Kognitive Dissonanz mit ‘Pagode’ oder Wattblick

Sylt-Pagode01

Für 73.300 Euro bekommt man, wenn man selbst das Gehirn einschaltet und den Marktwertangaben der Oldtimer – Hochglanzpresse keinen Funken Glauben schenkt, eine gut erhaltene mind. Zustand 2 – bis 3 + und besser – Mercedes Benz ‘Pagode’, in die der momentan etwas klamme Vorbesitzer u. U. sogar einige Zehntausender mehr rein investiert hat (das Thema lasse ich mal lieber weg, es ist wie mir der Chefredakteur eines Oldtimer-Magazins bestätigte, inzwischen wie ein Kriegsgebiet vermint und bei jedem falschen Wort könnte eine Bombe hochgehen) oder im schönsten Teil von Nord – Hessen ein großes altes Fachwerkhaus mit Hofreite zwischen Vogelsberg und Witzenhausen…

oder auch einen Quadratmeter unter Reet – unmöbliert – mit Wattblick in Kampen auf Sylt…

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Etwas über die Kreativität der Oldtimer-Werbung

15.01.22 Nico Rossberg Pagode - Twitter

Man müsste Michael Glaser mal erklären, dass es im Internet Seiten gibt, auf denen man wie Sauerbier angebotene ‘Pagoden’ auch scheischleichwerbefrei und besser belichtet findet…

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P.S. Was wollte ich noch?… ach ja, die Retro Classics steht ja wieder ins Haus. Und nach der schrägen Nummer hier, sollte man auch Christian Jancke mal was ins Stammbuch schreiben:

“…Die Hypothese, dass die Qualität über den Preis entscheidet, konnte anhand der Mercedes Pagode besonders eindrucksvoll bestätigt werden. Je nach Zustand erzielten die verschiedenen Varianten des 230 – 280 SL, der zwischen 1963 und 71 gebaut wurde, bei den verschiedenen Auktionen zwischen 75 und 160.000 Dollar (64,8 – 138.220 Euro)…”

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Zettelkasten 10.01.2015; Deutsche Bank, schwarze Strapse und Pagode

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“…dann habe ich mir den Borsa­lino zu einer Ver­kleidung zu­ge­legt, nicht für Karneval, sondern zu Silvester, einer Silvester­fete in der Spielbank von Bad Homburg…” “…das komplette Casino war aus Anlass der Fete von der Deutschen Bank gemietet worden und um unter den Bank­stern nicht allzu sehr auf­zufallen, haben wir uns als Mafiosi verkleidet…” “Was mir im Ge­däch­tnis geblieben ist, waren die Vorbe­reitungen in einer Wohnung in Frankfurt … nein, eigentlich nur die schwarze Schweizerin. Also sie selbst war nicht schwarz, son­dern eher blass, aber alles an ihr war schwarz, die Haare, die Au­gen, die Dessous (mit Strapsen), mit denen die Hüb­sche bei ihrer sicher drei Stunden dauern­den An­kleide­prozedur völ­lig ungeniert und hoch­hackig (natür­lich auch schwarz) durch die Woh­nung stakste, um der war­tenden Her­ren­schaft immer neue Vor­schläge einer angemes­senen Garde­robe zu präsen­tieren. Die junge Dame war Bankerin in Zürich und war zu diesem Zwecke nach Frank­furt gereist, soviel weiß ich noch, und, dass sie pein­lich da­rauf ach­tete, beim Kla­mot­ten­wechsel während ihrer Moden­schau die Schlaf­zimmertür nicht so weit zu schließen, dass wir die Vor­bereitung der Besche­rung nicht mehr sehen konnten. Und an ihr Auto kann ich mich erinnern, ein Klassiker, eine Pagode…”

Es gibt rund um dieses Auto auch mal wieder gute Geschichten, die kann man sich gar nicht ausdenken.

Schönes Wochenende Euch allen.

 

[Foto: Alberto Buzzanca]

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