Endlich

Wir hatten ja schon selbst kaum mehr dran geglaubt.

Aber doch. Jetzt. Endlich. Ein kompletter Austauschmotor. Nicht billig. Ach ja, diesmal auch mit richtiger eingebauter Zylinderkopfdichtung, geprüftem, intaktem Kettenspanner und von “Einem”, mit Zulassung als Handwerksbetrieb, mit echten 40 Jahren Erfahrung als Fachbetrieb für Motoreninstandsetzung und vielen vielen echten Referenzen…

und seit gestern ist er drin…

Mehr dazu bald mal hier…

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Leiden will gelernt sein

Heute Nachmittag ein kurzer Besuch bei einem, dessen Ford T-Mobil seit 3 Wochen auch entmotort ist, bei Willi Siegel, seit 40 Jahren Motoreninstand-setzer und Zylinderschleiferei in Oberursel. Am Samstag fährt er wieder… ach ja… die Zeit geht rum, am 18.06.2009 habe ich Nachmittags die Kisten mit den paar hundert Einzelteilen unseres grade begutachteten Motors  eingeräumt. Was hätte alles so einfach und gut sein können.

Achtung – Nicht jugendfrei…

…denn hier reparieren Frauen Autos.

Diesen Beitrag sollte ich vielleicht nicht meiner Copilotin zeigen. An der Central High School, Washington, D.C. “Frauen lernen Autos reaparieren”. Schönes Posing am 09. Februar 1927, mit Grace Hurd, Evelyn Harrison und Corinna Dijiulian, mit Grace Wagner unter dem Auto.

80 Jahre später ist der amerikanische Traum verflogen, dort wo die Mädels an Autos herumschraubten, liegt heute der Stolz einer Nation in Ruinen.

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Oldtimer Fachbetriebe: Einmal Waschen, Polieren bitte

Eine (überall gleichlautende) Meldung, dass die Spezies der Oldtimer – Besitzer langsam des Wahnsinns fette Beute wird macht die Runde.  Und gleichzeitig die Autoreparatur-Märkte wegbrechen und vor die Hunde gehen, was bei betroffenen Akteuren in der Branche wie man sieht, nicht gerade zum kühlen Nachdenken anregt:

Statt dessen setzt man auf Versuche, die entflohenen Kunden nicht nur mittels Autoshampoo und Autopolitur (“Systempflege”) wieder einzufangen, sondern auch diejenigen, besonders die mit altem rollendem Blech auf 4 Rädern, die sich bisher standhaft weigerten, in die Werkstatt ihres Misstrauens zu fahren, anzulocken.

Es gab historisch gesehen keine Verteilungskriege, bei denen nachher mehr zum Verteilen da war. Jeder kleine Gewinn wird mit einem ungleich grösseren Verlust bezahlt. Früher waren Autowerkstätten alles, heute starren sie wie ein fettes panisches Kaninchen auf die 5 Milliarden schwere Schlange, wenn es um ihre wegbrechenden Märkte geht. In einer eintägigen Schulung zum Oldtimer-Fachbetrieb werden… bis Freitag Mittag noch japanische Reisschüsseln montiert, ab Montag dann mit Schild am Tor qualifiziert und autorisiert, an Oldtimern herumzuschrauben, gut möglich, dass die Liste der Nieten im Blaumann demnächst länger wird.

Da sich mein Mitleid für diejenigen die am Ende auf der Strecke bleiben, in Grenzen hält, ist verständlich. Insbesondere für Mercedes-Benz Kfz-Meister, die nicht mal in der Lage sind, die richtige Zylinderkopfdichtung einzubauen und Motorüberholungen versemmeln. Für mich ist schon absehbar, dass es wirtschaftlich keine Gewinner geben wird, egal auf welcher Seite. Nur Verlierer. Weshalb es gar nicht so dumm ist, den kommenden Konflikt vielleicht abzuwarten und andere durchstehen zu lassen. Oder draufgehen, je nach Kriegslage. Mehr Wettbewerb hat noch nie geschadet. Abzocker, die 200 Euro für einen Ölwechsel bei einem alten Benz abziehen, gehören ohnehin auf die Insolvenzliste von Amtsgerichten.

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Mein Gutmensch-Problem mit Scheissgestalten

Ich bin eigentlich und gerne ein Gutmensch, das kann ich getrost behaupten. Ich füttere hungrige Nachbarskatzen durch, wir spenden nicht wenig Geld dafür, dass Grundschüler aus armen Familien in der Schule ein Frühstück bekommen und ich bin ein gnadenloser Verfechter  sozialer Gerechtigkeit, ich esse größtenteils biologisch angebaute Produkte die ich im Hoflädchen kaufe und nicht bei preisabsprachentreffenden und uns bescheissenden Lebensmittelfilialisten, und ich stehe mit meiner Person für die Bewahrung unserer bürgerlichen Kultur gegen kurzfristige Finanzinteressen.

Ich verleide vielen Leuten ihre Geieraktien, habe klare Einstellungen zu dem Abschaum von Bankern und Politikern die uns die Finanzkrise eingebrockt haben und was man ihnen antun sollte, habe erzkonservative Grundsätze zur Wahrung von Grundrechten und demonstriere auch mal dafür, und ich mache in meiner Freizeit neben dem Blog hier noch eine Menge anderer Sachen, die u.a. auch der Allgemeinheit nach ihrer Meinung nützen, ohne dass dafür ein Cent an mich geht, bis hin zu gemeinnütziger Arbeit.

Und wenn wie grade jetzt, ein Heckflossen-Junkie sein total verbröseltes Flösschen kostengünstig geschweisst bekommen will, vermittele ich ihm das, ohne dafür so wie ein scheinheiliger Forums-Betreiber, die Hände aufzuhalten. Kurzum: Ich bemühe mich, mit meiner Existenz wenig Schaden anzurichten, bin mir meines Versagens bewusst und nehme für die Bewahrung einer intakten, bürgerlichen  Gesellschaft, in der es allen Leistungswilligen und -Bereiten gut geht, auch individuelle Nachteile in Kauf, weil es uns bspw. alle umbringt, wenn jeder meint mit seiner Benzinschleuder, SUV- oder Stretched-Limousine-Karre, die 30 Meter zum Fluppenholen fahren zu müssen.

Mitunter bin ich bei Sachthemen politisch enorm flexibel, wenn es denn der Sache dient, und reden tue ich mit fast allen – soweit es nicht diejenigen oder ihre Nachfolger sind, die ihre sozial, religiös, gesellschaftlich oder ökonomisch bedingten exterminatorischen Neigungen gegen meinesgleichen schon mehrfach unter Beweis gestellt haben.

Das ist das eine. Das andere ist aber das, was tief in mir drin nagt. Der Wunsch, den Titel Gutmensch anzunehmen, wird konterkariert vom Verlangen, der anderen, oben erwähnten Seite Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Ich würde also mitunter gern, irgendwann mal gewisse braune Dreckspuppen, unterstützende Neoconazis und artverwandtes Gossenpack in manchen Foren, genau so wie einen XXXXXXXinstandsetzer, der vor Gericht lügt das sich die Balken biegen und jetzt sogar behauptet, der Motorschaden  nach 270 Kilometern sei nie passiert, wenn ich solche Menschen allgemein als “SchXXXXgestalten”, also das eindeutige Gegenteil das zu sein sie eigentlich in Anspruch nehmen, tituliere. Fühlt sich gut an, wenn man es ausspricht, versucht es nur mal:

“(_____________) ist kein Gutmensch, er ist eine Scheissegestalt!”

Da flutscht die Zunge wie über Nougat, auch, wenn man von den Scheissegestalten nicht aktuell als Gutmensch bezeichnet wird. Nur: Bin ich immer noch ein Gutmensch, wenn ich das tue? Und was ist mir wichtiger?

Ach, es wäre schön, dafür klare Antworten zu haben.

 

Robert Nolte Modulbau Nolte GmbH Toni Geppert.