Goodwood

Die einen stehen mit Lachshäppchen in der Hand um alte Autos herum und genießen den Blick auf den Comer See,  andere, 1300 Kilometer weiter nördlich, im Land der Briten-Pesos, sitzen in ihren alten Autos und sehen von der herrlichen Landschaft sehr wenig; nur die Strasse, die Rennstrecke  und hektisch winkende Streckenposten, wenn sich wieder mal einer gedreht hat.

Goodwood Revival my Dream. Hier wird noch richtig gefahren, in Autos, die technisch beim besten Willen nicht auf der Höhe der Zeit sind und teilweise von Fahrern, die ihren Fahrzeugen in Alter und Defiziten diesbezüglich zum Teil wenig nachstehen. So bleibt mir nichts, als mir das Filmchen anzuschauen, von richtigen Fahrern und mit richtigen Siegern. Das Filmchen gibts hier…

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Rallye Monte Carlo Historique 2010

Ich kann mich ja nicht beschweren, unsere ‘Pagode’ ist im jetzigen Zustand  im Unterhalt spottbillig, verbraucht kein Benzin und auch kein Öl, und auch kann der Mechaniker keine Rechnung stellen, aber es ist jetzt einfach genug.

Am Freitag den 29. Januar 2010 – 15.00 Uhr – ist es mal wieder so weit, dann starten 43 Teams von meiner Stadt – Bad Homburg – aus Richtung Monte Carlo. Ich sags gleich: Nichts für Wattestäbchen-Chromputzer und Luftentfeuchter-Garagenweicheier, wenn hier 40 – 50 Jahre alte Oldies auf die Strecke gehen. Es kommen hier 24 skandinavische Teams zur Zeitkontrolle durch, die für mich die absoluten Oldtimer-Hardcore-Fahrer sind.

Wer Lust hat, sich das Gaudium anzuschauen und sich mit uns zu treffen, kurze Nachricht, wir  sind dort, kleiner Umtrunk danach, auch mit ein paar leckeren Schmankerln, könnte organisiert werden.

P.S. Auch wenns mir unangenehm ist, manchen Pagoden-Fahrern ist nichts zu peinlich, die bringen ihr Hochglanz-Pagödchen auf dem LKW…

stellen es während dem Start zwischen die Meute…

um ihr Auto nach dem Start schnell wieder aufzuladen und am nächsten Tag wieder an einem Zwischenstop zu stehen und so zu tuen als ob… Spaz beiseite, sind natürlich Sponsorenautos.  

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Maria auf der Nordschleife

Paul und Maria nord4[1]

Früher schrieb ich im Netz (Pagodentreff, VDCM), weil es verfügbare Plattformen waren, etwas über Erlebtes und Gefühltes zu schreiben. Heute schreibe ich im Netz, im Motorblöckchen, weil sich diese Hinterhöfe der Kommunikation vertrötet und massenkompatibel ausgewalzt  haben, und ich irgendwie nicht einsehe… aber das ist mal eine andere Geschichte.

Dabei gibt es noch so viele schöne Dinge in der Oldtimerei zu zeigen, echte Erlebnisse, eigene und  die von anderen, und nicht die von Hochglanzmagazinen und Portalen und deren journalistischen Hilfsarbeitern auf die Schnelle zwischen die kohlebringenden Anzeigen gepackten Aufgüsse alter Geschichten.

Drauf gekommen, bin ich gestern Abend bei der Suche nach einem Foto vom Nürburgring, mit dem ich eine Geburtstagskarte für einen Freund machen will. Plötzlich fand ich eine Datei wieder, die ich jahrelang nicht mehr angesehen hatte.

Paul und Maria, die haben wirklich Erlebtes online gestellt, aus dem Leben, deshalb habe ich sie jetzt endlich mal unter “Sehenswertes” verlinkt.

Ich finde, Schwarz-Weiß verleiht diesen Bildern schon eine spezielle melancholische Note, genau so wie hier,  so wie sie auch italienischen Filmen aus den 60ern eignen war, die früher spätabends in den Dritten Programmen liefen.

Update 2011: Leider ist die Webseite mit dem Fotoalbum von Maria spurlos aus dem Web verschwunden. Ich habe von den gespeicherten Fotos eine kleine Galerie angefertigt und eingestellt. Falls jemand Rechte an den Fotos geltend macht, möge er sich bei mir melden – Koordinaten im Impressum.

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.Nürburgring Neugebauer Nordschleife Oldtimer Grand Prix

28.09.2009; Nette Nachbarn und Winnie vom Nürburgring

Zwischen Emy Whitehouse, Sex Bitch und Madonna schilderte gestern Morgen Bärbel Schäfer, Hessischer Rundfunk HR3, Ehefrau des Kampfrhetorikers und -Lächlers Michel Friedmann, wie sie sich schon frühmorgens durch die Massen von Menschen vor ihrem Wahllokal kämpfen musste und sich ach so wunderte, dass sie ihre Kreuzchen mit einem Bleistift machen musste. Ich hoffte derweil, dass sich die Nebelwand lichtete, die mich bei meiner Fahrt zum Eifel-Rennen auf dem Ring von der Haustüre ab begleitete…

Eifel-Rennen heute Morgen ist, 226 Bilder auf der Festplatte, ein beinahe Sonnebrand. Heute heisst das nur: Massive Probleme bei der Gleichzeitigkeit von Büroarbeit und Schreiberei, und irgendwann muss ich auch noch was für den Wohlstand der Familie tun.

Auch eine kleine Truppe der MBIG Mercedes-Benz Interessengemeinschaft  mitsamt Darmstädter Pagode war anwesend…

 

und jede Menge Blech mit Sternen…

 

 

 

hier der Sieger-Wagen von 1927 Carraciola aus der berühmten 680S-Serie (konstruiert von Ing. Ferdinand Porsche), mit seinem heutigen, stolzen Besitzer Peter Kern…

 

 

 

 

die richtige Atmosphäre dann erst im alten Fahrerlager…

 

 

wieder da, einer meiner Traumwagen, der Veritas…

für mich diese kleinen faszinierenden Details…

 

wie dieser geniale Kühler bei einem Talbot aus den 30ern…

 

 

und selbst bei einem W198er Flügel gibts immer noch mal was zu entdecken…

 

 

Spuren bei dem einen oder anderen…

B – Promis…

 

 

Ach ja, “Winnie”…

Wer wie ich beinahe bei jedem Oldtimer-Grand Prix durch das Alte Fahrerlager schleicht, kennt ihn. Er ist schon ein Stück Inventar. Als Mechaniker schraubt er für seine Chefs, Vater & Sohn, zwei absolute Oldtimer-Junkies, deren herrliche alten Boliden,  wenn wieder mal nach einem harten Race ein Schaltgestänge klemmt…

Warum machen die das die Jungs, die Besitzer alter Benze, BMW’s, längst vergessener Marken, einer wie Winnie und seine Chefs Vater & Son. Ganz einfach: Weil diese Automobile einfach noch schön sind. “Das waren noch Autos”, sagt jeder, und meint: Das sind noch Götzen. Das sind noch Kultgegenstände. Damit konnte man sich noch stilvoll zeigen, oder wenn es sein musste, umbringen. “Das ist der Wagen, in dem James Dean…” Das waren noch Transportmittel für Freiheit und Abenteuer, das war die individuelle Überwindung des alles begrenzenden Raumes, die Mittel der Unabhängigkeit von Eisenbahnen und Schiffen. Des deutschen liebstes Kind ohnehin, aber auch: Geliebte. Rausch. Schicksal.

Heute werden nur noch Industrieprodukte verkauft, zusammengeschraubt aus Komponenten von irgend wo her aus der Welt. Sicher, nicht so gut emotionslos wie in Deutschland, US-Kisten sind Schrott ab Werk, Preisvorteil der Chinesen basieren auf einer Diktatur, eine 4-rädrige 2.000-Dollar – Schüssel aus Indien gibts dank dortiger Kinderarbeit, in Frankreich subventioniert der Staat auf Teufelkommraus, und das Fortbestehen der Automobilfirmen in heutiger Form und Größe ist angesichts falscher Modellpolitik und der auf dem Spiel stehenden Schlüsselindustrie mit hundertausenden gefährdeter Arbeitsplätzen nicht weniger riskant als die Runden über die Nordschleife. Deutschlands Wohl soll angeblich davon abhängen, von diesen hässlichen neuen Blechschüsseln für alle.

So ein Sonntag auf dem Ring zeigt, der Mensch braucht mehr als nur Perfektion, die Emotion (sprich Imoschn) der total bescheuerten IAA und ihrer Hochglanzbroschüren ist gar nichts gegen die Gefühle, die einen überkommen, wenn die Zuschauer, so wie ich, innerlich jubeln, wenn die alten Geschosse ihre Motoren anschmeißen, und man steht in einer Wolke aus Benzingestank und einem Konzertsaal scheppernden Blechs, wenn dann die schmalen Reifen der alten Boliden an ihre Belastungsgrenze kommen, der Kühler überkocht und die Jungs mit ihren teilweise mitfahrenden Copilotinnen nach ein paar gefahrenen Runden wieder in die Boxengasse hineinfahren, mit einem Gesichtsausdruck der Bände schreibt.

Ich hoffe, der Kneipensteher mit ‘Pagode’, der sich von morgens bis Abends showmäßig-ich-war-dort-dabei einen Platten gestanden hatte, sieht das auch so in etwa wie ich…

Und hier ein paar Seiten Galerie – Bilder….

 

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Angela, Jo, ich habe kapiert

Gestern Abend auf der Rückfahrt von einem sagenhaften Tag auf dem Nürburgring, grade hatte ich ihn auf der Autobahn überholt…

so gegen 18.30 Uhr,  irgendwo zwischen Koblenz und Diez, dachte ich mir, die Leute werden sich heute Morgen Gedanken machen, was sich ab heute Abend 18.00 Uhr verändern wird. Eigentlich nichts.

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass wir bis gestern Abend von einem Haufen Nieten, Arschkriechern, Kauf-Mich-Strichern und Versagern regiert wurden, nein, der Typ, Jo, dessen Firma Angelas Wahlkampfrechnung bezahlt hat, hat auch gleich noch gestern um 14.30 Uhr, dreieinhalb Stunden bevor die Wahllokale schlossen!!!, sein   Regierungsprogramm für Angela, mit lieben Grüssen von deinem Freund Jo  für die Koalitionsverhandlungen hervorgeholt, für die Zeit ab jetzt, wo man die große Volksverdummungsnummer ja nicht mehr braucht.

Wir dürfen ab heute Morgen auf die wochenlangen, unzähligen Stellungnahmen, Meinungen, Spekulationen wer wird was?, und Prognosen gespannt sein. Werden etwa die Wünsche von Jo und seines Sprachrohrs Walter ein größeres Gehör finden als die der Mehrzahl der heutigen Wähler?

Kaum zu glauben, ich fürchte ja. Nur ein kleiner Rat: Redet nicht zu viel darüber  man weiß ja nie, wer zukünftig mithört und -liest, dummes Deutschland.  

Bleibt tapfer,

Detlef Kupfer

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