(Motor -) Journalismus 0.0

Die Schmiere ca. 1970

“Die Sache hat doch einen Haken, sagte der Fisch als er an der Angel hing”

Wenn man gelegentlich den heutigen Journalismus runtermacht, hat man wenige Freunde bei der größtenteils abgehalfterten, auf die Fresse gefallenen Journaille.

Ein Hinweis für alle (Motor -) Journalisten mit viel Idealismus und großen Illusionen, darüber, was ihre ehrenvolle, gesellschaftliche Rolle sei – gern bedeutungsvoll gediekmannt als ‘Aufklärung‘, ‘Nachrichten’, ja als ‘Kulturgut‘ gar. Alles Quatsch! Die Kai Diekmann & Schreiberlinge – Gang hat grade vor dem Kadi freimütig zugegeben: Eure Artikel sind nur der Wurm an der Angel:

“Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.”

P.S. Was Gabor Steingart mir dazu wie die ‘Faust aufs Auge passend’ grade schrub, flutschte mir doch wie Nougat über die Zunge: „Apropos Ehre: Auch viele Medien haben in frivoler Hurenhaftigkeit dem gestern noch umschwärmten VW-Chef die Freundschaft gekündigt. Republikweit steht Winterkorn, eben noch als technisches Genie gefeiert, nun als jähzorniger Autokrat, schlimmer noch, als Auto-Diktator da. Dem Ex-VW-Chef geht es damit nicht besser, als den vor ihm gefallenen Engeln der Wirtschaft:“ … „Das Problem sind nicht die kritischen Journalisten, sondern die netten.“

 

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Schrader’s schöne Geschichte und mein unerfüllbarer 570 ccm Traum

14.12.17 Fiat - Hesselmann

“Offen und ehrlich wie Halwart Schrader” nannte ich vor 4 Jahren einen meiner ersten Beiträge, die sich kritisch mit der Überkommerzialisierung und Beutelschneiderei der Oldtimer-Szene beschäftigten. Sein kritischer und zugleich warnender Kommentar aus dem Jahr 1991, damals im ehemaligen Oldtimer – Nachrichten – Magazin veröffentlicht, von ihm, einem der Meister des Erzähl – Journalismus und der spitzen Feder und bedeutendsten Buchautoren der Gegenwart über das rollende Blech auf 2 wie auf 4 Rädern, passte einfach zum Auktions – Wahnsinn der Gegenwart dazu. Wer hier unter “Suche” seinen Namen eingibt, findet seit dem so einiges mehr.

Im Februar 2013 schrub Halwart Schrader einen, ich will ihn mal als “Nachruf” auf seinen Freund und Co-Autor der “Schlafenden Schönheiten”, den Fotographen Herbert Hesselmann, bezeichnen. Zwischen 1991 und 2013 hatte sich viel verändert. Warum diese kleine “Abrechnung” bis auf die Verlagsseite vielleicht grade deshalb unveröffentlicht blieb, mag sich jeder denken.

“…Der Mann war Besitzer einer Sammlung wertvoller Automobile, die einen Dornröschenschlaf hielten. Über den Ort und über den Mann, der die Fahrzeuge Zeit seines Lebens zusammengetragen hatte, erfuhr ich zunächst nichts Näheres. Nur so viel: Es handelte sich um etwa fünfzig der seltensten Klassiker der Welt, und seit ihrer Einquartierung im Manoir de Rampart habe sie kaum je ein Außenstehender gesehen, geschweige denn berührt. Und niemandem außer mir würde vermutlich je wieder gestattet werden, die Kollektion zu fotografieren…”    “…Guido und das Huhn waren Zeugen, als Hesselmann dem Patron das Versprechen abgab, niemals dessen Namen in Verbindung mit der geplanten Reportage über die schlafenden Schönheiten zu nennen, erst recht nicht den Ort der Handlung anzugeben. Und Hesselmann hielt Wort. “

Die Geschichte von damals ging nicht gut aus.

“…Dovaz als Opfer eines beginnenden, rücksichtslosen Enthüllungs-Journalismus’ sah nur einen einzigen Weg, der Belagerung rigoros zu entgehen: Er musste das Manoir de Rampart verlassen…” “Noch bevor das Inventar des Manoir ausgeräumt wurde, blockierten eines Morgens einige Autotransporter die Dorfstraße, um die vom gröbsten Dreck und stärksten Bewuchs befreite Fahrzeugfracht aufzunehmen. In Reih’ und Glied standen die Autos mit frisch aufgepumpten Pneus auf der abschüssigen Rue Haute bereit, eine kleine Reise anzutreten. Bis für sie ein neuer Schlafplatz gefunden war, wurden sie in ein Quartier irgendwo im Südwesten des Landes verbracht…”   “…Keine von vermoostem, abblätterndem Lack überzogene Karosse, kein ölverkrusteter Motorblock blieb zurück…”

Dieser Beitrag fiel mir schlagartig ein, als ich vor ein paar Tagen die ersten Fotos von dem Schlossfund sah und zugleich die Berichte, wie ein vom Geruch des großen, schnellen Geldes angelockter Geier – Schwarm, ein Oldtimer – Auktionshaus, sich ohne langes Kreisen, im Sturzflug auf diesen Fund stürzt, um ihn in möglichst viele kleine und vor allem teuere Stücke zu zerreissen.

Tscha, 1977 waren die Franzosen noch klüger.

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P.S. Ach ja, wer einen der Fotobände “Schlafende Schönheiten” von Herbert Hesselmann schon im Bücherregal stehen hat und im Gegensatz zu mir, zufällig 19.500 Euro noch auf der Kante, kann sich grade den Fiat Topolino in die Garage stellen, den er wenige Jahre vor seinem Tod noch seiner Frau schenkte….

Aufmerksamkeitswert höher als bei den meisten Allerwelts-Oldtimer wie ‚Pagode’, ‚911er Porsche’ etc. p.p., garantiert

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Als die ADAC – “Oberm(e)aier” Fritz B. Busch im Grabe rumdrehten

14.01.17 Mercedes A-Klasse...

Wir kaufen Marken, Logos, Labels, Legenden und Lügen, vom Turnschuh bis zum Auto. Denn wir sind erfolgreicher manipuliert worden als der Elefant, der im Zirkus Handstand macht {Fritz B. Busch; Motorjournalist]

Ein Zitat eines ganz großen Motorjournalisten, was mehr mit der heutigen Realität zu tun hat, als er je gedacht hatte.

It’s a ADAC – Ramstettauer schrub ich hier noch. Inzwischen übt sich der Chor der Automobil – Amigos im Diminuitiv und trällert uns was vom Mister Minimum .- Betrüger Ramstetter vor.

“…Es gibt keinen goldenen Handschlag für Herrn Ramstetter, und es wird ihm keine Abfindung bezahlt”, sagte Obermair zur SZ. Zwei Sachen sind ihm außerdem besonders wichtig. Zum einen seien weder Präsidium noch Geschäftsführung über diese Dinge im Bild gewesen, zum anderen habe Ramstetter zwar die Gesamtzahlen geschönt, nicht jedoch die Rangfolge der Gewinner verändert…”

Eben, eben … ein anschauliches Beispiel wie die Zitteraale unsere Führungsfiguren ticken, nicht nur beim ADAC, und deshalb werden auch die Großmäuler Peter Meyer und Karl Obermaier, die öffentlich lauthals von einem journalistischen Komplott faselten, demnächst nur auf kleinster Flamme geröstet, das macht das Fleisch besonders zart.

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Ähnliche Beiträge: “Tucholsky hupt nicht mehr” und “Wir wollen unsren alten Kaiser Wilhelm wieder haben”

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It’s a ADAC – Ramstettauer

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Michael Ramstetter, Baragotzki der ADAC – Motorwelt, schrieb kürzlich:

“Heutzutage bedeutet “Tachodrehen” Knöpfedrücken. Während in der Vergangenheit Betrüger mit Schraubenzieher und Inbusschlüssel an den Tachoeinheiten herumschraubten, manipulieren die Gauner der Gegenwart die Software der Autos. So setzen sie den Kilometerstand zurück und können mehr Geld beim Verkauf verlangen. Ein Milliardengeschäft: Der ADAC schätzt, dass der volkswirtschaftliche Schaden durch den Schwindel mehr als sechs Milliarden Euro beträgt…”

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Die Vollverscheisserung des deutschen Michel hinterm Lenkrad, ist da, wo es um Milliarden geht, immer und überall. Die scheissscheinheiligen Sponschreiber kommen mir deshalb vor wie Paranoiker, die schnell was in die Tasten hauen, nur weil sie plötzlich entdeckt haben, dass es nicht nur bei der Roten Flora Fähnchenhändlern, sondern auch beim Gelben Engel Kakerlaken Tachodreher gibt.

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Drahtlose Phantasien intelligenter Maschinen

Hubschrauber-Spion

“Fliegender Spion” nannte 1900 ein französischer Künstler seine Vision der Zukunft im Jahr 2000.

Audio - Zeitung

Motorisierte Rollschuhe

Mir scheint es, als hätten diese Künstler bereits 1900 genau so wie ein paar Jahre später die Futuristen um Marinetti, die bestehenden Technologien der Moderne gedanklich genial modifiziert ins 21. Jahrhundert übertragen, so wie es George Dyson heute in der FAZ schrub, in die Zeit des “alten Strebens nach „intelligenten Maschinen“.

Videotelefonie

Manche visionären, technischen Konzepte trafen sie dabei am Vorabend des großen Krieges schon ziemlich genau – etwa die Videotelefonie, manche, besonders die Folgen davon, hätten sich die Künstler damals auch nicht nach 50 Seiten Jules Verne vor dem Einschlafen erträumen können:

“Diese Machtlosigkeit als Bürger gegenüber unserer eigenen Regierung kotzt mich an! Hier ein kleines Beispiel von Überwachung: Bei einem iPhone 4 oder 5 mit Siri schalten Sie mal die Standortbestimmung in den Einstellungen aus. Dann Siri nach Sachen wie “Christentum, Judentum, Naziherrschaft” usw fragen. Alles kein Problem, Antworten prompt. Nun einfach mal nach ” Islam” fragen und sehen was passiert. Das Telefon verlangt sofort die Standortbestimmung wieder einzuschalten! Warum wohl?..”

Mir geht es ziemlich genau so wie diesem Leser, besonders, wenn Europas Konservative über 100 Jahre später die Aufklärung der NSA – Affäre verhindern und wie man heute schwarz auf weiß lesen kann, darf nicht einmal mehr darüber gesprochen werden und die von der schwarzen Blase mit dem Ring durch die Nase herumgeführten deutschen Bundestagsabgeordneten können sich nicht einmal zu einer parlamentarischen Untersuchung durchringen. Sie fürchten den Zorn der USA, die schwarzen Weicheier. Ich habe deshalb bestimmt zu diesem Thema das allerletzte Mal ein Merkzettelchen geschrieben und mache da aus meiner Meinung keine Mördergrube: Das sind keine “Schwarzen”. Das sind Onkel Tom’s A……….

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Fotos: Künstlergruppe Jean-Marc Côté, Villemard und andere um 1900 herum. Das erste Bild der Künstlergruppe aus der Serie “Im Jahr 2000 (XXI. Jahrhundert)” erschien zur Weltausstellung in Paris 1900, bis 1910 folgten weitere 86 Künstlerkarten.

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Das ist mir Benz wie Stenz

130404Wiesbaden 025-500

 

 “Champagner bis zum Abwinken für Journalisten”… “Mein Job war es, dafür zu sorgen, dass möglichst positive Berichte über die Autos geschrieben und gesendet werden”… “Um die Autojournalisten „angenehm einzustimmen“, gebe es laut Danner eine relativ einfache Formel: „Super Destination, super Hotel, super Service, super Geschenke…“

Herr Danner, als ausgebuffter, 21mal chemisch duchgereinigter PR – Knochen mag uns nur von Natur aus gern die Automobilwelt in Erdbeerpastell ausgemalt haben – jedenfalls ist es überfällig,  dass sich eine deutsche Staatsanwaltschaft und ein Landgericht auch einmal dem medialen Rotlichtbezirk im Motorjournalismus – Business widmet. Jede Kurpfuscherei braucht schließlich Trompeter – oder zumindest jede Menge mit Erdnüssen bezahlte “Branded Content Publisher”, die mit den schwarzen Centstücken aufs Tamburin hauen…

Trotzdem, Leute: trotz Ischias – Bescherden nach den ersten 15 Kilometern in diesem Jahr auf dem Fahrrad, um ihre Existenz bibbernde Qualitätmedien und Volker Bouffier – diese Welt ist und bleibt, so lange, wie es Konditoren wie den des Cafe Blum in Wiesbaden gibt, ein lebenswerter Ort.

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