material nicht bange sind. Da liegt die Chance der AvD Histo-Monte: sie dauert nur 5 Tage, schont das Material ist aber trotzdem eine echte Herausforderung.

Man hat also die Wahl zwischen zwei tollen Events:

  • der longtime Monte-Carlo Historique im riusikoreichen full-speed-Modus
  • und der komprimierten, aber anspruchsvollen AvD-Histo-Monte.

Für mein Dafürhalten ergänzen sich beide auf ideale Weise, wie das Team Plüschke / Giesche aus Wiesbaden zeigt: Während ER als Copilot die Hardcore-Tour auf den 123. Rang gefahren ist, startet Sie am Donnerstag früh in Hanau zur 16. AvD Histo-Monte. Beide haben ihren Spaß, jeder auf seine Weise und später am Kamin wissen beide, wovon sie reden – einfach ideal.

So, was bedeuten nun die Daumenschrauben der Monegassen? Wir fuhren die letzten WP,s mit unserem vorgesehenen Schnitt von 48 km/h, das heißt VOLL! Auf insgesamt 210 km Distanz waren 2 x 25 km und eine WP mit 67 km Länge, bleiben 93 km, die man angesichts der Tatsache, dass die vorgesehenen Zeiten auf einen Gesamtschnitt von 49,9 zeigten, noch VOLLER fahren musste! Das LOOS-Team hängte Zeit dran, erstellte komplette Aufschriebe und wir fuhren solche 210 km-Stints komplett nach Gebetbuch!

Und dann stehst Du an der Tanke, hörst die letzten Liter einlaufen  und draußen auf der Straße zischen Vroooaaam, vrooooaamm verdammte 10 Konkurrenten (!) an die vorbei! Die stehen dann vor Dir am Start zur WP und Du kommst um’s Verrecken nicht an denen vorbei! Seitdem weiß ich, dass Fisherman’s Friends auch zum Abregen taugen… was bleibt schon übrig? Das Trinken haben wir fast komplett eingestellt, Kaffee zum Frühstück ist längst gestrichen und man denkt über die Anschaffung eines mobilen Pinkelatoriums nach, nur um keine Verzögerungen zu haben. Ich hab’s: wir brauchen echte Rallye-Pampers, die könnte man ab und zu den missliebigen Zeitnehmern zuwerfen.

Ok, wir sind da, das gehört jetzt schon alles zum Rallyelatein. Unglaublich, aber „Ernstl“ JÜNTGEN hat’s allen wieder gezeigt und unser LOOS-Team auf den vierten Gesamtrang geprügelt! Gratuliere!! Für Dich erfinden wir das vierstufige Siegerpodest, so haben wir uns gefreut!

Im Hessenland knalle die Sektkokke: der weiße C-Kadett von LAREPPE / LAMBERT aus Belgien, der mit der 46 in Bad Homburg gestartet ist, hat den GESAMTSIEG geholt!

Zweiter Schluck: Karl PIEHL hat seinen lädierten 190 SL auf den 21. Platz gefahren – einfach irre. Er darf die nächsten Wochen drüber grübeln, ob er die Blechschäden überhaupt repariert, der schöne, immer als so unsportlich gescholtene Nittri-Racer hat doch jetzt die richtige Patina, oder?

Der brave Volvo Amazon von Manfred SCHÜRMANN und Frank WIEST ist 37. geworden und wir sind mit dem Mercedes 220 SE von Gert PFUNDT und Friedrich NORDMEIER auf dem 52.Platz gelandet. 

Bad Hombourg bringt seinen Startern Glück, der Fiat 128 von BAKELUND hat es auf den 6. Gesamtrang geschafft und die nette Tine HALLRE hat ihrem Alpine-Piloten Hening JORSTADT tatsächlich den 11. Platz zugeflüstert!

Wollt Ihr wissen, was das auf so ner Tour wert ist: der große Bruno SABY wurde mit einer Alpine A 110 Zweiter, Bjorn WALDEGAARD ist hinter PIEHL auf Platz 29, Marc DUEZ ist auf den 46. zurück gefallen.

Unser -LOOS-Team-Alfa ist mit Rudolf HOFMANN auf dem 70. Platz angekommen und Steffi EDELHOFF und Birgit BINDER sind mit einem 118. Platz zufrieden. 

Bitte schaut im Internet unter www.acm.mc auf die Siegerliste, ich bin jetzt zu eilig die 16. AvD-Histo-Monte in Hanau noch zu erreichen. Wer kann, sollte da auf jeden Fall am Donnerstag morgen, den 4. Februar 2010 ab 8 Uhr zum Start kommen und die Daumen halten. Und die Pälzer und Saarlänner können uns nachmittags ab 14 Uhr nochmal in Pirmasens sehen und die 46 Teams auf hoffentlich halbwegs abgetrocknete Straßen Richtung Frankreich schicken. Auch da halten wir die Daumen!

Joh. Hübner

 

 

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Hier mein Bericht vom Start am 29.01.2010

Hier Vorbericht zum Start in Bad Homburg von Johannes Hübner

Hier Foto – Gallerie vom Starttag 29.01.2010

Hier die Webseite des Automobil Club Monaco zur Rallye

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Rallye Monte Carlo Historique 2010

Wer verstehen will, warum es der Autoindustrie so schlecht geht, sollte ab 30.01. Monaco besuchen oder zumindest am 29.01. in Bad Homburg dabeigewesen sein.

Dort starteten heute  rd. 40 historische Automobile zur Rallye Monte Carlo Historique, und auch wenn es hier nicht wie vor über 40 Jahren um Geschwindigkeit und Bestzeiten geht, es ist eine brutale Schinderei für Mensch und Maschine. 1100 Kilometer nach Monaco. Johannes Hübner hat mir hierzu Detailinformationen geliefert.  Ein paar der – manchmal reichlich teuren – Fahrzeuge bleibt auf der Strecke, und wer je so ein altes Gefährt bewegt hat, weiss um die mangelnde Modernität der Bedienung.

ESP, Airbag, Sicherheitsgurte, Servolenkung, ABS, das alles fehlt. Es sind noch echte mechanische Autos und keine Computer auf Rädern, und der technische Fortschritt seit der “Monte” 1974, bei der ein damaliger Freund mit seinem Mini Cooper mitfuhr, ist gigantisch.

Auf 80 Jahre alten Bauhaus Chromfreischwingern kann man noch bequem sitzen, mit 100 Jahre altem Silberbesteck kann man gefahrlos die Gänsekeule schneiden, zum Teil über 40 Jahre alte Autos dagegen sind, wenn sie mal derart hart rangenommen werden, sture und brandgefährliche Böcke. Trotzdem zieht es die Besitzer dieser Autos an, wer die strahlenden Gesichter in den kalten, feuchten Autos sieht, weiß, was den Unterschied zu dem Mainstream in der Oldtimerei ausmacht und warum Monaco ab morgen wieder voll von Enthusiasten alten Eisens auf 4 Rädern sein wird.

 

Interessant ist es, vor dem Start mal einen Beutezug durch einige Tiefgaragen und Plätze zu machen, wo die Teams teilweise noch mächtig herumschraubten…

wenn der Vater mit dem Sohn…

ausgerechnet der Fahrer des tollen 3-Liter Healys hatte etwas Pech. Seine Türverriegelung verreckte total und die Tür ließ sich nicht mehr schliessen. Aber hier sind schon eiskalte Semi-Professionals hinterm Steuer. Ein Gummizug ersetzt die nächsten 1.600 Kilometer die Verriegelung.

Die kompletten Fotos zum heutigen Start findet Ihr hier.

 

P.S. Ich danke Gerd für seine zwei Fotos, oben das zweite und vom Fotografen – das letzte

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Rallye Monte Carlo Historique 2010 – Info

Von Johannes Hübner – vormals AVD – .http://www.autoconsult.eu/

Kilometer durch Schnee und Eis… Die historische Variante der Rallye Monte Carlo ist selbst ein Klassiker und bietet alles, was sich ein Oldtimerfan so wünscht: bis zu 100 Stunden konzentriertes Fahren auf wildromantischen Straßen, an sechs Tagen bis zu 2500 km unter den Reifen, garniert mit 14 Wertungsprüfungen, widrigen Straßenverhältnissen, unvorhersehbaren Wetterbedingungen und dem Faktor Mensch, dem bei diesen Strapazen eine besondere Bedeutung zukommt. Diese brisante Mischung entscheidet am Ende in Monaco über Sieg oder Niederlage. Am 29.1.2010 wird auf dem Kurhaus-Vorplatz zur ersten Prüfung, der Nachtzuverlässigkeitsfahrt mit ca. 1100 km, nach Monaco gestartet. In einer 20stündigen Non-Stop-Fahrt durch die Nacht müssen die Teilnehmer punkt- und minutengenau am Etappenzielort, am Hafen in Monte Carlo, ankommen um Strafpunkte zu vermeiden. In den folgenden vier Tagen müssen die Rallyeteilnehmer und ihre Oldtimer der unterschiedlichsten Marken bis zum 3. Februar 2010 beweisen, was sie draufhaben.

Echte Rallye-Klassiker auf dem Weg in die Seealpen… Die teilnehmenden Oldies haben einst alle schon mal mitgemacht und vielfach sogar gewonnen: Der Datsun 240 Z ebenso wie der Alpine Renault A 110, aber auch der Buckelvolvo, der Volvo Amazon und der Porsche 911.

In der Leistungsskala ganz unten rangieren der Zweitakt-Saab 96 Sport (1965) und der VW Käfer 1300 mit 40-PS-Motor. Ältestes Fahrzeug ist der Jaguar XK 140 des litauisch-finnischen Teams von Karlis Mikelson mit der Nummer 329, das erste Serienauto mit Scheibenbremsen, gebaut 1956.

Gleich vier Damenteams haben Bad Homburg als Startort gewählt:  Die Norwegerinnen Veronica Moe und Rene Nordlie gehören mit ihrem kleinen Austin A 40 des Jahres 1961 zum Team der „Norwegian Rally Drivers“, die mit 26(!) Fahrzeugen in Bad Homburg antreten. Weitere Damenteams sind mit Nr. 188 die erfolgreichen deutschen Steffi Edelhoff und Birgit Binder (Ford Escort, 188), Ingrid Moe mit dem VW 1500 Nr. 295 und der MG B mit der Nr. 272.

Mit insgesamt 28 Fahrzeugen kommen die Norweger nach Deutschland… unter den Piloten einige, die wie Monty Karlan, schon mehr als 20 mal dabei waren.  Der Lancia Fulvia mit dem Sieger von 2002, Otto Christensen – gestartet in Bad Homburg – wird auch 2010 wieder kommen, dazu noch weitere Klassiker: BMW 2002 tii (1971),VW Käfer (1973), Porsche 911, Volvo 123, Triumph Spitfire sowie der siegreiche Mini Cooper von 1964, 1965 und 1967 und der goldene Plymouth Barracuda 1966, der schon zum dritten Mal in Bad Homburg Station macht.

Durch Eis und Schnee für Afrika: Oldtimer kämpfen für die Äthiopienhilfe… Team LOOS bei der Rallye Monte-Carlo für Klassiker… Das weltweit aktive Unternehmen für Heizkessel, LOOS INTERNATIONAL, unterstützt 16 Fahrzeuge der Rallye Monte-Carlo Historique Ende Januar 2010, um damit vor allem für einen guten Zweck zu werben: alle Teilnehmer fahren für die Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“ des Schauspielers Karlheinz Böhm. Mit der fünften Teilnahme einer LOOS-Mannschaft in Folge an der 13. Rallye Monte Carlo Historique will das TEAM LOOS außerdem wieder Erfolge verzeichnen und die “Schlappe” aus dem letzen Jahr wett machen.

Kostenlos Zuschauen auf dem Kurhaus-Vorplatz… Wie immer ist der Kurhaus-Vorplatz trotz vorherigem Marktgeschehen am Freitag, 29. Januar 2010, ab 14:30 h der Treffpunkt alle Rallyefreunde. So viele seltene Rallye-Klassiker gab es dort schon lange nicht mehr zu sehen. Die Rallyeboliden werden im Umfeld des Platzes vor dem Start in Bad Homburg aufgereiht, noch einmal inspiziert und schließlich vom Moderator Detlef Krehl vorgestellt werden, bevor sie weiter in Richtung französische Grenze fahren. Es lohnt sich, dabei zu sein.

 

Hier sind die tagesaktuellen Berichte von der Monte von Johannes Hübner

Mit dem Alfa Giulia 1600 Bertone aus dem Jahr 1962 – Fotos oben – startet Rudolf Hofmann mit der Nummer 318 am Freitag in Bad Homburg. Ich freue mich drauf, einige von Euch dort eventuell zu zu sehen… Freitag, 29.01.2009 – ab ca. 14.30 Uhr – und wie Johannes schreibt, es lohnt sich hier mal dabei zu sein, für richtiges Feeling wird wohl der erwartete Schneefall sorgen.

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