Montagmorgen Laberzwang

Jens hat mit etwas Abstand letzte Fotos von Goodwood eingestellt. Darunter auch ein Video, wie ein Driver seinen Maserati Tipo 51 in einen Reifenstapel schrottet.

In unserer Glitzerwelt muss es bekanntlich funkeln und glänzen. Wo solche alten Boliden auffahren, darf Strass und billiger Modeschmuck nirgends zu finden sein. Jungs wie hier in dem echt tollen Video von ‘Concour’ oder auf altes italienisches Blech spezialisierte  Blechgötter wie Jamani, machen für die  mit Präponderanz kontierbarer Werte bestens ausgestatteten Driver, aus Haufen zerbeulten Blechs, wieder fahrende Hochkaräter. Das hat zwar nicht mehr uneingeschränkt etwas mit Oldtimerei zu tun, finde ich aber bis zu einem gewissen Grad gut so.

Weniger gut fand ich gestern Abend das hier. Also, wer Gerhard Schröder, der und kein Anderer den Spitzensteuersatz für Spitzenverdiener von 53% auf 42%  senkte,  abwählte, weil er sich von der SED – Landjunkerin  eine solidere Finanzpolitik und vielleicht noch weniger Steuern erhoffte, sollte noch schnell einen Blick ins Portemonnaie werfen. Es könnte der letzte sein, bevor der Beutel leer ist.

Bitte nicht mit den Augen rollen. Mir ist das gestern Abend nach wiesnersatzmäßiger und psychochemischer Beihilfe zweier Maßkrüge mit Weizenbier, beim Anschauen der Fotos, der beiden Filmchen und dem, was da durch die staatsstreichartige Rettung eines mafiösen Bankensystems und seiner Besitzer, so auf uns und vielleicht auch einige Glückliche, die am Wochenende am Gran Premio Nuvolari teilnehmen konnten, alles noch zukommt, nur grade so eingefallen.

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Le Mans Classic, nur keine Neidgefühle

Ich wäre auch einmal sehr gerne hingefahren. Manchmal beneide ich schon manche Menschen.

Ja so fühlt es sich manchmal an, beneidenswerte Menschen, auch Eliten, die noch möglichst viele, tiefe Atemzüge von diesem alten, unbeschwerten Leben in wunderschönen, alten Autos mitnehmen, Adrenalin, Kraft und gute Erinnerungen tanken, Runde um Runde, um die Rennstrecke von Le Mans herum, statt Altherrenrunden an Stammtischen. Sorge dich nicht, lebe, solange es geht. Für die Zeit, die man nicht einschätzen kann und ein anderes Leben,  weniger geordnet, das was am Horizont heraufzieht. Viele Tage des Donners, noch in der Ferne, aber schnell näher kommend.

Kein Neid, sondern Freude, über dieses Frauenzimmer hier.

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Oldtimer Grand Prix von “Hübi – Hubraum” statt Meiner

Also bitte! Was für ein genialer Tag. Heute Morgen auf dem Wochenmarkt, bei der Marktfrau, die letzten drei Gläser der nach meinem Rezept hausgmachten  Mirabellenmarmelade, und als ich nach Hause zurückkam, ein E – Mail von “Hübi Hubraum”, alias Johannes Hübner, mit vielen echt saugeilenstarken Fotos von der  schönsten Strecke der Welt (na ja, wenn man sich den stellenweisen Kurt Beck’schen 400 Millionen – Betonschrott nebst Achterbahn wegdenkt) und natürlich auch ein paar von diesen schönen, alten Auto. Ganz so wie ich sie mag.

Danke Johannes für die Fotos vom Oldtimer Grand Prix.

Update 15.08.2012: Die finde ich besten Fotogalerien, hat wieder mal “Zwischengas” ins Web gestellt. Vor allem viele Fotos von der Strecke…

OGP Nürburgring 2012

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Schloss Dyck: Altautogaffen vom Sperrsitz aus

Man lässt heute als Pagoden – Besitzer den mit viel materiellem und immateriellem Aufwand hochgepäppelten Roadster mit den chromblitzenden  Armaturen zu Hause, und man fährt heute nicht mehr wie vor ein paar Jahren nach Schloss Dyck, um “Gleichgesinnte zu treffen”.

Man kann sich heute in Schloss Dyck nicht mehr einfach hinstellen und aus den brunzdummen von Eventagenturen inzenierten Arschgeigenaufführungen, zwischen nachgestellten Oktoberfest-VIP – Zelt-Kulissen und der Neuwagenausstellung von Mercedes – Benz, eine  Oldtimer-lasst-uns-alle-liebhaben-Veranstaltung   zusammenbloglügen, wie das jahrelang u.a. von dem sachkundigen Jörg Enger in seinen teilweisen – nicht immer – erbärmlichen PRoll-Beiträgen für die Sternmarke geschah, denn die Oldtimeszene hat sich verändert und es fehlt für derlei Borderlines jeder, wirklich jeder Anlass, wie grade ein Forumsbeitrag belegt, den ich betitelt hätte, Pagoden-Liebhaber: Ausgelutscht, verarscht und ab auf den Sperrsitz

Verzichten möchte ich per se dieses Jahr auf ein paar wie früher in Schloss Dyck geschossene Fotos von älteren Autos, genannt Oldtimer, die allein schon als Begriff eine Beleidigung sind. Einerseits, weil es wie ich inzwischen meine, lächerlich ist,  größtenteils Autos aus der Creme21-Ära, Pulks von 70er-Jahre-Autos, als wirklich historische Fahrzeuge, ja Kulturgüter” zu bezeichnen, denn alles, was meine Eltern noch fuhren, und da zähle ich unsere Pagode durchaus dazu, machen Freude beim Fahren, sind aber mit Ausnahme weniger rarer Automobile aus dieser Ära, keine historischen Fahrzeuge.

Und um ehrlich zu sein, zum Anderen auch, weil ich immer gehofft hatte, die Classic-Days am Salzburgring noch einmal sehen zu können und es doppelt demütigend ist, das mit anzusehen und nicht die Möglichkeit zu haben, sich selbst und echten Freunden zu zeigen, was mit historischem Blech sonst noch geht. Ein Umstand, dem, wenn da nicht meine oldtimermäßig durch einen selbsternannten und von der Bildfläche verschwundenen  Pagodendoktor und einer verpfuschten  Motorenüberholung dem Hobby unlustig gewordene Copilotin wäre, ich nach gelungenem Verkauf der Pagode abzuhelfen, vielleicht sogar mal wieder Lust drauf gehabt hätte.

Andererseits kann ich auch auf Mehrscheiner verzichten, ob Besitzer von teueren, edlen Gefährten mit dubioserunklarer HerkunftAuthentizität, extra für diesen Gesellschaftsevent angemieteten Oldtimern, dazu Damen am Abschleppseil, die wohl bei der Wahl der “Miss Totalrestaurierung”  Topfavoritinnen für’s  Treppchen im Schlosspark wären, bis hin zu coolen Brand-Communication Managern, die in Schloss Dyck alles anstellen, um das mediale Rampenlicht zu nötigen, hinterher möglichst viele Fotos von altem Blech ins Web zu stellen und damit den Classic-Center-Cash-Maschinen auch noch den letzten Trollvottel ohne Oldie-Drittauto, als abziehbaren Sperrsitzkunden zu generieren.

 

Schloss Dyck 2012.

Das stilvolle Überleben alten Flugzeugblechs

Weil ich die Entstehung der in Kürze auf den Markt kommende Kollektion von Airborn Sonnenbrillen, in echter Handarbeit und Stück für Stück hergestellt aus altem Flugzeug-Aluminium, die letzten 2 Jahre mitverfolgt habe und die Kollektion wie das CI mindestens so gut finde, wie die Fotos ihres Erschaffers, Martin Graf, wenn ihn wieder mal der Berg ruft, sollte sich mein Beitrag nebenbei mit Sonnenbrillen beschäftigen. Wegen dem Titel hatte ich zuerst  überlegt. “Der roadsterfahrende Brillenmacher”.

Aber so ist auch gut und Ihr dürft Euch die Fotos eines Profi – Fotographen von der Klassik Welt in Friedrichshafen ansehen.

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