Unilever halbe Tafel

Gut, das Thema mit ganzen Tafeln ist nicht neu. Ich frage mich trotzdem, warum  die Behauptung, die heute 40 bis 60 – Jährigen könnten einen Großteil ihrer Rentenanprüche in den Wind schreiben, würden total verarmen, unwidersprochen bleibt und ein Lebensmittelriese Unilever, sich schon auf den Ansturm dieser Armen auf die Lebensmittelregale rüstet?

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Porsche – Zahlemänner & Söhne und Andere

Wer heute mit einem neuen Porsche Turbo langsam und mit leise geschaltetem Klappenauspuff durch die Frankfurter  Goethestrasse flaniert, gilt schnell als neureich oder protzig. Wer dagegen mit einem 911er Vorgänger aus den frühen Siebzigern die gleiche Meile absolviert, wird ob seines automobilen Geschmacks bewundert, und obwohl der zustandsmäßig sehr gute Klassiker von beiden den Neupreis seines heutigen Nachfolgers inzwischen erreicht, gilt sein Besitz als  zeitgemäßes Understatement und Zeichen guten Geschmacks.

Erinnert sich hier noch jemand an meinen Beitrag vor ein paar Tagen?

“…Meine These heute ist die, dass die Mittelschicht, Leute wie Bernd oder meine schlausparsamen Nachbarn, so wie jetzt in der Finanzkrise, die das letzte Soziale unserer Marktwirtschaft hinwegfegt, immer all das akzeptiert, was ihr selber am meisten schadet. Denn so wie Bernd und ein paar Andere, die ich kenne, darunter einige, die in der Krise seit 2008 Millionenvermögen verloren haben, vermeidet sie ängstlich jeden Blick nach unten und identifiziert sie sich lieber mit den noch Reicheren…”

Da man mir (einige “Freunde” und zumeist dann, wenn ich nicht persönlich anwesend bin) gelegentlich fälschlich vorwirft, mein Verhältnis zu Reichen sei von übertriebener Sachlichkeit geprägt, möchte ich hier eines nachdrücklich betonen: Mitunter habe ich im Motorblöckchen die Frage gestellt, was eigentlich Reichtum ist? Reichtum erklären, das ist einfach. Es ist das Gegenteil von Armut, vor allem der intellektuellen Armut der sich selbst als reich bezeichnenden Eliten:

“Total verarmten” Menschen wie die 7000 Oberschlausteuerhinterzieher, die, man staune, sich trotz zumeist höherem Bildungsniveau und Steuer-CD’s bisher noch immer sicher glaubten, ja sogar noch abgezockter zu sein, als der Nachbar in meiner kleinen Stadt vor der Höhe,  oder weil hier grade mal die Gelegenheit besteht, Leute wie dieser mich-kann-keiner, feisten, aalglatten Mischungen aus Rumpelstilzchen und Stenz wie Bernie Ecclestone, der seit Jahrzehnten in Symbiose mit der Tratschpresse lebt und der wie sich das für alte Stenze gehört, eine Freundin hat, die so jung aussieht, dass nur sein schlechter Ruf unter Boxenludern ihn vor dem Verdacht bewahrt, er habe seine Enkelin gebeten, Opa zum Formel 1 – Rennen zu begleiten. Skrupellosigkeit wie bei ihm, dass ist die Armut die mich heute ankotzt.

Ich bin absolut dagegen, die Mittelschicht die Spielschulden in meinen Augen krimineller Eliten der Finanzindustrie, ihrer geldgierigen Bonimanger und superreichen Eigentümer, blechen zu lassen. Wenn schon, dann bitte 70% und mehr für die Superreichen, die Steinewerfer gegen unsere Gesellschaft, die 10 Prozent, die rd. über 60 Prozent des Volksvermögens besitzen, während die unteren 90 Prozent nur noch auf  rd. ein Drittel kommen.

Und dann heute Morgen in der Presse: Eine “Reichensteuer” für Leute ab 250.000 Euro Vermögen!? Doch nicht etwa zur Rettung in Wahrheit nur deutscher oder französischer Banken, die so verantwortungsvoll die Einlagen ihrer Kunden in Spaniens Bauboom,  Immobilienblasen und mit toxischen Derivaten versenkten? Es ist schon merkwürdig. Davon stand in dem Vorschlag des IdW kein Wort.

Das wäre auch schon fast alles, was mir zu dem Schwachsinn im ehemaligen Nachrichtenmagazin  (von dem das obige Foto stammt) und Handelsblatt über den Gehirnverschissstuss des IdW und die Steuer für Reiche einfällt.

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Bad Homburger Salon: Bürgerlich tafeln für 4,5 Liter Super plus

Tatsächlich scheint es die Finanzkrise in meiner Stadt des englischen Fräuleins nicht mehr zu geben, wenn man die Augen vor der ungebochenen Nachfrage nach Villen oberhalb 2 Millionen Euro verschliessen möchte. So ist das halt hier und in der Umgebung des Hochtaunus, wo mehr Einkommens-millionäre leben als in Starnberg. Dumm daran nur, das ganz wenige reicher, und ganz viele immer ärmer werden. Den über den Daumen rund 200 Einkommensmillionären stehen 11.000 Leute an der Armutsgrenze gegenüber.
 
Beim “Don” schrieb kürzlich jemand:
 
Bei EDEKA gibt es seit Anfang des Monats das volle Programm an Weihnachtsgebäck. Wenn mich keiner beobachtet, stelle ich immer kurz meinen mit Weinflaschen beladenen Einkaufskorb drauf. Zumindest die oberste Palette von Weihnachtsmännern taugt dann jedes mal nur noch für die Obdachlosen-Tafel. Lieber Don, ich werde mir erlauben, dabei zukünftig Ihren Schlachtruf, “Euch mach ich katholisch”, zu murmeln”.

Und weil der Don kürzlich in seinem zweiten Absatz genau das beschrieb, was auch mich  bewegt…

Ich bin nicht fasziniert von Reichtum. Reichtum ist ein relativer Zustand und, wenn man sich am See mit dem nicht seltenen Thema Demenz beschäftigt, obendrein banal, wie auch Armut, der ich auch keine romantischen Seiten abgewinnen kann. Mir geht der Neid auf andere ab, wenn ich, was oft passiert, bei einer Auktion verliere, ich freue mich ganz unschuldig über jeden alten Roadster, der meinen Weg kreuzt, ich bin bis an die Grenze der Abergläubigkeit hilfsbereit und manchmal auch extrem naiv, was Menschen in unschönen sozialen Lagen angeht. Ich glaube gerne an einen Sozialismus, den dessen Begünstigte mit ihrem Verhalten ad absurdum führen, und auch damit kann ich umgehen, in der ruhigen Hoffnung, dass es sich lohnt, auf die zu warten, die anders sind und das Werk vollbringen werden.

Was mich aber immer wieder fassungslos zurücklässt, was ich eigentlich nicht sehen will und trotzdem gerne dargestellt sehen möchte, sind extreme soziale Unterschiede am selben Tag, im gleichen Land mit seinen angeblich identischen Voraussetzungen für alle, die darin leben.

stört es auch mich nicht im geringsten, wenn die Armen unserer Stadt, die bei der  Tafel Bad Homburg für 2 Euro ihren Wochenbedarf an Lebensmittel kaufen, mit dem “Daimler” dorthin fahren, denn wenn dessen Wert 5000 Euro nicht übersteigt, dürfen die Armen ihn sogar von Amts wegen behalten, und sich von den REWE 5-Euro-Tüten welche für 1 Euro abholen, die ein Drittel des Spritgeldes für 100 Kilometer mit der Pagode kosten.

Bad-Homburger-Tafel, Bad Homburg Armut,  .

Coys Auktion: Rasen betreten kostet 10 Euro

Für die Techno Classica hatte ich mich mal wieder als Besucher verkleidet. Dort fand wie alle zwei Jahre in Frankfurt eine Massenveranstaltung unterschied-lichster Zeitgenossen statt, die dadurch behindert wurde, dass überall ein paar Autos herumstanden.

Irgend wann Spätnachmittags wurde ich von den unberechenbaren Strömungen gegen einen Stand gespült, bei dem auffällig viele Besucher drumherumliefen, innen aber so gut wie niemand sich die vielen zum Teil schönen Autos ansah. Der Grund war einfach: Am einzigen Eingang des rundherum mit dicker Kordel gegen neugierige Messebesucher streng verschlossenen  Messestandes, stand man vor einem auf einem Stuhl hockenden Stand-Vogt mit einem ebensolchen Gesicht.

Beim Auktionshaus Coys – wegen eines Fauxpas 2004, als man bei Coys nur mal ‘vergaß’, den Verkäufern von Oldtimern hinterher auch ihre 2 Mio. Euro zu auszuzahlen, einem heutigen Nachfolgeunternehmen, ist es nicht erwünscht, Oldtimer anzuschauen, ohne vorherigem tiefem Griff ins Portemonai und die Schwarte von Auktionskatalog für 10 Euro zu kaufen. “Eintritt nur mit Katalog” spulte das Jüngelchen erbarmungslos im 20 Sekundenrythmus Leuten entgegen, die die Autos mit den Augen gerne etwas angefasst hätten. Liebend gerne würden die feinen Coys-Herrschaften an allen 4 Seiten des Messestandes auch noch Schilder aufstellen in der Art “Blick über den Zaun… ähmmm… die Kordel verboten” oder “Fotographieren unserer Autos nur mit vorheriger an der Kasse abzuholender Genehmigung erlaubt”.

Ich habe Verständnis dafür, wenn auf einer Frankfurter Frühjahrsmesse die Aussteller ihre Neuheiten hinter 3 Meter hohen Wänden gegen digitalkamera-bewehrte Plagiatoren aus Asien abschirmen. Aber ich hatte wie tausende anderer normaler Messebescher am Eingang 18 Euro Eintritt bezahlt. Wenn das so weiter geht, verstecken die Messeaussteller in ein paar Jahren ihre Autos hinter Oleander-Hecken und sehen zu, wie sich vor den Hecken die Leute die Hälse recken um Oldtimer zu Gesicht zu bekommen. In meiner Gallerie-Seite 3, das weiße Sunbeam-Cabriolet, habe ich über die Absperrkordel hinweg fotographiert. Ich hoffe doch nicht, dass da demnächst Post vom Gelben mit einer Rechnung von Coys kommt…

Ich habe mich da eben wieder mal und nur dem Umstand zuliebe, dass mich ein Rechtsanwalt Joachim Külschbach nicht bei nächster Gelegenheit wieder in einem seiner ermüdend langen Schriftsätze als Fäkal-Rhetoriker bezeichnet, so zurückhaltend ausgedrückt, dass es mich fast zerreißt.

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Klassenkampf von oben und Englische Fräuleins im Herbst

Etwas Herbst… zum Vergrößern draufklicken…

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Rosen im November… das ist englische Gartenbaukunst…

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Grade habe ich wie Ihr seht, noch einen kleinen Spaziergang im Park des Englischen Fräuleins gemacht. Eine Gewohnheit speziell an Tagen, bevor ich so wie ab Morgen, mal wieder in die Hauptstadt der Immobilien- und Subventionsbetrüger, nach Berlin, fahre und stundenlang hinterm Lenkrad sitze. Gerade an regnerischen Tagen sehr fein, wenn dann mal kurz die Sonne durchbricht, und die Farben sind momentan einmalig.

Da kommen einem Gedanken, Freunde, bspw.: Was mich an den Presseartikeln und Diskussionen der Amis fasziniert ist, dass dort Argumente über die Ticker gehen, mit denen sich hier bei uns außer den Spitzen der Linkspartei niemand auf die Lichtung traut. Wir erinnern uns, die fesche Sahra Wagenknecht forderte noch vor kurzem in Interviews und Talkshows, die Banken zu verstaatlichen, um eine zweite Finanzkrise zu verhindern und sie zu einer akzeptablen Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft zu zwingen.

Booaaahh, da habe ich aber von Holzwickede bis hierher gehört – Kommunismus… Stalinismus!

Und wie meint nun gestern Joe Stiglitz auf  Bloomberg? Und der ist immerhin Nobelpreisträger (aber OK: Wer ist das nicht, heutzutage?):

Die Banken hätten wir verstaatlichen sollen, wir Schnarchnasen!

Zitat:

“We have this very strange situation today in America where we have given banks hundreds of billions of dollars and the president has to beg the banks to lend and they refuse,” Stiglitz said. “What we did was the wrong thing. It has weakened the economy and has increased our deficit, making it more difficult for the future.”

“If we had done the right thing, we would be able to have more influence over the banks”

Vergleicht es doch mal selbst, Leute: Wo unterscheidet sich das von den Sprüchen, mit denen Sahra, Lafo und der flotte Gysi durch die Lande tingeln. Und der Stiglitz ist ja nun beim besten Willen kein Kommi.

Aber was ist bei uns?, jaja, Angie und Roland,  mediokre Figuren im globalen Kapitalismus. für mich bestenfalls Skills für die Bürgermeisterposten in der Uckermark und ne 500-Seelengemeinden im Hintertaunus.

Ich melde mich mal ein paar Tage ab. Es gibt viel zu tun. Ein paar Jungs aus der Haifischbranche, die Helmuts Vesprechungen mit den blühenden Landschaften allzu wörtlich genommen hatten und den Ossis vorschreiben wollten, wie sie dort neubaumäßig wohnen müssen, wo sie selbst nie wohnen wollen würden, haben  6 Jahre lang 40% der Neubaumietkisten nicht an die Ossis den Mann bringen können und jetzt wo die Mietgarantienen weg sind, die Kiste Gesellschaft very strange an die Wand gefahren.  Ein Banker, der so wie wir morgen auch für einen ziemlich dick drinhängenden Mandanten in Berlin mit dabei ist, hat mir heute Morgen eine Story geflüstert, von einem ganz ganz großen Haifisch hier in Deutschland, Immobilienfinanzierer, der wahrscheinlich der Sofin ein ganz ganz dickes Osterei vor die Türe legen wird… owehoweh…

Eben very stranged indeed

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