Pagoden – Schnäppchenkauf nicht ausgeschlossen

Rasur

Der MVC Mercedes-Benz Veteranen Club mausert sich mehr und mehr zu einm Quell morgenlicher Freude. Heute Morgen schrub mir Jörg Maschke: “Garagen-Gold Thematik verschreckt Fans”.

“…Die Hingabe zu Humidoren und Hussen ist nichts mehr als ein Kommerzspiel, denn die Börsen gerantieren derzeit keine absolute Gewinnvermehrung auf Aktien, so dass die neue Währung Oldtimer sind. Ob Aktie oder Flügeltürer, der Besitzer freut sich am Gewinn, und es geht ihm auch um nicht anderes…”   “Das Garagengold wird ähnlich wie die Internetblase irgendwann ploppen, dann stehen die vermeintlichen Millionäre vor einem Haufen “altem Blech” und werden dann die Regierung auffordern diese Verluste über Steuereinnahmen rückzufinanzieren…”

2003.05.13 Daimler setzt auf reiche Autosammler.- groß2 Das Briefschreiberin Maria Lehmann wohl noch nicht ganz die Zusammenhänge gesettelt und sich den falschen Adressaten ausgesucht hat, ist eine Sache. Wie es scheint, dämmert den üblichen Verdächtigen, die sich bisher vornehmlich durch Null – Kommunikation und situiert mit Mercedes – Classic – Kostenlosfresskärtchen, mehr durch VIP – Bereich – Hinterzimmer – Geschleiche auszeichneten, so langsam die Absicht von Mercedes Benz – übrigens schon 2003 ! angekündigt und im Gleichklang mit den Classic – Abteilungen anderer Markenhersteller – was es mit der Gentrifizirung der Oldtimerszene auf sich hat.

P.S. Bernd Wallmeier vom MVC schrub grade Sakrosantes zur Preisentwicklung des Oldtimer – Marktes:

“Ein Jahr später begann der ebenso rasante Absturz mit dem Ergebnis, dass 1992/93 die Autos 2/3 ihres Wertes verloren hatten. Geschichte wiederholt sich nicht, sagt man, aber vielleicht die Geschichte von damals…”

Hallo Herr Wallmeier, diese Geschichte hier, die wiederholt sich ganz bestimmt!

P.P.S. Tscha, mal angenommen, nach so einem Oldtimer-New-Economy- Crash 2.0 wäre auch eine ‘Pagode’ Zutand 2 wieder für 20 – 25.000 Euro zu kriegen, ja dann, Wiederkauf in Zukunft vielleicht nicht ganz ausgeschlossen.

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Sommerhochdruckgebiet bei Oldtimern

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Erst standen mir heute Morgen die Schweissperlen auf der Stirn, jetzt, wo die Daimler-Mainstream-Journaille unisono den diesjährigen Konsumrausch der deutschen Mercedes – Liebhaber feiert, jetzt, wo ich lese, dass wir unsere Pagode womöglich zu früh verkauft haben…

“Der Mercedes-Benz Classic Index (MBCI) der Historic Automobile Group International (HAGI) zeichnet das Marktgeschehen nach…” “Der MBCI stieg im Juli 2013 um 6,68 Punkte (5,05 Prozent) auf einen Indexpreis von 138,84. Seit Beginn des Jahres 2013 steht der Index damit bei einem Plus von 24,36 Prozent, welches deutlich über dem langfristig von HAGI gemessenen Jahresdurchschnitt liegt”  “Deutliche Auswirkungen auf die Preise in den Wertekategorien um 200.000 Euro haben die gestiegenen Restaurierungsaufwendungen für Klassiker…”

und nach der Stelle musste ich den Kopf unter kaltes Wasser halten…

“Betrachtet man die oben erwähnte Grenze von 200.000 Euro, so liegen folgende perfekt restaurierte Typen inzwischen knapp unter dieser Werteschwelle: 190 SL (W 121), 230/250/280 SL (W 113), 220 Cabriolet (W 187, 180, W 128)…”

Tscha, laut Destatis liegen die preisbereinigten, realen Einzelhandelsumsätze seit Jahren im Schnitt um die 3% unter dem monatlichen Niveau von 1994; Schlecker, Karstadt, Hertie, Neckermann, Praktiker, gehen pleite, die Neuwagenverkäufe brechen um weitere 5,3 % auf den tiefsten Stand seit 1990 ein und statt Shopping-Center leerzukaufen, wo tragen die deutschen Geizhälse ihre Sparstrümpfe hin? Sie raffen sogenanntes Garagengold zusammen, kaufen wie bekloppt Oldtimer, … einfach unglaublich, … überwältigend.

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Schizophrenia

(Vergrößern – Foto anklicken)

“Der Mercedes-Benz D8L von 1971 war vorab trotz Zustand 3 auf nicht unerhebliche USD 40’000 bis 50’000 definiert worden. Aber drei Amerikaner kämpften wie verbissen um den Mercedes. Der Hammer fiel bei unglaublichen USD 54’000, was selbst den Auktionator amüsierte. Zuletzt fragte er scherzend den Sieger der Bieterschlacht, ob er eigentlich nichts besseres zu tun habe, als für ein solches Auto so lange zu kämpfen…”

Wenn man sich solche Auktionsergebnisse anschaut, dann geht man gleich sehr viel leidenschaftsloser an den Verkauf des eigenen Oldtimers, wo Kaufinteressenten vom Privatverkauf profitieren wollen, gegen die 30- und bis zu 50% teureren, bösen Oldtimer-Händler und Auktionshäuser wettern, möglichst viel Schotter sparen wollen, aber dann für den ausgehandelten Preis für die ‘Pagode’, zuguterletzt noch quasi gratis obendrauf eine komplette Neulackierung, neues Verdeck und Neuverchromung aller Chromteile verlangen.

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Oldtimer – Fonds und Grünwalder Blasenschwäche

Im Rahmen des feierlichen Ballsaal des Hamburger Hotels Grand Elysée treffen sich heute Reeder und Schiffsfinanzierer zu Krisengesprächen einem Forum, von dem etwa 250.000 winselnde Geldanleger Antworten vor allem auf eine Frage erwartet: Wie lief die Nummer mit jenen Geldanlagen ab, die von der Jouhurnaille und Banken viele Jahre lang als total sicheres Steuersparmodell mit hohen Renditen angepriesen wurden, denen nun ein Totalverlust droht? Kurzum: Wo ist meine sicher angelegt geglaubte Kohle geblieben, wie viel sehe ich  davon wieder?  Immerhin fast 40Milliarden Euro Anlegergelder stehen auf dem Spiel. Auf den Weltmeeren und in den Depots der Anleger spielen sich momentan Dramen ab.

Der Verlust des Einen ist der Gewinn des Anderen. Immobilienmakler und Oldtimerhändler dürfte es daher freuen, wenn demnächst  einige gebeutelte und um ihre bürgerlichen Existezen bibbernden Anleger ihre Häuschen und gar das eine oder andere Oldtimer-Garagengold zu schnell benötigtem Geld machen wollen.

Oldtimer? Ach ja, 2010 schrieb ich hier den ersten Beitrag über Oldtimer – Fonds. Wenn ich damals  einiges gewusst hätte, was mir inzwischen von Brancheninsidern valide zugetragen wurde, hätte ich diesen und spätere Beiträge zum gleichen Thema, um einiges schärfer gewürzt.

Jaja, die Blasenschwäche des Oldtimermarktes hat nun offenbar auch den so sicher wie das Amen in der Kirche hier mitlesenden Georg Fritz im noblen Grünwald erreicht.  Auch das Herabsetzen der Mindestbeteiligung von vormals 250.000 Euro auf schlappe 10.000 Euro, was in mir schon mal den Verdacht nährte, man wolle jetzt im Stil von AWD-Drückerkolonnen auf Omi’s Sparstrümpfe losgehen, half letztendlich nichts. Der gar als Heilsbringer einer  neuen Asset – Klasse  Hochgejubelte, verkündet so ganz im Gegensatz zu früheren Statements, auffallend kleinlaut und ohne Pressemeldung, und nur auf seiner Classic Car Oldtimer-Fond Webseite:

“Im Moment werden keine Fonds vertrieben! Bitte besuchen Sie uns zu einem späteren Zeitpunkt wieder”

Ein mutiger Schritt zum richtigen Zeitpunkt, finde ich.  Den Rest allerdings, den mag man sich so wie ich, denken.

[Foto]

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Oldtimer – Verkauf; Kausales – anschaulich

Wachsender Unglaube in der Welt. Am 03.10.2012 schrieb einer…

Verkauf 230 SL, Zustand lt. CD: 2,2 VB 50 tsd…  “Ich ringe mit mir, aber wahrscheinlich macht es mangels Nutzung keinen Sinn, meinen 230 SL zu behalten, daher biete ich ihn zunächst (nur) hier zum Verkauf an. EZ 1965, Schalter, Servolenkung, weiss (so ein bisschen Elfenbeinweiß oder papyrus, weiss ich nicht genau), mit rotem Leder, VB 50 tsd. € von privat, also ohne MwST und ohne Gewährleistung…”

3 Tage später, am 06.10.2012…

“…ich weiss, Herbstzeit, daher mache ich ein Preisupdate: 45.000,- Euro (Festpreis)…”

und gestern, am 28.10.2012…

“Schieb… Also, wenn ich die Beiträge hier im Forum lese, für 30 tsd. gäbe es nur Zustand 4 und dies wird beklagt, dann frage ich mich, warum mein Auto mit Zustand 2,2 mir für 45 tsd. nicht aus den Händen gerissen wird (übrigens zu den Arbeiten oben, Kupplung wurde auch in 2008 gemacht) – vielleicht falsche Jahreszeit oder eben alles nicht so ernst nehmen (?). Angeschaut hat es noch niemand. Also an falschen Beschreibungen kann es nicht liegen…” “In ca. 2 Wochen kommt er sonst auf dem Hänger Richtung Bodensee und bleibt dann da erst mal unverkäuflich…….”

Die arme Socke. Hat dem ungeduldigen Verkäufer der Pagode denn niemand gesagt, zuerst hatten wir die Finanzblase, dann hatten wir die amerikanische Immobilenblase, die spanische Immobilienblase folgte ihr auf den Fuß. So ganz nebenbei ist die Schuldenkrise in Autoland angekommen und wir haben  die große Autoblase

Die Welt der Oldtimer – Käufer oder die den Oldtimermarkt seit Jahren hochjubelnde Protagonisten mitsamt Journalismus – einer von beiden leidet an fortschreitender Blasenschwäche. Na ja, mich graust es momentan nur vor dem Platzen der Oldtimerblase, natürlich nur, bevor wir unsere Pagode verkauft haben.

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Journalismus (Debilitätsstufe)

Es gibt auch für Oldtimerbesitzer viele gute Gründe, die aktuellen Benzinpreise als unerfreulich zu erachten, angefangen bei den Machenschaften der miesen, dreckigen Mineralölmafia,  und den Börsenzockern, die genau so, wie sie auf  Getreidepreise und das Verhungern ganzer Völkr Wetten abschließen, sie die Rohölpreise manipulieren, daran beteiligten Wirtschaftszweigen und aktiv mitkassierenderunterstützender Automobil – Clubs, bis hin zu den sozialen Ungerechtigkeiten, die daraus resultieren.

Nun zähle ich eine Vielzahl von Politiker und Journalisten zwar zu jenem Personenkreis, die intellektuell ständig nur auf zwei Töpfen laufen. Doch wenn ich grade wie heute, für 1,559 pro Liter volltanken muss und mir dann die erst wenige Wochen alte Vollverarsche von sogenanntem Qualitätsjournalismus rausziehe, da lobe ich mir doch Kartenlegerei, Kaffeesatzlesen und Kristallkugeln. 

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