Jan Baedecker, darüber spricht man doch nicht

14.10.10 savignac-designer-2

Die bessere Gesellschaft unter den Oldtimerbesitzern schätzt es nicht, wenn man neben ihren Autos steht und durch ihre Seitenscheiben lunst, oder gar ein VIP – Armbändchen für die Partyzelte auf Concour – Veranstaltungen erheischt, sich dort neben sie setzt, vielleicht sogar indiskrete Fragen stellt oder auch nur einfach aufmerksam ihrem meistens sich kaum von dem eines Karnickelzüchtervereins unterscheidenden Klatsch und Tratsch zuhört.

Insofern ist mein Bemühen in sich schon so unschicklich, dass ich in meinem im Frühjahr/Sommer 2015 erscheinenden Buch “Nach allen Regeln der Kunst” frei weg von der Leber erzähle, was einen in den Verkaufssalons einiger namhafter Oldtimer-Händler, bei Oldtimer-Messen und auf -Auktionen und u. a. in Werkstätten von bspw. im Nebenerwerb Mercedes ‘Pagoden’ reparierender und restaurirender Autovermieter erwartet und passieren kann, und wie gerade ich dazu komme, der bekanntlich momentan gar keinen Oldtimer besitzt, als Wegbegleiter durch alle sieben Höllen- und Fegefeuerkreise dieser Szene, und als wäre dies alles noch nicht genug, vielleicht schon bald auch im Auto-Blog einer großen deutschen Tageszeitung, gelegentlich über “alte Autos in besserer Gesellschaft”, zu schreiben.

“Warum Geld waschen, wenn es doch schmutzig so viel mehr Rendite bringt? Tatsächlich ist der neueste Trend aus dem Boom-Markt für Automobilklassiker nichts für Saubermänner…”

Aber, aber, Jan Baedeker. Sie jetzt auch?

 

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Nach allen Regeln der Kunst II

14.07.28 Achenbach verschwundene Oldtimer...

Grade schrub ich hier:

“Ob es  nur die Dummheit eines Unternehmers Albrecht war, dessen Clan ihre Milliarden mit dem Slogan „Gutes muss nicht teuer sein“ verdient oder raffinierte Hütchenspieler und scheinbare, neutrale Beraterfreunde die Gier nach Easy – Money in ihm geweckt hatten, bleibt mal dahingestellt. Die „Kafkaeske Achenbach“ & Co geht, wie über die Albrecht – Sammlung gut informierte Oldtimerlkreise wissen, jetzt erst richtig los, und welche Rolle der Edelrestaurierer Klaus Kienle und Klaus Zimmermann, ehemaliger Chef des Mercedes – Benz Classic – Center darin gespielt haben, werden wir spätestens während der Verhandlung gegen Achenbach erfahren…”

Ich muss mich wohl dahingehend korrigieren, dass wir Dank vereinzelt noch vorhandener, investigativer Journalisten vom Spiegel und Syndications-schreibern wie von B*ld, viel früher erfahren werden, wer sich da alles die Hände und zwar hoch bis zum Oberarm, mitgewaschen hat.

“…Demnach habe eine Achenbach-Firma im August 2012 bei einem Händler in Süddeutschland sieben Oldtimer für 16,8 Millionen Euro gekauft…”   “…Die fünf anderen Oldtimer, darunter nach BILD-Informationen ein Mercedes 300 SL Flügeltürer, sollen in der Achenbach Firma verblieben sein und laut „Spiegel“ umso billiger berechnet worden sein…”

Wow… ein Flügeltürer für lau… die Preise innerhalb der Noblesse Oblige der Oldtimerszene, dafür, guten Freunden mit Empfehlungen und Tips die Planken einzuseifen, sind offenbar gehörig gestiegen.

Da ist nach einem Gespräch mit einem sehr gut informierten Oldtimerhändler, inzwischen mehr als die Ahnung, dass da noch ein paar andere Kaliber aus der Wiege des Automobilbaus mitverdientgemischt haben, wie gut vernetzte und angeblich unabhängige Öchsperten, die reichen Leuten wie Berthold Albrecht “Strategische Lösungen für Sammlungen klassischer Automobile aller Marken”, nur gegen bescheidene 2 – 3 % Honorar natürlich, anbieten.

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Verwandte Themen: “Nach allen Regeln der Kunst I” und “Die Akte Achenbach”

Salonlinke und kunstvolle Oldtimer – Verkäufer

14.06.29 Bild - 1

“Helge Achenbach hat als kleiner Steppke Pornobildchen auf dem Schulhof vertickt. Schwarz-Weiß-Aufnahmen für 50 Pfennige, farbige Bildchen für eine D-Mark. Ein bisschen Wucher war das damals schon, das gibt der prominente Düsseldorfer in seiner kürzlich erschienenen Biografie “Der Kunstanstifter” offen zu. ..”

Oha, oha, was uns Kai Diekmann & Syndikationsjournaille da wieder täglich an Schweinereien aus dem Freundeskreis der Superreichen aufdecken: Mit Tschingderassassa vorneweg natürlich erstmal Klingelbeutelschwinger Gabor Steingart (zur Ehrenrettung: für 99 Cent eine echt lesenswerte Lektüre), Kai Diekmann & Blasorchester sorgen im Gefolge für synchrone Volksmusik dazu, ach ja, vielleicht erbarmt sich ja auch noch eine seriöse Zeitung Helge Achenbach – ein Qualitätsmedium wie die ‘Titanic’.

Mich erinnert das ganze viel mehr an die Krimiserie “Derrick”. Die Handlung dort war mehr oder weniger die gleiche und das Böse wohnte praktisch ausnahmslos in den feinen Villengegenden von München oder den Ufern des Tegernsee’s und Starnberger See’s (den Hitzelsberg kannte man damals noch nicht), trat nur in Folge zu Folge in unterschiedlicher Gestalt auf. Mal als reiche Adlige, dann wieder als schmieriger und über Leichen gehender Unternehmer, oder zur Abwechslung, auch mal als verwöhnter Chefarztsohnemann oder nur aufstrebendes Sternchen der Münchener Staubwedelgesellschaft.

14.06.30 Achenbach

Auf “Derrick’s” Unveränderlichkeit des Bösen konnte ich mich jahrelang verlassen, so wie heute auf die Herkunft von schreibenden Salon – Linken… Kapitalismuskritiker mit dem Arsch an der Heizung, die zum Zeitvertreib das Allotria der Reichenkritik betreibt, weil’s ja so gut ankommt, nachdem schon Oma Krawunke über 0,5 % Spar- und 12 % Dispozinsen schimpft und selbst die deutsche Mutti inzwischen nur noch Verachtung für die Gier der Bankster übrig hat. Da frag ich mich: Gehört jetzt Gabor Steingart zu den Salon – Linken?

Gut, derartig klandestine Zusammenhänge hat bisher ja auch noch keiner bemerkt, außer vielleicht mir, aber ich denke sowieso, dass dieses typische Derrick-Setting im Fall Helge Achenbach, so weit es denn überhaupt einer ist, der Schaulust des sich an den Schaufenstern von Oldtimerveranstaltungen die Nasen plattdrückenden Kleinbürgers und den den Druckmedien in Scharen weglaufenden Lesern geschuldet ist: ‘Boah, 120 Millionen hat der dem pfennigpfuchsenden Multimilliardär Albrecht aus dem Kreuz geleiert, und sogar mit der deutschen Fussball – WM – Mannschaft in Brasilien durfte er mal…’

 

Verwandtes Thema: “Fröhlich’s Göring für Dummies”

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Zettelkasten 26.06.2014: Schwarze Witwen

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Gabor Steingart schrub mir heute Morgen:

“Aufregung in den feinen Kreisen von Düsseldorf: Der prominente Kunstberater Helge Achenbach sitzt nach Recherchen unserer Redaktion wegen Betrugsvorwürfen in Untersuchungshaft. Er soll Kunstwerke und Oldtimer an den im Jahr 2012 verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht mit verdeckten Preisaufschlägen weiterverkauft haben. Nun erhebt dessen Witwe schwere Vorwürfe. Es gibt viele Wege, sein Erbe loszuschlagen – der überteuerte Einkauf war für den Sprössling einer Billigpreis-Dynastie wohl der peinlichste…”

Das erinnert mich doch gleich wieder an einen inzwischen verstorbenen Brauerei – Erben, den Schörghuber Stefan und ähnlich wie hier, einen auch erst durch dessen Witwe und in der Welt der von Steinzeitjägern gefijagten Schönen und Reichen aufgedeckten Schwindel mit edlen Oldtimern, getürkten Rechnungen, Millionen – Kick – Backs auf Schweizer Konten, durch einen bayerischen Vornamensvetter…

 

Verwandte Themen: “Nach allen Regeln der Kunst…” und “Salonlinke und kunstvolle Oldtimerverkäufer…”

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