Entspannung mit Lippenstift und roten Ohren

14.05.13 Mit Lippenstift und Flinte

Immer nur bescheissende Eliten mit “Beziehungen”, Politik und von Putins Milliardären gesteuerten Kalschnikov – Wahlen der gläsernen Urnen, wird einem angesichts des Zustandes dieser Welt auch über. Wer kotzt schon gerne täglich?

Bei mir läuft derzeit Abends deshalb mal wieder ganz entspannt Lesen und mit dabei, Schorsch und Will Höhne, Letzterer mit sehr viel Erinnerungen an die Atmosphäre der 60 er Jahre, wo er, der ob seiner damals obszönen Lieder in Ungnade der Rundfunkverantortlichen Gefallene, versteckt in der Schiller – Passage und nur Einheimischen bekannt, seine Nachtbar hatte und meine ängstlichen Eltern, als sie mich damals 16-Jährigen, nach einem Theaterbesuch einmal mit dorthin nahmen (am Eingang hing damals noch der Hinweis: “Zutritt ab 18 Jahren”) und ich rot über beide Ohren, während er genau dieses Lied klimperte, neben ihm am Klavier sitzen durfte.

P.S.  Anyway, trotz des hohen Pfund Stirlings und der steigenden Preise für extrem seltene, alte Automobilia – Bücher, war es an der Zeit, meine selbstauferlegtes 5 Euro – Limit zu überdenken, aber der Preis des bis letzte Woche weltweit nur in einem einzigen, kleinen Antiquariat in England verfügbaren Exemplars von 1930, “Mit Flinte und Lippenstift” von Friedel Spada, mit Originalumschlag, lag wirklich nur noch ein Drittel über dem aktuellen Preis von 4 Stücken Torte.

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Dass ich angesichts dieses bestimmt nicht Fehlkaufes, vererbte, schwäbische Prinzipien aufgab, ist dem Ex – Mercedes – Benz – Geschäftsführer Dieter Ritter zu verdanken, der mich kürzlich auf dieses nach Abenteuer, verbranntem Motoröl und Reifengummi riechende, literarische Kleinod aufmerksam machte.