Opel, die Bad Bank der Automobilindustrie

Geschichte wie Borgward wiederholt sich und deshalb gibt es leider etwas positives zu berichten. Positiv, weil die Skeptiker und ich vor 2 Jahren recht hatten. Nichts wäre mir aber lieber gewesen, als grade  mit Opel volle Kanne danebenzuliegen.

Opel ist die Hypo-Real-Bank der Automobilindustrie. Ich sags mal so, wahrscheinlich ist man mit der Schliessung der Schlecker – Märkte und Entlassung von 11.000 Mitarbeitern dort schneller durch, als der zu erwartende Krampf mit der Opel Bad Bank.

Nur sollte sich keiner der Mitbewerber-Manager die Hände reiben, denn die schlechte Nachricht über Opel ist erst der Auftakt, der große Zapfenstreich steht uns noch bevor. Autobommerland ist abgebrannt.

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Update: Und schon wird nach Staatshilfe gerufen… Opel auf der Kippe

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Wer schaltet Klaus Frantz ab?

Ich weiß nicht wie es Euch geht. Mir geht es langsam auf die Nüsse: Ich kann das ewige Geseiere dieses Herrn OPEL – Betriebsratsvorsitzenden nicht mehr hören, dieses Klaus Frantz, das penetrante “Wer uns retten darf, bestimmen immer noch wir!”, dieses Herr “Ich-weiß-alles-besser” allerdings erst, seitdem sein Laden unmittelbar vor dem Aus steht.

Zehntausende von Mitarbeitern anderer, mittelständischer Pleitefirmen, von Autowerkstätten bis hin zu großen Autohändlern, Zuliefererbetrieben, und nicht zu vergessen von Herthie, Karstadt und vielen anderen Firmen die schon die Grätsche gemacht haben oder sie nach den Wahlen machen werden, für die eine “Rettung à la Carte mit Steuergeldern”, wie sie diesem Super-Egoisten vorschwebt, nicht mal im Traum in Sichtweite gerät, wären froh gewesen, wenn sich überhaupt eine Lösung für ihr Unternehmen und ihre Jobs gefunden hätte, ganz zu schweigen vom massiven Aufgebot an staatlicher Unterstützung auf Kosten des Steuerzahlers.

Kann der nicht endlich mal die Schnauze halten?

Vielleicht geht es ja nur mir so, aber ich wünsche mir zunehmend, dass die Bundesregierung mit ihren Opel-Plänen scheitert. Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: mir tut jeder einzelne Opel-, BMW-, Mercedes-Benz-, VW-, Porsche Arbeiter leid, genau so wie Autoverkäufer und -Mechaniker, die alle dann auf der Straße stehen und in ihren Lebensumständen und -Planungen ziemlich durcheinander-gerüttelt werden. Ich zweifele keinen Moment daran, dass das in einer Vielzahl von Fällen in allergrößter allergößter Bitterkeit  ablaufen wird, wenn hier  wie bereits in den USAeinfache Familien nicht mehr genügend Bares für die Hypothekenzinsen, Krankenversicherung oder zum Kauf von Lebensmitteln haben. Aber das wird es vermutlich so oder so, ob der endgültige Käufer von Opel nun Magna, RHI oder sonstwie heißt, oder ob der ganze Laden schließlich dort landet, wo er von anfang an hingehört hätte, nämlich in der Insolvenz, um dann einen sauberen Neuanfang zu machen.

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Opel markiert in meinen Augen nichts anderes als einen weiteren Schritt hin zu einem staatlich gesteuerten Günstlings-Kapitalismus. Für ein paar tausend Stimmen bei der Wahl lassen sich Politiker unter anderem von einem Herrn Frantz mit dem Ring durch die Nase durch die Manege führen. Ich erlaube mir mit gutem Gewissen zu wünschen, dass die Politik auf diesem Weg scheitern möge.

Bleibt tapfer,

Detlef