Verschiedene Mütter sind ständig schwanger

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“In this world we are living in, 98% of everything that is built and designed today is pure shit…”                           [Frank Gehry]

Ich sehe schon, Dieter Zetsche’s Biographie wird in Anlehnung an die von seinem Vorgänger Jürgen Schrempp gewählte Charakterisierung der Daimler Benz – Führungsetagen den Titel tragen “Lost in Bullshit – Castle”.

Schrempp’s Stiefellecker, der clevere Herr Cordes konnte immerhin 2005 den brunzkachelblö… Mercedes-Benz-Käufern, die bis dahin größte Rückrufaktion der deutschen Automobilgeschichte von 1,3 Millionen Benzen, noch als Massnahme zur Qualitätsverbesserung verkaufen.

Klang damals alles nach einer höchst genialen Strategie, die aber nicht aufging. Schrempp musste im Eilgang mit einer 50-Millionen-Abfindung seinen Schreibtisch ausräumen, Cordes, der sich schon an Schrempp’s Schreibtisch sitzen sah, bekam von den Hauptaktionären um AR-Scheef Kopper, eine Schnelllektion in Sachen “der Mohr hat seine Schuldigkeit getan” erteilt und Zetsche, eigentlich nur zweite Wahl, der sich dafür aber aus Sicht der lange Zeit dividendenentwöhnten und rund 50 Milliarden Euro Tafelsilber verlustig gegangenen Aktionäre, unbestreitbare Verdienste im Totsanieren von Chrysler und Entsorgung menschlicher Kostenfaktoren erworben hatte, rückte nach.

“Das beste, oder nichts” für die Aktionäre und die eigene Altersverorgung a la Zetsche: Im ersten Monat des neuen Jahres nur noch 100.000 Mercedes – Benchi’s* in China und als kleiner eigentlich vernachlässigbarer Aufschlag, nochmal 148.000 Benze in den USA obendrauf

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Nachtrag – in dem ich mich im Interesse der Ausgewogenheit und mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns korrigieren muss: Das die Zitteraale der um Anzeigenaufträge und damit um ihre Jobs bibbernden Chefredakteure der AutoB*ld seit 2013 wohl darauf verzichten, “die Goldene Möhre” zu verleihen, ist eine Seite. Wenigstens hat die Automobilwoche in der kleinen – und wie immer feinen – Art den journalistischen Trampelpfad der Hofberichterstattung verlassen und hat der bayerischen Premiummarke BringMichWerkstatt so ziemlich das Gleiche konstatiert, worüber ich mich hier ausgelassen habe. Lesebefehl: Da geht’s lang…

 

* Mercedes – Benchi in Frankfurt Chick Chick…

 

Primark als braunes Frankfurter Armutsrisiko [2]

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“Muss ich Primark jetzt boykottieren?”… fragt die FAZ heute als Reaktion auf Hilferufe versklavter Arbeiter etwas scheissheilig und schmückt ihren Artikel mit einem Foto von Reuters. Von mir hätten sie ein Jahr alte Fotos von dem Müll in braunen Tüten gratis bekommen können.

P.S. Auf meiner Boykottliste stehen stehen noch ein paar andere mit drauf.

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Nachtrag zu “intelligenten Maschinen”

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Und unser Premium – Autohersteller wollen uns allen Ernstes voll vernetzen, während mein Nokia 6210 nunmehr 12 Jahre alt ist. Ich habe mir noch zwei so alte Knochen, irgendwann einmal von Freunden für lau abgestaubt, in Reserve gebunkert. Ins Internet gehen kann ich damit ohnehin nicht und weil ich auch nicht will, dass mein Handy meine Aufenthaltsorte verrät, weil es ja jederzeit mit den Sendern in Verbindung steht, schalte ich es unterwegs meistens aus und nutze es nur noch für von unterwegs manchmal absolut unvermeidliche Anrufe, wie: “Schatz, du kannst die Käse – Tarte in den Backofen schieben, ich bin in 10 Minuten…”.

Auch unser gleichalter Benz ist Dank schwäbischer Obszoleszenz vom GPS befreit und die Stecker zum Radio gezogen. Ich drucke mir meine Routen zu Hause am PC per Hand raus, wenn ich den Weg nicht kenne und ich schwöre, ich habe mich, so wie früher, als ich als Vertriebler und nur mit Shell-Atlas und Stadtplänen gerüstet, in die verstecktesten Ecken fahren musste, bisher kaum verfahren.

Tscha, Mercedes ist schon so ‘ne Marke!

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Passgenaue Dystopie anno 2024

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Wahrscheinlichfreiefeministischemotorjournalistin, beim Anblick eines Frankfurter U – Bahn – Fahrers, ich, der eigentlich gerne mehr alte Autos bevorzugt, ohne Waschmaschinen – Einschaltassistenten.

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Je mehr man nachdenkt, wie schlimm Gurgel mit den NSA – Abschlürfern verfilzt ist, desto schlimmer liest es sich. Gurgeläppel wird Mercedesbmwaudi – Kfz – Zulieferer. Mir geht da noch ein Beitrag vom “Automobilverkäufer” durch den Kopf, was man den 60+ Altersgenossen und -innen in der dystopischen Mediengesellschaft noch alles zumuten kann. 

Update 08.01.2014:

In der FAZ schrieb einer zu dem Thema “Das Auto als ultimativer Computer” treffend:

“Mir wäre es viel lieber , wenn Batterien und Lichtmaschinen mal wieder eine vernünftige Lebensdauer erreichen würden und nicht teilweise schneller marode wären als Bremsbeläge.”

Ich ergänze die Aufzählung des FAZ-Lesers noch um “Querlenker”

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Die kobernde Autokäuferin vor 85 Jahren

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Der Kofferraumdeckel durchgerostet, an der Vorderachse in den letzten 4 Jahren mit jetzt, zweimal komplett die 4 Querlenker gewechselt, nach dem Schließmotor hinten rechts, hat jetzt auch der hinten links den Geist aufgegeben (Materialkosten 70,00 Euro, Arbeitskosten 360,00 Euro pro Tür) und als Krönung des Zerfallsprozesses unserer C – Klasse, auch noch eine gebrochene Vorderachsfeder; und weil sich bei einem 10 Jahre alten Benz die Domlager nicht mehr lösen ließen (“kommt durch die heutige Beschichtung gegen Korrosion häufiger vor”), weil zusammengebacken wie verschweißt, mussten die Muttern mitsamt Kolbenstangen der vorderen Federbeine abgeflext werden und für rund 700 Euro inklusive Nebengeräuschen, auch noch gewechselt werden.

Das mir Entgeldetem und mit soooonem Hals, just als ich hinter dem Ersatzteileverkauf an den Benz – Neuwagen stehenblieb, das wirklich nicht aufdringliche Angebot eines wie ein geölter Blitz herangeschossenen Juniorverkäufers, mir Fragen beantworten und mir auch ein paar grade hereingekommene günstige Tageszulassungsangebote zeigen zu wollen, stattdessen mehr nach dem ‘Koberer von St. Pauli’: “Junger Mann, kommse ma her, hereinspaziert… riesige Titten… total versaute Tanznummer… Platz für sie direkt an der Bühne… und das für schlappe sechs Euro das Bier“ vorkam, und ich entsprechend übel launisch reagierte, tut mir jetzt schon wieder leid. Weil ich schrub ja grade erst über das Los der Dauerarmbleiber auch genannt: Autoverkäufer.

Der Beitrag wiederum hat einem Leser aus dem Autobusiness gut gefallen und er schickte mir heute dieses amüsante Geschichtchen in 4 Bilder aus einem Auto – Magazin von 1928.

zum Vergrößern draufklicken…

1928 Die Autokäuferin 1   1928 Die Autokäuferin 2   1928 Die Autokäuferin 3   1928 Die Autokäuferin 4

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