Zettelkasten 24.02.2016; Als Mobile.de eine Start-Up-Idee war

1997 Erste Mobile.de - Seite

20 Jahre zurück… als alter Purist hatte ich vorher jahrelang noch tausend Eide geschworen, so ein “Ding” – PC – kommt mir nie, nie, niemals in’s Haus. Als die gegen Ende der 80er für den Preis eines guten Gebrauchtwagens angeschaffte Olivetti ET 300, Schreibmaschine mit Flobby-Discs und Bildschirm, die sagenhafte 50 Werbebriefe mit persönlicher Anrede pro Minute heruntertippte, nach und nach ihren Dienst versagte, war’s dann doch so weit.

“Der Tag, an dem die Gräfin PDS wählte Wie alles anfing: ein Interview mit mir selbst – dem Gründungs-Redakteur der »ZEIT Online…”

Für solche Beiträge wie den hier von Christian Ankowitsch, da flutscht mir in Zeiten der Dystopie, wo junge sich selbst denkbefreiende Menschen sich mit Äppel – Gatches an ihren Stuhlgang erinnern lassen können und dann aber bei Mama anrufen und fragen, wie zwei Eier gekocht werden, so ein Beitrag wie Nougat über die Zunge.

Vielleicht schreibt mal einer von Euch, wie es bei ihm anfing?

.

Bester Auto – Blog Beitrag 2015: “Der Autobahnraub”

1936 Fotostop mit Opel Kadett

“Gabriel und Schäuble wollen unser Geld veruntreuen um die Allianz zu subventionieren…”

Selten kriegt man die systemische Korruption in Politik und Wirtschaft so in Echtzeit vor Augen geführt, wie hier.

Nicht nur die 19 Millionen ADAC – Mitglieder hätte es bestimmt interessiert, wie sie in Zukunft die mit ihren Steuern über viele Jahrzehnte finanzierten Autobahnen und Schnellstrassen ein zweites Mal finanzieren und mit ihren für die Strassennutzung zu entrichtenden Entgelten, das wackelig gewordene Kartenhaus privater Kapitalversicherungen der ALLIANZ Versicherungskunden, vor dem Zusammensturz bewahren sollen.

1938 Telefunken Radiowerbung

Warum nur, liest man etwas journalistisch so blendend recherchiertes über die Hintergründe, nicht in der ADAC-Motorwelt, in Auto-Bild und Auto Motor und Sport? Lobenswerte Ausnahmen wie hier von Harald Schuhmann sind selten.

In diesem Sinne wünsche ich der Leserschaft einen guten Rutsch ins neue Jahr.

P.S. Wenn es ein Voting für den besten Blogbeitrag des Jahres zum Thema Automobil geben würde, bekäme der Wirtschaftsjournalist (Handelsblatt) Norbert Häring jedenfalls meine Stimme.

.

Griechenland, die Blasen und das Anstandsstück Erdbeerschaum

1925 Hagenbeck - Auto Rennen in der Luft - Plakatkontor - 1

Es reicht mir.

Vor ein paar Monaten zog ich hier noch das Fazit, dass uns in dieser konsum-, konsum- und nochmal konsum – dressierten und doppelseitig gewendeten Bimbesrepublik keine technischen Genies wie ein Carl Benz oder Josef Ganz und keine großen Denker mehr erwachsen, sondern allenfalls mehr CEO’s, Börsenzocker und Bankster, die in den 50er Jahren spätestens dann, wenn ihr Betrug von staatlichen Aufsichtsbehörden aufgedeckt worden war, schon längst von grün-weissen Taxis abgeholt worden wären.

Es ist schon erbärmlich, dass man Hintergrundberichte über das, was wirklich geschieht in Griechenland und auch anderswo, nur in amerikanischen, englischen und vereinzelt anderen ausländischen Medien findet – so wie hier “Where did the greek bailout money go” – aber so gut wie nie in deutschen. Während Madame Merkel einen auf total cool macht und dafür ihre Propagandamaschine auf Hochtouren läuft, allen voran mit diesen Maulwi…ern von Springers A…habwisch-Blättchen, geschehen aber doch noch Zeichen und Wunder. Da lässt Spon den Kommentator Georg Diez doch tatsächlich schreiben: “Primär wird der Kapitalismus gerettet” und “Merkel rettet die Banken”.

Ich habe am Wochenende nach der Lektüre in einer Schweizer Zeitung darüber, wie sich die Global Player – Banken vor der Zahlungsunfähigkeit der Griechen, mit der Hoffnung auf Milliardengewinne noch mal so richtig mit Griechischen Staatsanleihen eingedeckt haben,

“… Bemerkenswert ist, dass die CS ihr Griechenland-Exposure von Januar bis März, als die griechische Linksregierung bereits die EU – Finanzminister zur Weissglut getrieben hatte, nicht abbaute. Sondern die Grossbank hatte es erhöht. Der Brutto-Ausstand der CS gegenüber Griechenland stieg von 800 Millionen per 31. Dezember 2014 auf 1’000 Millionen per 31. März…”

auch mal über die Zeit nach Griechenland und über Frank Schirrmacher’s “Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat”, nachgedacht, und auch darüber, ob die Verschwörungstheorien der Fremdsteuerung einer geschmierten Politik und Medien durch die Finanzeliten, doch nicht so ganz abwegig sind und was passieren könnte, wenn durch diese seit der Weimarer Republik bestehenden Angst der Eliten vor dem Arbeiter mit der erhobenen Faust, durch dieses stumpsinnige Vakuum braunsoßiges Geschwerrl wie in Frankreich Le Pen, in Italien Matteo Salvini und seine Lega Nord und in Spanien Partido Popular und VOX nach oben kommt und (mit-)regiert, durch den erstarkenden Nationalismus die 3 Billionen – Blasen (3.000 Milliarden) eine nach der anderen platzen und habe angefangen einen Beitrag zu schreiben… der in einer Apokalypse mündet. Ich habe keinen Bock auf noch mehr davon. Andere können das besser als ich.

Ich spare in Zukunft lieber für optimistische kleine Geschichten, wie über eine Quietschehupe auf einem Töff – Töff – Schnauferl oder ein süßes, kleines Kätzchen, dass seine Mama verloren hat und sie im Supermarkt wiederfindet, indem es das ganze Katzenfutterregal leer frisst. Oder noch besser: einen AfD’ler, der sich für nordafrikanische Boots – Flüchtlinge engagiert und in seinem unrestaurierten Citroen HY eine Couscous – Imbissbude aufmacht. Ach, es gibt doch so viel Nettes und Schönes, man muss es nur sehen wollen! Und bevor ich jetzt hier noch das Kotzen kriege, schnell mal zum Eisschrank und das vom gestrigen Schwiegermutterbesuch übriggebliebene Anstandsstückchen federleichte Erdbeerschaum – Baiser – Torte rausholen…

.

Samstagspaziergang

14.08.20 Auto - Katalog - Einstellung nach 57 Jahren

“Er war ein Klassiker des Kfz-Print-Segments und ein beliebtes Sammlerobjekt: der jährliche Auto Katalog aus der Motor Presse Stuttgart. “War”, weil er mit sofortiger Wirkung nicht mehr erscheint. Der Verlag stellt den Katalog ein, die nächste Ausgabe für das Modelljahr 2015, die im September auf den Markt kommen sollte, erscheint schon nicht mehr…”

Ich habe sie bis Ende der 60er Jahre bis auf zwei Exemplare fast alle. Manche Vorgänge sind so treffend, man könnte sie gar nicht besser erfinden; noch 1999 verkaufte sich die Auto Motor und Sport monatlich rund 510.000 mal  Seit dem ich hier was über die Autokrise bei Auto Motor und Sport schrub, ging’s dort um weitere 15.000 Exemplare weniger am Kiosk verkaufter Heftchen, auf jetzt weniger als 240.000 Exemplare monatlich, weiter steil bergab.

Ist ja auch kein Wunder. Vielleicht mal wieder echten unabhängigen Journalismus bieten, statt Werbeblatt der Autoindustrie… mein Mitleid hält sich in Grenzen. Dafür habe ich selten etwas so kreuzdämlich auf der Schnauze landen sehen, wie den Rohrkrepierer dieses Leistungsschutzrechts von Verlegern, die auf lau Google abkassieren wollen. Nachdem er die deutschen Verleger mit ihrem Leistungsschutzrecht schon zu Deppen der Nation gemacht hat, bittet C. Keese von VG – Media jetzt auf dem Rücken liegend und Hals nach oben, Google um ein “5 – jähriges Sabbatical”

Bis heute habe ich nicht verstanden, wie jemand überhaupt auf die abwegige Idee kommen konnte, dass Werbung zukünftig gefälligst vom Werbemedium bezahlt werden soll. Ich löhne ja auch nichts an Daimler, wenn bei mir hier ein 5-seitiger Werbeartikel der Untertürkheimer PR-Abteilung erscheinen würde … und dass dieser Google-Konzern soooo böööse und mächtig sei, das mag ja stimmen, aber es ist trotzdem kein Argument, dass Taschendiebe ihn abgreifen.

Also, großzügigerweise und durch “widerrufliche Gratiseinwilligung, dürft Ihr meinen Bad Homburger Content von heute Nachmittag, über meinen auf dem Weg zum Konditor gemachten Umweg in die Central Garage und ein paar schöne Aston Martin’s, hier angucken. Aber nur gerührt und nicht geschüttelt, und nur 1mal, sonst Anwalt.

.

Rezension “Pagoden für Dummies”

Pagoden für Dummies - 2

“Stimmt die Fahrgestellnummer mit der vierstelligen Nummer auf der Motorhaube überein, handelt es sich um das Originalteil…”   “Kein Anschluss ohne Nummer. Der fehlende Verweis lässt auf ein Unfallauto schließen….”

Ach ja, Christian Jancke? Dann sind der Ferrari 250 GTO, der jüngst für den für den Rekordpreis von 30 Mio. Dollar vertickert wurde und der vor seiner Wiederherstellung nur noch ein Schrotthaufen war, und von dem kaum mehr als noch die Hinterachse und das Getriebe übriggeblieben waren, genau so wie die Pagode, bei der in den 80er Jahren zeitwertgerecht der Rempler den Austausch der Seitentür erforderlich machte, eigentlich alle wertlose Blender, die in die Tonne getreten gehören?

So rappelt das wortgewaltig und intelligenzbefreit weiter vor sich hin, bis die Zeilen sich biegen…

“Eine sachgemässe Restauration bei einem ordentlichen Fachbetrieb kostet 100.000 Euro – mindestens. Rund 150.000 Euro können dann für einen sehr guten Mercedes-Benz 230-280 SL (Pagode) erzielt werden…”

Na, da sind dann aber hoffentlich die dabei verbrauchten Putzlappen mit darin enthalten.

“Weil das Einpassen von Motorhaube und Türen seinerzeit mit besonderer Sorgfalt geschah, tragen die die Fahrgestellnummer, besonders auffällig oben links in der Aluhaube. Ist die Zahl nicht zu sehen, ist das ein schlechtes Zeichen. Alu rostet nicht. Da bleibt nur die Frage nach einem Unfallschaden. Auf den können auch unregelmässige und zu große Spaltmasse (Abstand zwischen Haube und Karosserie) hindeuten..”

Ha, entlarvt:

“Bei einer Veranstaltung in Hamm zeigten Christian Nikolai von Ostendorf Classic und Marc Urban von Classic Data anhand von zwei Exemplaren, welche Pferdefüße den potenziellen Käufer erwarten…”

“Für jeden ollen hirnverstiegenen Mist gibt’s eben einen, der’s wieder in Tinte pisst”. Demnächst dann im großen Schleichwerbe Classic – Index – Öchsperten – Theater der PS – WELT, Eberhard Thiesen erläutert uns, was beim Kauf eines Oldtimer – Ferraris zwecks Vermeidung des Totalreinfalls zu beachten ist, Bernhard Schad klärt uns über Fallstricke in den Rechnungen für Oldtimer – Restaurierungen auf, ach ja, und Robert Nolte verrät angehenden Oldtimer-Reparateuren uns, auf was im Beweisverfahren zu achten ist, wenn nach einer Motorkaputtüberholung durch Dusseligkeit, schon nach 270 Kilometern der ganze Motor auseinanderfliegt.

.