Zettelkasten 24.02.2016; Als Mobile.de eine Start-Up-Idee war

1997 Erste Mobile.de - Seite

20 Jahre zurück… als alter Purist hatte ich vorher jahrelang noch tausend Eide geschworen, so ein “Ding” – PC – kommt mir nie, nie, niemals in’s Haus. Als die gegen Ende der 80er für den Preis eines guten Gebrauchtwagens angeschaffte Olivetti ET 300, Schreibmaschine mit Flobby-Discs und Bildschirm, die sagenhafte 50 Werbebriefe mit persönlicher Anrede pro Minute heruntertippte, nach und nach ihren Dienst versagte, war’s dann doch so weit.

“Der Tag, an dem die Gräfin PDS wählte Wie alles anfing: ein Interview mit mir selbst – dem Gründungs-Redakteur der »ZEIT Online…”

Für solche Beiträge wie den hier von Christian Ankowitsch, da flutscht mir in Zeiten der Dystopie, wo junge sich selbst denkbefreiende Menschen sich mit Äppel – Gatches an ihren Stuhlgang erinnern lassen können und dann aber bei Mama anrufen und fragen, wie zwei Eier gekocht werden, so ein Beitrag wie Nougat über die Zunge.

Vielleicht schreibt mal einer von Euch, wie es bei ihm anfing?

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Zettelkasten 14.01.2016; Herr Peter Steinfurth, gehts noch plumper?

VW Hebmüller01 - Anzeige eBayKAZ

… “Immerhin 53 Prozent der Bevölkerung bzw. 62 Prozent der männlichen Pkw-Fahrer freuen sich, wenn sie auf der Straße einen Oldtimer sehen. Damit tragen Oldtimerbesitzer zum Erhalt des technischen Kulturguts bei, begründen 44 Prozent der Befragten (57 Prozent der männlichen Pkw-Fahrer) ihre positive Einstellung zu historischen Fahrzeugen” …

Boaaa… was da die oldtimerinteressierten ADAC – Mitglieder gleich zu Beginn des Jahre lesen dürfen, da wäre ohne den x-ten Neu-Aufguss der Allensbach – Studie nie jemand drauf gekommen, wobei die “44 Prozent der Befragten”, die angeblich sogar wissen, was ein technisches Kulturgut ist und in Wirklichkeit keinen blassen Dunst haben, wer bspw. der Erfinder des Verbrennungsmotors war und die Henry Ford für einen amerikanischen Schauspieler halten, der im Krieg der Sterne mitgespielt hatte, so einiges über die Qualität dieser Studie und die Intentionen ihrer Auftraggeber VDA Verband der Automobil Industrie und der Oldtimer-Zeitung Oldtimer-Markt aussagt.

Die Sache ist nämlich so. Das ich hier mit einzelnen Beiträgen in den letzten Jahren die Gesamtzugriffs-Zahlen p.a. von einigen Oldtimer Magazinen gelegentlich getoppt hatte, ist ja kein Geheimnis. Im Oktober hatte ich völlig unerwartet ein E-Mail vom Chefredakteur der Oldtimer Markt, Peter Steinfurth, in der Box. wo er mir u.a. eine “Zusammenarbeit” anbot. To cut the Story short: Auf seine Antwort auf meine zweimaligen E-Mail-Nachfragen im vergangenen Jahr, wie er sich diese konkret vorstellen würde und vor allem wegen meiner Frage, “where is the beef”?… warte ich noch heute.

Genau so wie der Sammler ganz, ganz seltener, alter Karussellautos, über die sich bestimmt mehr als jene 54 % der befragten Autofahrer_innen erfreuen würden, wenn sie die Kindheitserinnerungen mal wieder zu Gesicht bekämen. Nicht im Strassenverkehr, aber zum Beispiel in einem Oldtimer – Magazin. Was Winfried Beer, der hier mal einen sehr schönen Gastbeitrag über seine Karussellautos schrub, erlebte, als er Peter Steinfurth anbot, über seine inzwischen in Deutschland ziemlich einmalige Karusselauto – Sammlung etwas in OM zu bringen, von Peter Steinfurth zur Antwort bekam, ist zum Davonlaufen.

Die Folge ist dann: Während sich zwischen 2004 und 2014 die Zahl mit H – Kennzeichen zugelassener Fahrzeuge – Oldtimer – auf über 300.000 mehr als verdoppelt hat, ist die verkaufte Auflage der Zeitung Oldtimer-Markt, von der ich früher hunderte Hefte gekauft hatte, laut ‘Meedia’ – Analyse, im gleichen Zeitraum von noch rund 160.000 in 2004, auf schlappe grade noch knapp über 110.000 in 2015, abgeschmiert. Ich bin mal gespannt, wann der Verleger die Reissleine zieht?

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Wolfsburghausener – Jouhurnalismus

15.10.28 VW - Verlust im 3. Quartal...

Wochenlanges Schönredenlassen “die VW – Geschäfte laufen wie geschmiert” durch die Wolfsburghausener Journaille

“Trotz Abgas-Affäre spürt der VW-Konzern in Europa auch beim Bestelleingang noch keine Auswirkungen des Skandals. In Deutschland wachse seit dem Bekanntwerden der Manipulationen vor rund einem Monat sogar die Zahl der Bestellungen…”

Als einfacher Maschinenschlosser hätte mich brennend interessiert, wie das zusammengeht, gestern hui, heute pfui? Interessehalber habe ich mir grade den Liveticker der VW-Pressekonferrenz durchgelesen. “… Größe sei zwar wichtig in der Branche. Es komme aber nicht nur darauf an, 100.000 Autos mehr oder weniger zu verkaufen…” blablabla… Was für ein bullshitbelangloses Gefasel…

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(Motor -) Journalismus 0.0

Die Schmiere ca. 1970

“Die Sache hat doch einen Haken, sagte der Fisch als er an der Angel hing”

Wenn man gelegentlich den heutigen Journalismus runtermacht, hat man wenige Freunde bei der größtenteils abgehalfterten, auf die Fresse gefallenen Journaille.

Ein Hinweis für alle (Motor -) Journalisten mit viel Idealismus und großen Illusionen, darüber, was ihre ehrenvolle, gesellschaftliche Rolle sei – gern bedeutungsvoll gediekmannt als ‘Aufklärung‘, ‘Nachrichten’, ja als ‘Kulturgut‘ gar. Alles Quatsch! Die Kai Diekmann & Schreiberlinge – Gang hat grade vor dem Kadi freimütig zugegeben: Eure Artikel sind nur der Wurm an der Angel:

“Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.”

P.S. Was Gabor Steingart mir dazu wie die ‘Faust aufs Auge passend’ grade schrub, flutschte mir doch wie Nougat über die Zunge: „Apropos Ehre: Auch viele Medien haben in frivoler Hurenhaftigkeit dem gestern noch umschwärmten VW-Chef die Freundschaft gekündigt. Republikweit steht Winterkorn, eben noch als technisches Genie gefeiert, nun als jähzorniger Autokrat, schlimmer noch, als Auto-Diktator da. Dem Ex-VW-Chef geht es damit nicht besser, als den vor ihm gefallenen Engeln der Wirtschaft:“ … „Das Problem sind nicht die kritischen Journalisten, sondern die netten.“

 

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Zettelkasten 22.08.2015; Das Gegenteil von ‘Dummdeutsch’

15.08.22 Flüchtlinge überrollen unser Land - Tagesspiegel

Toll, toll, toll… das ist echter Journalismus wie früher von Leopold Schwarzschild, Eckhard Henscheid, Carl von Ossietzky, Karl Kraus, Alfred Polgar u.v.a.m., und es ist kein Wunder, dass der Artikel nicht in der ‘Süddeutschen’ ‘Welt’ – Prawda geschrieben wurde…

“Innenminister Thomas de Maizière hat recht, wenn er erklärt, dass Deutschland nicht überfordert sei, wenn in diesem Jahr etwa 800.000 Flüchtlinge zu uns kommen, so viele, wie noch nie” … “Hat die Bundesregierung endlich verstanden, dass Deutschland zum europäischen Zentrum der Flüchtlingsaufnahme und Flüchtlingsversorgung geworden ist, wenn das Land am Jahresende wahrscheinlich fast fünfzig Prozent aller Antragsteller in der Europäischen Union (Gesamtzahl liegt noch nicht vor) beherbergt?” … “Flüchtling zu sein ist eine kaum erträgliche Bürde. Ich weiß noch aus meiner Kindheit, wie meine Mutter darunter gelitten hat. Aber über viele Jahre wie ein Flüchtling leben zu müssen, selbst in einem sicheren Aufnahmeland, ist eine menschliche Katastrophe. Es entwurzelt und tötet das Selbstwertgefühl. Nicht mehr dazuzugehören, immer abhängig zu sein, nichts mehr eigenverantwortlich auf die Beine zu stellen. In dieser Situation leben Flüchtlinge auch bei uns oft jahrelang…”

So, das war jetzt das, was mir beim Lesen dieses Artikels und besonders des letzten Satzes zu dem ganzen unerträglichen Gequake zu dem Flüchtlingsthema aus dem Stand einfiel. Von all denen oben genannten lebt heute nur noch der Henscheid. Gut, so ist das eben, wie mit dem italienischen Pecorino. Der wird auch erst nach längerer Zeit reif und wird heute Mittag die auf einer Rahmsoße schwimmenden Pfifferlinge auf Penne bedecken.

Und vielleicht bekommen der Kai Diekmann, der Stern-Jörges und manch anderer Vertreter des ‘Dummdeutschen’, die im Gegensatz zu mir, wie erst vor ein paar Tagen in meiner Stadt, noch nie ein Flüchtlings-Aufnahmelager von innen gesehen haben, posthum ja auch noch mal ’ne Werkausgabe von Eckehard Henscheidt geschenkt.

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Griechenland, die Blasen und das Anstandsstück Erdbeerschaum

1925 Hagenbeck - Auto Rennen in der Luft - Plakatkontor - 1

Es reicht mir.

Vor ein paar Monaten zog ich hier noch das Fazit, dass uns in dieser konsum-, konsum- und nochmal konsum – dressierten und doppelseitig gewendeten Bimbesrepublik keine technischen Genies wie ein Carl Benz oder Josef Ganz und keine großen Denker mehr erwachsen, sondern allenfalls mehr CEO’s, Börsenzocker und Bankster, die in den 50er Jahren spätestens dann, wenn ihr Betrug von staatlichen Aufsichtsbehörden aufgedeckt worden war, schon längst von grün-weissen Taxis abgeholt worden wären.

Es ist schon erbärmlich, dass man Hintergrundberichte über das, was wirklich geschieht in Griechenland und auch anderswo, nur in amerikanischen, englischen und vereinzelt anderen ausländischen Medien findet – so wie hier “Where did the greek bailout money go” – aber so gut wie nie in deutschen. Während Madame Merkel einen auf total cool macht und dafür ihre Propagandamaschine auf Hochtouren läuft, allen voran mit diesen Maulwi…ern von Springers A…habwisch-Blättchen, geschehen aber doch noch Zeichen und Wunder. Da lässt Spon den Kommentator Georg Diez doch tatsächlich schreiben: “Primär wird der Kapitalismus gerettet” und “Merkel rettet die Banken”.

Ich habe am Wochenende nach der Lektüre in einer Schweizer Zeitung darüber, wie sich die Global Player – Banken vor der Zahlungsunfähigkeit der Griechen, mit der Hoffnung auf Milliardengewinne noch mal so richtig mit Griechischen Staatsanleihen eingedeckt haben,

“… Bemerkenswert ist, dass die CS ihr Griechenland-Exposure von Januar bis März, als die griechische Linksregierung bereits die EU – Finanzminister zur Weissglut getrieben hatte, nicht abbaute. Sondern die Grossbank hatte es erhöht. Der Brutto-Ausstand der CS gegenüber Griechenland stieg von 800 Millionen per 31. Dezember 2014 auf 1’000 Millionen per 31. März…”

auch mal über die Zeit nach Griechenland und über Frank Schirrmacher’s “Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat”, nachgedacht, und auch darüber, ob die Verschwörungstheorien der Fremdsteuerung einer geschmierten Politik und Medien durch die Finanzeliten, doch nicht so ganz abwegig sind und was passieren könnte, wenn durch diese seit der Weimarer Republik bestehenden Angst der Eliten vor dem Arbeiter mit der erhobenen Faust, durch dieses stumpsinnige Vakuum braunsoßiges Geschwerrl wie in Frankreich Le Pen, in Italien Matteo Salvini und seine Lega Nord und in Spanien Partido Popular und VOX nach oben kommt und (mit-)regiert, durch den erstarkenden Nationalismus die 3 Billionen – Blasen (3.000 Milliarden) eine nach der anderen platzen und habe angefangen einen Beitrag zu schreiben… der in einer Apokalypse mündet. Ich habe keinen Bock auf noch mehr davon. Andere können das besser als ich.

Ich spare in Zukunft lieber für optimistische kleine Geschichten, wie über eine Quietschehupe auf einem Töff – Töff – Schnauferl oder ein süßes, kleines Kätzchen, dass seine Mama verloren hat und sie im Supermarkt wiederfindet, indem es das ganze Katzenfutterregal leer frisst. Oder noch besser: einen AfD’ler, der sich für nordafrikanische Boots – Flüchtlinge engagiert und in seinem unrestaurierten Citroen HY eine Couscous – Imbissbude aufmacht. Ach, es gibt doch so viel Nettes und Schönes, man muss es nur sehen wollen! Und bevor ich jetzt hier noch das Kotzen kriege, schnell mal zum Eisschrank und das vom gestrigen Schwiegermutterbesuch übriggebliebene Anstandsstückchen federleichte Erdbeerschaum – Baiser – Torte rausholen…

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