Zettelkasten 03.09.2015; “Sie sind wieder da”

15.09.03 Hitler - Er ist wieder da

Nein, nicht wirklich.

Der eine nur im Film in einer vielleicht sehenswerten Satire, bei dem Anderen der behauptet, der Gute zu sein, der legitime Nachfolger einer Design – Ikone, habe ich mich wie momentan beinahe täglich sofort gefragt, ob es sich vielleicht auch nur um eine Satire, die 111. Neuauflage einer Art PRoll – Satire von Daimler Benz, handelt?

Aber lest selbst…

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Oldtimer – Restaurierung war gestern

Unbenannt - 1

Wetten, dass… geschäftstüchtige Oldtimer – Händler momentan in Panik ihre verstaubten Anbieterkarteien durchpflügen, auf der Suche nach früher verschmähten vierrädrigen Schrotthaufen und das schon auf den in wenigen Wochen stattfindenden Oldtimer – Messen wie Retro Classics – Stuttgart und Techno Classica – Essen, an jeder zweiten Standecke ein nicht minder schlimm anzusehendes Exemplar zum Verkauf angeboten werden wird?

15.02.07 ArtCuriel Paris Lot 46

Oldtimer – Restaurierung lohnt sich für die Jünger schnellen Geldes nicht mehr. Seit Paris gilt die Devise, mit dem kleinen Finger gehandelt, ist besser, als mit dem ganzen Arm gearbeitet, weil mit rostigen Autowracks, dem Einsatz von ein nur paar Eimern Wasser, lässt sich zum Kilopreis von 2.000 Euro definitiv schneller und viel mehr Geld verdienen…

 

Oldtimer-Markt: Schluss mit dem Geldanlagewahn

14.12.12 ArtCuriel

Obwohl nicht nur ich an so manchen Oldtimer-Auktionsergebnissen so meine Zweifel habe, in den letzten Jahren lief es für die internationalen Oldtimer – Auktionshäuser bombastisch. In England und den USA wurden auf Auktionen für seltenes, altes Blech auf 4 Rädern – angeblich – so viel Geld wie noch nie ausgegeben. Die hunderten Millionen Auktionsumsätze sollen jedoch nach Informationen eines Brancheninsiders noch wenig sein, im Vergleich zu den Geldern, die die großen Auktionshäuser ausserhalb ihrer Oldtimer-Auktionen allein mit ihren “Private Sales”, also den Oldtimerverkäufen außerhalb des Auktionssaals und in direkter Konkurrenz zum klassischen Oldtimer-Handel, machen. Nur wie lief es dann im Main-Stream, dem Butter-und-Brot-Geschäft, was 95 % des jährlichen Umsatzes ausmacht und wie erging es den deutschen Oldtimer-Händlern und -Restaurierern?

Es gibt für die Gesamtheit dieser Branche keine validen Zahlen. Wer genaueres über Umsätze und Gewinne einzelner Protagonisten erfahren will, ist auf belastbare Informationen von Brancheninsidern und den Bundesanzeiger angewiesen. Und dort bin ich bei zeitaufwendigen Recherchen für mein Buch „Nach allen Regeln der Kunst“, schon auf Erstaunliches gestoßen, was zusammen mit nicht wenigen Hintergrundinformationen über seit Jahren am Abgrund entlang balancierenden Oldtimer-Händlern und vor allem –Restaurierern, zu dem von den Oldtimer-Medien und der angepassten Journaille der Öffentlichkeit weiß gemachten Bild einer im-Himmel-ist-Jahrmarkt-Branche und entflammter Liebe zu automobilen Kulturgütern, so rein gar nicht passen will.

Von der im Zuge der Buch – Recherchen einem Säuretest unterzogenen rund zwei Dutzend teilweiser namhafter Oldtimer-Händler, machten nur rund die Hälfte mehr als 250.000 Euro Umsatz im Jahr. Umsatz, nicht Gewinn. Nur zwei davon machten einen Umsatz von mehr als einer Million Euro.

Beispiel eines seit über 2 Jahrzehnten am Markt tätigen und weltweit bekannten Betriebes für die alten, teueren Sterne aus Untertürkheim:

Jahresabschluss Geschäftsjahr 2012 – II. Wirtschaftsbericht… 2. Geschäftsverlauf: Die Umsatzerlöse haben sich trotz höherer Verkaufsstückzahlen von T€ 35.540 auf T€ 20.719 verringert. Der Umsatz im Vorjahr war geprägt vom Verkauf weniger sehr wertvoller Raritäten. Verkäufe dieser Art lassen sich mangels Verfügbarkeit entsprechender Fahrzeuge nicht regelmäßig wiederholen. Zudem enthielt der Vorjahresumsatz  einen Betrag von T€ 4.724 aus dem einmaligen Verkauf von Ersatzteilen. Die aus den Restaurations- und Reparaturaufträgen resultierende Leistung ist gestiegen.

3. Lage – a. Ertragslage: Die Gesellschaft erzielte einen Jahresüberschuss von T€ 40 (Vj. T€ 202)….”

IV Chancen und Risikobericht… 3. Finanzwirtschaftliche Risiken… Das Unternehmen ist in hohem Maße durch Kundenanzahlungen, Lieferantenkredite und privaten Kreditgebern fremdfinanziert. Im Falle der Aufrechterhaltung der bestehenden Finanzierungen sind finanzwirtschaftliche Risiken derzeit nicht erkennbar

Bilanzsumme – Aktiva… 12.740.000 Euro (Vj. 13.170.000 Euro); Bilanzsumme – Passiva… D. 3. Sonstige Verbindlichkeiten 9.694.144 Euro (Vj. 9.105.600 Euro)…”

Fakt ist: Die schon seit vielen Jahren als gesichert angesehenen echten automobilen Raritäten, verkaufen sich sehr viel besser als bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die unzähligen angeblichen Underperformer, die von den anzeigendemütigen Medien grade wegen der lauen Geschäfte im mittelpreisigen Segment, unablässig auf den Markt gePRollt werden. Das ist ein Trend, der sich in den kommenden Jahren womöglich sogar noch verstärken wird. Auch, weil mehr und mehr bis jetzt im klassischen Automobilgeschäft aktive markengebundene Autohäuser,  denen die Neuwagenverkäufe und das Reparaturgeschäft regelrecht weggebrochen sind, in ihrer Not plötzlich ihre oldtimertechnische Expertise glauben entdeckt zu haben und sich an das dünne Rettungsseil einer neugegründeten Classic – Tochter und der ganz wenigen meinen-Oldtimer-lass-ich-mir-was-kosten-Enthusiasten, zusammen mit anderen Ertrinkenden, mit dranhängen.

2003.05.13 Daimler setzt auf reiche Autosammler.- groß2 Ausschnitt500

Früher konnte man als Kritiker dieser Entwicklung mit niemandem reden, ohne in einen kritischen Diskurs über Inhalte eintreten zu müssen. Man hörte und las viel hehres, intelligenzbefreites Geschwätz wie “MARKTWERTE INTERSSIEREN MICH DOCH NICHT, MEIN OLDTIMER IST DOCH KEIN WERTPAPIER…” und “MIR GEHT ES DOCH NUR UM DEN FAHRSPASS?…” Heute geht es in den Gesprächen offener und beinahe nur noch um die rein ökonomisierte Werthaltigkeit der Oldtimerei. In meinen Augen hat sich bei den meisten ein regelrecht denkbefreiter Geldanlagewahn breitgemacht.

Das entspricht natürlich nicht der durch die mediale Bombardierung mit Rekordwertsteigerungen gehirngewäschten öffentlichen Wahrnehmung, wo es im Grunde genommen nur noch um eines geht, wie grade der angebliche erst vor kurzem entdeckte Sensationsfund einer bis dato gänzlichst unbekannten automobilhistorischen Sammlungen beweist. Kaum entdeckt, heißt es schon: Wie viel Millionen lassen sich höchstmöglich und schnellstens herausschlagen…?

Die Masse der Oldtimer – Besitzer wie -Einsteiger orientieren sich nur noch an den Spitzenpreisen, da verlangen heute Händler schon 20.000 Euro für einen 500 er Fiat, den ich im Originalzustand – etwa Zustand 3+ – bei Fiat – Händlern in Oberitalien zwischen 4 – 5.000 Euro inkl. Transport bis vor die Haustüre, schnappen kann. Aber wer kann sich solche “deutschen” Preise leisten?

Ich habe da seit Jahren eine ganz klare Vision: Die Oldtimerei muss entlang der ganzen Wertschöpfungskette wieder günstiger werden, Oldtimer müssen aus den Finanzteilen der Zeitungn verschwinden, das Bewerten von Oldtimern alleine nach Anlagekriterien, das Gequatsche vom 422 % Gewinn – Garagengold und Oldtimer-Index schlägt DAX, muss wieder aufhören, damit das Hautgout des Hobbys nur für “Reiche” verschwindet und die Zahl der Enthusiasten, die sich dieses schönste Hobby der Welt für große Jungs leisten wollen, aus sich selbst heraus wächst.

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P.S. Vorgestern hat sich das jedenfalls bestätigt. Ein namhafter und auf den bedeutenden Oldtimer-Messen stets groß aufgestellter Oldtimer – Händler aus dem Süden der Republik, der sich nicht mit Kundenanzahlungen, Ersatzteillagerverkäufen und undurchsichtigem, stillem Gesellschafterkapital aus Investment-Circle’n über Wasser halten wollte und konnte, hat’s erwischt. Insolvenz. Wer? Antwort: demnächst mal. Die Krise hat jedenfalls viele Gesichter.

Verwandte Themen: Das italienische Ende

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Zettelkasten 04.11.2014: Lebensabschnittgefährtenplanung

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Aus Fehlern, lernt man bekanntlich. Zumindest ich werde mich wegen einem freundlichen und frühmorgens vor der Bäckerei mit grünen Scheinen wedelnden Nachbarn, nicht mehr selbstvorführen.

So ein Bahnstreik ist daher eine gute Gelegenheit, sich rechtzeitig und nicht erst für die Zeit nach dem Führerschein, und bevor auch hier die Zahnwaltotheker für die Stilish-Shopping-Tour durch die Goethestrasse, die Preise weiter durch die Decke gehen lassen, na ja, ein bißchen Distinktion sucht jeder, auch ich, zum zweiten und letzten Mal nach einem Lebensabschnitt – Randonneur umzuschauen.

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Zettelkasten 26.06.2014: Schwarze Witwen

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Gabor Steingart schrub mir heute Morgen:

“Aufregung in den feinen Kreisen von Düsseldorf: Der prominente Kunstberater Helge Achenbach sitzt nach Recherchen unserer Redaktion wegen Betrugsvorwürfen in Untersuchungshaft. Er soll Kunstwerke und Oldtimer an den im Jahr 2012 verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht mit verdeckten Preisaufschlägen weiterverkauft haben. Nun erhebt dessen Witwe schwere Vorwürfe. Es gibt viele Wege, sein Erbe loszuschlagen – der überteuerte Einkauf war für den Sprössling einer Billigpreis-Dynastie wohl der peinlichste…”

Das erinnert mich doch gleich wieder an einen inzwischen verstorbenen Brauerei – Erben, den Schörghuber Stefan und ähnlich wie hier, einen auch erst durch dessen Witwe und in der Welt der von Steinzeitjägern gefijagten Schönen und Reichen aufgedeckten Schwindel mit edlen Oldtimern, getürkten Rechnungen, Millionen – Kick – Backs auf Schweizer Konten, durch einen bayerischen Vornamensvetter…

 

Update 05.04.2017: Auf Grund der vielen Klagen von Stefan Luftschitz gegen mich und dem gut und gerne 5-stelligen Prozesskostenrisiko, was meine Familie in den Ruin getrieben hätte, war ich gezwungen, Prozesskostenhilfe zu beantragen. Diese hatte das LG Hamburg bereits 2016 für ca. 80 % der vom Kläger beanstandeten Äußerungen und Kommentaren, bewilligt, weil diese aus Sicht des LG als berechtigterweise “verteidigungsfähig” angesehen wurden. Im Haupt – Klagepunkt, dem Vorwurf von Stefan Luftschitz, ihn ungerechtfertigterweise des Betrugs bezichtigt zu haben, versagte das LG mir die Prozesskostenhilfe.

“Gottes Mühlen malen langsam, aber gerecht”. Auf meinen Einspruch gegen diesen Bescheid, hat nun der in Kreisen von Medienanwälten und hierbei besonders unter Beklagten wie mir, recht umstrittene Vorsitzende des OLG Hamburg, Richter Andreas Buske, im Beschluss vom 18. März 2017 in meinem Sinn entschieden (Auszug):

17.03.18 OLG Beschluss PKH - Auszug

Ob und in wie weit sich das LG Hamburg in dem jetzt kommenden Hauptverfahren dieser Meinung von Richter Buske anschliesst, bleibt abzuwarten.

 

Verwandte Themen: “Nach allen Regeln der Kunst…” und “Salonlinke und kunstvolle Oldtimerverkäufer…”

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VW Schwimmwagen 166 für verkrachte Existenzen

Ohne weitere Recherche nehme ich einfach mal an, dass das Deutschland der Nachkriegszeit zwar seine Probleme mit Nazi – Jägern hatte, dass aber bis heute noch nicht so richtig geläuterte Richter wie in Dresden, keineswegs eine Mehrheit in der deutschen Justiz stellen und auch der größte Teil Nazi – Devotionalen sammelnder Geldsäcke sich heute nicht mehr wie weiland der Münchener Brauereierbe Stefan S. von einem Oldtimerhändler einen ganzen Fuhrpark voller angeblicher Führer-Mercedese in seine Knallhalla stellen lässt.

“…The 3 Rifles pictured on the vehicle are not part of this auction, they are not offered for sale with the vehicle, nor can they be purchased separately. They are not for sale. They were legally obtained and they have been deactivated they are only shown for display. They will not be included with this vehicle…”

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