Bookmarks 11.02.2011; “Betrug beim Porschekauf”

Hehe…

“…Der perfekte Wagen. Das 1972 er 911er Coupé zum Schnäppchenpreis ist MEIN”…  ” Schließlich ist der Mann Professor”…   “Ich möchte schließlich die deutsch-griechische Freundschaft nicht durch solche Lappalien wie finanzielle Diskussionen belasten”… “Der arme Kerl verkauft das schöne Auto also aufgrund einer angespannten emotionalen Stresssituation mit seiner wahrscheinlich anstrengenden griechischen Ex”…   “Ein Porsche 911 S 2.4 Coupé im Spitzenzustand für den Gegenwert eines größeren Gyrostellers”…

Ich hatte nicht gedacht, dass, nachdem einem uralten Bekannten um ein Haar fast ziemlich das gleiche mit einem in Südamerika offerierten und um einiges teueren Benz passiert ist, so was öfters abgezogen wird. Ich habe mich wohl getäuscht. Aber bevor’s jetzt wieder losgeht, “so was könnte mir nie passieren”, lest mal Teil II hier und die allgemeine Ernüchterung Teil III hier.

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4. Advent – Humor a la Maik Hirschfeld vom Deuvet

Ich habe nichts gegen den Deuvet. Ich war bis letztes Jahr selbst noch dort Mitglied und habe auch „gespendet“. Ich mache mich auch über keinen lustig und habe keine Klischeés über die Deutschen, wie: Sie essen Sauerkraut und Haspel, trinken viel Bier, fallen im Sommer am Gardasee als Autofahrer im Feinrippunterhemd auf, und sie sind wichtigtuerische Vereinsmeier, die was immer es zu beklagen, bekritteln, befeiern, bestaunen und zu bewundern gilt – sie haben einen Verein dafür.

Ich kann mit den Dünkeln verschiedenster Menschen und Charaktere bestens umgehen, solange ich nicht vor lebensgrossen Pappmachétigern den Hut ziehen muss, und was ich ab einem Punkt nicht mehr ertrage, verblogge ich. Hier. Manchmal. Denn die meisten sind höchst angenehme Menschen. Aber jetzt ist es mal wieder soweit:

Mal zum Deuvet, denn was ich da amüsiert lese, darüber kann ich nur den Kopf schütteln.

“Uns Oldtimerfahrern geht es gut: Wir haben H-Kennzeichen und günstige Versicherungen, dürfen in Umweltzonen fahren, die Teileversorgung ist gut dank der Unterstützung vieler Hersteller, unsere Fahrzeuge sind ausgesprochene Sympathieträger. Dies ist eine goldene Zeit für Oldtimer. Leider ist es ein sehr zerbrechliches Glück. Seit Jahren warne ich vor den Gefahren und habe diverse Szenarien zusammengestellt…”

Artikel wie dieser, erinnern mich spontan an die viele, viele Werbung mit den süßen Glückschweinchen mit Kleeblätern in süßen Mäulchen. Ist es nicht immer wieder schön zu erleben, wie die bedrohte Kreatur, die der Mensch frisst isst, von ihm zuvor noch mal richtiggehend verarscht wird?

Spass beiseite, Profis machen es anders, schmücken sich nicht mit fremden Federn und klappern nicht wie früher Versicherungsdrücker Herr Kaiser mit dem Sargdeckel, um sich – womöglich für die nächsten 20 Jahre – als unentbehrliche Verteidiger deutscher Oldtimer-WichtigmachereiKultur darzustellen und Spenden für den Deuvet zu generieren.

Ich habe eine Goldidee für den Deuvet: Wie wäre es, wenn die großen Player, die, die am 5 Milliarden – Kuchen der Oldtimerbranche richtig mitverdienen und mindestens ebenso als virulent gefährdet gelten müssten – vorrangig die Classic – Center mit ihren Junkiepreisen für Ersatzteile, Oldtimer-Magazinen, die Millionenumätze mit Anzeigen generieren, Gutachter-Vereinigungen, die alljährlich zehntausende Oldtimer begutachten und bewerten, Versicherungen die an Minimal-Schadensfallrisiken blendend verdienen u.v.a.m. – sich zusammentäten, um eine große Spenden-Aktion für die virulent bedrohte Spezies Oldtimer ins Leben zu rufen?

In ihren Classic – Print – Medien die Spendenaufrufe mit Kontonummer, dazu gelegentlich den Auftritt eines Maik Hirschfeld, dem Deuvet – Boss – schlichtund einfach, aber sauber gekleidet – der dem Oldtimerbesitzer erklärt: “Wir haben schon so viel für Euch gemacht und nur wir halten Euch in der Welt der Neider die Straßen frei. Leider können wir davon gerade mal so leben, haben aber kein Geld übrig, um wenigstens einmal im Jahr ein bisschen Party zu machen mit italienischem Büffet, französischem Champagner und geistigem Dünnpfiff  Smalltalk. Bitte, bitte helft uns mit einer kleinen Spende!”

Was meint Ihr, liebe Leser: Wäre das nicht was? Ich würde sogar den 1. Euro spenden.

Ich habe nur mal drüber geschrieben. Das macht Appetit, auf den aus der Küche bis in mein Home-Office duftenden und jeden Moment essbereiten Spanferkelbraten mit rohen Klößen und Rotkraut.

Und humorvolle Grüße zum 4. Advent.

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Von den Freuden der vierrädrigen Gerontokraten

 

Für preseniline Geldsäcke mit ausprägtem Hang zur Entmündigung durch die Erben…

Für Leute wie ihn, mit Meise…

Wanderer, kommst Du nach München, verkündige dorten, Du habest uns Schrotthaufen herumstehenherumliegen gesehen, wie es das Gesetz des Alterns befahl.

Alte Autos sind gefährlich, ihnen ist die Zukunft von Autobauern an Fließbändern und Autoverkäufern egal.  Oder um so zu sagen, Noah baute seinen Kahn, da rief der liebe Gott ihn an: Fiat iustitia et pereat mundus… oder war es Opel justitia et …? Zwar heißt die Zukunft “per Astra ad aspera”  aber jetzt demnächst wohl “The last spring of the old Reisschüsseln and feuerverzinkten Audi’s”.

Ihr Gerentokraten von der FIVA, was der Spiegel da schrub,  bestraft es mit Nichtachtung. Her mit der multikulturellen Gerontokratie, her mit H -Kenn-zeichen auf jeden falschen Fuffziger bis Achtziger, auf jedes Replicate in every Detail, jeden schlimmen  Augenfolterer der 80er Jahre,, nur drauf, zurück zu  Methusalix…

Ihr von der FIVA und von Motor Klassik, deren Scheffredakteur H.-J. Götzel, nur meine bescheidene Meinung, vor derart hirnloser Meinungsmache selbst mal “in den Spiegel schauen” sollte.

Auch wenn Ihr Euere Reputation durch übergroße Lautstärke, Selbstüber-schätzung und wahrscheinlich schlechte Fahrmanieren ruiniert. Doch hütet Euch am Wegesrande vor Radkäppchen und dem bösen Golf, vor demnächst massig arbeitslosen Autoverkäufern, und vor alleinerziehenden Müttern mit Ebbe in der Kasse und mit einem 20 Lenze alten, durchrosteten Gefährt.

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Fotos:  [via]

21.03.2011: Fröhlich’s Göring für Dummies

Es gibt Geschichten über Oldtimer, die tun einfach weh, besonders die des  PRoll – Magazins Fröhliche Autowelten aus Düsseldorf. Nach dem  medialen Rummel um Hitler’s aufgetauchtem Mercedes 770 K  folgte lange Zeit nichts, hat Michael Fröhlich erneut von sich Reden machen wollen… und keiner hat’s gemerkt.

Wer weiß, vielleicht hat Fröhlich darauf gehofft,  keiner kommt darauf, warum er auf seinem Foto des 1940 er Mercedes – Benz 230 Kabriolet die Umgebung wegretuschiert hatte und dass das Hamburger Stern – Magazin wieder einmal zugreift, die hatten 1983 ja schon mal 9,3 Millionen Mark für 62 von Konrad Kujau  gefälschte Hitler-Tagebücher hingeblättert, die angeblich die reine Wahrheit enthielten…

„Bei dem hier angebotenen sehr seltenen Fahrzeug handelt es sich um den Dienstwagen von Adfolf Hitlers Generalfeldmarshall Hermann Göring, bestellt von seinem Stabsamt in Berlin am 01. 04.1940 mit der Fahrgestellnuimmer:446740…”  “Das Cabriolet von Hermann Göring steht nun aus besonderem Grund ausnahmsweise zum Verkauf. Nach langwierigen und professionellen Restaurierungsarbeiten wurde diese Fahrzeug wieder in den ursprünglichen Originalzustand versetzt und sieht wieder genau so aus, wie es damals im “Dritten Reich” genutzt worden ist….“

Lässt man an der Geschichte des Autos jetzt nur die genannte unrühmlichen Fahrerpersönlichkeit Hermann Göring’s weg, so wird daraus ein ganz einfacher alter Benz Baujahr 1940, einer von vielen Benzen die das Stabsamt damals bestellt hatte, mit einem  Unterschied, der vor allem den Käufer richtig “fröhlich” gemacht haben dürfte: Ohne diese Göring – Dienstwagen – Schauermär, war das Auto, wie ich von dem Händler aus Frankfurt erfuhr,   der wohl tatsächlich des Auftrag des Verkäufers hatte und keine Fotos retuschierte, deutlich über 100.000 Euro billiger.

 

Ähnliches Thema hier

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Jaques Swaters gestohlener, echter/falscher Ferrari 375 Plus # 0384

“I was just being cynical – we all know a dozen or more stories of cars that were raced, wrecked, rebuilt, and their cast off parts were rebuilt into new cars with the same serial numbers. But back in the day no one ever was questioned, punished, etc. This case is a different issue, but its maddening to see that the ‘copies’ eventually attain a status and value all their own”.

In Deutschand bei ClassicDriver, Oldtimer-Markt, Motor-Klassik und anderen Postillen sicher nicht zu lesen, denn nach Realkrimis aus der Oldtimer-Szene, speziell aus der, wo es um Millionen geht, werdet Ihr vergeblich suchen.

Besonders dann, wenn im Zusammenhang Namen auftauchen, insbesondere  von Firmen und Personen, die ihre “wertvollsten, guten Stücke” regelmäßig in Oldtimer-Gazetten wohlwollend “besprechen lassen” und es gilt, die typische Win-Win-Situation zwischen dem Milllionenumsätze machenden Oldtimer-handel und Auktionshäusern, und den anzeigendemütigen Schleimergazetten andererseits, nicht zu stören, in dem eine kleine, kaufkräftige Society sonst verunsichert  und den Arm bei großen Auktionen untenlassen würde.

Aber zum Glück gibt es amerikanische Zeitungen, Foren und Chats, in denen Beteiligte und Insider erzählen, wie es in der ach so elitären, ehrenwerten  Gesellschaft der Ferrari – Jünger wirklich abgeht, dann, wenn es um den ganz großen Reibach geht.

Zum Beispiel wie Jaques Swaters (am 12.12.2010 verstorben), namhafter Ferrari – Händler in Belgien, einer der bekanntesten Ferrari-Ex-Werksrennfahrer, der viel zum Mythos um Ferrari beigetragen hatte und enger Freund von Enzo Ferrari  – und der über mehrere Hehler Zwischensationen, internationale Unterweltganoven, Mittelsmänner und einem belgischen Winkeladvokaten Rechtsanwalt, 1990 die wenigen Reste eines zuvor 1986 in den USA bei Karl Kleve (Cinncinnati) gestohlenen, alten Ferrari – Rennwagens 375 Plus für 4.500 Dollar kaufte…

 

und unter dubiosen Umständen und wohlwollender Unterstützung von Ferrari, und mit einem nachgebauten Motor, daraus einen der heute wertvollsten, am Ende aber wohl doch illegal erworbenen falschen-echten Ferraris, zusammenbaute.

Eine echt heiße Story darüber könnt Ihr hier im FerrarChat und hier mit vielen Fotos  nachlesen.