Männer, Motoren, Moneten und keine Maria mehr

1961 ADAC 1000 km Rennen

“My idea of paradise is a perfect automobile going thirty miles an hour on a smooth road to a twelfth-century cathedral.” [Henry Adams]

Ja eben, Recht hat er, der neue Herr des Rings, der Carsten Schumacher. “Worauf es jetzt ankommt ist: Profitabilität. Es müssen Gewinne her, sonst werden die Geldgeber sauer sein”. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder russische Oligarch, der für seine ergaunerten russischen Milliarden in seiner Heimat mit Renditen von 20 – 25 % pro Jahr verwöhnt wird, sich hier, so wie der kleine dumme Michel, mit Nullzinsen abspeisen lassen würde. Nicht kapiert?…: Widerstand ist zwecklos.

15.03.06 Nürburgring

Aber  was soll’s, das sind ja alles alte Geschichtchen, oder wie es unter knallharten Finanzprofis wie den Nürburgring – Investoren immer so schön heisst “Water under the bridge”. Nach vorne gucken, das ist jetzt die Devise! Nicht wie Wilhelm Hahne jahrelang Kellerleichen “kaufen-ohne-Geld-Investoren” – bei mir “Anscheiner” genannt – ausgraben und wie u.v.a.m., wie Mike Frison, an “Save the Ring” glauben und in Blogs breittreten, deren benzinschwangeren Leser zu allem Überdruß, die Rückgabe an das Volk fordern, aber nach 5 Jahren immer noch nicht mehr als 3 Millisekunden lang Verständnis für Sarah Wagenknecht aufbringen.

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Da springt meinerseits dann natürlich in die Luft vor Entzücken. Da rufe ich aus dem Brustton der Überzeugung: “Heissa juchhe, Frau SPD – Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Wir danken Dir.” Denn natürlich nicht die Realwirtschaft ist das Herz der deutschen Wirtschaft, nicht die Arbeiter bei BMW, VW, Daimler oder Bosch, die Kassiererinnen bei Aldi und Karstadt, die Friseusen, kleingewerbetreibenden Tischler, Elekriker, die Maurer und Schlosser, die Inhaber von Autowerkstätten samt Autoschlossern…. nein, nicht dieses brunzkacheldumme Gesocks, dass sich “Volk” nennt und dem eigentlich der Nürburgring gehört, ist der Motor der deutschen Wirtschaft! Aber iwo! Die Eliten mit den Geldbündeln in der Hosentasche müssen wir als solches begreifen. Alles klar? Alles klar!

Und deshalb werden auch die “Save the Ring” – Pappnasen, die nicht zu den 5 Prozent gehören, denen über 60 % von allem gehört, hallooooo… lest Ihr hier überhaupt mit?…. die Ihr lumpige 8 Euro fuffzig verdient, mit profanem wie “ehrlicher Hände Arbeit”, jetzt hoffentlich endlich mal kapiert haben, dass es mit Nürburgring – Romantik und “Maria auf der Nordschleife”, und mit 18-Jährigen Koblenzern wie Karl-Heinz, die Anfang der 60er statt in die Disco, an den Wochenenden an den “Ring” fuhren…

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endgültig vorbei ist. Cash as cash can. Weil “gute Gewinne” müssen möglich sein! Nicht für Euch, aber für ganz, ganz Wenige. Kapiert? Soll ich es vielleicht nochmal wiederholen? Nein? Na gut.

 

[Fotos: “Karl-Heinz”]

Gerd Martin; Classic Cars Fonds…

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds

Karriere vom Inhaber einer 3.000 Euro – Stammkapital Import – Export – Klitsche in Palma de Mallorca, die hitzegeplagten Mallorquinern Sonderposten Klimaanlagen vertickert, über Möchtegern – Verwaltungsrat einer schweizer AG, zum prekärdilettantischen Pixelschubser als dicke Kohle einsammelnder FaceBook – Oldtimer – Fonds – Anbieter (ohne eigene Webseite).

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds 2

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds 3

Wer nur mal bei GoMoPa reinliest wird nicht glauben, mit welchen Schwachsinnsangeboten die Haifische heute jedes Jahr Milliarden an Never-come-back-Money raisen. Das Höllenfeuer solventer, älterer Herren, die bei dem Spiel “DOX schlägt DAX” die “Blinde Kuh” zu spielen bereit sind, lockt halt.

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Oldtimer – Fonds Rückblick: Von “AAA” zur Ramschbeteiligung

15.01.15 OLD-Fonds-PLeite

Nicht nur die FAZ schwelgte 2010 noch begeistert…

“…Auch die Fonds-Branche hat das inzwischen entdeckt. Georg Fritz und Jürgen Meister haben eigenen Angaben zufolge den ersten geschlossenen Oldtimer Fonds Deutschlands unter dem Namen “Classic Cars” als Private Placement aufgelegt, der in 30 alte Fahrzeuge investieren will. Der Anleger müsse mindestens 250 000 Euro zeichnen. Insgesamt sollen so über 20 Millionen Euro eingesammelt werden. Fritz, der selbst zehn alte Wagen in der Garage stehen hat, und Meister sind nach eigenen Angaben seit Jahren im Fondsgeschäft tätig…”

selbst die BILD-Zeitung für Kapitanleger CAPITAL in Person von Martin Trockner promotete genau so wie viele andere Journaillen ohne Hirn und Verstand, bis sprichwörtlich der Arzt kommt, in einer Sonderausgabe seinen Oldtimer – Fonds…

11.00.00 Capital 1

11.00.00 Capital 2

während ich gleichzeitig hier und das für lau, als einzigster in Deutschland davor warnte, Geld in diesen unausgegohrenen Oldtimer – Fonds zu investieren.

Zwar attestierte ich danach den Machern 2012 noch eine Blasenschwäche,  was ich dann aber nicht mehr mitbekam, war, dass als ich 2013 noch einmal nachhakte, was macht denn der Fritz so?… der Gute grade ein paar Wochen vorher in alter Haifisch – Manier bereits Insolvenz angemelet hatte.

13.03.21 Liquidation

Ich hoffe, dass hier wenn, nur ganz, ganz wenige und vor allem keine Omas und Opas, für die “Fritz” in seiner Not, zuletzt die Mindestbeteiligung auf 10.000 Euro gesenkt hatte, ihrer Never-come-back-Kohle nachtrauern müssen.

P.S. Ach ja, sehr verwandtes Thema schon 2010 hier…

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In meinem nächsten Leben werde ich Autohändler

14.12.29 CMC2

Ha ha, Nepper, Schlepper, Bauernfängerwieder so ein Schwindel der völlig legal ist, ein paar nicht justiziable Geschichtchen

“Sammlungsauflösung Modellautos”… „Zustand: 1 a“… „Neu und original verpackt“… „keine Vitrinenmodelle“… „aus Nichtraucherhaushalt“… „keine Gebrauchsspuren“… „keine Fingerabdücke da immer im original Karton“…

und schon klingeln 900 % Gewinn in 8 Monaten im Beutel. Kein Wunder, dass sich Patinator Dirk Patschkowski da heute Morgen in FaceBook verwundert die Äuglein reibt.

“Can’t believe what I saw on Ebay…. What a crazy world…. This year on the Techno Classica sold for 390,- € – tonight sold for a bit more…. Are my Dirty Heroes the new “collectors gold”?

Da fällt mir doch sofort wieder dieses Märchen vom Rumpelstilzchen ein… andererseits auch sehr befreiend, schönes Gerümpel bei eBay zu verklappen… sorgt für ein gutes Gefühl. eBay, sozusagen das feuchte Klopapier des Entrümpelns.

Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Meinen eigenen, kleinen stetig wachsenden Hedge – Fond habe ich schon.

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Schrader’s schöne Geschichte und mein unerfüllbarer 570 ccm Traum

14.12.17 Fiat - Hesselmann

“Offen und ehrlich wie Halwart Schrader” nannte ich vor 4 Jahren einen meiner ersten Beiträge, die sich kritisch mit der Überkommerzialisierung und Beutelschneiderei der Oldtimer-Szene beschäftigten. Sein kritischer und zugleich warnender Kommentar aus dem Jahr 1991, damals im ehemaligen Oldtimer – Nachrichten – Magazin veröffentlicht, von ihm, einem der Meister des Erzähl – Journalismus und der spitzen Feder und bedeutendsten Buchautoren der Gegenwart über das rollende Blech auf 2 wie auf 4 Rädern, passte einfach zum Auktions – Wahnsinn der Gegenwart dazu. Wer hier unter “Suche” seinen Namen eingibt, findet seit dem so einiges mehr.

Im Februar 2013 schrub Halwart Schrader einen, ich will ihn mal als “Nachruf” auf seinen Freund und Co-Autor der “Schlafenden Schönheiten”, den Fotographen Herbert Hesselmann, bezeichnen. Zwischen 1991 und 2013 hatte sich viel verändert. Warum diese kleine “Abrechnung” bis auf die Verlagsseite vielleicht grade deshalb unveröffentlicht blieb, mag sich jeder denken.

“…Der Mann war Besitzer einer Sammlung wertvoller Automobile, die einen Dornröschenschlaf hielten. Über den Ort und über den Mann, der die Fahrzeuge Zeit seines Lebens zusammengetragen hatte, erfuhr ich zunächst nichts Näheres. Nur so viel: Es handelte sich um etwa fünfzig der seltensten Klassiker der Welt, und seit ihrer Einquartierung im Manoir de Rampart habe sie kaum je ein Außenstehender gesehen, geschweige denn berührt. Und niemandem außer mir würde vermutlich je wieder gestattet werden, die Kollektion zu fotografieren…”    “…Guido und das Huhn waren Zeugen, als Hesselmann dem Patron das Versprechen abgab, niemals dessen Namen in Verbindung mit der geplanten Reportage über die schlafenden Schönheiten zu nennen, erst recht nicht den Ort der Handlung anzugeben. Und Hesselmann hielt Wort. “

Die Geschichte von damals ging nicht gut aus.

“…Dovaz als Opfer eines beginnenden, rücksichtslosen Enthüllungs-Journalismus’ sah nur einen einzigen Weg, der Belagerung rigoros zu entgehen: Er musste das Manoir de Rampart verlassen…” “Noch bevor das Inventar des Manoir ausgeräumt wurde, blockierten eines Morgens einige Autotransporter die Dorfstraße, um die vom gröbsten Dreck und stärksten Bewuchs befreite Fahrzeugfracht aufzunehmen. In Reih’ und Glied standen die Autos mit frisch aufgepumpten Pneus auf der abschüssigen Rue Haute bereit, eine kleine Reise anzutreten. Bis für sie ein neuer Schlafplatz gefunden war, wurden sie in ein Quartier irgendwo im Südwesten des Landes verbracht…”   “…Keine von vermoostem, abblätterndem Lack überzogene Karosse, kein ölverkrusteter Motorblock blieb zurück…”

Dieser Beitrag fiel mir schlagartig ein, als ich vor ein paar Tagen die ersten Fotos von dem Schlossfund sah und zugleich die Berichte, wie ein vom Geruch des großen, schnellen Geldes angelockter Geier – Schwarm, ein Oldtimer – Auktionshaus, sich ohne langes Kreisen, im Sturzflug auf diesen Fund stürzt, um ihn in möglichst viele kleine und vor allem teuere Stücke zu zerreissen.

Tscha, 1977 waren die Franzosen noch klüger.

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P.S. Ach ja, wer einen der Fotobände “Schlafende Schönheiten” von Herbert Hesselmann schon im Bücherregal stehen hat und im Gegensatz zu mir, zufällig 19.500 Euro noch auf der Kante, kann sich grade den Fiat Topolino in die Garage stellen, den er wenige Jahre vor seinem Tod noch seiner Frau schenkte….

Aufmerksamkeitswert höher als bei den meisten Allerwelts-Oldtimer wie ‚Pagode’, ‚911er Porsche’ etc. p.p., garantiert

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