Bonjour Tristesse am Steuer

15.03.24 Unfall

Diese Autos sind einfach faszinierend, schön, sie sind voller Legenden, aber nicht mehr voller Kraft, denn sie sind alt und stammen aus einer Epoche, in der sich kein Mensch selbstlenkende, vierrädrige Smartphones vorstellen konnte, mit denen heute Arschlöcher mit dem Ruf “lass mich rein, sonst bring ich dich um” Rennen fahren.

Diese alten Boliden sind wie Jochen Mass, der Alte, der mit seinem SLS 300 in das Heck des Lister – Jaguar raste, was mich dann an Francoise Sagan erinnerte, diese begnadete Schriftstellerin, die mit grade gemachtem Führerschein und Bestseller einen der wohl schönsten Sportwagen der 50er Jahre fuhr, den Gordini 24 S.

Wie sagte sie damals so schön? Sie glaubte nicht an die Liebe. “Nur an die Leidenschaft.” und damit raste sie – mit durchgetretenem Gaspedal – durch ihr Leben.und 1957 mit einem Aston Martin ins Koma. Das war’s dann auch zum Thema “Bonjour Tristesse” und seiner heute real existierenden Durchführung.

Aus der Sicht eines Gaspedals ist die Bremse nun mal pathologisch…

 

P.S. Ein bißchen mehr über Francois Sagan gibt’s hier…

Francoise Sagan - 1 .

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Goodwood & Co Concour d’Commerce

So langsam wagen sich auch die Bloggerkollegen wie Jens Jansen an das Thema heran, und das finde ich gut so.

“Nachdem sogar die Süddeutsche über Goodwood schreibt und jetzt auch massenhaft Filme auf youtube auftauchen, möchte ich hier neben den Bildern der letzten Einträge auch ein wenig Butter bei die Fische geben und schreiben, was mir in diesem Jahr gefallen hat und auch ein paar Entwicklungen kommentieren, die ich nicht so glücklich finde…”

Mmm….

“Dann waren 15 der 39 jemals gebauten 250 GTOs da, die haben gerade 50. Geburtstag. Unsere Quote beim 50. des C-V8 vor ein paar Wochen war etwas kleiner, 53 von etwa 300 noch Existierenden waren in Waddesdon Manor. Aber in Goodwood sind immer 5-10 der GTOs, also “nur ein paar mehr” in diesem Jahr. Angeblich machten diese 15 aber etwa die Hälfte des auf über 500 Mio geschätzten Wert der anwesenden Fahrzeuge aus (Silberpfeile ausgenommen)…”

Irgend wo las ich: “Seit nunmehr 14 Jahren lädt der Earl of March and Kinrara immer im September alle Oldtimer und Motorrad Fans auf seinen Landsitz im südenglsichen Goodwood zu einer einmaligen Zeitreise ein”.

Einladung ist gut. Während die geschätzten 150.000 “eingeladenen Besucher”, die soweit mit Oldtimern angereist, mit den Aussenparkplätzen vorlieb nehmen und dem Earl echt gesalzene Eintrittspreise blechen müssen, bekommen die vom Earl aus der ganzen Welt nach Goodwood “Eingeladenen” und an den Rennen teilnehmenden Driver, bspw. jeder der 15 Driver eines Ferrari 250 GTO, genau so wie alle anderen Driver alten Blechs auf zwei und vier Rädern, die sich 3 Tage lang auf den Strassn und der Rennstrecke des Earl tummeln dürfensollen, als Dankeschön des Earl für ihr Auffahren in einem Oldtimer und wohl je nach Interessantheit ihrer Autos und damit ihrem Anteil an dem Spekatkel, Money, Money, Money. Und wie man munkelt, nicht zu knapp. Die Rede ist in Einzelfällen von bis zu hohen fünfstelligen Beträgen, was der “Earl” aber bei geschätzten 150.000 Besuchern wie in diesem Jahr, wohl easy aus der Portokasse bezahlen kann.

Ich habe vor Jahren an anderen Stellen, in Mercedes-Benz-Markenclubs vereinte Oldtimer-Enthuasiasten, die mit eigenem materiellem Einsatz (der Dank Nepp-Ersatzteilepreisen größtenteils bei der Daimler Benz AG landet) und immateriellem Einsatz ihre alten Benze nach Ende ihres automobilen Lebens vor der Schrottpresse gerettet und überhaupt erst sehenswerte Oldtimer daraus gemacht haben, um sie dann hinterher bei von Daimler Benz AG einzig zwecks History – Marketing und letztendlich die lahmenden Verkaufszahlen von Neuwagen mit ankurbelnden Oldtimer – Events kostenlos hinzustellen, größtenteils als Trollvottel bezeichnet. Dabei bleibe ich (auch weil ich selbst einige Zeit so ein Volldepp war). 

Was solche Show – Veranstaltungen für Folgen haben dürften, ist weniger schön. Nur für das Privileg, mit bunten VIP – Armbändchen in abgesperrten VIP-Bereichen bespaßt und mit mittelmäßigem Catering-Food (O-Ton eines ungenannt bleibend wollenden Besuchers von “Schloss Dyck” mit einem Oldtimer der 700.000 Euro – Preisklasse), abgespeist zu werden, dürfte Besitzer seltenerer und wirklich sehenswerter Oldtimer, kleinere Oldtimer-veranstaltungen, links liegen lassen.

Da werden einige Oldtimer – Veranstaltungen leider unter die Räder kommen. Ich vermute mal, auch der mit viel Herzblut von Johannes Hübner veranstaltete  Concour d’Elegance 2012 in Schwetzingen und auch ein paar andere in den letzten Jahren bereits abgesagte Oldtimer – Veranstaltungen, waren nur erste Opfer dieser Entwicklung zunehmender Kommerzialisierung. Ich würde mich gerne getäuscht haben.

Thema Goodwood hier und hier

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Montagmorgen Laberzwang

Jens hat mit etwas Abstand letzte Fotos von Goodwood eingestellt. Darunter auch ein Video, wie ein Driver seinen Maserati Tipo 51 in einen Reifenstapel schrottet.

In unserer Glitzerwelt muss es bekanntlich funkeln und glänzen. Wo solche alten Boliden auffahren, darf Strass und billiger Modeschmuck nirgends zu finden sein. Jungs wie hier in dem echt tollen Video von ‘Concour’ oder auf altes italienisches Blech spezialisierte  Blechgötter wie Jamani, machen für die  mit Präponderanz kontierbarer Werte bestens ausgestatteten Driver, aus Haufen zerbeulten Blechs, wieder fahrende Hochkaräter. Das hat zwar nicht mehr uneingeschränkt etwas mit Oldtimerei zu tun, finde ich aber bis zu einem gewissen Grad gut so.

Weniger gut fand ich gestern Abend das hier. Also, wer Gerhard Schröder, der und kein Anderer den Spitzensteuersatz für Spitzenverdiener von 53% auf 42%  senkte,  abwählte, weil er sich von der SED – Landjunkerin  eine solidere Finanzpolitik und vielleicht noch weniger Steuern erhoffte, sollte noch schnell einen Blick ins Portemonnaie werfen. Es könnte der letzte sein, bevor der Beutel leer ist.

Bitte nicht mit den Augen rollen. Mir ist das gestern Abend nach wiesnersatzmäßiger und psychochemischer Beihilfe zweier Maßkrüge mit Weizenbier, beim Anschauen der Fotos, der beiden Filmchen und dem, was da durch die staatsstreichartige Rettung eines mafiösen Bankensystems und seiner Besitzer, so auf uns und vielleicht auch einige Glückliche, die am Wochenende am Gran Premio Nuvolari teilnehmen konnten, alles noch zukommt, nur grade so eingefallen.

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Bookmarks bis 23.09.2012

Richtig Schrottiges; ich liebe diese Fotos, weil sie so wie die jetzt eingesetzte Verwandlung der leuchtenden Farben des Sommers, der Natur in ihre  Herbsttöne, die Verwandlung früher bunt lackierter Metallvehikel durch die Natur in ihren ehemaligen Aggregatzustand, in leuchtend braunes Eisenoxid, zeigen.

 

 

Goodwood 2012… Mein Freund BMB schickte mir noch als Ergänzung zu  seinem netten Kurzbericht über seine Erlebnisse und Eindrücke beim  Goodwood – Revival 2012 diese Fotos. Danke.

 

Surreales von Werner Dreblow; wenn ein Profi mit einem rostigen 300SL photoshopt, der vor ein paar Jahren als rostige, verbeulte Skulptur noch im Meilenwerk stand.

 

280SL Pagode Umbau auf 12-Zylinder;
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