Kurzschluss

1912 A lady sitting on an electric car at the charging station, 1912

“A Lady sitting on a Electric Car at the Charging Station, 1912″ und die Zwischenzeit

Nach “BMW Bayrisch Mega – Watt verpufft” zum gleichen Thema in 2010, ein weiterer Gastbeitrag von Johannes Hübner – Autoconsult

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Das politische Feigenblatt Elektromobilität lässt sich BMW Milliarden kosten, weil die Forschung mit ansehnlichen Beiträgen subventioniert wird. Kein Wunder, dass Minister Schäuble da nicht noch 5 Milliarden für elektrische Kaufanreize ausgeben will – vielleicht auch, weil er kapiert hat, was das für eine Augenwischerei ist.

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Am Genfer Salon 2016 muss man genau hinschauen, wenn man den schwarz getarnten i3 am BMW-Stand finden will, aber der reichweitengebremste rote i8 an der Stromtankstelle weist schließlich den Weg. Denn groß und breit stehen davor die hybriden silbernen „BMW iPerformance mit den 360-Grad Ladelösungen“. Nichts, wo man umfassend einladen kann, sondern übermotorisierte Autos, bei denen man schon nach 41 Kilometern elektrischer Fahrt wieder aufladen muss!
Merkt eigentlich keiner der in Genf massenhaft herumlaufenden Ingenieure, dass diese überteuerten Hybrid-BMW (330e = ab 52.000€) mit so eingängigen Namen wie „2er iPerformance Active Tourer, 3er iPerformance, BMW X5 iPerformance und 7er iPerformance“ eine Verhöhnung der Physik sind?

Das Bild in der Mitte des aufwändigen Prospekts zeigt „das Zusammenspiel von BMW TwinPower Turbo Benzinmotor und Elektromotor und Lithium-Ionen Hochvolt-Batterie…mit intelligentem Energiemanagement, das AUTO eDRIVE, MAX eDRIVE und SAVE BATTERY“ so verwaltet, dass die leer 1660 kg (330e Hybrid) Freude am Fahren nicht an jeder Ecke stehen bleiben.

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Man sieht grob gesagt vorn 500 kg Motor für 800 km Reichweite und auf der Hinterachse 300 kg Elektrotechnik für 41 Kilometer Distanz! So sieht die Zukunft aus!

Endlich ein Auto für die einkaufsgeile Gattin: wenn man den Kofferraum aufmacht, ist der schon voll! „Ich hab’ Dir schon mal 41 Kilometer lautloses Fahren reingepackt“, hört man den listigen Gatten sagen. „Und das dicke Kabel mit den breiten Steckern ist kein Achselhaar-Rasierer mit kombiniertem Fön, sondern Deine BMW 360-Grad ELECTRIC-Ladelösung für zu Hause und unterwegs.“ Hier saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur fahren kann…

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Begeistert wird Sie im zentralen Display verfolgen, wie der Reigen an angebotenen Tankstellen und Ladestationen im Wechsel mit „connected drive-Diensten und CHARGE NOW“-Informationen über den Bildschirm perlt und sich dabei wehmütig an ihr Käfer-Cabrio erinnern, wo nach 700 km einfach ein Lichtchen anging, um ans Tanken zu erinnern. Haben die BMW-Entwickler vor lauter Arbeit keine Freundinnen und Frauen mehr, die ihnen sagen, dass sie sich verarscht fühlen, wenn sie sich auf ihrem überlasteten Turtel-smartphone von der hippen „BMW iPerformance aus der Ferne“ auch noch dauernd mitteilen lassen müssen, dass der Saft bald alle, die Türen verriegelt und das Licht aus sind?!

Wie wird das schön, wenn uns im knappen Parkraum der Städte überall schicke BMW X5 iPerformance mit ihren blauen Ladekabeln an die Klimarettung erinnern! Die könnte man doch mit Limonadenspendern verbinden, an denen man seine Getränkebatterien intelligent wieder auffüllen kann, um seine Range ohne Durst zu extenden. Blöde Idee? Nichts anderes tun doch diese überschweren und leistungsüberladenen Physik-Verhöhnungsmobile – sie füllen an ungeeigneten Stellen ihr Speichermedium wieder auf, anstatt es einfach gegen eine geladene Batterie zu tauschen!

Lassen Sie uns beruhigt sein: BMW muss es doch so gut gehen, dass sie sich nach ihrem milliardenschweren Wasserstoff-Debakel nun den hochspannenden Kurzschluss BMW iPerformance leisten – dabei aber sicherheitshalber in Genf 2016 verschweigen, dass das Unternehmen gerade 100 Jahre feiern müsste… – für so einen uncoolen Blick zurück ist wahrscheinlich kein Geld da.

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Update 10.03.2016 zu diesem Beitrag: Einen sehr lesenswerten Beitrag zu diesem Thema wie ich finde, hat kürzlich Norbert Häring geschrieben “Planlose Förderung von E-Autos ist nur ein Subventionsprogramm”

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Verwandte Themen: “Stubenfliegen und selbstgefälliges Made in Germany”  und “Das erklärt vieles” und “Mercedes Benz Negotiating” und “Dr. Zetsche Gegendarstellung…” und einige andere mehr

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BORGWARD “Phantom”

Borgward_Geisterstand

Gastbeitrag vom Autosalon in Genf von Johannes Hübner

Der neue BORGWARD “Phantom”

Borgward ist wieder da, jubelte die Presse schon vor dem Salon, die haben sogar einen Stand in Genf und da stellen sie den neuen Borgward vor.

Gespannt eilte die positiv gestimmte internationale Journalistenschar am Dienstag, 3. März 2015, zur Pressekonferenz. Hinter einer Isabella Coupé liegt erwartungsheischend eine große Freifläche mit dem Rhombus, von der Decke baumeln Schilder „The return of BORGWARD“, doch schnell wird deutlich: das neue Modell wird wohl Phantom heißen!

Borgward_Genf2015

Man zeige in Genf noch kein Auto, heißt es, die Fläche bleibt leer! Das Auto komme erst in Frankfurt. Man habe aber in China eine große neue Fabrik, die derzeit Doppelkupplungsgetriebe herstelle, mit deren Erlös man die 100.000 geplanten Borgward finanzieren werde. Nur 100.000… Es sei auch genug Kapital für die nächsten 10 Jahre da. Und der Firmensitz werde in Stuttgart sein. Die Entwicklung und das Design natürlich auch in Deutschland. Wo sonst!

Die Bildschirme auf Ständern fordern zum „Discover the new Borgward“ auf, doch da kommt nix. Und plötzlich wird deutlich: 12 Tage lang wird eine leere Fläche auf pole-position mitten im renommierten Genfer Salon KEINEN neuen Borgward zeigen! Die Endzeitstimmung von 1961 kommt da perfekt rüber, fehlen eigentlich nur noch Broschüren für Investoren, die Geld wegwerfen möchten.

Borgward_Phantom_Genf2015

Unglaublich: mit dem renommierten Namen Borgward haben irgendwelche großkotzigen Heuschrecken die Journalisten der Welt auf den Arm genommen! Und damit den guten Namen nach 24 Jahren nochmal so richtig in den Dreck getreten. Wer’s nicht glaubt, kann sich das PR-Desaster noch bis zum 15. März in Genf ansehen. „The return of BORGWARD“ heißt also BORGWARD im Rückwärtsgang!

Auf die Frage, warum man denn den teuren Auftritt in Genf mache, um NICHTS zu zeigen, antwortet man „Borgward habe seine wichtigen Premieren doch immer in Genf gehabt“. Frechheit. Oder nein, im Gegenteil: im Palexpo Geneve wartet bei BORGWARD doch das erste unsichtbare Geisterauto der Welt auf Harvey, Captain Spock und das Zurück in die Zukunft mit Michael Fox.

Der Messebauer sollte sich sein Geld holen, bevor der peinliche Auftritt auf dem Müllhaufen der Geschichte verschwindet.

Euer Johannes Hübner

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Zettelkasten 17.01.2014: Johannes Hübner schmeisst das Meilenwerk

10.01.29 Rallye Monte Carlo Historique 087-B1

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Johannes Hübner hat hier in den letzten Jahren einige rattenscharfe Gastbeiträge geschrieben.

Tja, was soll man zu der Personalie sonst sagen, Gastautor im Motorblöckchen “Hübi Hubraum” schmeisst jetzt das neue Meilenwerk Berlin:

“Die Meilenwerk AG verstärkt ihr Team mit einem anerkannten Fachmann für Oldtimer und automobiles Kulturgut: bereits zum Jahreswechsel hat Johannes Hübner seine Arbeit als Projektverantwortlicher für sämtliche Mietflächen des zukünftigen Meilenwerks Berlin aufgenommen. Mit der geplanten Eröffnung des Meilenwerks Berlin im Jahr 2015 wird der zurzeit noch in Frankfurt/Main ansässige Hübner die Position des Centermanagers übernehmen. In seiner Funktion berichtet Johannes Hübner direkt an Martin Halder, Vorstandsvorsitzender der Meilenwerk AG. Er arbeitet zudem mit Daniel Mauerhofer in der Schweiz zusammen, der als Centermanager des zukünftigen Meilenwerks Zürichsee tätig ist. Die Meilenwerk AG verfolgt mit der Benennung von eigenen Centermanagern weiter konsequent die Schärfung ihres Geschäftsmodells…”

Ach ja, die Beiträge von Johannes Hübner findet Ihr in der Tag – Liste, ganz rechts, unter “Gastbeiträge”.

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Retro Classics oder warum sind alle immer so einseitig?

Ein Gastbeitrag und Nachbetrachtung zur Retro Classics von Johannes Hübner

Die einen regen sich über die hochglanzrestaurierten Autos auf, die anderen stören sich an Youngtimern. Aber fast alle laufen achtlos an den Schrottlauben draußen vor der Messehalle vorbei, die mit falsch verstandener “Patina” den Bestand von H- und 07-er-Kennzeichen gefährden.

Ein Mercedes O302 “Campingbus” in rotzblau mattiert, dessen Eigner weder spachteln, lackieren, anstreichen, nieten noch schweißen kann und seine Unkenntnis mit runden und rechteckigen Wohnwagenfenstern zeigt, weil er beim Basteln seine Brille nicht findet. Aber er hat H.

Rechts neben ihm ein vom Schrott entlaufener Mercedes 608 mit aufgemülltem Wohnwagen, dessen TÜV-Prüfer bei der H-Zulassung nicht mal gemerkt hat, dass der Hilfsbastler sogar die hydraulische Hebebühne hinten als absenkbare “killerblade” drangelassen hat – damit er mit dem Motorrad weiterfahren kann, wenn der Klapper-608er die Hufen hochreisst. Logisch: wenn da einer draufknallt muss man doch abhauen!

Direkt vor dem Haupteingang lungerte ein drecksgrauer D-Rekord so, dass jeder ihn auf dem Weg zum Parkhaus sehen musste. Geil korrodierte Stoßstangen, Rostlöcher überall, blinde Reflektoren, die man aber unter der ungewaschenen Dreckschicht kaum sieht. Im Innern der Auswurf eines gelben Sacks, rundum poröse Reifen auf siffigen Felgen – das ist Patina, wow! Drei Schritte weiter ein armer Knudsen-Taunus, gerichtsvollzieher-grün mit mattschwarzer Haube, ungestört von irgendwelchen Pflegebemühungen, subbeä-Parkplatz direkt vor der Messe.

Da gab’s /8er mit fetten Ronal-Alus,  mafiaschwarzen Seitenfenstern und hinteren 280er-Langstoßstangen am rußigen Diesel, auch einen silbernen Alfa GTV aus dem Programm “kann man Rost jahrzehntelang wegspachteln?”…

einen silbernen B-Kadett, von dessen Rost die aufgeklebten Flammen auf der Seite ablenkten, die schwarze Breitbackenente, den roten Ford 17m P7, den man von der Limo so schön zum Cabrio umgebaut hat, dass der TÜV wahrscheinlich für Mamis Schlenkernähte das H-Kennzeichen gab oder auch den weißen Simca-Rallye mit zeitgenössischen Baumarkt-Verbreiterungen und Anreibe-Buchstaben.

Von dem Schweizer im Buick mit den Hörnern und aufgesifften Reifenprofilstreifen, der in seiner Karre wohnt, rede ich ja garnicht, der ist ja schon Kult, wie er die eidgenössische MFK ausbremst.

Macht mal die Webseite Mistkarren.de auf, wo man dieses Trauerspiel falsch verstandenen Altauto-(V)Erhalts auch anschauen kann. Tja Leute, so hat jeder seine Spielwiese – lassen wir doch einfach jeden glücklich werden. Dafür ist unser Hobby doch individuell.

Euer Johannes Hübner

Oldtimer Grand Prix von “Hübi – Hubraum” statt Meiner

Also bitte! Was für ein genialer Tag. Heute Morgen auf dem Wochenmarkt, bei der Marktfrau, die letzten drei Gläser der nach meinem Rezept hausgmachten  Mirabellenmarmelade, und als ich nach Hause zurückkam, ein E – Mail von “Hübi Hubraum”, alias Johannes Hübner, mit vielen echt saugeilenstarken Fotos von der  schönsten Strecke der Welt (na ja, wenn man sich den stellenweisen Kurt Beck’schen 400 Millionen – Betonschrott nebst Achterbahn wegdenkt) und natürlich auch ein paar von diesen schönen, alten Auto. Ganz so wie ich sie mag.

Danke Johannes für die Fotos vom Oldtimer Grand Prix.

Update 15.08.2012: Die finde ich besten Fotogalerien, hat wieder mal “Zwischengas” ins Web gestellt. Vor allem viele Fotos von der Strecke…

OGP Nürburgring 2012

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