Unniveauvoller Abgang und Graf Faber Castell.

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So eine VIP – Karte für die Classic Days in Schloss Dyck weiss man ein paar Wochen danach erst richtig zu schätzen, auch wenn man wegen arger Rückenproblemen leider nicht dabei sein konnte, wenn Post aus der Oldtimer – Szene im E-Mail ist: Graf Faber Castell gab sich einmal mehr nicht die Ehre. Same procedure than 2014.

Und dabei hatte noch vor ein paar Monaten alles so PRrollig toll geklungen:

“Am 05. und 06. September 2015 erstrahlt ein neuer Stern am Himmel über der regionalen Young- und Oldtimerszene. Der MEILENSTEIN und Graf von Faber Castell geben sich die Ehre und präsentieren auf Gut Wolfgangshof das fränkische Klassikerfestival „Noris Classic Days“. Freuen Sie sich auf ein sinnliches Rendezvous, auf eine Verbindung von Oldtimerleidenschaft mit stilvollem Ambiente. Und das vor malerischer Kulisse, im einzigartigen Rahmen eines unvergesslichen Events.”

So aus nördlicherer Sicht, aus der Stadt, wo 1848 das Ende des Adels und Patriziertums eingeläutet wurde, seiner Aufrichtigkeit und seiner traditionellen Skepsis gegenüber Veranstaltungen mit Blaublütigen als Testimonials, erscheint nicht nur die schlechte Kopie der Classic Days Schloss Dyck von Wolfgang Apel als das Grossmaul bayerischer Anscheiner und Schwanzeinzieher, und des Grafen Gut Wolfgangshof als Schlund bayerischen Vomitoriums.

P.S. Da kann man nur hoffen, dass das Abzockmodell ‘Targa Florio’ sich hier nicht wiederholt und “Ranzens17″ nicht auf Hochstapler reingefallen ist.

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MVC Online veröffentlicht Null-Bock-Karriereplan von Mercedes-Classic

Handfett - Schmutzige Finger - 2

” … Als neuer Leiter Motorsport Marketing & Erlebniskommunikation tritt Herr Michael Bock bereits zum 01.12.2015 die Nachfolge von Wolfgang Schattling bei MS/MM an. Nach Stationen im LKW sowie PKW Vertrieb und Marketing übernahm er 2006 den Classic Bereich der Daimler AG und richtete diesen als weltweit anerkannte Anlaufstelle für Kunden und Enthusiasten erfolgreich neu aus. Unter seiner Führung entwickelte sich das Mercedes-Benz Museum mit jährlich mehr als 700.000 Besuchern zu einem der bestbesuchten Automuseen. Michael Bock verfügt über das nötige Know-How, unsere Sport- und Lifestyle-Maßnahmen in den kommenden Jahren ganzheitlich weiterzuentwickeln und das Markenerlebnis Mercedes-Benz weiter zu stärken…”

Ich maße mir kein Urteil an, ob ‘der Neue’, Christian Boucke, bisher Scheef der SouvenirVertriebsabteilung für Wasser-der-Toilette-30ml-für-40Euro, der Richtige für den Job ist.

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Dank guter Kontakte in die Leitungs – Ebene bei Daimler kenne ich aber zumindest den unschönen Rest der Geschichte: Michael Bock ist 61 Lenze alt und sollte wohl auf Weisung von oben mit einem derben Trittin den Vorruhestand abgeschoben werden, hatte aber dazu keinen Bock. Nachdem er dem Doimler entschlossen mit dem Gang zum Arbeitsgericht gedroht haben soll, heißt es nun “Oschersleben statt Goodwood” und er wird auf den Abschiebebahnhof Motorsport-Marketing geschoben. Dazu muss man wissen, dass sich dieser Job auf die eher bedeutungslos gewordene DTM beschränkt, in der Formel 1 macht er keinen Stich, die vor Selbstbewusstsein strotzenden Jungs um Toto Wolff lassen sich von einem Michael Bock nicht reinreden. Immerhin trifft er in der DTM auf seinen alten “Freund” Norbert Haug, den zuletzt erfolglosen und ebenfalls abgeschobenen Ex-Formel1-Motorsportchef und jetzt Co-Moderator beim ZDF. Ich vermute mal, auch dort muss Michael Bock sich warm anziehen.

Dass Daimler Benz bis heute immer noch Markenpflege – Dilettanten mit  Merkbefreiungsschein bezahlt, die garnicht stecken, was Vertraunsbildung bei der potentiellen Kundschaft durch Kontinuität bedeutet und wann es Zeit ist die Füße still zu halten, ist, wen wunderts, ursächlich auch Teil der derzeitigen immer mehr und mehr Opfer fordernden Tragödie des dahinsichenden Inlandsmarktes.

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Nebbich (1) Audi 80 – Bj. 1972, immaterielles Unesco – Weltkulturerbe

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Der fraktionsübergreifende Parlamentskreis “Automobiles Kulturgut” wurde 2009 gegründet. Seit Mai 2014 ist der Braunschweiger CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller Vorsitzender des Gremiums. Der 44-Jährige war unter anderem einige Jahre Inhaber der Markenrechte des Autoherstellers Borgward.

Das Sommerfest mit der Wahl des “Rammler des Jahres” ist seit jeher der Höhepunkt im Vereinsleben von Kaninchenzüchtervereinen. In den letzten Jahren sollen die Vereinsoberen ob des abnehmenden Interesses bei den Mitbürgern jedoch zunehmend frustriert sein. Selbst die Beteiligung der Vereinsmitglieder an Sommerfesten wie auch bei den monatlichen Stammtischen, soll mittlerweile zu wünschen übrig lassen. Zwar kommen noch regelmäßig die Ortsvorsteher vorbei, aber schon die Bürgermeister, die Repräsentanten der politischen Parteien wie der örtlichen Honratioren, lassen sich auffallend häufiger wegen “Terminproblemen” entschuldigen.

Offenkundig repräsentieren auch die vielen Oldtimer – Clubs und – Verbände, auf nationaler wie internationaler Ebene, wie FIVA, Deuvet, Initiative Kulturgut Mobilität in Fragen, wo es um den Schutz des virulent bedrohten Glücks vom Aussterben bedrohter alter Automobilen geht, keineswegs mehr das ansonsten vorzufindende Meinungsspektrum der deutschen Oldtimer-Stammtische.

Na gut, könnte man sagen, dass kommt davon, dass der Vereins – “Maier” vom ADAC dabei erwischt wurde, dass seine Verbandsfunktionäre irgendwelche Rankings bei der Wahl Ramsauer des… Gelber Engel des Jahres gerammelt… ähmmm… gerammsauert und den ADAC-Hubschrauber zweckentfremdet hatten. Das ist sicher nicht die feine Art.

Letzten Freitag flatterte mir die Pressemitteilung des neuen Vereins rein… IAK Initiative Automobiles Kulturgut mit 4 MB großem Bildanhang.

Ich finde, übliches Wischiwaschigeschwätz, Aufzählung von statistischen Zahlen über den Oldtimermarkt, die inzwischen schon von den Spaltenfüllern der Apothekenzeitung auswendig aufgesagt werden können, von “Relevanz” und Notwendigkeit, alte, rollende Kisten, die Dank vollverzinkter Karosserien die nächsten 100 Jahre spielend überleben, zu Unesco – Weltkulturerben zu erheben… kein Buchstaben. Nur beim Namen “Carsten Müller” fiel mir sofort wieder “Borgward” und der Beitrag von Johannes Hübner über das “Borgward Phantom von Genf” und meine älteren Beiträge über Oldtimer Maut in the City und  vierrädrige Gentokraten, ein.

Noch bevor ich mir aber Gedanken über Sinn und Unsinn machen wollte, erhielt ich Sonntag Nacht dieses E-Mail von einer mit den Vorgängen vertrauten Personen (Anm: mit freundlicher Genehmigung des Absenders, der mir persönlich bekannt ist):

Hallo Herr Kupfer,

gestern fand in Dudenhofen die DEUVET Hauptversammlung statt.

Zu dem Thema IAK habe ich mich dabei mit ein paar 4-Augen Gesprächen kundig gemacht und mir meine Meinung gebildet.

Auch der DEUVET ist mit im Boot bei der IAK, aber allerdings ohne jedes finanzielles Engagement, sondern lediglich um nicht vom Informationsfluss abgeschnitten zu werden und ggf. auch um tätig werden zu können, so erforderlich. Die Haltung des DEUVET zur Anerkennung der Fahrzeuge als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe ist eher ablehnend, aber die Meinungsbildung dazu ist noch nicht abgeschlossen.

Laut Pressemeldung der IAK (die Ihnen ja auch vorliegt) ist es das Ziel mit einem transnationalen zweistufigen Antragsverfahren für das Automobile Kulturgut die Auszeichnung als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe zu erlangen. Und jetzt wird es interessant:

Die offizielle Geschäftsstelle der IAK ist
c/o complan Kommunalberatung GmbH
Voltaireweg 4, 14469 Potsdam

Und was meinen Sie, wer in dieser Firma gleich direkt unter den geschäftsführenden Gesellschaftern agiert? Sie werden es nicht glauben, es ist die Ehefrau von Martin Halder:

Nicola Halder-Hass, ihres Zeichens…

„Denkmalpflegerin und Immobilienökonom ebs. Seit 1999 berät sie bundesweit Investoren, Planungs- und Denkmalbehörden. Als Projektleiterin steuert sie mit Augenmaß und Feingefühl unsere anspruchsvollen Projekte im historischen Bestand. Sie lehrt an der IREBS Denkmalschutz, engagiert sich u.a. im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, im Deutschen Städtetag und dem Berliner Landesdenkmalrat. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihr sind erschienen.“

siehe auch: http://complangmbh.de/unternehmen/

Es ist richtig, dass alle Organe des Vereins IAK ehrenamtlich arbeiten. Richtig ist aber auch, dass die Organe des Vereins zukünftig darüber entscheiden, an wen welche Aufträge vergeben werden um das Ziel des Vereins zu erreichen.

Und damit sind wir beim zweistufigen Antragsverfahren bei der UNESCO zur Erreichung der Ziele. Zweistufig heißt – erste Stufe in Deutschland bei der UNESCO, dann zweite Stufe direkt am Hauptsitz der UNESCO. Und das kostet Geld, dabei rede ich nicht nur von den Antragsgebühren bei der UNSECO, sondern auch von den Rechnungen, die diejenigen schreiben werden, die diese Anträge stellen.

Im Moment kalkuliert man mit rund 200.000 Euro, die in der ersten Phase erforderlich sind.

Und da schließt sich offenbar der Kreis. Die Ausarbeitung solcher komplexer Anträge kann natürlich nur von ausgewiesenen Fachleuten (aus dem Denkmalschutz?) erfolgen, wie zum Beispiel der Firma complan und der Ehefrau von Martin Halder, Frau Nicola Halder-Hass. Das Frau Halder – Hass erst im Januar 2015, also erst vor wenigen Wochen in die Fa. Complan eingetreten ist, sei nur am Rande erwähnt.

Da der Präsident der IAK, der Abgeordnete Carsten Müller sich mit Sicherheit nicht bei der Auftragsvergabe engagieren wird, denn es ist seine Grundhaltung sich nicht zu engagieren, wird sich also wohl oder übel der Vizepräsident, Herr Martin Halder mit dieser undankbaren Aufgabe befassen müssen.

Natürlich denke ich nicht im entfernteten daran, dass die ganze IAK nur aufgezogen wird, um eine Ehefrau mit Aufträgen zu versorgen. Honi soit qui mal y pense

Doch auch hier zurück zum DEUVET.  Zum Glück erlaubt die Satzung des DEUVETs nicht, dass für solche Dinge Geld ausgegeben wird und der DEUVET wir sich hier auch nicht beteiligen. Da muss sich Martin Halder das Geld woanders besorgen. Zum Beispiel beim ADAC oder AvD. – Aber die haben ja genug davon….”

Was diesen als MdB eher farblose IAK – Präsi Carsten Müller drauf gebracht hat, sich so was anzutu Vielleicht sollten sich die IAK – Baragotzkis an den Kaninchenzüchtervereinen ein Beispiel nehmen. Dort bekommt man sicher gute Hinweise auf die Frage, wie man einen Verein organisiert,  was u. U. nach der Aufdeckung einer Manipulation bei der Wahl des “Rammler des Jahres” ein Vorsitzender und sein Vorstand tun sollten.

P.S. “Compliance” bei der Bad Homburger Müllabfuhr… vorletztes Jahr gab es übrigens so eine nette Information, dass die “Müllmänner” keine Geschenke welcher Art zu Weihnachten oder Silvester annehmen dürften. Dies könne als Bestechung oder Vorteilsnahme gelten in Fällen, wo diese großzügig auch mal ein paar extra Kisten neben die Mülltonnen gestellen Hausmüll “mitnehmen” und daher würden die Compliance-Regeln die Annahme verbieten.

Update 14.03.2015: Offizielles Rundschreiben der IKM Initiative Kulturgut Mobilität

Update 16.11.2015: IAK – Spendenaufruf und was wir alle noch nicht über die automobilhistorische Entwicklung und Bedeutung wussten…

und

Protokoll des PAK Parlamentskreis Automobiles Kulturgut vom 12.10.2015…

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Verwandte Beiträge:

2011: “Der DEUVET und Humor a la Maik Hirschfeld”

2012:  “Benzinduftersatzdarreichung anno 1895″

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Gerd Martin; Classic Cars Fonds…

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds

Karriere vom Inhaber einer 3.000 Euro – Stammkapital Import – Export – Klitsche in Palma de Mallorca, die hitzegeplagten Mallorquinern Sonderposten Klimaanlagen vertickert, über Möchtegern – Verwaltungsrat einer schweizer AG, zum prekärdilettantischen Pixelschubser als dicke Kohle einsammelnder FaceBook – Oldtimer – Fonds – Anbieter (ohne eigene Webseite).

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds 2

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds 3

Wer nur mal bei GoMoPa reinliest wird nicht glauben, mit welchen Schwachsinnsangeboten die Haifische heute jedes Jahr Milliarden an Never-come-back-Money raisen. Das Höllenfeuer solventer, älterer Herren, die bei dem Spiel “DOX schlägt DAX” die “Blinde Kuh” zu spielen bereit sind, lockt halt.

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Oldtimer – Fonds Rückblick: Von “AAA” zur Ramschbeteiligung

15.01.15 OLD-Fonds-PLeite

Nicht nur die FAZ schwelgte 2010 noch begeistert…

“…Auch die Fonds-Branche hat das inzwischen entdeckt. Georg Fritz und Jürgen Meister haben eigenen Angaben zufolge den ersten geschlossenen Oldtimer Fonds Deutschlands unter dem Namen “Classic Cars” als Private Placement aufgelegt, der in 30 alte Fahrzeuge investieren will. Der Anleger müsse mindestens 250 000 Euro zeichnen. Insgesamt sollen so über 20 Millionen Euro eingesammelt werden. Fritz, der selbst zehn alte Wagen in der Garage stehen hat, und Meister sind nach eigenen Angaben seit Jahren im Fondsgeschäft tätig…”

selbst die BILD-Zeitung für Kapitanleger CAPITAL in Person von Martin Trockner promotete genau so wie viele andere Journaillen ohne Hirn und Verstand, bis sprichwörtlich der Arzt kommt, in einer Sonderausgabe seinen Oldtimer – Fonds…

11.00.00 Capital 1

11.00.00 Capital 2

während ich gleichzeitig hier und das für lau, als einzigster in Deutschland davor warnte, Geld in diesen unausgegohrenen Oldtimer – Fonds zu investieren.

Zwar attestierte ich danach den Machern 2012 noch eine Blasenschwäche,  was ich dann aber nicht mehr mitbekam, war, dass als ich 2013 noch einmal nachhakte, was macht denn der Fritz so?… der Gute grade ein paar Wochen vorher in alter Haifisch – Manier bereits Insolvenz angemelet hatte.

13.03.21 Liquidation

Ich hoffe, dass hier wenn, nur ganz, ganz wenige und vor allem keine Omas und Opas, für die “Fritz” in seiner Not, zuletzt die Mindestbeteiligung auf 10.000 Euro gesenkt hatte, ihrer Never-come-back-Kohle nachtrauern müssen.

P.S. Ach ja, sehr verwandtes Thema schon 2010 hier…

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Sind die Deutschen auf einem Auge blind…?

15.01.03 MECC

Wenn ich die mehr und mehr zu Neuwagen – Modellpräsentationen der Autohersteller und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, dazu noch durch die Unzahl “recreated” Automobil – Legends, dahin degenerierenden Oltimer – Messen und Classic – Veranstaltungen sehe, kann ich das mit einem klaren Ja beantworten.

Die Holländer fangen jedenfalls endlich an, zu entmisten… Hut ab.

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