Nebbich (2) – IAK Initiative Automobiles Kulturgut

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Dieser Beitrag ist die Fortsetzung von hier... ach ja, und vor allem von hier…

Erinnert sich noch jemand an Ruprecht Scholz den früheren Verteidigungsminister, der heute wieder als Rechtsanwalt tätig ist? Dem schrub nämlich 2012 der BGH ins Stammbuch, dass Prominente nicht nur dann haften, wenn sie (für ein meist nicht unbescheidenes Handgeld) für eine fehlgeschlagene Kapitalanlage mit ihrer „besonderen Fachkunde“ geworben haben. Die “Prospekthaftung im engeren Sinne” trifft längst nicht mehr nur die Gründer, Initiatoren und Gestalter einer Fondsgesellschaft, sondern auch “Hintermänner” und solche Personen, die in der Werbung um Investoren ein besonderes Vertrauen in ihre Kompetenz in Anspruch nehmen können.“

Warum ich das schreibe?

Carsten Müller, der frisch designierte Präsident der IAK Initiative Automobiles Kulturgut e.V. ist wie Ruprecht Scholz auch Rechtsanwalt und sollte Sachverstand für sich in Anspruch nehmen. Er  geht nämlich grade für die IAK e.V. haussieren. Nicht etwa als Minister i.R. und auch nicht mit der Michelin – Spardose in der Hand (oben Foto) sondern als aktives Mitglied des Bundestags, von seinem Berliner Bundestags – Abgeordnetenbüro aus (Abschrift) und wie ich finde hirnbefreit  eindruckschindend unter Verwendung seiner persönlichen Bundestags – Koordinaten nebst Telefonnummern und Bundestags – E-Mail – Adresse.

Habt Ihr grade “häää?” gedacht, “die IAK ist doch keine Kapitalanlage?” Vollkommene richtige Reaktion. Es gibt zwar Fälle, da ist es toll, wenn wir aus den falschen Gründen das Richtige tun, zum Beispiel beim Spenden. Nur, auch das Spendensammeln willmuss gelernt sein…

“…Sowohl der ehrenamtlich als auch der hauptamtlich, gegen Entgelt tätige Vereinsvorstand haften persönlich gegenüber dem Verein oder Dritten für Schäden, die durch eine fahrlässig begangene Pflichtverletzung bei der Ausübung ihrer Vorstandstätigkeit entsteht” …. “Gegenüber Außenstehenden (dazu zählen etwa das Finanzamt, Kunden, Förderer) kann der Vorstand mit seinem Privatvermögen haften, wenn ein Organisationsmangel zu einem Schaden führt.” …. “Die Haftung für leichte Fahrlässigkeit kann im Innenverhältnis – nicht gegenüber Außenstehenden! – durch eine Regelung in der Satzung ausgeschlossen werden” …..”Weiter ist zu denken an die Ausstellung falscher Spenden- bescheinigungen oder der Fehlverwendung von zweckgebundenen Fördergeldern.” …. “Innenhaftung: Der Vorstand ist verpflichtet, die Vereinsziele, wie sie in der Satzung festgelegt sind, zu verfolgen und die Organisation des Vereins an diesen Zielen auszurichten…”

Statt IAK hätte IKA wohl besser gepasst. Initiative keine Ahnung e.V. Aber weil ich bekanntermaßen der liebe, gute Deddi bin und ich helfe wo ich kann, habe ich mir tagelang die Finger wund getippt und für jeden Halbwissenden erkennbar die Redaktion Motorblöckchen.de – Rechtsanwalt und MdB Carsten Müller am 03.04.2015 per E-Mail ein paar Fragen geschickt. Vor allem wollte ich vom Präsi höchstpersönlich, die angeblich fix und fertigen Statuten zu Gesicht bekommen. Und weil ja auch der IAK – Antrag auf Fördermitgliedschaft an die c/o Complan geschickt werden muss, ja ganz recht, genau DIE Firma Complan, wo – rein zufällig – Martin Halder’s Ehefrau, Nicole Halder – Hass, erst im Januar eingetreten ist und vielleicht ja auch den Briefkasten leert, wollte ich mangels Pflichtangaben auf dem Antragsformular, wie Angaben über haftende Vereinsorgane, Bankverbindung etc. p. p., mal etwas genauer wissen, wer bspw. Begünstigter der Bankeinzugsermächtigung ist?…

Antwort wie erwartet von Carsten Müller am 07.04.2015 nach der Methode “unter FAZ antworte ich nicht” mal so richtig von oben herunter:

“…ich freue mich über Ihr Interesse am IAK Initiative Automobiles Kulturgut e.V. Sofern es sich bei Ihrer Mail um eine Presseanfrage handelt, was aus Ihrer Signatur nicht ersichtlich ist, bitte ich um weitergehende Informationen zu der Publikation…”

Dafür dann am 15.04.2015 – gut getimet einen Tag vor der Pressekonferrenz auf der TC – aber doch noch ein E – Mail vom MdB höchstpersönlich mit den beantworteten Fragen. Beigefügte IAK – Satzung? Fehlanzeige. Wohl aus gutem Grund, aber dafür süffisant…

“…Sollten Sie auch die Arbeit des IAK finanziell unterstützen wollen, können Sie Ihre Spende gern auf dieses Konto überweisen. Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.”

15.04.16 FB Carsten Müller ScreenShot - 1

Da hatte mir Mario de Rosa schon längst ein Exemplar zugemailt, was meine schlimmsten Befürchtungen bezüglich fehlender Pflichtangaben, angefangen von der fehlenden Angabe der Verantwortlichkeit bis… ich spar’s mir, nur bestätigte…

die IAK – Satzung vom 19.02.2015

“Hör mir damit auf”, höre ich jetzt schon wieder einige sagen, “dass will alles keiner wissen, warum wir einer IAK spenden, das ist genau wie mit der Wurst, besser man weiß nicht, was alles drin ist, aber beim Spenden ist es meistens so, dass irgend einer das aus falschen Gründen gespendete Geld derartig dringend braucht, das es wurscht ist, für was er es bekommt”.

Na dann. Alles MüllerHalder oder was?

P.S. Bevor ich es vergesse: Jemand möge bitte auch dem Peter Schneider vom Deuvet Trost spenden, nicht dass der sich jetzt, wo er vom IAK Team Müller-Halder, nebst FIVA-Kaluza, ADAC.-Reichert und AVD so langsam endgültig abserviert wird, noch aus einem Kellerfenster stürzt…

Update 23.04.2015…

Gestern flatterte mir ein E – Mail vom ADAC, von Thomas Alber – Leiter Klassik Mitglieder und Clubbetreuung, Historischer Sport (KLC) – nebst Anhang des aktuellsten IAK – BettelbriefsSpendenaufrufs auf den Tisch.

Immerhin hat sich Carsten Müller meine konstruktiven Fragen zu Herzen genommen und seinem Spendenaufruf, man staune, zusammen mit seinen Präsi – Kollegen endlich auch mal unterschrieben, nein, jetzt ist sogar die bemängelte Bankverbindung mit angegeben.

“Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt gemeinnützige Ziele. Seine Organe wirken ehrenamtlich. Durch das formale, international abgestimmte und umfangreiche Verfahren der UNESCO zur Erlangung des Weltkulturerbestatus werden auch finanzielle Aufwendungen auf den Verein zukommen. Es gilt hier die nationalen und internationalen Gremien der UNESCO vom Wert des Automobilen Kulturerbes zu überzeugen und damit die Anerkennung zu erreichen. Hierzu sind umfangreiche Recherchemaßnahmen durchzuführen, Präsentationen und Vorträgen zu erstellen, Veranstaltungen, Aktivitäten und Schulungen zu konzipieren sowie die Vereinsarbeit umfassend zu präsentieren…”

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4. Advent – Humor a la Maik Hirschfeld vom Deuvet

Ich habe nichts gegen den Deuvet. Ich war bis letztes Jahr selbst noch dort Mitglied und habe auch „gespendet“. Ich mache mich auch über keinen lustig und habe keine Klischeés über die Deutschen, wie: Sie essen Sauerkraut und Haspel, trinken viel Bier, fallen im Sommer am Gardasee als Autofahrer im Feinrippunterhemd auf, und sie sind wichtigtuerische Vereinsmeier, die was immer es zu beklagen, bekritteln, befeiern, bestaunen und zu bewundern gilt – sie haben einen Verein dafür.

Ich kann mit den Dünkeln verschiedenster Menschen und Charaktere bestens umgehen, solange ich nicht vor lebensgrossen Pappmachétigern den Hut ziehen muss, und was ich ab einem Punkt nicht mehr ertrage, verblogge ich. Hier. Manchmal. Denn die meisten sind höchst angenehme Menschen. Aber jetzt ist es mal wieder soweit:

Mal zum Deuvet, denn was ich da amüsiert lese, darüber kann ich nur den Kopf schütteln.

“Uns Oldtimerfahrern geht es gut: Wir haben H-Kennzeichen und günstige Versicherungen, dürfen in Umweltzonen fahren, die Teileversorgung ist gut dank der Unterstützung vieler Hersteller, unsere Fahrzeuge sind ausgesprochene Sympathieträger. Dies ist eine goldene Zeit für Oldtimer. Leider ist es ein sehr zerbrechliches Glück. Seit Jahren warne ich vor den Gefahren und habe diverse Szenarien zusammengestellt…”

Artikel wie dieser, erinnern mich spontan an die viele, viele Werbung mit den süßen Glückschweinchen mit Kleeblätern in süßen Mäulchen. Ist es nicht immer wieder schön zu erleben, wie die bedrohte Kreatur, die der Mensch frisst isst, von ihm zuvor noch mal richtiggehend verarscht wird?

Spass beiseite, Profis machen es anders, schmücken sich nicht mit fremden Federn und klappern nicht wie früher Versicherungsdrücker Herr Kaiser mit dem Sargdeckel, um sich – womöglich für die nächsten 20 Jahre – als unentbehrliche Verteidiger deutscher Oldtimer-WichtigmachereiKultur darzustellen und Spenden für den Deuvet zu generieren.

Ich habe eine Goldidee für den Deuvet: Wie wäre es, wenn die großen Player, die, die am 5 Milliarden – Kuchen der Oldtimerbranche richtig mitverdienen und mindestens ebenso als virulent gefährdet gelten müssten – vorrangig die Classic – Center mit ihren Junkiepreisen für Ersatzteile, Oldtimer-Magazinen, die Millionenumätze mit Anzeigen generieren, Gutachter-Vereinigungen, die alljährlich zehntausende Oldtimer begutachten und bewerten, Versicherungen die an Minimal-Schadensfallrisiken blendend verdienen u.v.a.m. – sich zusammentäten, um eine große Spenden-Aktion für die virulent bedrohte Spezies Oldtimer ins Leben zu rufen?

In ihren Classic – Print – Medien die Spendenaufrufe mit Kontonummer, dazu gelegentlich den Auftritt eines Maik Hirschfeld, dem Deuvet – Boss – schlichtund einfach, aber sauber gekleidet – der dem Oldtimerbesitzer erklärt: “Wir haben schon so viel für Euch gemacht und nur wir halten Euch in der Welt der Neider die Straßen frei. Leider können wir davon gerade mal so leben, haben aber kein Geld übrig, um wenigstens einmal im Jahr ein bisschen Party zu machen mit italienischem Büffet, französischem Champagner und geistigem Dünnpfiff  Smalltalk. Bitte, bitte helft uns mit einer kleinen Spende!”

Was meint Ihr, liebe Leser: Wäre das nicht was? Ich würde sogar den 1. Euro spenden.

Ich habe nur mal drüber geschrieben. Das macht Appetit, auf den aus der Küche bis in mein Home-Office duftenden und jeden Moment essbereiten Spanferkelbraten mit rohen Klößen und Rotkraut.

Und humorvolle Grüße zum 4. Advent.

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