Unniveauvoller Abgang und Graf Faber Castell.

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So eine VIP – Karte für die Classic Days in Schloss Dyck weiss man ein paar Wochen danach erst richtig zu schätzen, auch wenn man wegen arger Rückenproblemen leider nicht dabei sein konnte, wenn Post aus der Oldtimer – Szene im E-Mail ist: Graf Faber Castell gab sich einmal mehr nicht die Ehre. Same procedure than 2014.

Und dabei hatte noch vor ein paar Monaten alles so PRrollig toll geklungen:

“Am 05. und 06. September 2015 erstrahlt ein neuer Stern am Himmel über der regionalen Young- und Oldtimerszene. Der MEILENSTEIN und Graf von Faber Castell geben sich die Ehre und präsentieren auf Gut Wolfgangshof das fränkische Klassikerfestival „Noris Classic Days“. Freuen Sie sich auf ein sinnliches Rendezvous, auf eine Verbindung von Oldtimerleidenschaft mit stilvollem Ambiente. Und das vor malerischer Kulisse, im einzigartigen Rahmen eines unvergesslichen Events.”

So aus nördlicherer Sicht, aus der Stadt, wo 1848 das Ende des Adels und Patriziertums eingeläutet wurde, seiner Aufrichtigkeit und seiner traditionellen Skepsis gegenüber Veranstaltungen mit Blaublütigen als Testimonials, erscheint nicht nur die schlechte Kopie der Classic Days Schloss Dyck von Wolfgang Apel als das Grossmaul bayerischer Anscheiner und Schwanzeinzieher, und des Grafen Gut Wolfgangshof als Schlund bayerischen Vomitoriums.

P.S. Da kann man nur hoffen, dass das Abzockmodell ‘Targa Florio’ sich hier nicht wiederholt und “Ranzens17″ nicht auf Hochstapler reingefallen ist.

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Zettelkasten 24.04.2015; “Clubblazer und rote Hosen”

15.04.24 Rote Hose

Zur Erklärung dieses Blogbeitrags, liebe Masse der Oldtimer – Klassengenossen;  Eintrittspreise zu Oldtimer – Messen und -Veranstaltungen sind eine Art signifikante Vergnügungssteuer, die Ihr zahlen müsst, damit ältere Herren in “Clubblazern und roten Hosen” Spass am Leben haben…

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Retro Classics, zufriedene Unzufriedenheit

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Mit das Schönste an so einer gemeinsamen Fahrt nach Stuttgart in einem komfortablen Reisebus, zusammen mit rund 40 Oldtimer – Vollblut – Enthusiasten, den Old – Boy – Drivern vom ASC und Freunden der Central – Garage, sind die Leute daheim, die es einem neiden, die keine Ahnung haben.

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Schon in den 50er Jahren wurde über uns Italien – Urlauber, aber nur im Latscha Tante – Laden im Westviertel bitteschön, unter Nachbarn getuschelt, man wollte ja kein Nachbarneider sein. Heute, wo jeder Depp einen Flat-Rate-Urlaub von der Arktis bis auf die Bermudas machen kann, zuckt man nur noch mit den Achseln, wenn jemand in Italien war – es sei denn, derjenige hat ein Blog wie das hier und die Fähigkeit zu zeigen, dass dieses Hobby mit alten Automobilen in der Summe seiner Eigenschaften für ihn eines der schönsten Hobbys dieser Welt ist, und auch so von einem erlebt wird.

Richtig zufrieden ist man, wenn dann wie gestern wieder einer mit darunter ist, dem man vor längerem mal geholfen hat, Kontakte herstellen konnte, die Geschichte seines Opel Typ 6 Pullmann aus den 30 er Jahren, als der noch in Frankfurt als Taxi Nr. 66 herumfuhr, vielleicht zu lüften, und dann ist man nicht wie manch anderer, kein bloßer, verkappter Oldtimerhändler mehr, der echten Enthusiasten an Stammtischen eine Zeit lang weismachen kann, er sei einer von ihnen, sondern ist halt einer von ihnen, ob man will oder nicht.

Das es unter echten Oldimer – Enthusiasten, die ihr Hobby teilweise schon seit über 30 Jahren betreiben und kleine Sammlungen haben, von denen einige rollenden Preziosen so manches Oldtimermuseum vor Neid erblassen lassen, es inzwischen welche gibt, die bei der Retro Classics, die mit überteuerten und Totrestaurierten Kulturgütern vollgestopfte Halle 1, gar nicht mehr erst besichtigen, war mir bis gestern neu. Denen ergeht es heute so wie mir schon vor ein paar Jahren, als ich auf der Retro Classics damals noch vergeblich hoffte, dort authentische alte Automobile zu finden und diesen nie veröffentlichten Beitrag schrub…

“Retro Classics, wohin gehst Du?” ….   “Porsche 911er wie auf dem Wühltisch bei Karstadt, Jaguars geschüttelt oder gerührt, 300SL in silber mit rotem Leder oder doch besser in hellgrün-metallic mit dunkelgrünem Leder, beigen Kedern an den Rändern der Ledersitze und dazu passendem dunkelgrünem Stoffverdeck? Nicht nur der Wunsch nach individueller Farbe und Ausstattung kommt in der Oldtimer-Szene immer mehr zum Tragen. So steht es auf der Liste für einen Mercedes-Benz 300SL Flügeltürer…”

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Zu den Fotos von gestern geht’s hier…

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Oldtimer – Restaurierung war gestern

Unbenannt - 1

Wetten, dass… geschäftstüchtige Oldtimer – Händler momentan in Panik ihre verstaubten Anbieterkarteien durchpflügen, auf der Suche nach früher verschmähten vierrädrigen Schrotthaufen und das schon auf den in wenigen Wochen stattfindenden Oldtimer – Messen wie Retro Classics – Stuttgart und Techno Classica – Essen, an jeder zweiten Standecke ein nicht minder schlimm anzusehendes Exemplar zum Verkauf angeboten werden wird?

15.02.07 ArtCuriel Paris Lot 46

Oldtimer – Restaurierung lohnt sich für die Jünger schnellen Geldes nicht mehr. Seit Paris gilt die Devise, mit dem kleinen Finger gehandelt, ist besser, als mit dem ganzen Arm gearbeitet, weil mit rostigen Autowracks, dem Einsatz von ein nur paar Eimern Wasser, lässt sich zum Kilopreis von 2.000 Euro definitiv schneller und viel mehr Geld verdienen…

 

Sind die Deutschen auf einem Auge blind…?

15.01.03 MECC

Wenn ich die mehr und mehr zu Neuwagen – Modellpräsentationen der Autohersteller und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, dazu noch durch die Unzahl “recreated” Automobil – Legends, dahin degenerierenden Oltimer – Messen und Classic – Veranstaltungen sehe, kann ich das mit einem klaren Ja beantworten.

Die Holländer fangen jedenfalls endlich an, zu entmisten… Hut ab.

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Zettelkasten 06.04.2014: ‘Best of’ 211 intus

14.04.05 Formfreu.de

“…Sehr interessant auch die Gegenüberstellung zweier Porsche 356 Speedster am FSP Stand. Einer restauriert, Zustand 1-, Marktwert 280000, der andere unrestauriert, reichlich abgewatzt, Marktwert nach „AA“ 840000 Euro. Hmmm, so teuer kann die Patina sein, also das Schätzchen lieber nicht zu oft waschen und lackieren, sondern lieber mal mit Kragenspeck einreiben…”

Woran merke ich eigentlich gleich, dass ich es mit einem wohltuenden, journalistischen Text und den besten 216 Fotos der Techno – Classica zu tun habe? …hier bei formfreu.de

Richtig, keine einzige stanzenhafte Zeile über die Wertentwicklung der “Geflügelten” und auf keinem einzigen Foto ist eine der zuhauf angebotenen ‘Pagoden’ zu sehen. Hut ab.

Anmerkung: Dieses Merkzettelchen hat mich genussvolle ca. 45 Minuten Fotos anschauen und hinterher, einschließlich gurgeln nach verschiedenen auf den Fotos entdeckten, alten Autos,  handgestoppte 7 Minuten gekostet: Fundstellen aneinander nageln, im Kopfkino ein wenig Pseudo-Zusammenhang dazwischen erzeugen … fertig ist die Laube. Und die Dosis Oldtimer ist intus.

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