Zettelkasten 01. Mai 2015; “Clubblazer und rote Hosen” (2)

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Habe ich nicht vor Jahren immer gewarnt, Oldtimer – Klassengenossen?… jetzt ist es soweit, die Revolution von oben putzt jetzt ihre Radkappen in Brecia.

“Sie stehen vor der Qual der Wahl: 8.450 Euro für drei Übernachtungen, ein bisschen Essen und Anfeindungen der echten Mille Miglia-Teilnehmer oder aber entspannt zu Hause das Leben genießen, karitativ tätig werden oder, oder, oder. Trotz allem möchten wir Ihnen die nachfolgende Einladung natürlich nicht vor enthalten. In Sachen Kommentierung möchte ich hier aufhören, da mir sonst der Kragen platzt. Wer die Seiten des Veranstalters anklickt wird feststellen, dass Stern und Schriftzug der Marke verwandt werden. Mit Sicherheit nicht ohne Genehmigung, zumindest mal MB Italien oder wie auch immer die Dependance heißt…”

Ich würde mal vermuten, dass viele von den echten Enthuasiasten, die lesen, was Mercedes-Benz da aus der schönsten Oldtimerveranstaltung der Welt, der Mille Miglia, gemacht hat, genau so wie Dieter Ritter das Kotzen kriegen. Zuerst dachte ich noch, da könntest Du doch was zu schreiben, Titel: “Michael Bock GFY” (Web), aber heute bin ich weisser als vor Jahren, als ich mich mit Dieter Ritter, damals noch Mänetscher im Mercedes-Benz Classic-Center,  im Web wegen Apothekenpreisen für Ersatzteile kloppte.

Heute mache ich am Tag der Arbeit etwas was mich emotional mehr packt, lesen: “Warum Autos von Google und Apple für die Tonne sind” und “Der Krieg am Ende der Welt“ von Mario Vargas Llosa, ein Buch, von dem ein Literaturkritiker sagte, “was man gelesen haben muss, bevor man diese Welt verläßt”. Beides stimmt.

Ich wünsche einen schönen 1. Mai – Feiertag und bleibt tapfer.

 

P.S. Für diejenigen (mit Reisekostensteuerabsetzungsmöglichkeit), die sich einbilden, dass wenn man für 3 Übernachtungen 8.450 Euroß (scharfess) hinblättern kann, schon zu den oberen Zehntausend des Landes gehört (die haben mind. eine Null vergessen), auch ohne Clubblazer und roter Buchse…  geht’s hier lang…

Update 18.05.2015:

Mille Miglia Tribüne

Dafür, dass es hier das Jubiläum des Sieges 1955 von Sir Stirling Moss zu feiern gab und angesichts des PRollens von Mercedes-Benz aus allen Rohren, war die 8.500 Euro – Flatrate – Tribüne für VIP’s, beim Start in Brescia aber erstaunlich leer.

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Der große Bailout der Technikkultur

Lothar von Richthofen

“Die Junkers Ju 52 D-AQUI wurde 1936 in Dessau gebaut. Jetzt wird sie offiziell zum Denkmal erklärt…”

Es gibt hier so eine ganz besondere Fähigkeit zur Verscheusslichung von Kultur und Kulturgütern.

Ich bin ich der Meinung, dass es sowas wie eine Denkmalschutz-AFA auch für echte Oldtimer – Restaurierungen geben sollte, ob für so eine unglaublich schöne wie seltene “Tante Ju” wie oben auf dem Foto aus den 30er Jahren auf dem Flughafen in Frankfurt, ob für eine uralte Dampfmaschine aus der Frühzeit der Industrialisierung, von denen viele in alten Gewölben vor sich hinrotten oder ob für wirklich seltene, alte Autos, womit ich nicht diese abartigen Restaurierungen von alten Autos meine, die es zu tausenden, ach was, zehntausenden gibt und wie man sie von totrestauriert bis reconstructed grade wieder auf der Retro Classics an jeder Ecke sehen konnte, sondern wirklich nur für Automobile, von denen es weltweit nur noch ganz wenige Exemplare gibt.

Im Gegenzug müsste solche Technikdenkmäler auch der Allgemeinheit zugänglich sein, bspw. in dem man die Eigentümer verpflichtet, ihre Automobile nicht in undurchsichtigen Panzergaragen verschwinden zu lassen, sondern an mindestens zwei, drei Monaten pro Jahr Museen als Leihgaben unentgeltlich zur Verfügung zu stellen oder auf öffentlichen Fahr – Veranstaltungen zu präsentieren.

Ganz im Ernst. Und selbst dann, wenn sich auch ein neureicher City-Bankster mit seinem geklauten Geld dann halt so ein Denkmal kauft, ist es immer noch besser, als der Klassenkampf von oben, als dass seine Millionen klammheimlich, unsichtbar in neuen Derivaten herumvagabundieren, verzweifelt nach 23% p.a. Profit suchen oder in Projekte wie Kaufkultur und Lebensqualität zerstörende Shopping – Center, Ölsandexplorationen in Kanada, Fabriken mit Sklavenarbeitern in China oder die steuerlich sogar begünstigte Gentrifizierung beschleunigende Umwandlungen von Miet-Altbauten in Luxus-Eigentums-Betongold, fließen.

Schönen Ostersonntag noch.

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Rosenmontag wegen Brückeneinsturzgefahr abgesagt

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Also dieser Frank Meyer, schreibt da doch glatt eine Büttenrede, die der Verleihung des Ordens “wider den tierischen Ernst” für unsere Landjunkerin würdig wäre.

Deutschland war 2014 schon wieder Exportweltmeister. Und Deutschland zerbröckelt. Wir wissen nicht, wo die 217 Milliarden Euro Überschuss geblieben sind…” “…Haben Sie meinen Nachbarn gesehen? Seit mehr als 24 Stunden wird er vermisst. Hat er sich etwa schon wieder in einem Schlagloch verfahren und findet allein auch nicht wieder heraus?…” “…Im Verkehrsfunk war die Rede davon, dass sich die Wartezeit in dieser Stauparty rund um Mainz etwas erhöht, vielleicht bis Ostern oder bis sich Deutschland im nächsten Jahr wieder als Exportweltmeister feiert…” “…Ach ja, 2013 zahlten Autofahrer 47 Milliarden Euro an Steuern. Der Straßenbau bekam davon 5 Milliarden Euro ab. 42 Milliarden Euro wurden demnach zweckentfremdet…”

Wobei, ich vertrete da bekanntermaßen seit langem Standpunkte, für die ich hier schon heftig angeraunzt wurde, für die sich aber mehr und mehr Wertkonservative auffallend stark machen. Der eine, bis zu seinem Tod einer der besten Nachkriegs – Journalisten und Herausgeber der FAZ, hatte schon 2011 so seine Zweifel, ob der drohenden Zerstörung des bürgerlichen Konsenzes wie ein Schiersteiner Brückenpfeiler, die Linke nicht doch recht hat?…

15.02.15 Wer soll das bezahlen

die Anderen, die Zäpfchen des Neoliberalismus, machen als einzigsten Ausweg aus der immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich und der Unfähigkeit mit der Schuldenlast umzugehen, dass ich das noch erleben darf, inzwischen in ihren Propagandagazetten des Spätkapitalismus, da bleibt mir glatt die Spucke weg, als Conclusio auf Seite 3 alternativlose Vorschläge, wie man durch Anzapfen der Reichen mit höheren Vermögenssteuern oder einmaligen Vermögensabgaben – unter Konrad Adenauer hieß das noch Zwangsanleihe – aus dem Schneider kommt, wofür sie vor so gar nicht all zu langer Zeit, aber hoppladihopp, zusammen mit McKinsey noch auf Platz 1 der Beobachtungsliste linksextremistischer Vereinigungen des Verfassungsschutzes, gesetzt worden wären.

Bleibt tapfer… und jetzt wenigstens einmal alle zusammen “Wer soll das bezahlen… wer hat so viel Pinke Pinke… wer hat soviel…”

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Autotour ohne Google und Frau am Steuer

Ich habe ehrliche und bange Zweifel, wie es so weiter geht.

Ich beobachte, mit welcher Geschwindigkeit sich manches entwickelt, was anderen vielleicht normal erscheint. Zum Beispiel, dass Audibmwmercedes bald Millionen nicht mehr von Menschenhand gebauter, googlegesteuerter Drohnen auf die Menschheit loslassen will und was das bedeuten wird.

Ich sehe mein Segment im Schwinden, und es wird mich nicht tangieren, aber die Schattenseiten revolutionärer Entwicklungem, das weiss ich als Geschichtskenner, sind kein Spass. Die neoliberale Denke, Menschen mit 63 in Rente abschieben und gleichzeitig wegen angeblichem Fachkräftemangel menschliche Arbeitskraft nach und nach durch keine Mindestlöhne fordernde Roboter zu ersetzen, geht nicht gut aus. Vielleicht hilft ja ein höhnisches Lachen, oder einfach mehr Entrücktheit von der gesellschaftlichen Entwicklung, zum Beispiel nur für ein paar Tage, einfach nur zuzuschauen, bei der Selbstentschleunigung rund 200 Autoverrückter:

Sie machen auch ohne Frau im Feld, mit ihren alten Autos, so wie jedes Jahr, einfach das, was am meisten Spaß macht:  Entschleunigt Vollgaaaaaaas geben…

 

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