28.09.2009; Nette Nachbarn und Winnie vom Nürburgring

Zwischen Emy Whitehouse, Sex Bitch und Madonna schilderte gestern Morgen Bärbel Schäfer, Hessischer Rundfunk HR3, Ehefrau des Kampfrhetorikers und -Lächlers Michel Friedmann, wie sie sich schon frühmorgens durch die Massen von Menschen vor ihrem Wahllokal kämpfen musste und sich ach so wunderte, dass sie ihre Kreuzchen mit einem Bleistift machen musste. Ich hoffte derweil, dass sich die Nebelwand lichtete, die mich bei meiner Fahrt zum Eifel-Rennen auf dem Ring von der Haustüre ab begleitete…

Eifel-Rennen heute Morgen ist, 226 Bilder auf der Festplatte, ein beinahe Sonnebrand. Heute heisst das nur: Massive Probleme bei der Gleichzeitigkeit von Büroarbeit und Schreiberei, und irgendwann muss ich auch noch was für den Wohlstand der Familie tun.

Auch eine kleine Truppe der MBIG Mercedes-Benz Interessengemeinschaft  mitsamt Darmstädter Pagode war anwesend…

 

und jede Menge Blech mit Sternen…

 

 

 

hier der Sieger-Wagen von 1927 Carraciola aus der berühmten 680S-Serie (konstruiert von Ing. Ferdinand Porsche), mit seinem heutigen, stolzen Besitzer Peter Kern…

 

 

 

 

die richtige Atmosphäre dann erst im alten Fahrerlager…

 

 

wieder da, einer meiner Traumwagen, der Veritas…

für mich diese kleinen faszinierenden Details…

 

wie dieser geniale Kühler bei einem Talbot aus den 30ern…

 

 

und selbst bei einem W198er Flügel gibts immer noch mal was zu entdecken…

 

 

Spuren bei dem einen oder anderen…

B – Promis…

 

 

Ach ja, “Winnie”…

Wer wie ich beinahe bei jedem Oldtimer-Grand Prix durch das Alte Fahrerlager schleicht, kennt ihn. Er ist schon ein Stück Inventar. Als Mechaniker schraubt er für seine Chefs, Vater & Sohn, zwei absolute Oldtimer-Junkies, deren herrliche alten Boliden,  wenn wieder mal nach einem harten Race ein Schaltgestänge klemmt…

Warum machen die das die Jungs, die Besitzer alter Benze, BMW’s, längst vergessener Marken, einer wie Winnie und seine Chefs Vater & Son. Ganz einfach: Weil diese Automobile einfach noch schön sind. “Das waren noch Autos”, sagt jeder, und meint: Das sind noch Götzen. Das sind noch Kultgegenstände. Damit konnte man sich noch stilvoll zeigen, oder wenn es sein musste, umbringen. “Das ist der Wagen, in dem James Dean…” Das waren noch Transportmittel für Freiheit und Abenteuer, das war die individuelle Überwindung des alles begrenzenden Raumes, die Mittel der Unabhängigkeit von Eisenbahnen und Schiffen. Des deutschen liebstes Kind ohnehin, aber auch: Geliebte. Rausch. Schicksal.

Heute werden nur noch Industrieprodukte verkauft, zusammengeschraubt aus Komponenten von irgend wo her aus der Welt. Sicher, nicht so gut emotionslos wie in Deutschland, US-Kisten sind Schrott ab Werk, Preisvorteil der Chinesen basieren auf einer Diktatur, eine 4-rädrige 2.000-Dollar – Schüssel aus Indien gibts dank dortiger Kinderarbeit, in Frankreich subventioniert der Staat auf Teufelkommraus, und das Fortbestehen der Automobilfirmen in heutiger Form und Größe ist angesichts falscher Modellpolitik und der auf dem Spiel stehenden Schlüsselindustrie mit hundertausenden gefährdeter Arbeitsplätzen nicht weniger riskant als die Runden über die Nordschleife. Deutschlands Wohl soll angeblich davon abhängen, von diesen hässlichen neuen Blechschüsseln für alle.

So ein Sonntag auf dem Ring zeigt, der Mensch braucht mehr als nur Perfektion, die Emotion (sprich Imoschn) der total bescheuerten IAA und ihrer Hochglanzbroschüren ist gar nichts gegen die Gefühle, die einen überkommen, wenn die Zuschauer, so wie ich, innerlich jubeln, wenn die alten Geschosse ihre Motoren anschmeißen, und man steht in einer Wolke aus Benzingestank und einem Konzertsaal scheppernden Blechs, wenn dann die schmalen Reifen der alten Boliden an ihre Belastungsgrenze kommen, der Kühler überkocht und die Jungs mit ihren teilweise mitfahrenden Copilotinnen nach ein paar gefahrenen Runden wieder in die Boxengasse hineinfahren, mit einem Gesichtsausdruck der Bände schreibt.

Ich hoffe, der Kneipensteher mit ‘Pagode’, der sich von morgens bis Abends showmäßig-ich-war-dort-dabei einen Platten gestanden hatte, sieht das auch so in etwa wie ich…

Und hier ein paar Seiten Galerie – Bilder….

 

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