03.05.2011: Attention Assist 1951… 2011

 

Für Menschen die gerne mal lachen, also Menschen wie mich, findet man immer mal was beim Stöbern im Weltnetz – Auktionshaus:
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Ein Pressefoto eine deutschen Firma, aufgenommen von einem Fotographen Günter Hett. Das Foto wurde ziemlich genau vor 60 Jahren, am 24. April 1951 auf der ersten Frankfurter Automobilausstellung nach dem Krieg, aufgenommen. Auf der Rückseite hat der amerikanische Reporter folgendes Memory geschrieben:
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Damit ein Autofahrer beim Fahren nicht einschläft, kann er eine Brille mit Ohrenstöpsel  tragen.  Auf der Ausstellungen der Frankfurt Auto Show, trägt Dr. Koennecke aus Eberbach ein Brillengestell an dem ein dünnes Stahlseil befestigt ist. Der Draht steht in engem Kontakt mit den Wimpern, und sobald das Auge länger als normal geschlossen bleibt, klingelt ein Wecker. 
Über einiges in der heutigen Automobilentwicklung kann man spotten wie man will. Heute sieht das Einschlaf – Warnsystem (für Dauerüberholer) so aus.
 
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P.S.  Dass 1951 auch Entwicklungen auf den Markt kamen, ohne die man sich Autofahren heute garnicht mehr vorstellen kann, zeigt der Ausschnitt aus Auto-Markt Mai 1951…
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Automechanika, Plagiatus, Revolution Girl + Essstäbchen

Mein Papa war 1971 einer der Mitbegründer der ersten Automechanika. Damals dümpelten die Neuwagenverkäufe wie heute auf sehr niedrigem Niveau und die Ölkrise kündigte sich bereits an. Die Automobilhersteller hatten plötzlich keinen Mumm, die Automobilausstellung IAA durchzuführen. Fast ein Halbesleben später war ich wieder mal dort, auch weil mich eine Firma von “früher” gefragt hatte, “kannst Du mal was für uns schreiben, mit schönen Bildern vom Messestand?” Na ja, aus einem bißchen Eigeninteresse auch.  Und so 33,00 Euro Eintritt sparen, ein Gutschein “for Two” für ein Wochenende in München und… it looks like a Job for me, lässt man sich nicht durch die Lappen gehen.

Die Artikel der FAZ über dreiste Plagiatoren, die hier in Chinesischen Sklavenbetrieben hergestelltes Billigzubehör und Autoersatzteile feilboten, hätte sehr viel länger sein können. Kein Wunder, dass, als ich obiges Foto von den einer Deutschen Marke verdammt ähnlich sehenden Einspritzdüsen schoss, gleich drei etwas mürrisch schauende Bruce Lee’s mir den Schusswinkel versperren wollten.  

Viel gibts nicht zu berichten, ich habe meinen Job erledigt, meine Beifahrerin und ich werden demnächst, wenn das Wetter mitmacht, ein herrliches Wochenende in und um München verbringen und ein bißchen was “unmotiviertes” über die restliche Messe seht und lest Ihr hier:

Vielleicht gar keine so dumme Alternative zur Pagode…

Revolution Girl… der neue Interieur – Trend für “sie” für’s nächste Frühjahr…

die “Drücker” die wochentags Staubsauger an Haustüren anbieten, machten schon einen recht matten Eindruck…

Chinesen klapperten zur Kernarbeitszeit des Tages mit ihren Essstäbchen herum…

Wo man hinblickte “For Sale”… früher scheinen die Zollkontrollen schärfer gewesen zu sein, da wurde genau überprüft, ob die Menge zollfrei als Ausstellungsgüter eingeführter Produkte auch wieder mit auf die Heimreise genommen wurde…

Die Hochglanz-Wundermittelchen – Verkäufer, die ansonsten auf Großmarkt-Parkplätzen Kofferraumhauben polieren…

Zum Glück immer noch zweisparachige Werbung…

Mittags um 14.00 Uhr schon den Messestand “geclosed”, so was kostete früher einen Düsi Strafe…

Auch hier von Preussischer Disziplin bei Chinesen keine Spur, auch Madame hatte es schon Stunden vor dem Messeende eilig, wieder nach Hause zu kommen…

Und dann die vielen, vielen Jungs von der Abteilung “Breit und Tief”… bei mir waren es damals die günstig “geschnappten” ledernen Schalensitze und der offene Doppelrohr-Auspuff für den 911er, heute nutzten sie die Gunst “For Sale”, ganze Waggonladungen von “Breit – Plaste” aus den Hallen wegzuschleppen…

Wowww… 10 x 20″ Leichtmetall… so was macht Bizeps…

Das war’s, bis auf die paar Galeriebilder.

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Autosalons, als der Liter Sprit 23 Pfennig kostete

Einmal Volltanken mit 80 Litern von Gerd’s Jaguar MK VII M hätte 1957 grade mal rd. 9,50 Euro gekostet. Inflationsbereinigt und unter Berücksichtigung damaliger Einkommen, kaum weniger als heute.

Hier gehts zum Video… unter dem Video findet Ihr die Leiste mit vielen, vielen anderen Filmchen.

IAA, Automobilausstellung, Jaguar-Oldtimer, Gerd Steimer, z, …

2010-01-30: Ungeschriebene Geschichten

Beutezug… vor kurzem für sensationelle 14,50 Euro erbeutet, ein echt starkes Buch über Automobildesign in Baden Würthemberg: Faszination der Form… wenn man sieht, wie eine ‘Pagode’ auch hätte aussehen können. Trotzdem ein Buch, wo Mercedes nicht stärker vorkommt, wie es Mercedes-Benz angesichts der vielen anderen Autobauer auch nur gebührt.

Ein toller Fotobericht von der Retromobile 2010 in Paris, ich glaube, sogar die älteste Automobilausstellung der Welt. 

Hatte ich zufällig mal vor längerem entdeckt: Mal nicht aus dem  Westviertel … auch in Bayern gibts viele tote Automarken, Schurig – Pasinger Automobilbau

 

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IAA 1951 die toten Autofabrikate

1960 er - verkleinert

Ist doch nett, wenn man sich ein altes Fotoalbum nehmen und sagen kann: Das ist keine Angeberei, das ist nur die  Familientradition, ich bin in die Art geschlagen.

Das ist auch der einzige Punkt, warum mich die Benzinpreise wirklich ärgern. Bekanntermaßen halte ich weder ein Ende der überflüssigen Mobilität noch das Verschwinden nicht marktfähiger  Autoüberproduktionen verursachender Firmen, für unerfreulich. Ganz im Gegenteil, die Welt wurde in den letzten Dekaden doch immer etwas kleiner, und das beim Verlust von Heimat und Geschichte, oder glaubt jemand ernsthaft, dass Berlin-Mitte-,  Frankfurt – Prekaristen oder diejenigen die hier bei mir um die Ecke vor kurzem die alten Horex – Werkshallen plattmachten, den Platz haben, einen Meter Photoalben aufzuheben?

Für mich sind es genau diese Fotos, ältere aus dem Familienalbum,  im Lauf der letzten Jahre das eine oder andere auf Flohmärkten erbeutete oder heute zufällig Geschossene,  die weniger die Mobilität ausdrücken, als vielmehr die Möglichkeit, mobil zu sein.

300SL

Liegestuhl auf dem Dach, beheizbare Heckscheibe, Autofahren im Wasser… eine der bestgemachten Webseiten des  Hessischen Rundfunks zum Thema Automobile, die diese Neuigkeiten des Automobilbaus seit Anfang der 50er Jahre auch in Videos zeigt, ist die hier und die hier. Ich empfehle, einen Vorrat an Papiertaschentüchern parat zu halten.

Vor einigen Jahren mal im Internet entdeckt, die Webseite eines Engländers mit einem Faible für deutsche Autos aus den 50er Jahren. Damals digital konserviert, jetzt, nach dem ich wieder auf die alte Festplatte zugreifen kann, und nach dem die Webseite des Engländers leider verschwunden ist, mal rausgeholt um sie Euch zu zeigen.  1951… die erste Automobilausstellung in Frankfurt nach dem Krieg, mal nicht die großen Mercedes-Benz und damals dominierenden US-Strassenkreuzer, sondern die vergessenen Kleinwagen… die Geschichte mit dem gestern auf der Straße gesehenen OPEL  hat mich drauf gebracht, mal hochzuholen, was 1951 so angeboten wurde…

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Moskwitch

Pobeda

Rovin…

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Saab 92…

Saab92

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Tatra…

Tatra

Trippel…

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Francofortitis II… Schlupper

Heute Morgen verkleidete ich mich als IAA – Besucher, nach dem ich meine Copilotin an den Bahnhof gebracht hatte, sie besucht unsere Tochter an der Ostseeküste… Bilder alle zum Vergrößern anklicken…

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Mein Hausarzt hätte mir das wahrscheinlich verboten, weil ich die dreissig überschritten habe und nach einem 6 Kilometer Fußmarsch auf den Fuchstanz mit fast 200 Höhenmetern schon mal einen sehr heftigen Schweißausbruach bekomme, und nervöse Zuckungen oder in letzter Zeit  Anzeichen leichter Erregbarkeit gezeigt haben soll, beim Lesen bestimmten Mülls in Internet-Foren. Aber wer will sich unter anderem so was, auch noch vor der Haustüre, entgehen lassen?

IAA Oldtimer

So vor rund 44 Jahren hätte ich gewusst, wo grade ein Loch im Maschendrahtzaun ist, wo man schluppen (von durchschlupfen) kann. Kein Mädchen hätte damals blond genug sein können, keine Mathearbeit am nächsten Tag so bedohlich, dass es uns  mit  dem  Francofortitis – Virus  befallenen Westviertel-Jungs hätte abhalten können, direkt nach dem letzten Glockenschlag in der Schule zu den Träumen des Erwachsenseins zu pilgern.

Die Anstecknadeln der Autofirmen machten uns damals zu Abhängigen von den Nadeln, diese damals noch kleinen Kunstwerke, emalliert, hartvergoldet, was uns zu läuferischen Höchstleistungen antrieb, die im Sport zu einer glatten 2 gereicht hätten, wenn ein nur für trainierten Westviertel-Ohren kaum hörbares Knistern in den Weiten der Autohallen uns verriet, da holt grade eine nette Stand-Hostess frische Nadeln aus den Zellofantütchen. Als Totalversager galt damals, wer morgens auf seinem ausgerollten Steckkissen nicht eine Mindestzahl ganz bestimmter Nadeln vorweisen konnte und was zu tauschen hatte.

Heute gibts nichts mehr zum Rumrennen, Anstecknadeln sind den Sparprogrammen zum Opfer gefallen. Um so schöner, sich mal bei einigen Händlern diese Memorabilien anzuschauen, sich Hinzuknien, wie damals auf dem Schulhof…

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Nach diesem Schwelgen in Jugenerinnerungen machte ich mich auf, selbst zu entdecken, mit welchen Innovationen aus Deutschlands Wirtschaftsfaktor Nr. 1, die Krise beendet werden soll.

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Meine Erkenntnisse kann ich nachstehnd auf wenigen Zeilen zusammenfassen:

4-Litr Autos, 2,9% Finanzierung und eine Menge Tüten mit denen sich Werbematerial in Telfonbuchstärke wegtragen ließe, interessieren keinen mehr…

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Ich kann auf jeden Fall bis zum 100.sten Auto fahren. Zunächst im Glauben, ich stünde vor einem Behinderten-Sondermodell klärte mich ein smarter VW-Berater auf, dies sei die neue Einstieghilfe für “Ältere”…

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Ich kann verstehen, dass die Motor-Journalisten angesichts solcher Ideenlosigkeit, nicht einer echten technischen Innovation auf der ganzen IAA,  die serienreif und morgen zu kaufen wäre, total pissed sind, weil denen gehen in Zeiten, wo nur noch Meldungen über zukunftsrettende Antriebskonzepte zwischen Elektroantrieb, Amper-Autos, Bi-Motoren, Brennstoffzellen und 1-Liter-Sparzielen für stinknormale Ottotomotore, sich ein Stringenz-Wettrennen um Decision-Rates liefern, die Konstanten früherer Zeiten ja gerade schneller verloren als den Kollegen der Politredaktionen zu Zeiten der Perestroika. Ein alter Freund, ehemaliger Studienkollege und seit 35 Jahren beim Doimler, lud mich in die VIP-Lounch ein. Sein Doimler – Chef de Vertrieb, Klaus Maier, hatte grade noch am Mittwoch den neuen SLS-Flügeltürer persönlich vorgestellt, als am nächsten Morgen in der Zeitung zu lesen stand – Daimler – Vertriebschef hat sich vertschüsst.

Hätte der Gute mal meinen Brief von vor 7 Monaten gelesen, säße er heute noch auf seinem Platz. Nach dem er uns vorher mit Werbung für die neue E-Klasse beharkt hatte, antwortete ich zusammengefasst, “er solle doch mal wieder ein Auto ähnlich wie den 124er bauen, keinen Computer auf 4 Rädern…

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sondern so ein einfaches, grund solides und… bezahlbares Auto für Leute wie uns, aus dem guten Bürgerlichen Mittelstand des Westviertels, wie bspw. mit Ölmessstab wie früher statt Ansage “zur Ölmessprüfung muss ihre Auto grade stehen” und 250 kg weniger Elektro-Stellmotoren und 24 Kilometer Kabel… grrrr. Seit Donnerstag ist klar, ich kriege keine Antwort mehr von ihm.

Scheinbar hat niemend mehr den Ehrgeiz und die Fähigkeiten, Autos so zu bauen wie sie Menschen mögen, und genau so wenig Interesse aus der IAA eine interessante und moderne Autoschau zu machen. Diesmal war es die Einfallsloseste, die ich je gesehen habe. Und ich habe mich da eben einigen Autombilbeigeisterten zuliebe, die die wirklich schönen Automobilshows der 60er und 70er Jahre in Frankfurt, Paris, Genf, niemals kennengerlernt haben, die von der vollmundigen Ankündigung  der  V D A – Baragotzkis  dort einmalige Oldtimer zu sehen zu bekommen, und die vielleicht die nächsten Tage auch noch zur IAA gehen, so zurückhaltend ausgedrückt, dass es mich fast zerreist.

Zumindest bei den Italienern wurde ich dann noch für mein Kommen entschädigt. Die wiederauferstandene Marke Abarth ist es echt wert, dort ein Hindernissrennen größeren Ausmaßes  zu erleben, was nicht wenig mit dem unschlagbaren Italia-Stand-Design und den herrlichen alten Filmen zu tun hat…

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und den wirklich goilen kleinen gepeppten Flitzern, die allerdings mal zu fotographieren, durch oder über Wände von Deutschland-sucht-den-geilsten-IAA-Hintern-Paparazzis hindurch, mir einfach nicht gelang…

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Schon reichlich unter Gehbeschwerden leidend, stand ich dann gen Nachmittag vor ihm… ein 600er Jagst… auch noch genau die Farbe des Autos, in das ich mich am 19.08.1968 dank Segen des TÜV und mit nagelneuer Flebbe (umgangssprachlich in Frankfurt – Führerschein), das erste Mal reinsetzte und alleine vom Hof fuhr… von dem ich aber vor lauter Fahrbegeisterung damals vergessen hatte, mal ein Foto zu machen, was ich jetzt, 41 Jahre später, hiermit nachholte, den Spass gönnt Ihr mir bitte…

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Kurz vor dem Nachhausegehen traf ich noch einen alten Freund, einen Ex-HR-Kameramann. heuter Freier. Er lies mich mal einen Blick durch seine Hightec-Mini-Profi-Kamera werfen. “Na, was siehst Du?” fragte er mich. “Spinner, die sich die Füße wegen Autos wundlaufen”, gab ich zurück. “Ja”, sagte er nach einer Weile, “manchmal spiegelt die Optik.” Jetzt eben, wo ich alles für Euch in die Tasten getippt habe, und kurz bevor der Akku leer ist, komme ich drauf, wie er es gemeint hat. Es muss daran liegen, dass er einen alten Strich-8 Diesel fährt und nicht wusste, dass unser Auto auch nur ein Jahr jünger ist, als mein Führerschein.

Zum Schluss noch, kurz vor dem Ausgang sah ich ihn, den jüngsten Ansteckungsfall von Francofortitis…

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na, den wird man bestimmt in zwei Jahren wieder sehen, und in vier Jahren, und in 6 Jahren…

Die Verarschung Vorführung  mit den zu bestaunenden Oldtimern, das wird nochmal bei Gelegenheit eine ganz andere Geschichte.

Mit freundlicher Lichthupe

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