Schnell eilt der Tod.

13.09.18 Tod Reich-Ranicki - 2

Am 18. September 2013 – um 16.01 Uhr – schrub der Herausgeber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, Frank Schirrmacher, bei Twitter folgenden Text: “Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben.” Nur 2 Minuten später ergänzte er: “Wir trauern alle. Noch vor 2 Stunden habe ich ihn besucht…”

Wenigstens sind die Höhöhö-Kwalitätsschurnalismus-Medienmafia-Pöbler maln paar Stunden ruhig [Andrea Diener; FAZ – Journalistin].

Sehr, sehr schade, wenn einer, der in einem Zuge mit Journalisten wie Alfred Polgar, Kurt Tucholsky, Karl Kraus (bei ihm habe ich den Begriff “Journaille” geklaut) und einigen anderen mehr die mir dazu einfallen, genannt werden wird und der solche Artikel schrub…

“Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“ “Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik…”

so plötzlich von uns geht.

In meinem Leben gab ich u.a. schon Helmut Werner (Mercedes – Benz), Jürgen Zetsche (Daimler Benz)), Joschka Fischer (gemeinsamer Lieblings-Italiener “Rohrbachstraße 16″), Helmut Schmidt, Klaus von Dohnanyi,  (zwei Lohnquassler bei Mario Ohoven), Alice Schwarzer (früher öfters Stehtischnachbarin bei Gosch / Sylt), Berthold Beitz, Jutta Ditfurth, Daniel Cohn-Bendit (Dauergast im Cafe Schwille), und sogar einem Roland Koch, die Hand. Mit einem wirklich Großen, einem Menschen wie ihm, habe ich bis heute noch nicht einmal gesprochen. Ich sehe weit und breit auch keine(n) einzige(n), die/der die publizistische Leere, die Frank Schirrmachers Tod hinterlässt, bei der FAZ – wie generell in Deutschland – adäquat auffüllen könnte.

Möge er in Frieden ruhen …

Update 16.06.2014: Ich habe freiwillig/unfreiwillig inzwischen einige Nachrufe auf Frank Schirrmacher, von angeblichen Freunden, Kollegen die ihn angeblich achteten, etc. p.p., gelesen. Einen brillanten Nachruf auf Marcel Reich – Ranicki,  wie Frank Schirrmacher ihn noch am gleichen Tag für seine FAZ in die Tasten haute, vermisse ich.

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Gutenmorgenkaffee: Apo – Schirrmacher

13.12.03 Schirrmacher

Beim Wort außerparlamentarische Opposition hatten Deutschlands Erdbeerschwarzanmaler bisher immer an Rudi Dutschke gedacht.

13.12.04 Schirrmacher

Die Ein-Mann-Apo heute heißt Frank Schirrmacher. Und den Rest, bringt mir seine FAZ, die Grand Dame der deutschen Zeitungen, natürlich aus meinem… hüstel… Westviertel, rüber.

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Selbstgespiegeltes

130421 FM Finsterloh 012-500

 

“Was wären nur die Talkshows ohne jene Personalskandale, die der Republik mit schöner Regelmäßigkeit ihre leicht moralingesäuerten Erregungszustände bescheren? Die Muster gleichen einander, bis hin zum Besetzungsschema”   “Gerade einmal eine knappe Woche hat es gebraucht, um bereits erste Abnutzungserscheinungen erkennen zu lassen und beim TV-Zuschauer ein gewisses Déjà-vu-Gefühl hervorzurufen…”

…schreibt uns der Spiegel nach der Talkrunde bei Illner. Würde die Spiegel – Journaille selbst in den Spiegel schauen:

“Hoeneß ließ Selbstanzeige in wenigen Tagen erstellen”

“Fall Hoeneß: Aufsichtsrat distanziert sich”

“Hoeneß schließt Rücktritt aus”

“Richter erließ Haftbefehl gegen Hoeneß”

“Steuerhinterzieher Hoeneß: Merkels Problemfall”

“Merkel ist enttäuscht von Hoeneß”

“Steuerskandal: Die Lehren aus dem Fall Hoeneß”

“Hoeneß gesteht schweren Fehler ein”

“Hoeneß kündigt Klagen gegen Medien an”

“Reaktionen: Daum verwundert über Hoeneß”

“Hoeneß Talk bei Plasberg: …der Geist ist schwach”

“Hoeneß Witze im Netz: Armes Würstchen”

“Steinbrück: Hoeneß ist eine Art Katalysator”

“Hoeneß soll unvorstellbares Vermögen verheimlicht haben”

“Reaktionen: Hoeneß Glaubwürdigkeit ist extrem erschüttert”

“Hoeneß: Fall aus maximaler Höhe”

“Ermittlungen gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung”

“Hoeneß soll Kapitalerträge verheimlicht haben”

130421 FM Finsterloh 006-500

 

Diese Leichtmatrosen der Medien, die inzwischen so gern auf den Wellen der Kapitalismuskritik kreuzen, findet man nicht nur in Talkshows. Selbst der verlinkte Artikel – wie auch die Auflage des ‘Spiegel’ generell – profitieren in ihrer Selbstvervielfältigung bis der Arzt kommt, davon, dass sie mit dem Finger auf ihresgleichen deuten: Sie fuchteln wild herum, “Herr Lehrer, der war’s”, fabulieren moralische Fragen, zeigen auf ‘das Volk’, ‘die Republik’ und wie hier einen Schreibers Liebling ‘Hoeneß’ und lassen sich selbst – die ‘Erreger’ – dabei in schöner Vorhersagbarkeit einfach weg. Die Nummer heißt: Moral bringt Auflage, viel Moral bringt viel Auflage und Verlegern entgegen aller Beteuerungen, satte Gewinne.

130421 FM Finsterloh 001-500

Und spätestens nach dem 100. abgedroschenen Spon – Artikel zum Thema Hoeneß und auch dem 5. Buch von Frank Schirrmacher zur BeuteEgo-Gesellschaft wird einem als Leser wieder mal bewusst, dass es hier nur um Auflagen… und um viel, viel Geld geht.